Reise blog von Travellerspoint

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Pleiten, Pech und Pannen

wie man sein Gepäck erleichtert

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View RTW Reloaded 2011-2013 auf Tom Travel's Reise-Karte.

Unser Visum läuft morgen ab - wie schnell doch 30 Tage vergehen! No Problem, man kann sein Visum um 30 Tage verlängern, haben wir vor der Reise recherchiert. Am Flughafen gibt es ein Immigrations-Büro, da kann man das machen lassen. Das wurde uns auch bei der Ankunft von einem Immigration-Beamten bestätigt.

Wir fahren zum Flughafen und stellen fest, das Büro liegt außerhalb des Geländes. Nun gut, Fußmarsch 500m dorthin. Es geht gegen 11 Uhr - als wir ankommen sehen wir, dass die wie bei uns die KFZ-Zulassungsstelle nur bis 12 offen haben. "1 Stunde - das langt locker denken" wir.

Dann geht es los. Der indonesische Amtsschimmel wiehert. Wir müssen einen roten Schnellhefter kaufen - alles muß seine Ordnung haben hier. Gut - erledigt. "Sie müssen Formular 23 ausfüllen" (kein Witz das heißt wirklich so) - aber nur mit schwarzer Tinte (ebenfalls kein Witz). Na schön, machen wir. Erinnert mich an "Asterix erobert Rom" und "das Haus das Irre macht".

Außerdem müssen Kopien der wichtigen Seiten im Reisepaß zum Antrag. Hm, wo kriege ich Kopien her? Ich frage mich durch und 3 Häuser weiter steht ein gelangweilter Copyshopbesitzer am Gerät - vor mir eine Schlange von Schicksalsgenossen die auch Kopien brauchen. Kaum 15 Minuten später komme ich stolz mit meinen Kopien zurück zu Alina die sich inzwischen an Formular23 versucht hat.

Soweit so gut - nun noch eine Kopie des Weiterflug-Tickets. (der Beweis daß man wirklich ausreisen wird) Wie Ticket? Wir haben Online gebucht - nix Ticket. Ach so, Buchungsbestätigung reicht auch. Haben wir allerdings im EMail Postfach. Der Typ vom Copyshop schaut mich mitleidig an als ich nach einer Möglichkeit frage eine meiner Emails hier auszudrucken. "Airport!" sagt er.

Also wieder zu Fuß zurück zum Flughafen. Es hat ja nur 30° im Schatten oder so. Da kommen uns die paar Minuten doch glatt wie Stunden vor. Dort gibt es 2 Internetshops mit schönen Plakaten was man dort alles an elektronischen Dienstleistungen bekommen kann. Leider beide ohne Internet heute. "Sorry, boss - is broken today". Nebenan ein Reisebüro. Gegen eine ordentliche Gebühr läßt uns die Dame an ihren Rechner und Drucker.

"Wunderbar - läuft doch wie am Schnürchen" sage ich zu Alina. Mittlerweile ist es 12 Uhr durch, aber die nette Beamtin macht für uns eine Ausnahme und erlaubte uns die fehlenden Dokumente nach der Mittagspause einzureichen. Wir sitzen also die Mittagspause ab, ist doch viel schöner als am Pool zu liegen.

Dann dackeln wir mit unserer schönen roten Mappe, dem mit schwarzem Kuli ausgefüllten Formular23, Passkopien und der Flugbuchungsbestätigung wieder zurück. Was soll jetzt noch schief gehen? Antwort: alles!

Wir haben nicht mit dem hiesigen Beamtenapparat gerechnet. Das Bearbeiten des Antrags dauert 3 Werktage, aber wir dürfen am Dienstag wiederkommen und die Stempelgebühr bezahlen. Problem - Dienstag sind wir in Sulawesi. Montag geht der Flieger, alles schon gebucht.

"Ein Freund kann am Dienstag kommen und die Gebühr bezahlen" sagt sie uns. Wunderbar, wir finden schon jemand der das erledigt.

Nun wird alles gut - denkste! Erst am Freitag nächste Woche können wir unseren Paß mit dem neuen Visum abholen - möööp! Geht doch nicht. Schon vergessen? Wir sind 1000km weg in Sulawesi ab Montag. Der Paß kann nur persönlich abgeholt werden - an dieser Stelle geht nichts mit Freund. Na gut, dann lassen wir den Paß halt hier und sammeln ihn mit dem Visum ein, wenn wir Anfang Oktober wieder aus Sulawesi zurückkommen. Schon wieder mööööp! Geht nicht, weil man hier auf dem Amt die Pässe maximal für 1 Woche lagert.

Jetzt sind wir gestrandet - uns fällt nichts mehr ein. Wir werden unser Visum überziehen - dafür eine Strafe aufgebrummt bekommen (pro Tag der Überziehung) und unser Glück am Montag oder Dienstag in Makassar beim dortigen Immigrationsbüro in Sulawesi versuchen (Fortsetzung folgt)

Den ganzen Tag auf dem Amt versch*** hatten wir wenigstens noch was Nettes für den Abend geplant. Sunset am Uluwatu Tempel. Schön hoch oben auf einer Klippe ganz unten im Südwesten von Bali gelegen. Am Eingang ein Warnhinweis in 15 Sprachen. "Achtung! Diebische Affen. Keine Mützen, Brillen und Schmuck tragen!"

An dieser Stelle ein kleiner Rückblick - vor 5 Tagen im Monkey Forest.

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Hier ist noch alles in Ordnung "Ach guck mal wie süß, so zutraulich wie die Affen hier sind." "Schau mal der eine, der spielt so nett mit deiner Mütze"

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Das war dann das so ziemlich das Letzte was ich von meiner Mütze gesehen habe. Der Affe reißt sie mir vom Kopf, springt aufs Gemäuer und später ab damit in den Dschungel. Echt schade, an diesem Cap hingen Erinnerungen an unserer ersten USA Reise/Weltreise 2009. Gekauft im Pro-Shop des tiefsten Golfplatzes der Welt im Death Valley - unersetzlich für mich. Aber ich habe ja noch das Alcatraz Käppi aus San Francisco und nach einem Tag ärgern stelle ich fest, dass sie viel besser passt als das Death Valley Käppi.

Affen sind gemeine Diebe. Ich bin nun vorgewarnt, und lasse ab sofort keine Affen mehr auf mich klettern. Die Warnung auf dem Schild nicht wirklich ernst nehmend, sage ich den Mädels sie sollen sich in Position an einer Klippe stellen.

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Dazu setze ich Mütze Nr.2 (meine letzte) und Sonnenbrille auf, damit ich die Hände frei habe zum Fotografieren. Genau auf diesen Moment haben die Biester den ganzen Tag gewartet. Plötzlich verspüre ich Frischluft auf dem Kopf und hin geht sie meine Mütze samt Sonnenbrille.

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Ich versuche erst gar nicht den beiden Affendieben hinterher zu hechten. Weg ist weg. Was für ein Tag :-(
Alina versucht mit einem Stock dem kleineren Affen die Brille wegzunehmen aber ein großer Affe faucht sie böse an, und schon rennt sie schreiend hinter mich. Wir sehen zu wie der Affe mein Alcatraz Käppi genüsslich zerkaut. Bananen kann er jeden Tag haben, das ist viel spannender.

Wir machen die üblichen Sonnenuntergangsfotos

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Auf dem Rückweg finde ich tatsächlich meine Mütze achtlos von den Affen weggeworfen im Graben.

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Der Zustand ist allerdings jämmerlich. Affenzähne können ordentlich Schaden anrichten. Für eine ebay-Auktion würde ich schreiben "kaum gebraucht" - ich werfe sie in hohem Bogen von der Klippe. Zusammenfassung: 3 Affen = 2 Mützen und 1 Brille weniger = 200g weniger Gepäck. Eigentlich soll Alina Gepäck reduzieren, die versteckt aber ihre Ohrringe hinter ihren langen Haaren und trägt keine Mütze.

Armer Thomas, er hängt doch so an seinen Käppis. Nadja fotografiert weiter begeistert die Affen. Ich habe keine Symphatien mehr für die - auch nicht für die Kleinsten. Nachdem der eine mich mit seinem Zähnen so angefaucht hat, gehe ich auf Abstand.

Kaum möglich an jeder Ecke sitzt einer. Da rennt ein Typ hektisch einem Affen hinterher. Ich staune, die Affen haben ihm seinen Schlappen geklaut. Warum zieht der auch hier seine Schlappen aus? "Sowas Blödes", denke ich noch.

Nadja schreit kurze zeit später. Ein Affe zieht ihr unterm Gehen eine Reef-Sandale aus. Auch Affen sind markenbewusst. Fassungslos sieht sie ihrem Schlappen hinterher, da kommt schon der Nächste und zieht ihr den zweiten aus. Den lässt sie nicht los, und versteckt ihn unter ihrem T-Shirt. Der zweite Affe gibt auf.

Wir verfolgen den Affen eine Weile. Rundherum gehen wir über den Sonnenbrillen-, Käppi- und Schlappenfriehof, denn überall liegen diese zerkaut im Gebüsch. Ein Local sieht unsere Verfolgungsaktion und fragt ob wir nicht was zum Essen für die Affen haben, Schokolade mögen sie wohl besonders gerne. Er holt dann etwas heraus und bietet dem Affen quasi einen Tausch an. Der überlegt kurz, entscheidet sich dann für das Leckerli und läßt Nadjas Schlappen leicht angekaut zu Boden fallen.

Natürlich will der Schlappenretter nun eine Belohnung. Nadja gibt ihm etwas. Später wiederholt sich diese Szene mit anderer Touris, Locals und Affen Besetzung. Da wird es uns klar: das ist eine mafiöse Symbiose aus Affen und Einheimischen. Die Affen klauen was geht, damit sie was Leckeres zum Tausch für die Beute erpressen, die Locals verdienen sich ein ordentliches Taschengeld mit der Wiederbeschaffung.

Wir freuen uns mit Nadja über den bereits verloren geglaubten Schuh. Da läuft schon die nächste Touristin ihrem Schuh hinterher. Rechts hat ein kleinerer Affe 1 geraubtes Käppi in der Hand. Thomas läuft ganz cool vorbei und klaut dem Affen blitzschnell das Käppi und überreicht es der sprachlosen Besitzerin. Er sieht zufrieden aus, es steht jetzt nur noch 2:3 für die Affen.

Reiseweisheit Nr.4: Bei Problemen mit Übergepäck geh zu den Affen

Vor diesem Pannentag gab es noch einen normalen Reisetag. Tempel, Botanischer Garten, Wasserfall und wieder Tempel war das Programm. Es stellt sich bei uns eine gewisse Sättigung an Attraktionen ein.

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Der letzte Tempel ist wohl der bekannteste hier auf Bali - da fährt man zum Sonnenuntergang hin - Tanah Lot

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Es wird wirklich Zeit dass wir hier weg kommen. Wirklich erwähnenswert ist allerdings die Tatsache dass wir es nun im 3. Anlauf endlich geschafft haben die Git-Git Wasserfälle zu sehen. Die letzten Male hat es jeweils zu gießen begonnen als wir dort ankamen. Wir hatten keine Lust den Weg dorthin durch den Regen zu gehen.

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Gut 30m hoch, ganz hübsch.

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Ebenfalls erwähnenswert die Toilette in dem feinen Laden in Ubud in den uns Uschi und Robert am letzten Abend eingeladen hatten.

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Wer hätte hinter so einer Tür die Schüssel erwartet?

Auch das Essen war auch vom Allerfeinsten. Dank an Uschi und Robert für die Einladung. Solche kulinarischen Genüsse sind bei unserem Travellerbudget selten.

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Eingestellt von Tom Travel 22:56 Archiviert in Indonesien Tagged waterfalls animals reiseweisheit Kommentare (2)

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