Reise blog von Travellerspoint

Antarktis

durch die Drake

kein Land in Sicht

semi-overcast 5 °C
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2. Tag auf See

Kap Horn liegt bereits weit hinter uns. Die Wellen werden noch höher, der Wind stärker. Die Drake Passage zeigt uns was sie drauf hat. Die Bark macht rekordverdächtige 9 Knoten. Beim Frühstück und Mittagessen ist heute viel Platz. Etliche Passagiere ziehen es vor nichts zu essen. Zwecklos wenn es ohnehin nach 5 Minuten im Eimer oder bei den Fischen landet.

Es gibt keine Fotos vom heutigen Tag. Oben schlagen ständig Wellen übers Deck, man bräuchte eine wasserdichte Kamera. Außerdem muss man sich ständig irgendwo mit mindestens einer Hand festhalten. Schräglage wird zur Normalität.

Gerade als unsere Mittagsschicht endet fängt es an zu regnen - Glück gehabt. Für uns geht es erst wieder nach Mitternacht weiter in der sogenannten "Dog Watch" von 00:00-04:00.

Hoffentlich gibt es heute etwas Leckeres zum Abendessen. Allein beim Geruch von Essen wird mir übel. Jedes Mal wenn ich an der Küche vorbei gehe halte ich die Luft an.

3. Tag auf See

Es gab nichts Leckeres zum Abendessen. Vielleicht war es lecker aber mir war einfach nicht danach. Die ersten Opfer der Seekrankheit tauchen wieder an Deck auf. Es stimmt also was man sagt, nämlich dass dieses Problem in 2-3 Tagen vorüber geht.

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Unser Team ist immer noch auf 6 Aufrechte reduziert, deswegen müssen wir längere Schichten schieben. Statt 30 Minuten Wache und 30 Minuten Pause haben wir nun 60 Minuten Dienst und 30 Minuten frei.

Anfangs ist es am 3. Tag auf See recht mild und es geht kaum Wind.

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Zeit zum Ausruhen für die Mannschaft. Der Seegang bleibt sehr hoch, das Deck regelmäßig überflutet.

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Die Segel werden eingeholt und wir fahren ein Stück mit Motor, bis wir aus dieser Zone heraus sind. Dann kommt wieder ordentlich Wind auf und es wird sehr sehr kalt. Die Crew muss wieder ran und rauf in die Masten. Alle Segel werden gesetzt - im Dunkeln. Die Europa nimmt Fahrt auf und macht nun über 8 Knoten.

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Als ich das Ruder übernehme zeigt der Kurs 90°Ost an, sollte aber 150° sein. Kleine Abweichung meint mein Vorgänger. Zurück auf den vorgegebenen Kurs zu kommen ist gar nicht einfach. Das Schiff schwänzelt wie ein junger Hund und als es endlich wieder in die richtige Richtung fährt ist mir zumindest schön warm dabei geworden.

Am Ausguck ist es heute Nacht extrem unerfreulich. Trotz etlicher Schichten Kleidung pfeifft der Wind durch. Irgendwo vergisst man immer einen Spalt abzudecken und an der Stelle wird es dann nach kurzer Zeit sehr unangenehm. Bewegen kann man sich auf dem Posten kaum, das Schiff rollt stark von Seite zu Seite und das Stehen ist nicht einfach. Herumlaufen um sich aufzuwärmen noch schwieriger.

Dann fängt es auch noch an zu regnen. Um 4 Uhr morgens ist meine erste "Dog Watch" zu Ende. Völlig durchgefroren gehe ich an die Bar und hole mir mein Gute-Nacht-Bier.

4. Tag auf See

Die heutige Frühschicht war extrem übel. Aufstehen um halb 4 Morgens und raus in den eisigen Wind. Das bewegungslose Rumstehen am Ausguck ist am schlimmsten. Am Ruder ist es heute aber auch nicht viel besser, denn seltsamerweise fährt die Europa von ganz alleine den gewünschten Kurs. Keine Action am Steuerrad, keine Möglichkeit sich dabei aufzuwärmen, immer den Blick auf den Kompass.

Es läuft an Bord eine Lotterie wer den ersten Eisberg sichtet. Alle haben Tipps bezüglich Datum und Uhrzeit dieser Sichtung abgegeben.

Jeff, einer der Südafrikaner in meiner Schicht sieht dann um 7:30 den ersten, mein Tipp war 6:20 - knapp daneben, gewonnen habe ich nichts.

Gestern habe ich komplett aufs Abendessen verzichtet. Allein der Geruch vorweg hat mir gereicht. Ich halte mich an den Nachtisch, Früchte und alles was nicht gekocht bzw. verkocht wird. Wenn das so weiter geht werde ich noch zum Veganer. Für morgen ist Land angekündigt.

Eingestellt von Tom Travel 05:26 Archiviert in Antarktis Kommentare (0)

Desolation Island

endlich Land in Sicht

semi-overcast 2 °C
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Wir nähern uns endlich wieder Land - die South Shetland Islands. Gehören zum antarktischen Kontinent, sind aber wie der Name schon sagt nur vorgelagerte Inseln.

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Es gibt einen Vortrag über alles was man als Besucher tun bzw. nicht tun muss. Wir erfahren, dass die Besucherzahlen von 30-40.000 pro Jahr auf 10.000 zurück gegangen sind. Grund ist, dass die großen Kreuzfahrtschiffe nicht mehr hinfahren dürfen. 2000 Passagiere an Land - das hält dieses fragile Biotop nicht aus. 250 Passsagiere pro Boot ist das Maximum und es dürfen nie mehr als 100 gleichzeitig an Land sein. Schluss mit Super-Luxus-Abenteuer. Nur noch umgebaute Eisbrecher und Forschungsschiffe fahren jetzt da hin. Die bieten allerdings auch ganz ordentlichen Komfort.

Auf diese Weise glaubt man die Auswirkungen des Antarktistourismus kontrollieren zu können. Nebeneffekt ist, dass die Preise steigen wenn sich alle um die wenigen Plätze balgen müssen. Es wird ein exklusives Ziel bleiben.

Die letzte Nacht war unsere Gruppe wach-frei. Es muss richtig schlimm gewesen sein. Die armen Schweine die Dienst hatten berichten von Schneetreiben bei 70km/h Wind - nein danke!

Als ich morgens aufwache liegen wir schon vor Anker. Zum ersten Mal seit 4 Tagen ist wieder Land zu sehen. Wir sind endlich durch die fiese Drake Passage durch.

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Nach dem Frühstück machen sich alle bereit für den ersten Landgang. Desolation Island (zu deutsch: trostlose Insel) - wenn man den Aufzeichnungen trauen darf, sind wir seit 200 Jahren die ersten Menschen auf dieser Insel. Pelzrobbenjäger waren die Letzten vor uns hier.

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Bevor wir in die Schlauchboote gehen müssen alle mit den Schuhen durch ein Desinfektionsbad. Gestern haben alle ihre Jacken und Taschen abgesaugt um keine Samen mitzubringen. Es gibt nur 2 endemische Pflanzenarten auf dem ganzen Kontinent. Botaniker in der Antarktis ist ein Halbtagsjob. Weitere Arten sollen möglichst nicht eingeschleppt werden.

Unglücklicherweise habe ich einen der vorderen Sitze im Schlauchboot und werde patschnass. Obenrum geht es dank der wasserdichten Jacke, aber die geliehene Skihose ist für derlei Unternehmungen völlig ungeeignet. Ich sitze im eiskalten Wasser und es läuft mir die Beine herunter.

Die Überfahrt dauert zwar nur 15 Minuten aber mir reicht es eigentlich schon bevor ich meinen persönlich historisch bedeutenden ersten Schritt auf den neuen Kontinent mache. Pelzrobben interessieren sich nur wenig für unsere unbeholfenen Anstrengungen einigermaßen trocken an Land zu kommen.

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Wenn man ihnen zu nahe kommt benehmen sie sich wie bissige Hunde und starten Scheinangriffe. In solchen Fällen nicht weg laufen sondern stehen bleiben und zurück bellen war der Tipp unseres Tourguides.

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Beneidenswert wie die sich da am Strand räkeln und die Kälte offensichtlich nicht spüren.

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Zwei Sorten Pinguine finden sich auf dieser Insel.

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Zumeist sind es Chinstrap-Pinguine aber auch ein paar Gentoos sind dabei. Die Chinstraps sehen mit ihren Helmchen ganz niedlich aus, aber der Gestank ist kaum auszuhalten. Die Vögel stehen in ihrem selbst produzierten Guano-Misthaufen.

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Mir fällt auf die Schnelle kein Tier ein, das dermaßen im eigenen Dreck lebt. In den Dokumentationen und auf Fotos sieht man immer nur saubere Pinguine, die gerade aus dem Wasser kommen. Zur Zeit mausern sich viele von ihnen und bis die neuen Federn sprießen können sie nicht ins Wasser. Dann stehen sie wochenlang von unten bis oben besudelt in ihrer eigenen Sch...

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Für mich ist nach ein paar Fotos Schluss und ich nehme das erste Shuttle zurück zum Schiff. Eine heiße Dusche ist jetzt genau das Richtige.

Auf der Fahrt zum nächsten Landepunkt noch eine sehenswerte Basaltformation - Edinburgh Rock.

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Ein gutes Fotomotiv auch für unseren Freund Seth aus Alaska. Immer noch ohne Schuhe und Socken unterwegs.

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Eingestellt von Tom Travel 09:55 Archiviert in Antarktis Kommentare (3)

Badespaß und Golf in der Antarktis

die Stimmung steigt

all seasons in one day 1 °C
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Wir machen in den nächsten Tagen noch weitere Landungen an verschiedenen Buchten der South Shetlands.

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Zunächst bei gutem Wetter.

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Wir sehen mehr Pelzrobben, noch mehr Eselspinguine.

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Beide Arten wieder im Wettbewerb wer mehr stinkt.

Ab jetzt treiben regelmäßig große Eisberge an uns vorbei.

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Das Wetter wird ab Nachmittag unterirdisch schlecht. Schneetreiben und schneidend kalter Wind. Man kann gar nicht so viel anziehen wie man möchte.

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So unangenehm die Landgänge sind, so lustig wird es abends in der Schiffsbar. Die Drake Passage ist vergessen, alle sind nun wieder fit. Die Südafrikaner bekommen den Spitznamen "noisy bunch" und sorgen für Stimmung bis spät in die Nacht. "Soooo much Fun!!!" wird zum geflügelten Wort.

Der Skipper gibt bei der Abendbesprechung am folgenden Tag eine kleine Verwarnung aus. Er weist darauf hin, dass es zwar eine Bar an Bord gibt, man aber nicht so viel konsumieren soll, dass es im Notfall dazu führt das stockbesoffene Passagiere aus den Kojen getragen werden müssen. Immerhin sind wir nicht in der Karibik, sondern in einer der menschenfeindlichsten Gegenden dieses Planeten unterwegs. Wo er recht hat hat er recht.

Am nächsten Tag geht es nach Deception Island - wir ankern die Nacht über im gefluteten Krater eines erloschenen Vulkans. Nur eine schmale Durchfahrt führt hinein in den natürlichen Hafen dieser Insel die wie ein Hefekringel aussieht.

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Neben uns liegt eine kleines Segelboot.

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14 Meter lang, 9 Personen an Bord - das ist noch eine ganze Stufe weniger an Komfort und Platz als wir haben.

Heute stehen gleich mehrere Landgänge auf dem Programm. Der Himmel ist grau und die erste Wanderung auf eine Anhöhe ist nicht wirklich das was ich mir so unter Antarktis vorgestellt habe. Es sieht mehr nach einer Kiesgrube im Winter aus.

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Der zweite Ausflug ist schon viel besser. Der Vulkan unter der Insel ist noch ein wenig aktiv und es gibt heiße Quellen direkt am Strand. Am Ufer ziehen Dampfschwaden.

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Die Wolken verziehen sich immer mehr, bestes Badewetter für die Antarktis. Die Unentwegten unter uns gehen tatsächlich hier zum Baden.

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Von unten gekocht von oben eiskalt, das ist nichts für mich.

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Mein in Ushuaia gekauftes Pitching Wedge kommt zum Einsatz.

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Hier auf dem schwarzen Lava-Schotter ist es kein Problem den Ball zu finden. Ich muss nur aufpassen dass mir keine der räuberischen Skuas meinen Ball klaut.

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Mein Ziel auf allen 7 Kontinenten ge-golft zu haben ist somit erreicht. Es ist zwar noch nicht antarktisches Festland, gehört aber dazu. Weiter südlich werde ich sicher noch ein paar Bälle schlagen. Dann aber nicht mehr so weit, denn im Schnee und Eis dürfte es schwierig sein den Ball wiederzufinden.

Zum Sonnenuntergang sehen wir uns die Ruinen einer Walfangstation an.

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Diese wurde bei einem früheren Vulkanausbruch zerstört und nicht mehr aufgebaut.

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Gilt nun als historische Stätte. Heutzutage kann keiner mehr hier bauen - nur Forschung ist erlaubt. Gebäude zur militärischen oder kommerzielle Nutzung sind verboten.

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Eingestellt von Tom Travel 04:39 Archiviert in Antarktis Kommentare (1)

Der Angriff des Leoparden

das ging gerade noch mal gut

sunny 1 °C
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Wir segeln in der Nacht über die Bransfield Strait. Von den South Shetlands zur Antarktischen Halbinsel. Das ist wieder ziemlich offener Ozean. Ich habe in der Nacht kaum geschlafen. Meine Koje liegt quer zur Fahrtrichtung und das Schiff rollte so stark, dass ich ständig vom Kopf zum Fußende gerutscht bin.

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Windstärke 8 auch noch am Morgen, der Plan wird geändert statt zu den Christiania Inseln wir fahren zu einer windgeschützen Bucht. Cierva Cove - hier war die Europa noch nie.

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Ich klettere rauf in den Mast um mir das von oben anzusehen - fantastisch!

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Unterwegs sehe ich meinen ersten Minkewal.

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Die Bucht ist eine gute Wahl wie sich herausstellt. Das Meer ist ein Spiegel für die Eisberge und Gletscher.

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Die Schlauchboote werden zu Wasser gelassen.

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Wir wollen ein wenig zwischen den Eisbergen cruisen.

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Dabei stören wir einen Seeleoparden beim Mittagsschlaf.

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Ich habe zuvor von diesen Tieren noch nie etwas gehört. Hier wurde uns erzählt, dass der einzige tödliche Angriff eines Tieres auf einen Menschen in der Antarktis auf das Konto eines dieser Tiere geht. 400kg schwer, 3,50m lang - Grund genug Respekt zu haben.

Der Leopard beäugt uns zunächst von seiner Scholle aus.

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Dann gleitet er ins Wasser und kommt auf uns zu. Oh-oh!

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Kurz vor dem Boot taucht er ab und geht zum Angriff über.

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Dazu dreht er sich unter Wasser auf den Rücken und sperrt das Maul mit vielen Zähnen unglaublich weit auf.

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Wir sitzen in einem Schlauchboot und der Gummi ist für diese Zähne kein Problem. Ich wünsche mir ein größeres Boot. Vor allem eines das nicht aus Gummi ist wäre jetzt recht.

Es bleibt nicht bei der einen Attacke. Immer wieder greift er von verschiedenen Seiten an und versucht in den Gummi zu beißen. Jordi gibt Gas und versucht zu entkommen. Für den Leoparden ist es kein Problem mitzuhalten uns zu überholen und weiter anzugreifen.

Klingt doch gut die Geschichte, oder? Natürlich ist es nicht so gewesen.

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Der Seeleopard war neugierig und wollte nur spielen. Selbst wenn er einen Schlauch zerbissen hätte wären wir nicht wirklich in Schwierigkeiten gewesen. Zurück an Bord gibt es ein Open Air Buffet - so mit Sonnenschein und ohne Wind ist es durchaus angenehm.

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Als Souvenir holen wir uns einen schönen viele tausend Jahre alten Gletschereisbrocken.

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Ein Stück davon kommt heute abend in meinen Whisky, den ich mir zum Sonnenuntergang schmecken lasse.

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Eingestellt von Tom Travel 13:45 Archiviert in Antarktis Kommentare (0)

Fotomania

Traumlandschaft in Weiß und Blau

sunny 2 °C
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Gleich mal vorneweg - das war der beste Tag der ganzen Reise bisher. Diese fantastische Landschaft war die Strapazen der Drake und die Kälte danach wert.

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In der Nacht zuvor konnte man um das Schiff das Schnauben vieler Buckelwale hören. Am nächsten Morgen kommen einige sehr nahe ans Schiff.

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Eine Buckelwal-Kuh mit ihrem Kalb schwimmt direkt unter uns durch.

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Danach gibt es noch ein wenig "Tail-Action"

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Etwas später kommt ein Schwarm, Herde (wie sagt man bei Pinguinen?) vorbei. So unbeholfen wie sie an Land aussehen, so elegant bewegen sie sich im Wasser.

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Das Wrack eines Walfängers schauen wir uns aus der Nähe. Der hatte auf See Feuer gefangen und die Crew hat ihn absichtlich hier auf Grund gesetzt. Bei dem vielen Walöl an Bord hatten sie es danach wenigstens für ein paar Stunden warm.

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Das Wetter wurde von Tag zu Tag besser. Tagsüber spielt sich das Leben an Bord nun an Deck ab.

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Mittagessen mit unbezahlbarer Aussicht.

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Fast wolkenloser Himmel und spiegelglattes Wasser. Traumhafte Bedingungen zum Fotografieren. Über 500 Fotos habe ich am Ende des Tages zu sortieren. Ein neuer Rekord. Nur 40 kommen in den Blog. Die die ich aussortiert habe wären immer noch ein Highlight für jeden Kalender. Es ist unfassbar wie viele Blautöne es gibt. Sucht euch euer Lieblingsbild aus.

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Dann ist es so weit - mein erster Schritt auf das antarktische Festland. Bisher waren wir immer auf vorgelagerten Inseln. Schwarz-Weiß ist hier die angesagt Modefarbe. Auch die Kormorane machen mit.

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Es geht von der Landestelle steil nach oben und man glaubt es kaum, auf dem Bergrücken findet sich eine Pinguinkolonie.

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Hier oben schmilzt der Schnee früher im Sommer und nur hier können sie ihre Nester aus kleinen Steinen bauen.

Den langen beschwerlichen Weg bergauf und bergab nehmen sie dafür in Kauf.

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Die Europa holt uns auf der anderen Seite der Landzunge ab. Der Weg nach unten ist uns allerdings versperrt. Den Pinguin-Highway können wir nicht benutzen ohne die Tiere zu stören. Wir müssen den steilen Schneehang quer gehen und dann bleibt nichts als den Abhang hinunter zu rutschen. Das sieht auf dem Foto einfacher aus als es war. Es geht gut 150 Meter nach unten. Die winzigen Punkte da unten sind Pinguine - das hilft beim Einschätzen der Höhe und Steilheit dieser Rutsche.

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Einer aus der Gruppe rutscht zu früh ab und schlittert in ein Geröllfeld auf halbem Weg nach unten. Erstaunlicherweise hat er sich dabei kaum verletzt.

Eingestellt von Tom Travel 12:48 Archiviert in Antarktis Kommentare (2)

Der verrückte Doktor

Lagerkoller im Paradies

sunny 1 °C
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Wir landen heute auf Paradise Island. "Almirante Brown" - eine argentinische Forschungsstation, zur Zeit unbemannt, wird wieder aufgebaut.

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Vor einigen Jahren bekam der Stationsarzt hier einen Lagerkoller. Der arme Kerl sollte nur für ein Jahr bleiben, da man aber fürs zweite Jahr keinen Freiwilligen gefunden hatte musste er noch ein Jahr dranhängen. Als dann auch im dritten Jahr keine Ablösung kam ist er durchgeknallt und hat radikal aber effektiv dafür gesorgt, dass die Station komplett evakuiert werden musste: Er hat die Wohngebäude in Brand gesetzt.

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Es wird ein weiterer Tag für Foto-Highlights. Ich weiß schon gar nicht mehr was ich alles fotografieren soll - alles sieht unglaublich schön aus. Die Landschaft ist gewaltig - im Bild unten muss man schon suchen um das nicht gerade kleine Schiff zu entdecken.

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Sechs riesige Gletscher münden in diese Bucht.

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Mit der Europa im Vordergrund sieht es gleich noch besser aus.

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Paradise Bay
- mal indirekt, dann direkt.

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Gegen Abend ändert sich die Lichtstimmung - es kommt ein wenig Gelb und Orange dazu. Nach den letzten beiden unglaublich motivreichen Tagen bei bestem Licht und Wetter kann nun kommen was will - die Reise hat sich jetzt schon gelohnt. Menschenfeindlich und wunderschön zugleich, diese Landschaft übt eine Faszination aus wie ich sie noch nirgends gesehen habe. Trotz aller Schönheit - scheinbar kann man hier nicht lange bleiben ohne verrückt zu werden - siehe Doktor.

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Ist das noch zu toppen?

Eingestellt von Tom Travel 08:26 Archiviert in Antarktis Kommentare (2)

Die südlichste Party

Votka bei -65,25°

sunny 1 °C
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Der Tag beginnt umgeben von Eisbergen. Traumhafte Farben und Formen.

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Auch heute ziehen wieder Buckelwale vorbei.

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Ich hätte nicht gedacht, dass wir so viele sehen würden. Walsichtungen sind so häufig, dass es schon zur Normalität geworden ist. Mehrmals täglich ruft einer "whales!". Anfangs sind noch alle mit ihren Fotoapparaten rausgelaufen. Mittlerweile haben alle ihre Schwanzflossenbild und die Aufregung hält sich in Grenzen. Meist sind es Buckel- oder Minkewale. Aber wir haben auch schon Finn- und Seiwale gesehen. Bisher leider noch keine Orcas oder Pottwale.

Auch heute wieder wunderbares Badewetter, Wassertemperatur 1°, Luft 0°. Sonne und blauer Himmel.

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Ein paar ganz Harte springen über Bord und nehmen ihr südlichstes Bad im Eismeer.

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Die Europa hat den Wendepunkt dieser Tour erreicht. Ab morgen geht es zurück Richtung Norden.

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Nach dem Mittagessen gehen alle von Bord. Eine kleine Wanderung über ein Schneefeld zu einer verlassenen britischen Station aus den 50er Jahren steht auf dem Programm.

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Geräte und Ausrüstung sind weitestgehend erhalten. Interessant zu sehen wie die Forscher damals hier gelebt haben. Ich lade hierzu keine Bilder - ihr könnt euch vergammelte Betten und verrostete Konserven sicher vorstellen.

Als Kontrast sehen wir uns eine moderne ukrainische Forschungsstation an. Die lassen es sich hier richtig gut gehen in der Vernadsky Station.

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11 Mann leben hier jeweils für ein Jahr. Ein eigenes Postamt, eine kleine orthodoxe Kapelle, Billard und Fitnessraum.

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Praktisch jedes Kreuzfahrtschiff macht hier Station, denn hier ist sie nun wirklich - die südlichste Bar mit selbstgebranntem Wodka.

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Pech für Alina, die nie einen Souvenirshop ausläßt - den südlichsten hat sie nun verpasst.

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Zurück an Bord hat die Crew eine Überraschung für uns parat.

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Es gibt BBQ an Deck, dazu brasilianisches Antarctica Freibier.

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Niels der Barkeeper gibt den DJ

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Später kommen 3 von den Ukrainern an Bord, bringen Wodka mit und ab da geht die Party richtig los.

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Umgeben von Eisbergen geht es weiter bis weit nach Sonnenuntergang.

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Getanzt, gesungen, gegröhlt

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Am Ende spielen wir mit einem großen Eisblock an Deck Fußball.

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Nach reichlich Wodka und Bier nicht mehr ganz standfest rutsche ich aus und falle auf Block. Zunächst ist der Schmerz dank starker Alkoholisierung nicht zu schlimm, mir bleibt nur völlig die Luft weg. Eine schmerzhafte Rippenprellung, die mich in den nächsten Wochen den Schlaf kosten wird, ist die Folge.

Eingestellt von Tom Travel 03:19 Archiviert in Antarktis Kommentare (3)

Eisberge im Nebel

trüb aber nicht fad

overcast 0 °C
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Das Tiefdruckgebiet das uns schon seit 3 Tagen verfolgt hat uns jetzt eingeholt. Aus ist es mit dem schönen Postkartenwetter. Die erste Exkursion auf eine kleine Insel spare ich mir. Alles ist in dickem Nebel, man sieht keine 50 Meter weit und auf der Insel gibt es wieder nur die kleinen Stinker zu sehen. Gefühlte 3 Millionen Pinguine reichen mir für lange Zeit, ich brauche ich keine weiteren mehr zu sehen.

Der zweite Ausflug heute geht mit den Schlauchbooten zum Eisbergfriedhof. Eine flache Bucht in der die enorm großen Brocken auflaufen und langsam vor sich hin schmelzen. Turmhoch und trotz des miesen Wetters mit hübschen blauen Durchbrüchen. Wie gut hätte das erst mit etwas mehr Sonnenlicht ausgesehen. Andererseits habe ich schon genug Fotos von Eisbergen vor blauem Himmel. Mit düsterem Hintergrund entstehen interessante Bilder.

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Der Rückweg mit dem Schlauchboot zur Europa wird spannend. Die Nebelsuppe ist so dicht geworden, man sieht kaum noch etwas. Nur die Eisberge geben eine Orientierungshilfe.

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"Da ist der blaue Schlitz - hier die blaue Höhle" so finden wir ungefähr die Richtung. Harko schaltet alle Lampen an Bord der Europa ein - nutzlos wie sich herausstellt. Wir sehen die Umrisse des Schiffes im Nebel lange bevor wir die Lichter sehen.

Den ganzen Tag spielen 3 Minkewale um das Schiff.

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Sie verfolgen auch die Schlauchboote auf der Fahrt zwischen den Eisbergen. Mehrmals tauchen sie direkt unter unserem Boot durch.

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Langsam macht sich bei mir ein Gefühl breit alles gesehen zu haben. Bessere Eisberge, Gletscher, Pinguine - kann ich mir nicht vorstellen. Wale hatten wir auch schon zum Abwinken - nur die Orcas fehlen noch, dann wäre es perfekt. Partys hatten wir auch fast jeden Abend. Morgen steigt allerdings die seit Langem angekündigte Full-Moon-Party. Da wird die grandiose Natur mal für kurze Zeit zur Nebensache.

Eingestellt von Tom Travel 04:54 Archiviert in Antarktis Kommentare (1)

Sooooo much fun!!

Die Vollmondparty

semi-overcast 1 °C
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Wir ankern die Nacht über vor Port Lockroy.

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Drei Frauen und ein Mann bilden die britische Besatzung dieses kahlen Felsens.

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Von November bis März empfangen sie Tausende von Antarktistouristen. Auch hier gibt es einen Souvenirshop und einen Briefkasten in den ich meine Postkarten einwerfe.

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Ukrainer sind gut für Partystimmung, aber den Briten traue ich was den Transport meiner Postkarten angeht mehr zu.

Kaum zu glauben, aber hier werden sogar Kreditkarten akzeptiert. Südlichster Punkt an dem man per Kreditkarte zahlen kann - langsam kann ich diese Rekorde nicht mehr hören.

Viele lassen sich mehrere hübsche Antarktis Stempel in ihren Pass stempeln. Ich muss Seiten für "richtige" Visas sparen und verzichte auf diese Art von Souvenir.

Ein kleines Museum zeigt ähnlich wie das Wordie House gestern die Bedingungen unter denen die Forscher hier bis 1962 gelebt und gearbeitet haben.

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Ein Kochbuch mit leckeren Rezepten für Pinguinbrustroulade oder Robbenleber aus der alten Zeit liegt zur Ansicht aus.

Außer den 4 Personen drängen sich noch über 2000 Eselspinguine auf der winzigen Insel.

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Wo man geht und steht, man steht im Pinguindreck.

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Hinsetzen ist unmöglich. Es findet sich kein noch so kleiner sauberer Fleck. Der Geruch und der Lärm ist wieder überwältigend. Die lauten Stinker sind einfach überall. Wer bisher noch nicht genug von Pinguinen hat, kriegt nun endgültig seine Überdosis. Immer noch in der Mauser stehen und liegen sie zerfleddert herum.

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Der zweite Landgang heute geht zu einem Walfriedhof - natürlich wieder voller Pinguine.

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Gummistiefel werden dringend empfohlen. Die Gerippe etlicher Finn- und Blauwale liege hier.

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Die Größe der Knochen ist unglaublich. Der größte Knochen bei diesen Walen ist der Unterkiefer - hier liegt einer mit über 7 Meter Länge.

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In puncto Essen an Bord nehme ich alles zurück was ich anfangs über die holländische Küche gesagt habe. Wir werden hier köstlich versorgt und ich habe bestimmt schon 3 Kilo zugenommen. Vermutlich war ich seekrank und konnte deswegen anfangs der Reise keinen Geschmack an den Mahlzeiten finden.

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Abends ist es dann so weit. Die seit langer Zeit angekündigte Vollmondparty steigt. Eigentlich brauchen die Südafrikaner keinen Grund für ausgiebige lautstarke Gelage. Es gibt wieder eine Lotterie bezüglich Uhrzeit und Richtung in der der Mond aufgeht. Damit alles seine Richtigkeit hat überprüft Harko, der Erste Maat als Schiedsrichter alles mit einem Handkompass in perfekter Verkleidung.

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Ich lag wieder mal knapp daneben. Zu gewinnen gab es nichts außer einer ehrenhaften Erwähnung an der Tafel.

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Dann gibt es Showeinlagen der Passagiere und der Crew, jeder macht mit - alle haben etwas vorbereitet.

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Es ist erstaunlich welche Showtalente in dieser Gruppe stecken. Die Stimmung steigt und liegt zwischen Oktoberfest und Karneval. Dieses Video stammt zwar von einer der frühen Partys an Bord, gibt aber die Stimmung an diesem Abend recht gut wieder.

Die Besatzung des kahlen Felsens kommt später dazu. Im Gegensatz zu den Ukrainern vor ein paar Tagen, die bei der letzten Spontanparty fröhlich mitgemacht hatten, stehen die 4 Engländer verschüchtert an der Bar, sehen mit großen Augen zu und können nicht fassen was hier abgeht. Diese Cruise ist nach Aussagen der Crew was Feiern angeht die Extremste die sie je hatten. Angefangen hat es mit Jeff und seinem "noisy bunch" aus Südafrika - mittlerweile machen alle mit.

Eingestellt von Tom Travel 18:25 Archiviert in Antarktis Kommentare (3)

das tierische Highlight zum Ende

Schluss mit lustig

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Heute ist unser letzter Tag in der Antarktis. Neko Harbour - zum zweiten und letzten Mal haben wir eine Landung auf dem Festland im Programm. Ich nehme wieder mein Pitching Wedge mit.

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Jordi, unser Tourguide runzelt die Stirn als er den Schläger sieht. Auf der Insel sind überall Pinguine. Ich kann ihn beruhigen, weite Schläge sind hier nicht möglich. Nur ein paar kurzte Chips fürs Foto - keine Gefahr für die Vögel.

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Wir gehen zu einem Aussichtshügel und mit Blick auf den riesigen Gletscher der die Bucht mit Eisbergen versorgt. Ganz unten links im Bild sieht man die winzige Europa.

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Zurück geht es wieder per Rutschpartie auf dem Hosenboden ein 100 Meter hohes Schneefeld runter. Für manche zu hoch und zu steil. Außenrum zu Fuß zurück geht hier aber auch.

Nach dem Mittagessen fängt es an zu schneien. Ein kleiner Vorgeschmack auf die drohende Drake Passage, die uns ab morgen wieder mit ihrem scheußlichen Wetter für 4-5 Tage den Schlaf kosten wird.

Im Schneegestöber plötzlich ein aufgeregtes Rufen: "Orcas at starboard!" Darauf haben wir alle seit Tagen gewartet. Trotz des Sauwetters stehen kurz darauf alle an der Reeling und sehen eine ganze Familie Orcas. "multiple orcasms!" - na also geht doch, das ist der Beweis.

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Pinguine sind hier auch gerade im Wasser unterwegs, einige schwimmen direkt auf die Orcas zu. Keine gute Idee. Gerade noch rechtzeitig bemerken die Vögel die Gefahr und gehen in Fluchtmodus über. Die Orcas scheinen nicht interessiert an einer Verfolgung. Sie sind nicht auf der Jagd.

Dann kommt das Signal für eine Nachricht des Kapitäns. Alle versammeln sich im Deckhaus und erfahren die schlechten Neuigkeiten. Der Wetteraussichten für die Drake Passage sind miserabel. Gegenwind aus NW ist angekündigt. Wir müssen heute schon los fahren, weil wir bei diesen Bedingungen einen Tag länger bis Ushuaia brauchen werden. Einige werden schon bei der Ankündigung blass.

An Deck werden die Fangnetze und Sicherheitsleinen gespannt. Die sollen während der Überfahrt dafür sorgen, dass im hohen Seegang keiner über Bord geht. Allein beim Anblick dieser Sicherheitsmaßnahmen wird mir schon wieder übel. Damit beginnt auch heute ab Mitternacht schon wieder der Wachdienst für die 4 Passagier-Gruppen. Nur 4 Stunden Nachtschlaf - das wird die Energie der Party-Animals erheblich dämpfen. Das war's dann auch mit Fotos von grandiosen Landschaften. Wer bis hierher noch nicht angenfangen hat seine Antarktis-Reise zu planen, den werde ich mit dem Elend das nun folgt sicher nicht überzeugen können.

Eingestellt von Tom Travel 17:26 Archiviert in Antarktis Kommentare (1)

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