Reise blog von Travellerspoint

Ecuador

Ecuador - überraschend anders

Galapagos Tag 1 und 2

sunny 28 °C
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Ecuador - mal sehen was es hier gibt. Berge? Nicht schon wieder wandern und frieren. Dschungel? Hatte ich schon in Bolivien. Koloniale Architektur? Mein Bedarf daran ist längst gedeckt. Das Essen habe ich als katastrophal in Erinnerung. Aber da gab es doch noch etwas - Galapagos!

Der Traum für Tierfreunde und -fotografen. Über und unter Wasser. Schon als Kind habe ich zusammen mit meinem Opa gebannt die Reportagen dieser eigenartigen Tierwelt gesehen. Leguane die zum Fressen tauchen gehen, Riesenschildkröten, blutsaugende Finken. Als ich das letzte mal vor 25 Jahren hier war hatte ich noch keinen Tauchschein und konnte nur Schnorcheln. Aber auch das war sensationell. Robben, Schildkröten, Pinguine, Rochen und Haie. Da ich mittlerweile im Besitz der nötigen Tauchscheine bin kann ich mir dieses Mal die Unterwasserwelt ausgiebig ansehen.

Um dorthin zu kommen verbringe ich wieder einmal die Nacht in einem Langstreckenbus von Mancora nach Guayaquil. Spart Geld und man verliert keinen Tag. Der Bus fährt um 23.00 Uhr, aber dieses Mal ist kaum Schlaf zu finden. Zuerst kommt nach 2 Stunden die Grenze nach Ecuador mit den üblichen Formalitäten. Danach im Abstand von jeweils 1 Stunde Polizeikontrollen, dieses Mal wird mein Gepäck nur oberflächlich begutachtet.

Kurz nach 5 Uhr morgens Ankunft in Guayaquil. Ich glaube ich bin in der verkehrten Stadt. Was ist denn hier passiert? Als ich zuletzt hier war, war das eine der übelsten Städte Südamerikas. Und nun ist es eine moderne, saubere Stadt. Breit angelegte Straßen, Parks - sieht eher aus wie Buenos Aires. Kein bisschen wie Lima oder La Paz.

Der Busbahnhof an dem ich ankomme ist in eine riesige, elegante Shopping-Mall integriert und liegt praktischerweise nur eine 3$-Taxi-Fahrt vom top-modernen Flughafen entfernt. Vor dem Flughafen ein riesiger Koi-Teich.Mein Flieger geht erst um 10:30 - ich muss noch fast 5 Stunden tot schlagen. Ein wenig der Zeit vebringe ich mit Fische füttern.

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Fluggäste nach Galapagos müssen ihr Gepäck zusätzlich zu den üblichen Checks auch auf Obst und Gemüse untersuchen lassen. Das darf nämlich nicht mit auf die Inseln. Vorher werden noch 10$ für ein Transitvisum fällig, erst dann darf ich meine Bordkarte in Empfang nehmen.

Das Hin- und Rückflugticket hat 300€ gekostet, Einheimische zahlen die Hälfte. Damit nicht genug müssen ausländische Besucher 100$ Eintritt für den Nationalpark direkt im Flughafengebäude in Baltra bezahlen, noch bevor sie ihr Gepäck bei der Ankunft zurück bekommen. 500 Touristen pro Tag mal 100$ plus die Zusatzeinnahmen aus den Flugtickets plus das was diese Gäste vor Ort ausgeben - diese Inseln sind eine sprudelnde Geldquelle für dieses Land. So etwas hätten die Griechen oder Zyprioten sicher auch gerne vor ihrer Küste. Andererseits, im Vergleich zur Antarktis ist alles günstig und unbestritten sind die Galapagos einmalig auf der Welt und somit diesen Preis wohl wert.

Galapagos 1.Tag

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Eine gute Stunde dauert die Fahrt mit Bussen und Fähre bis in die einzige nennenswerte Stadt auf der Nachbarinsel Santa Cruz. Der Ort hat sich seit meinem letzten Besuch völlig verändert. Zumindest sehe ich sofort was mit einem Teil der Eintrittsgelder passiert. Damals war keine Straße geteert, nun hat es durchgehend gepflasterte Wege.

Im Dorf findet sich ein Hostel mit einem hübschen Zimmer für 10€/Nacht. So teuer wie in vielen Reiseführern angedroht ist es also doch nicht. Für 5,- bis 7,-€ bekommt man ein reichliches Abendessen und ein Bier kostet 2,50€. Das Auswahl beim Essen ist groß und alles schmeckt hervorragend.

2. Tag

Es gibt hier Attraktionen die kosten gar nichts, z.B. Bahia Tortuga auf der anderen Seite der Landzunge. Man erreicht diesen puderfeinen Sandstrand über einen wiederum schön gepflasterten 3km-Weg durch die einmalige Galapagos-Vegetation. Bäume gibt es hier nicht, statt dessen findet sich etwas für Spitzwegs Kakteenfreund.

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Riesige Opuntien wachsen hier viele Meter hoch auf Stämmen und bilden an manchen Stellen kleine Wälder.

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Am Strand kommt es zu ersten tierische Begegnungen. Die Sally-Lightfoot-Krabben sind, untypisch für hier, sehr scheu.

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Kurz darauf sehe ich die ersten Meeresechsen, die sich vom Tauchgang des Morgens ausruhen und aufwärmen.

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Sie lassen sich durch menschliche Nähe kaum stören

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und posieren geradezu für Fotos.

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Eine geschützt gelegene Bucht ist perfekt zum Schwimmen geeignet. Alleine ist man dabei allerdings nicht. Ein ganzer Schwarm junger Stachelrochen zieht seine Bahnen. Die kleinen Dreiecke die über der Wasseroberfläche zu sehen sind hielt ich zuerst für Haie.

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Haie gibt es hier allerdings auch. Etliche Male springt einer von ihnen aus dem Wasser und dreht Pirouetten in der Luft wie ein Delfin. Ein solches Verhalten habe ich von Haien noch nie gesehen. Es handelt sich um Galapagos-Hai Jungtiere - eine der vielen endemischen Tierarten hier.

Damit nicht genug kommt auch noch eine Karett-Schildkröte vorbei.

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Unglaublich was hier schon am ersten Tag los ist. Vögel gab es auch. Neben Pelikanen und Fregattvögeln etliche Vertreter der Darwin Finken. Die haben gelernt dass Touristen leckere Dinge in ihren Rucksäcken haben und sehen sich das Gepäck ganz genau an. Ein paar Kekskrümel sind die Beute.

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Ich bin absolut zufrieden mit meiner heutigen Fotobeute und freue mich aufs "richtige" Tauchen morgen.

Eingestellt von Tom Travel 20:22 Archiviert in Ecuador Kommentare (1)

Galapagos - Santa Cruz

Dive Galapagos

semi-overcast 28 °C
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Last Minute habe ich gestern Abend noch eine Tauchtour zur südlich gelegenen Insel Santa Fe gebucht. Auf einem Segelboot - das aber leider aus Zeitgründen mit dem Motor fährt.

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7mm-Taucheranzüge werden vom Veranstalter gestellt. "Gut so", denke ich mir, denn das Wasser hier habe ich als ziemlich kalt in Erinnerung.

An Bord sind 9 Passagiere. Nur einer außer mir ist zertifizierter Taucher, die anderen machen Schnuppertauchen oder gehen zum Schnorcheln. Perfekt – ich bevorzuge Tauchen in kleinen Gruppen.

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Erste Bedenken kommen mir als der Tauchguide in den Trockentauchanzug klettert. "Das wird kalt", denke ich mir. 18° hat das Wasser heute, erfahre ich beim Briefing. Ach du Sch***, das sind wenigstens 7° unter meinem Wohlfühlbereich.

"The Bay" heißt dieser Tauchspot und meine kleine Gruppe (2 Tauchguides und 2 zahlende Taucher) geht als erstes vom Schlauchboot per Rolle rückwärts ins Wasser. "LMAA!", ist mein erster Gedanke als mir das Eiswasser im Nacken in den Tauchanzug läuft.
"Das ist ja in Wirklichkeit noch viel kälter als befürchtet!"

Wie war das mit der Erderwärmung? Die findet ganz offensichtlich immer nur in Gegenden statt in denen ich nicht bin. Von hier sind es nur noch ein paar Kilometer zum Äquator, es ist Sommer, die Sonne scheint und ich friere schon wieder wie ein Schneider.

Möglichst wenig bewegen, Arme an der Brust verschränkt – so geht es nach unten. 25m tief, 45min ist der Plan für diesen Tauchgang.
"Wie soll ich das überstehen?"

Ich schaue mich um und - bin im Aquarium. So einen Haufen Fische in Speisegröße habe ich zuletzt in Una-Una auf Sulawesi gesehen. Die kleinsten hätten sich gut auf jedem Teller gemacht, an den größeren wären ganze Familien satt geworden. Das in Sulawesi war einer der bisher besten Tauchgänge meines Lebens. Wäre dieser hier auch, wenn es nicht so saumäßig kalt und die Sicht so bescheiden wäre. 10-15m maximal. Ich gebe es zu, ich bin verwöhnt, aber in puncto Sicht und Temperatur ist das hier der Starnberger See.

Ein im Sand halb-eingebuddelter Stachelrochen erwärmt mich auch nicht. Ebenso wenig wie ein anderes Exemplar seiner Art, das an uns vorbei gleitet. Die richtig großen Brocken gibt es hier selten zu sehen hieß es. Hammerhaie und Mantas findet man an anderen Tauchplätzen eher mal. Ein mittelgroßer Weißspitzen-Riffhai schwimmt vorbei und ist das Highlight dieses Tauchgangs.

Nach knapp 40 Minuten hat mein kolumbianischer Dive-Buddy keine Luft mehr. Ich bin ihm fast dankbar für seinen verschwenderischen Luftverbrauch, denn so endet dieser eisige Tauchgang früher als geplant.

An Bord 2 Stunden Aufwärmen, kleiner Snack und schon geht es zum zweiten Mal ins und unter Wasser. Diesmal heißt der Tauchspot "La Punta". Der Kälteschock trifft mich dieses Mal nicht mehr so unerwartet wie beim ersten Mal. Wieder schaue ich mich um und stelle fest, dass es hier nicht so viele Fische, dafür aber eine wesentlich interessantere Unterwasserlandschaft gibt.

1,2,3,4...jede Minute eine Karettschildkröte. Bei 10 höre ich auf zu zählen. Schlafend, dösend, schwimmend. Alle Größen von 10-100kg. Zumindest hier sieht das nicht nach einer bedrohten Tierart aus. Auf meinen bisherigen Tauchgängen waren 3-4 Schildkröten schon ein ziemlicher Rekord. So etwas wie hier habe ich bisher noch nirgends gesehen. Die Sicht wird leider immer schlechter und beträgt nur noch 10m. Dennoch sehe ich einen weiteren Weißspitzen-Riffhai und ein paar Stachelrochen vorbeiziehen.

Dann passiert etwas, bei dem ich für 5 Minuten die Kälte vergesse. Der größte Hai den ich je gesehen habe kreuzt keine 5m vor mir mehrmals auf und ab. Der Tauchguide meinte später an Bord er sei 4m lang gewesen – ich habe ihn auf 3m geschätzt. Mich hat weniger die Länge, als mehr die Form beeindruckt. Massiv, bullig ein perfekt proportionierter Hai. Nicht so mager wie die Riffhaie. Ich dachte es wäre ein Bull-Shark, allerdings war die Schnauze zu spitz dafür, oder eher noch ein Grauhai. An Bord stellt sich heraus es war ein ausgewachsener Galapagos-Hai. Am Ende des Tauchgangs kam er (oder ein gleich großer Kollege) noch ein zweites Mal vorbei. Ich bin total happy und grinse unter meinem Regulator von Ohr zu Ohr.

Wieder hat mein kolumbianischer Kollege seine Flasche lange vor mir leer genuckelt und wieder bin ich darüber nicht traurig. Trotz der Hai-Sichtungen ist mir kalt und ich bin froh dass es nach oben geht.

4.Tag

Kurzer Besuch bei der Darwin Forschungsstation. Die Meeresechsen liegen wieder überall kreuz- und quer und übereinander.

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Galapagos-Riesenschildkröten beim Frühstück. Viel mehr Action kriegt man von denen nicht zu sehen.

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Unterarten von verschiedenen Inseln werden hier in Gehegen gehalten.

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Lonesome George
lebte hier auch bis vor ein paar Jahren als Letzter seiner Art. Nun ist die Art mit ihm ausgestorben.

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Ein einsamer Santa Fe Leguan gehört auch zu den Insassen dieses Zoos. Ist er auch der Letzte seiner Art? Was ist das hier - Tieren live beim Aussterben zusehen?

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Irgendwie ist die Station eine Enttäuschung. Kostet nichts, bietet aber auch nicht viel. Auf den wenigen Schautafeln findet sich kaum hilfreiche Information. Kein hilfsbereiter Ranger in Sicht der Fragen beantworten könnte. Das ist in den Parks der USA oder Australien besser gelöst.

Auf dem Rückweg am Fischmarkt Seelöwen und Pelikane beim Betteln.

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Der Seelöwe hat alles gut im Griff und hält die Pelikane und einen kleineren Artgenossen eifersüchtig auf Distanz.

Eingestellt von Tom Travel 10:28 Archiviert in Ecuador Kommentare (2)

Galapagos - Isabela

wie vor 20 Jahren

overcast 25 °C
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Fürs Erste habe ich genug von Santa Cruz gesehen. Ich habe beschlossen keine mehrtägige Kreuzfahrt zu den Inseln zu machen. Die kleinen, unbewohnten Inseln werde ich so nicht zu sehen bekommen, die kenne ich aber schon von meinem letzten Aufenthalt vor gut 20 Jahren. Mittlerweile gibt es preisgünstige Schnellboote die zu den 4 bewohnten Inseln fahren. Von dort kann ich Tagestouren machen und Dive-Operator finden sich dort vielleicht auch.

Im Westen liegt die größte Insel des Archipels, Isabela. Per Schnellboot geht es mit 750PS zur einzigen Ansiedlung dort – Puerto Villamil. Hier sieht es so aus wie in Puerto Ayoro vor 25 Jahren.

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Nur Sand- und Schotterwege, kein Geldautomat. Es wird überall gebaut, an vielen Ecken sieht es ziemlich chaotisch aus.

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Auch hier findet sich ein passendes 10$-Hotel mit sehr netten Wirtsleuten und Gästen. Nach dem Check-In 10 Minuten Spaziergang an den Strand.

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Postkarten-Kitsch
schön.

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Vom Ufer aus kann man wieder Haie sehen, die scheint es hier wirklich überall zu geben. Ganz harmlos sind die allerdings nicht. Ich erfahre, dass letzte Woche in Santa Cruz und vor ein paar Wochen hier Surfer in die Waden gebissen und erheblich verletzt wurden.

Mal sehen wie morgen das Wetter wird. Heute war es den ganzen Tag über stark bewölkt. Wenn es aufreißt werde ich mal Richtung Vulkan wandern, wenn nicht macht's auch nichts. Ein Tag in der Hängematte mit Buch ist auch nicht schlecht. Ich habe Zeit und kann warten.

Galapagos 5. und 6. Tag

Das Wetter wurde am nächsten Tag nicht besser und am übernächsten auch nicht. Schöner Sonnenuntergang, aber tagsüber völlig zugezogen und duster.

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"Wo gehen wir denn heute Abend hin?" ist eine Frage die sich hier nicht stellt. Einheimische und Touristen treffen sich in der Casa Rosada zur Happy Hour

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Am Wochenende auch mit Live-Musik.

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Oder zum Volleyball,

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danach Abendessen am Marktplatz vor der Kirche und anschließend in die Strand-Disco Iguana Point. Karibik-Feeling. Das Ganze hier erinnert mich stark an Malapasqua. Die anwesenden Touristen werden als Nebensache betrachtet. Die Locals sind mehr darauf konzentriert Spaß zu haben. Bars und Restaurants schließen früh. Die Besitzer sind mehr am Feierabend als an Umsatz interessiert.

7.Tag

Samstag, zum ersten Mal richtig gutes Wetter. Man könnte zum Schnorcheln gehen oder auf den Vulkan klettern. Heute ist allerdings auch CL Finale. Das sind schwere Entscheidungen. Ich mache mich auf die Suche nach einer Sportbar und stelle fest, so weit ist man hier noch nicht. Es gibt zwar Restaurants und Bars mit TV, aber es gibt nur ein Programm und das ist nicht Fußball. Jens, noch ein Fußballfan aus Deutschland, mit dem ich unterwegs bin und ich fragen ein wenig herum und es gibt auf der Insel einen einzigen Einwohner, der eine 3m-Schüssel im Garten hat und FOX-Sport empfangen kann. Den finden wir auch nach einigem Suchen und er winkt uns sofort ins Haus, noch bevor wir ihm so richtig erklären konnten was wir von ihm wollen. Sergio weiß es auch so und das Spiel, gerade angepfiffen, läuft bereits in seinem Wohnzimmer.

In der zweiten Halbzeit kommen noch 6 weitere Locals dazu. Alle sind für Dortmund. Damit kann ich als ehemaliger Münchner und 60er-Fan gut leben. Bayern gewinnt und nachdem der Pokal überreicht wurde ist es heute zu spät für Unternehmungen. Dann gehe ich halt morgen auf den Vulkan.

8. und 9. Tag

Viel Auswahl an organisierten Tagestouren hat man hier auf Isabela nicht. Schnorcheln an 2 verschiedenen Stellen und eine geführte Wanderung am Rand eines Vulkans - das ist es dann auch schon. Der Rest der Insel ist gesperrt bzw. einige Buchten werden nur von großen Cruise-Ships angesteuert, sind von Land aus nicht erreichbar. Das ist einerseits schade, andererseits wohl notwendig um die Natur und Tierwelt zu erhalten. Ich mache die 15km-Wanderung zum Kraterrand. Zuletzt vor 8 Jahren ausgebrochen kann man die frischen Lavafelder sehen. Das heißt erstmal sieht man nichts, denn der Nebel am frühen Morgen verdeckt die Sicht.

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Üppige Vegetation, leider überwuchern die eingeschleppten Guavensträucher alles. Von der endemischen Flora ist erst mal nicht viel zu sehen.

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Wir wandern mit unserer Gruppe von 14 Leuten an die Nordseite des Kraters, dort ist es trocken und die Sicht gleich viel besser. Lavatunnel, Lavafelder und etliche kleinere Krater auf dieser Seite.

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Verlaufen kann man sich auf dieser Route eigentlich nicht, dennoch ist ein Guide vorgeschrieben.

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Als am Ende eine Teilnehmerin der Gruppe verschwunden ist, kümmert das unseren Guide allerdings nicht. Wir fahren ohne sie zurück. Was mit ihr passiert ist, wie sie wieder zurück kommt - ihr Problem. Das Geld für die Tour hat sie ja schon bezahlt - und nur darum scheint es hier zu gehen.

Tags darauf mache ich Ruhetag. Weil es sonst hier für mich nichts mehr anzusehen gibt, buche ich für den nächsten Tag das Speedboot zurück nach Santa Cruz.

Eingestellt von Tom Travel 13:25 Archiviert in Ecuador Kommentare (2)

Galapagos - Floreana

Die Galapagos Affäre

semi-overcast 22 °C
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Ich hatte mir in Isabela Irgendetwas eingefangen. Fieber, Rücken- und Kopfschmerzen. Das hält auch noch 3 weitere Tage an als ich wieder zurück in Puerto Ayora, Santa Cruz bin. Mit viel Ibuprofen und Amoxicillin ist es erträglich. Allerdings kann ich so nicht zum Tauchen gehen, zu riskant.

Am Samstag geht es mir dann endlich wieder so gut, dass ich einen Tauchausflug buchen kann. Es geht zum besten Dive-Spot in Galapagos: Gordon Rock. Die Anforderungen an die Taucher hier sind höher als ich es bisher irgendwo in der Welt erlebt habe. Wer hier tauchen will muss mindestens 50 Tauchgänge nachweisen und zuvor auf Galapagos schon getaucht haben. Kaltes Wasser, teilweise schlechte Sicht und Strömungen wie in der Waschmaschine - wahrlich nichts für Anfänger. Wer es dennoch wagt hier zu tauchen bekommt nahezu garantiert mehrere Haiarten und große Rochen zu sehen.

Zum Aufwärmen tauchen wir erst am Plaza Rock.

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Wieder sehe ich mehrere Karettschildkröten, Stachelrochen, Adlerrochen und Weisspitzenhaie.

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Das Wasser kommt mir viel angenehmer vor als zuletzt die Eiseskälte in Santa Fe. Danach eine Stunde Oberflächenpause bevor es zum Höhepunkt des Tages geht. Kaum im Wasser, Blick nach unten, zieht schon ein Hammerhai vorbei. Mein erster! Ein riesiger Alderrochen, denn ich zuerst für einen kleinen Manta gehalten habe über uns. Ein paar kleinere Riffhaie und Schildkröten registriere ich nur noch am Rande. Der Wahnsinn was hier los ist.

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Die Strömung treibt uns im Kreis herum, wir klemmen uns zwischen ein paar Felsen fest und beobachten was so alles vorbei kommt. Thunfische bei der Jagd, ein Seelöwe verursacht eine Fisch-Panik und rauscht auch an uns vorbei. Dann noch ein Hammerhai und ganz am Ende ein großer Galapagos-Hai. So schnell wie hier verging die Zeit beim Tauchen noch nie. Dieser Tauchgang ist kaum zu toppen. Leider konnte ich nur einige grottenschlechte Fotos mit einer geliehenen Go-Pro machen, bei der am Ende als die Haie kamen auch noch die Batterien leer waren.

Am Sonntag mache ich einen Tagesausflug zur Nachbarinsel Floreana. Hier hat sich in den 30er Jahren eine dramatische Geschichte abgespielt. Es gibt dazu mehrere Bücher und zufällig traf ich noch in Isabela eine Dame, die der letzten Überlebenden der Tragödie die Filmrechte abgekauft hat. Für mich ein Rätsel warum sich Hollywood diesen Stoff nicht schon längst geschnappt hat.

Ich versuche hier mal eine Kurzfassung der Ereignisse:

1929 verließ der Berliner Zahnarzt Dr. Ritter seine Frau und siedelte sich mit einer seiner Patientinnen auf der Insel an. Ein Neuanfang auf einer abgelegenen Insel. Ein Robinson-Traum. Er überließ nichts dem Zufall und zog sich dafür vorsorglich schon mal alle Zähne. Als überzeugte Nudisten trugen sie nur Kleidung wenn Besuch kam. Und es kamen viele. Die beiden wurden in Seglerkreisen bald zur Berühmtheit.

Einige Besucher blieben, darunter die Familie Wittmer. Nachfahren leben heute noch dort und betreiben ein Hotelrestaurant. Viel Kontakt gab es nicht, jeder wollte für sich alleine seinen Inseltraum leben.

Auftritt der Baronin – jetzt wird es spannend. Eine selbsternannte österreichische Baronin mit ihrem Hofstaat bestehend aus 2 Lovern und einem Ecuadorianer zum arbeiten trifft ein. Sie hat hochfliegende Pläne, will ein Grand-Hotel bauen und bekommt dafür Land von der Regierung. Die exzentrische Dame wurde zu einer noch größeren Berühmtheit als die vor ihr anwesenden Einsiedler.

Ich spare mir jetzt die weiteren Einzelheiten ihrer Eskapaden. Die Stimmung wurde immer schlechter, die Spannungen in den Gruppen traten immer offener zu Tage. Ein Lover der Baronin fiel in Ungnade und wurde von ihr behandelt wie ein Knecht.

Eines Tages verkündet sie (angeblich), dass sie mit dem anderen Liebhaber ein Boot nach Tahiti gefunden hat. So ein Boot gab es nicht und alle ihre Habseligkeiten hat sie auch zurück gelassen. Fakt ist: Beide wurden danach nie mehr gesehen.

Der verbliebene Liebhaber der Baronin will schnell weg, findet einen Kapitän der ihn mitnimmt. Die mumifizierten Leichen der Beiden werden Monate später auf einer abgelegenen Insel gefunden.

Bleiben noch der Berliner Zahnarzt und seine Patientin. Er, der Vegetarier, starb an einer Fleischvergiftung. Sie hat die Insel lebend verlassen.

Wer mehr Details wissen will - Galapagos Affäre

Auf der 2-stündigen Überfahrt zur Insel begegnen wir einer großen Gruppe von Delfinen.

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Mindestens 50 Stück schwimmen und springen um unser Boot. Sie warten auch bis alle die mit ihnen schwimmen wollen ihre Schnorchel aufhaben und im Wasser sind.

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Dann kommen sie neugierig an uns heran und umkreisen uns spielerisch. Dieses Erlebnis alleine wäre den Preis für den Tagesausflug wert gewesen.

Am Pier in Floreana müssen wir uns einen Weg zwischen faul dösenden Seelöwen,

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Pelikanen und Meeresechsen bahnen.

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Das ist ihre Insel, nur 175 Menschen leben hier.

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Wir fahren zunächst ins Inselinnere zu den Resten von Dr. Ritters Gemüsegarten.

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Dahinter befinden sich zerklüftete Lavafelsen mit Rinnen und teils natürlichen, teils von den frühen Bewohnern erweiterten Höhlen.

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Schon vor den deutschen Siedlern wurde diese Insel von Piraten als Zuflucht genutzt. Ganzjährig Frischwasser und reichlich Schildkröten, gute Aussicht auf die Ankerbucht. So lässt es sich als Seeräuber gut versteckt leben.

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Apropos Schildkröten. Die endemische Floreana Schildkröte ist längst ausgerottet.

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Heute leben hier Exemplare anderer Unterarten von anderen Inseln mit dem Ziel sie zu Vermehren.

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Das Vorspiel besteht aus lange-in-die-Augen-schauen.

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Meiunungsverschiedenheiten werden fauchend ausgetragen.

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Interessant und fremdartig ist sie schon die Tierwelt der Galapagos, allerdings fehlt den Tieren hier der Niedlichkeitsfaktor und hübsch sind sie auch nicht gerade.

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Eingestellt von Tom Travel 18:24 Archiviert in Ecuador Kommentare (1)

Galapagos - San Cristobal Teil 1

Invasion der Seelöwen

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Puerto Baquerizo Moreno, Hauptstadt des Archipels und Heimat der Seelöwen.

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Entlang der Uferpromenade sind sie einfach überall.

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Man hört und riecht sie schon von Weitem.

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Es klingt wie eine Schafherde. Am häufigsten hört mein das Blöken der Jungtiere auf der Suche nach Milch.

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Die Alpha-Bullen markieren mit einem beständigen “Ögh-ögh-ugh“ ihr Revier.

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Dazwischen gelegentlich ein Schneuzen und Husten. Mein Zimmer liegt keine 50m von der Wasserlinie und den Seelöwenruhebänken. Zu Meeresrauschen und Seelöwengeblöke schläft es sich hervorragend.

Die Tiere lassen sich durch nichts stören. Besetzen Bänke und Stege.

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Liegen auch gerne mal unter einem Pick-Up oder in der Kinderrutsche wenn es ihnen zu heiß wird. Das ist der Beweis - Seelöwen können weder Englisch noch Spanisch lesen - auf dem Schild steht deutlich "Nur für Kinder!"

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Man sollte allerdings nicht zu nahe kommen, denn dann erfolgt ein Scheinangriff. Wie ernst das gemeint ist habe ich nicht ausprobiert und jeweils die Flucht ergriffen.

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Das ist ihre Insel, Menschen werden nur geduldet.

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Die ist meine vierte und letzte Station auf den Inseln hier. Wenn ich zusammenzähle was ich bisher an Tieren über und unter Wasser gesehen habe, stelle ich fest, dass es die teuren Kreuzfahrten hier wirklich nicht braucht. Einzig die großen Brutkolonien der Tölpel und Albatrosse sind mir entgangen. Gewusst wie, ist Galapagos kein exklusiv teures Reiseziel.

In der Nähe des Ortes gibt es einen feinen Strand – Punta Carola. Der Weg dorthin führt durch Lavafelder mit den typischen Kakteen und Lava-Eidechsen.

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Auch hier teilt sich der Mensch die Liegefläche mit den Seelöwen.

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Im Wasser sind die Tiere weit weniger aggressiv und springen und tauchen spielerisch elegant um die behäbigen menschlichen Schwimmer.

Man sieht wieder was mit den Eintrittsgelder passiert.

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Gepflasterte Wege führen zu den Bade- und Schnorchelbuchten. Dort schwimmt man mit Seelöwen, Schildkröten und Rochen.

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Zurück am Hafen komme ich gerade recht um zu sehen wie Fregattvögel eine Gruppe Pelikane bedrängen und versuchen ihnen die Fischbeute abzujagen.

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Was macht man wenn man ein Fisch fressender Wasservogel ist und nicht schwimmen kann? Man klaut. Und das machen sie hervorragend.

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Es sind exzellente Flieger mit eindrucksvollen Schnäbeln.

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Damit greifen sie Tölpel und andere Tauchjäger in der Luft an und zwingen sie ihre Beute fallen zu lassen.

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Eingestellt von Tom Travel 16:35 Archiviert in Ecuador Kommentare (3)

Galapagos - San Cristobal Teil 2

meine Tips für Galapagos

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"Schlafender Löwe" – Leon Dormido heißt eine Felsklippe vor der Küste.

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Der beste Tauch- und Schnorchelspot in San Cristobal. Mit mir tauchen heute 3 junge Volontäre aus Holland.

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Sie arbeiten hier ehrenamtlich als Jugendtrainer für die örtliche Fußballmannschaft. Das haben sie auch schon in Costa Rica gemacht. Bei freier Unterkunft Verpflegung kann man sich so die besten Ecken der Welt für wenig Geld ansehen.

Eigentlich war es ein überdurchschnittlich erfolgreicher Tauchgang was die Sichtung von großen Tieren betrifft. Schildkröten, ein Schwarm von 10 Adlerrrochen, 5-6 kleine bis mittlere Galapagos-Haie. Verwöhnt vom letzten Tauchgang am Gordon Rock haut mich das hier aber nicht um.

Mittagspause am Strand.

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Beim zweiten Tauchgang war nichts Interessantes zu sehen. Unterhalb der Brandung an der steilen Klippe war auch in 15-20m Tiefe die Wirkung der Wellen so stark, dass es einen ständig 5-10m vor und zurück saugt. An kontrollierte Fortbewegung war nicht zu denken, man musste höllisch aufpassen nicht von der Strömung am scharfkantigen Geröll aufgerieben zu werden. Das hat mit Spaß nichts zu tun und wird mir als der schwierigste Tauchgang den ich je gemacht habe in Erinnerung bleiben.

Auf der Rückfahrt ist die Spritzfontäne und Rückenflosse eines Buckelwals in gut 100m Entfernung zu sehen. Alle an Bord rennen mit den Kameras nach vorne. Ich komme zu spät, habe aber eigentlich schon reichlich Walfotos aus der Antarktis.

Tags darauf mache ich die andere Tour auf San Cristobal, die überall angeboten wird. Mit dem Taxi einen halben Tag in die Highlands. Erster Stop der größte Süsswasser-See auf den Inseln. Ein Kratersee völlig im Nebel, deswegen keine Fotos. An der Stelle an der der See bei Hochwasser überläuft ein Bachbett mit dichter Vegetation.

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Dann geht es zu Galapagera – einer Schildkröten-Aufzuchtstation. Auch hier nicht viel Action von den Bewohnern.

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Bei Annäherung lassen sich die Tiere flach auf den Boden fallen und fauchen. Diese völlig unzureichende Verteidigungsstrategie gegenüber Menschen hat auf einigen Inseln zur völligen Ausrottung geführt. Hier in San Cristobal sind genügend übrig geblieben um den Bestand wieder aufzupäppeln.

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Vor 12 Jahren begann man hier gezielt mit der Nachzucht. Die Nr.1 ist mit ihren 10 Jahren schon ganz schön groß, der neueste Bewohner hat die Nummer 78 und ist erst 1 Jahr alt.

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Letzter Stop für heute ist Puerto Chino.

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Ein Strand der Extraklasse. Sand in feinster Li-Peh oder Lucky Bay Qualität.

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Ein paar Seelöwen liegen wieder mal faul herum, Schildkröten treiben in der Brandung, doch mich interessieren heute die Vögel. Ein junger Fregattvogel lässt mich ganz nahe heran.

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Dann bekomme ich endlich die Blaufußtölpel in Großaufnahme.

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Auch sie lassen mich bis auf einen Meter heran.

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Der mangelnden Scheu vor Menschen verdanken sie ihren wenig schmeichelhaften Namen. Auf Englisch heissen diese Vögel Boobies - sehr zweideutig. Vielleicht kaufe ich mir doch noch das T-Shirt mit dem "I love Boobies"-Aufdruck.

Zu Tausenden wurden sie von hungrigen Seefahrern einfach mit Knüppeln erschlagen. Hört man all die Geschichten der Tiergemetzel, kriegt man den Eindruck dass diese Inseln in früheren Jahrhunderten den Ruf eines Drive-Through-Restaurants gehabt haben müssen.

Gleich hinter dem Flughafen, etwa eine halbe Stunde Marsch vom Dorfzentrum liegt ein weiterer Strand. Apropos Flughafen – es gibt zwei Flughäfen auf Galapagos. Einen auf Baltra, an dem ich angekommen bin und einen auf San Cristobal. Man sollte auf keinen Fall in Baltra ankommen oder abfliegen. Man verliert dadurch jedes Mal fast einen kompletten Tag, weil der Transfer in den Ort dort so umständlich und langwierig ist. San Cristobal ist ohnehin die bessere Insel um preiswert zu den Attraktionen zu kommen. Meerechsen, Seelöwen, Schildkröten (Wasser und Land), Tölpel, Pelikane, Fregattvögel – all das kann man auf dieser einen Insel nahezu kostenlos sehen.

Der eben angesprochene Strand nennt sich La Loberia und hier gibt es – man ahnt es bereits – Seelöwen.

Auf dem Weg erwischt mich der für die Garua-Season typische Nieselregen. Richtig naß werde ich nicht, denn nach 1 Stunde hört es schon wieder auf. Ich muss weit zurück denken um mich zu erinnern wann es zuletzt mal geregnet hat. Das war vor 4 Monaten in Ushuaia und davor im September in Page, Arizona. Zwei Regentage in 9 Monaten - wenn ich die Nachrichten aus Deutschland so verfolge war es dort genau umgekehrt.

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Dieses Mal nehme ich mir einige Stunden Zeit und schaue den Seelöwen beim Spielen im Wasser und beim Streiten an Land zu. Die haben ein Leben! Die Kleinen nutzen jede Gelegenheit um an eine der 4 Zitzen der Milchbar zu kommen.

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Dann entdecke ich aber noch eine andere Tierart, für mich quasi ein alter Bekannter aus der Antarktis.

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Eine einsame Pelzrobbe sitzt in der Nähe der Seelöwenkolonie. Man findet diese Art eher selten auf San Cristobal.

Die Wellen sind heute ziemlich rau und in der kleinen Bucht hinter der Brandungszone kann man etliche Karettschildkröten sehen die es im Wasser ordentlich umherwirft.

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Ich weiss jetzt wie sich das anfühlt, kann mich an den letzten Tauchgang noch gut erinnern. Eine Kleine ist so erschöpft, dass sie sich kurz an Land schwemmen lässt, um sich auszuruhen.

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Es fehlt ihr aber nichts, nach wenigen Minuten geht sie wieder ins Wasser zurück.

Ein paar große Meeresechsen wärmen sich hier auch gerade auf. Gelegenheit für ein letztes Foto mit Fluffy auf den Inseln.

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Drei Wochen war ich nun auf diesen Inseln. Ich habe es gemütlich angehen lassen, immer mal zwischendurch einen Tag ohne Tour oder Programm. Hier meine Tips für Leute die mit wenig Geld und/oder Zeit Galapagos besuchen wollen:

  • Flug von Quito/Guayaquil nach/ab San Cristobal (SCY) - spart viel Zeit
  • San Cristobal - 2 Nächte im Hostal Albatros

Tag 1 Highland Tour
Tag 2 Schnorcheln am Kicker Rock (Leon Dormido)
Tag 3 Schnorcheln in Punta Carola oder La Loberia - nachmittags Speedboot nach Santa Cruz

  • Santa Cruz - 3 Nächte im Hostal Los Amigos

Tag 4 Darwin Station, La Tortuga Beach
Tag 5 Tagestour nach Floreana
Tag 6 Frühboot zurück nach San Cristobal - Rückflug nach Quito/Guayaquil

Mit diesem Plan sieht man in knapp einer Woche praktisch alle Tiere die es hier gibt und es kostet alles inklusiv (Flüge, Eintritt, Boot- und Tour-Tickets, Unterkunft, Verpflegung) 700€. Mit 3 Tagen und 150€ mehr kann man eine Tour nach Isabella von Santa Cruz aus machen. Tauchen kostet 100€/Tag (mein Tipp Nauti-Diving für 100$ für 2-Tank-Dive), Tagesausflüge zu unbewohnten Inseln ebenfalls 100€ - beides macht man am besten von Santa Cruz aus. Auf keinen Fall irgend etwas von zu hause oder vom Festland aus buchen. Es gibt immer freie Plätze für Tagestouren, die man vor Ort viel günstiger bekommt.

Eingestellt von Tom Travel 12:05 Archiviert in Ecuador Kommentare (0)

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