Reise blog von Travellerspoint

Vereinigte Staaten von Amerika

Urlaub ist vorbei

endlich wieder unterwegs

sunny 37 °C
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Unser Deutschland-"Reiseurlaub" ist vorbei, es geht wieder los. Wir haben uns vorgenommen frühzeitig zu packen. Alina wollte am letzten Tag nichts mehr arbeiten. Einen kleinen Sieg haben wir, mit Packen waren wir um 3 Uhr morgens fertig und haben nicht erst kurz vor Abfahrt wie vor einem Jahr. Spät ins Bett gehen ist vor einem Flug in den Westen eh das beste. Blöderweise müssen wir um 7 in der Früh schon aufstehen. Etwas aufgeregt sind wir immer noch, das geht anscheinend nie weg. Schon ein komisches Gefühl nun wieder für ein Jahr unterwegs zu sein.

Vieles von dem was wir in der Pause in Deutschland unternehmen wollten haben wir gar nicht geschafft. Wenigstens waren wir noch einmal am Rhein.

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Es wurde echt Zeit das es wieder los ging. Ab jetzt reisen wir nach Westen. Endlich bekommen wir Zeit geschenkt. Das ewige Unausgeschlafensein beim Reisen Richtung Osten gehört der Vergangenheit an. Wir sagen Tschüß zu unserem temporären Domizil bei Alina's Eltern und knuddeln noch mal die Katze. Alina's Eltern bringen uns zum Flughafen Frankfurt. Abschied nehmen fällt schwer, auch wenn sie uns nun schon zum dritten Mal zu einer großen Reise begleiten, auch ihnen fällt es schwer. Viele wollten wir noch anrufen und uns persönlich verabschieden, wir haben es aber nicht geschafft.

Gepäckmäßig haben wir um 20kg reduziert, nur noch gut 50kg haben wir dabei.

Reiseweisheit Nr.10: Wenn du dich über wenig Gepäck freust, wirst du feststellen, dass du etwas vergessen hast.

Das ist diesmal unser heißgeliebter Dreifachstecker. Das Untensil was wir jedem Reisendem dringend empfehlen. Kamera, Handy, Laptop, elektrische Zahnbürste (jaja sowas brauchen wir), wollen ständig aufgelanden werden. Einen deutschen Dreifachstecker wird in den USA nicht zu bekommen sein. Wer uns besucht und und ein Geschenk mitbringen will: Käsebrezen und Dreifachstecker wären sehr gefragt hier.

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Condor bringt uns weg.

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Beim Check-In taucht unerwartet ein Problem auf. Alina's USA Visum ist nicht im Computer registriert. So darf sie nicht mitfliegen. Schreck - was ist da los? Wir haben doch die Bestätigung als EMail erhalten dass alles in Ordnung ist. Hektisch kramt Alina ihren Laptop heraus und zeigt der Dame am Schalter die Bestätigung der US Border Security. Da steht ihr Name und ...ups... da ist der Fehler - eine falsche Passnummer. Irgendwie hat Alina sich da vertippt und die Einreise mit einer verdrehten Passnummer angefragt.

Und nun? 2 Stunden bis Abflug ... was tun? Neues Visum beantragen, ohne darf sie nicht mitfliegen. Gut dass wir die Laptops dabei haben, kostenloses WiFi gibt es auch. Online versuchen wir in der Kürze der Zeit ein neues Visum mit den richtigen Passdaten zu bekommen. Und es klappt - innerhalb von 30 Minuten ist alles geklärt. Alina und ihre Tasche dürfen mit - puuh! Das war knapp. Ich hatte kurz befürchtet es wird zur Regel dass Alina zurück bleibt und ich alleine voraus fliege.

Wir wurden oft gefragt ob wir ein Buch schreiben wollen. Da unsere Reise noch andauert, muss unser Buch noch warten. In der Zwischenzeit gibt es von uns Reiseweisheiten und Weltreisetipps. Wenn du dir z.B. keinen ärztlichen Check leisten kannst, einfach mal wieder fliegen, eine kleine Münze in der Hose verstecken und schon bekommst du eine Röntgenuntersuchung und eine Brustabtastung gratis oben drauf. Erwähne noch Al Qaida und die Darmspiegelung ist auch umsonst. Das haben wir zwar nicht gemacht aber immer wird einer von uns rausgezogen und gefilzt. Meist Thomas, aber auch ich habe den unschuldigen Blick schon länger verloren und musste öfters zu Abtastung.

Dann war da noch die Sache mit dem Onward Ticket. Man bekommt dieses günstige 90-Tage Visum für die USA nur wenn man ein Rück- bzw. Weiterflugticket nachweisen kann. Für die meisten Reisenden kein Problem, die fliegen ja alle nach ein paar Wochen wieder zurück nach Hause. Nicht so bei uns.

Deswegen hatten wir uns ein Ticket nach Honduras gekauft. Abflug am 3.10. Bei Ankunft am 5.7., so hatten wir ausgerechnet sind das genau 90 Tage. Punktlandung um den maximalen Aufenthalt auszuschöpfen. Schon wieder Irrtum. Der Ankunfts und Abflugtag zählt dazu und wir haben uns um genau einen Tag verrechnet. Der Flug ist nicht umbuchbar. 175 US$ futsch - Autsch!

Auf unseren kleinen Rechenfehler weist uns der durchaus freundliche Beamte bei der Einreise in Baltimore hin. Er ermahnt uns dringend das Land auch spätestens am 2.10 zu verlassen. Hauptsache wir sind erstmal drin in den USA. Wie und wann und wohin wir rauskommen das sehen wir dann wenn es soweit ist.

"Die Temperatur am Zielort beträgt 37°", so die Durchsage des Kapitäns kurz vor der Landung. Heftig! Wir haben's gerne warm. Die knapp 2 Monate in Deutschland - unterbrochen durch den 2-wöchigen Schottland Trip - waren wettermäßig eine große Enttäuschung. Von wegen schöner Spätfrühling und Sommeranfang. Dann auch noch im EM-Halbfinale rausgeflogen gegen zugegebenermaßen sympatische Italiener. Public Viewing hat schon mal mehr Spaß gemacht.

Wir verlassen das Flughafengebäude ohne weiter Vorkommnisse. Die Hitze die uns jetzt um 4 Uhr nachmittags entgegenschlägt ist rekordverdächtig. Seit Dubai und dem australischen Outback haben wir das nicht mehr gehabt. Schwitzen ist uns viel lieber als frieren, dennoch drehen wir die Aircon in unserem Auto auf höchste Stufe. Ziel für heute ist in Leesburg, Virginia bei Florian. Ein Ex-BT Kollege der seit 6 Jahren mit seiner Familie hier lebt und arbeitet. So ein nettes Angebot nehmen wir sehr gerne an, denn so haben wir die Chance uns Washington DC wenigstens für ein paar Stunden anzusehen. Ohne diese Möglichkeit hätten wir direkt die 6 Stunden nach Norden zu meiner Familie fahren müssen. Nach dem langen Flug wäre das sicher kein Spaß gewesen.

So können wir uns einen Tag ausruhen. Sehr amerikanisch ist es bei Florian nicht. Seine Frau ist Brasilianerin, es wird portugiesisch, deutsch und ein wenig englisch geredet, das gefällt uns, wir fühlen uns sehr wohl. Zum Abendessen gibt es - na was wohl? Natürlich Burger. Lecker!

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Frühstück am nächsten Morgen auf der Terasse - wunderbar.

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Eingestellt von Tom Travel 12:56 Archiviert in Vereinigte Staaten von Amerika Tagged reiseweisheit Kommentare (4)

107° Koalawetter

durch 6 Bundesstaaten nach Norden

sunny 41 °C
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Es ist so heiß hier!!! 99° Fahrenheit das entspricht 37° Celsius hier. Klar, kaum sind wir unterwegs müssen wir uns schon wieder übers Wetter beschweren. Unsere Regenwolke hat uns bisher nicht gefunden.

Schon müssen wir uns wieder verabschieden. Es fällt uns schwer, denn wir wurden so verwöhnt und Florians deutsch-brasillianische Familie ist uns schnell ans Herz gewachsen. Hier noch ein Foto vom gar-nicht-Angry-Bird Lui. Ein sehr freundlicher Vogel, der Alina sofort das Herz gebrochen hat. Am liebsten hätte sie ihn eingepackt.

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Wir hatten viel Spaß, haben nette Leute kennengelernt, müssen aber weiter. Es liegen zwar noch 11 Monate vor uns aber wie üblich haben wir keine Zeit. Warum?

Reiseweisheit #11: Egal wie lange deine Reise dauert, alles wirst du nie sehen.

Wir verlassen Leesburg, VA und fahren nach Washington DC. 107° Fahrenheit - über 41° hat es bei unserer Besichtigungstour durchs US Regierungsviertel in Washington. Fluffy fühlt sich temperaturmäßig wie zu hause im Outback. Er ist bereits zum zweiten Mal in den USA, aber zum ersten Mal an der Ostküste. Er hat nie Probleme mit dem Visum.

Ein paar Eindrücke von Washington. Das Washington Memorial (siehe unten) sieht kein bischen aus wie George Washington, oder der war überaus häßlich und quadratisch.

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Fluffy Kong auf dem Weg nach oben.

Bei Abe Lincoln ist schon viel mehr Ähnlichkeit zu erkennen.

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Fluffy vor dem Oral Office

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und vor dem Senatsgebäude auf dem Capitol Hill

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Nach nicht einmal 2 Stunden Besichtigung sind wir völlig platt und ausgedörrt. Es liegt aber noch die Fahrt durch 6 Bundesstaaten und ca. 500km vor uns. Von Virginia gestartet geht es zunächst zurück nach Maryland wo wir in Baltimore noch den Mietwagen wechseln müssen.

Dann durch Delaware und Pennsylvania nach New Jersey. Wir lassen New Yor City links liegen, bzw. fahren westlich daran vorbei. Ich bin mehr der Naturfan. Alina würde gerne nochmal nach NY, aber Broadway und Hotel in Manhattan ist diesmal nicht drin.

Wir fahren durch den Staat New York zu meiner Familie in Cairo, NY. Heute sind wir schon fast 700 km gefahren, es reicht. Kurz vorm Ziel fängt es an zu tröpfeln. Mist, die Regenwolke hat uns wieder. Vielleicht sollten wir als profesionelle Regenmacher arbeiten, so könnten wir Geld verdienen und immer noch Reisen.

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Eingestellt von Tom Travel 13:41 Archiviert in Vereinigte Staaten von Amerika Kommentare (3)

Das Monster

hier ist alles größer

sunny 31 °C
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Wir wurden von meiner Familie herzlichst empfangen. Wir beziehen für ein paar Tage unser Zimmer in Mary's riesigem Haus

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und bekommen unser letztes richtiges Bett für die nächsten Monate. Demnächst in unserem rollenden Zuhause wir es weniger geräumig. Aber nicht viel enger wie sich bald herausstellt.

Gleich am nächsten Tag schauen wir uns den Campervan an den Karl und Dolores für uns ausgesucht haben. Das Ding ist riesig. Da könnte man die komplette Betsy reinstellen und es würde nichts davon rausgucken. Knapp 4 Meter hoch, über 9 Meter lang, 5 Tonnen schwer, 10 Zylinder V8 Motor. Wahrscheinlich muss man beim Tanken den Motor abstellen damit der Tank jemals voll wird. "25l/100km braucht er" sagt der Vorbesitzer und wird nicht rot dabei. So ein Verbrauch ist völlig OK hier. Ich kannte das nur von Panzern und Formel 1 Wagen. Gut dass Sprit nur 60 €-Cent/l kostet. An dieser Stelle ein schöner Gruß nach Tasmanien an Sharon und Stan: Dieses Ding hier ist sogar noch größer als euer rollendes Taj Mahal.

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Der Verkäufer geht nochmal um 1000$ runter und wir werden handelseinig. Alina ist begeistert. Sie hat Betsy immer so gerne rausgefegt. Bei jeder Gelegenheit hatte sie den Besen in der Hand und war am Kehren. Manchmal sogar heimlich, ein Besenkoholiker quasi. Hier ist alles Teppich, nix is mit Kehren - dafür wird ein Staubsauger mitgeliefert. Ich glaube das ist das Einzige was ihr nicht gefällt, Staubsaugen ist nicht so ihr Ding.

Eigenen Generator haben wir natürlich auch, Strom für den Sauger wird es also jederzeit geben. Stress wer wann was zu machen hat ist vorprogrammiert. Ich bin der Chauffeur, so bin ich fein raus. Die Exbesitzerin meint zu Alina das Fahren mit dem Ding sei kein Problem. Sie fährt und ich koche? Das muss ich ihr schnellstens ausreden.

Ein Kühlschrank der von der Größe her in jeder deutschen Einbauküche mitspielen könnte - hier in den USA ist einfach alles größer. AirCon, Dusche, WC, 4-Flammen-Gasherd, Mikrowelle und SAT-TV runden die Ausstattung ab. Der Wagen bietet Schlafgelegenheit für bis zu 6 Personen. Falls jemand unserer Leser in den nächsten 6 Monaten Urlaub in den USA machen will - wir haben Platz.

Unsere geplante Route

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2000km durch Kanada, 8000km durch die USA.

Ziemlich schnell wird uns klar, dass wir unseren Aufenthalt verlängern werden. Für 3 Monate rentiert sich das nicht. 5 oder 6 Monate werden es schon werden. Müssen wir halt mal wieder unser Visum erneuern, das kennen wir ja schon aus Indonesien und von den Philippinen.

Bleibt also nur noch der Behördenkram. Zulassung , Versicherung usw. In Australien war das eine Sache von 10 Minuten und der Camper war auf uns zugelassen, versichert und abfahrbereit. Nicht so im Staat New York. Auf der Zulassungsstelle bekomme ich einen Stapel Formulare. Nach eingehendem Studium der möglichen Optionen stellt sich heraus, dass wir hier mit unserem Touristenvisum kein Auto versichern oder auf unseren Namen zulassen können.

Gut dass wir hier Familie haben. Dolores wird alles auf ihren Namen machen. Das könnte zwar Probleme beim Weiterverkauf in Florida geben, aber darum kümmern wir uns dann wenn es soweit ist. Wenn wir alles jetzt klären würden, gibt es nicht Lustiges für euch zum lesen hinterher. Eine weitere Folge von Pleiten, Pech und Pannen ist sehr wahrscheinlich. Wie ich uns kenne haben wir an irgendwas mal wieder nicht gedacht.

Diesmal haben wir aber ein Riesenvorteil. Der Nachbar von Thomas' Familie besitzt einen Delorian mit Fluxkompensator, damit könnten wir ja jederzeit in die Vergangnheit zurückreisen und die Fehler ausbügeln, das ist doch was oder?

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Laut Doc Brown wird man 1984 in jeder Apotheke Plutonium kaufen können. Da hat er sich leider gerirrt, aber 2012 kann man im Internet eine ganze Anlage kaufen und man tut Greenpeace sogar ein Gefallen. Googelt mal nach Plutonium und Greenpeace wenn ihr es uns nicht glaubt.

Wir entscheiden uns dagegen, denn wir haben auch so schon Probleme mit unserer Technik und noch Krieg mit dem Elektrogott. 1850 im Wilden Westen festzusitzen wäre furchtbar, da kann man kein Blog schreiben.

Eingestellt von Tom Travel 14:15 Archiviert in Vereinigte Staaten von Amerika Kommentare (9)

Hollareidullihöh

umpah umpah

semi-overcast 24 °C
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Der Papierkram wegen dem Auto ist so gut wie erledigt, wir sind eigentlich abfahrbereit. Wir haben auch schon einen Namen für das Campervan-Monster. Moby Dick soll er heißen. Groß, weiß, frißt eine Menge, das passt.

So leicht lassen die uns aber hier nicht weg. Mary und Arnold verwöhnen uns mit leckerem Essen. Es ist wie bei den Waltons. Jeden abend sitzen ein Haufen Leute um den Esstisch. Mary erzählt Geschichten von anno tobak. Die Mojitonight auf der Terasse bei Lagerfeuer hat Folgen für Alinas Kopf am nächsten Tag. (Autsch!)

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Glühwürmchen tanzen jede Nacht in den Bäumen, wir fühlen uns mal wieder pudelwohl. Unser Moby Dick versauert derweil ganz alleine unbewohnt im Garten und wartet auf seinen Einsatz.

Es bleibt Zeit für eine Runde Golf mit mienem Cousin Arnold. Ich arbeite weiter an meinem Titel als schlechtester Golfer der auf allen Kontinenten gespielt hat. Mir fehlt nur noch die Antarktis, dann reiche ich die Bewerbung beim Guiness Book ein.

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Bevor wir losfahren, wollten wir unbedingt noch die Schwarzenegger Connection live sehen. Arnold und sein Vater spielen alpenländische Volksmusik in leicht amerikanisierter Form. Hier im Mountain Bräuhaus spielen sie regelmäßig. Ob ihr es glaubt oder nicht, hier gibt es jedes Jahr ein Oktoberfest. Sogar mehrere.

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Fluffy ist natürlich auch dabei. Daneben Thomas Cousin, Arnold. ;)

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Es wird getanzt zu bayerischer Musik, die Leute haben richtig Spass. Es gibt Erdinger Weißbier und Spaten Hell. Thomas tanzt zur Sicherheit aller Beteiligten am Tisch.

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Sonntag sind wir noch kurz zum Mittagessen bei Tim und Jean. Es gibt Jamaica Huhn. Wieder nette Leute kennegelernt zu denen wir ungerne bye, bye sagen.

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Einkäufe auf dem Farmer's Markt heben Alina's Laune. Selbst wenn es nur Maiskolben sind.

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Eingestellt von Tom Travel 19:49 Archiviert in Vereinigte Staaten von Amerika Kommentare (2)

Der Wal - da bläst er!

on the road again

semi-overcast 25 °C
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Hier noch 2 Videos als Nachtrag zum Volksmusikabend

Schwarzenegger Connection

Schuhplattler

Unser Moby Dick ist abfahrbereit. Unsere Siebensachen sind verstaut, alle Tanks voll. Jetzt könnte es wirklich los gehen.
Jedes Mal wenn ich den Van ansehe kann ich es wieder nicht fassen wie groß das Ding ist. Enge Seitenstrassen und Waldwege können zur Falle werden. Wenden kaum möglich, wenn es nicht gerade auf einem Supermarktparkplatz ist.

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Fotos vom Innenraum wollten wir auch noch nachliefern. Hier das Schlafzimmer

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WC und Dusche getrennt - man gönnt sich ja sonst nichts.

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Die Küche

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Das Esszimmer

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Das Wohnzimmer

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und das Gästezimmer

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Dienstag wollten wir eigentlich los, daraus wurde natürlich nichts. Die Nacht zuvor haben wir zur Generalprobe schon mal im Camper verbracht. Ziemlich warm war es, hier ist gerade mal einer der trockensten und wärmsten Sommer seit Langem. Die Bauern jammern bereits wegen der fehlenden Niederschläge. Wie überall auf der Welt wenn es zu nass, zu trocken, zu kalt oder zu warm ist. Uns ist es recht, nach dem einem der kältesten Sommer in Australien 2011 haben wir uns ein wenig Wärme verdient.

Leider ging unser Plan mit dem günstigen Internet nicht auf. Es gibt für Reisende wie uns keinen vernünftigen, bezahlbaren Tarif. Dann müssen wir halt wieder Free WiFi schnorren bei McDonald's und Konsorten. Sonst haben wir alles erledigt und verpackt und am Mittwoch um 1 Uhr nachmittags kommen wir tatsächlich von Marie's Hof. Vorher natürlich noch schnell ein Bild von den Lieben denen wir Byebye sagen müssen.

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Der Weiße Wal setzt sich tatsächlich in Bewegung. Es geht nach Nordwesten Richtung Kanada zu den Niagara Fällen. Auf einmal sehe ich sowas wir ein kleinen braunen Wombat. Ich sage zu Thomas das kann ja gar nicht sein, was sonst kann hier aussehen wie ein kleiner Bär? Die Antwort ist - ein kleiner Bär. Thomas erzählt eine Bärin mit 2 Jungen war gestern bei der Nachbarin im Garten. Wieder der Nachteil von Moby Dick, einfach schnell mal drehen geht nicht. In dem Fall eh nicht denn wir waren auf der Autobahn. Wir werden demnächst hoffentlich noch viel mehr Bären sehen.

Die Strecke kennen wir noch vom letzten Mal, ist ziemlich fad. Kein Grund sich irgendwo länger aufzuhalten. Lederstrumpf und der Letzte Mohikaner haben sich hier herumgetrieben. Irokesen waren hier zu hause. Heute ist nichts mehr übrig von der Indianerromantik. Viel Landwirtschaft (es riecht wie auf der A92 zwischen Plattling und Landau) und ein wenig Industrie. Wenigstens habe ich Käpt'n Ahab dabei, der fährt die Strecke gut auch ohne Holzbein. Fluffy guckt bewundernd.

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Nach kurzer Fahrt kommt der erste Tankstopp. 140 Liter fließen mal eben so in den Tank. Dabei war er nicht mal ganz leer. Mal sehen wie weit das reicht. Wir sind das langsamste Vehikel auf der Interstate, alles überholt uns. Wir fahren nur knapp 90 km/h in der Hoffnung den Durst unseres Wals etwas zu besänftigen. Der Erfolg wird sich frühestens beim nächsten Tankstopp zeigen.

450 km sind es heute geworden. Trotz später Abfahrt und Schneckentempo. Unsere Wahl für die erste Nacht quasi in freier Wildbahn fällt auf einen langweiligen Rastplatz kurz vor Buffalo. Das einzig Erfreuliche hier ist das Free WiFi. So können wir diesen Beitrag hier heute schon veröffentlichen.

Käpt'n Ahab hat rumgenölt weil ich eine teure Spülbürste haben wollte und Spüli das die Hände schont. Zu Strafe muss er Käse schneiden,

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das Gemotze dabei könnt ihr euch vorstellen.

Eingestellt von Tom Travel 18:45 Archiviert in Vereinigte Staaten von Amerika Kommentare (2)

Go West!

1000km westwärts

sunny 31 °C
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Erster Tag: Es geht zurück in die Vereinigten Staaten. Weit sind wir heute nicht gekommen. Lediglich knapp 300km sind es am Tagesende kurz vor Cleveland, Ohio.

Bedenkt man, dass wir heute morgen ein nicht fahrbereites Auto hatten ist es aber doch sehr gut gegangen. In Niagara Falls haben wir nach sehr kurzer Suche eine Ford Werkstatt gefunden, die eine Hebebühne hatte auf die sogar unser Monster passte. Es war wie vermutet der rechte Bremssattel defekt. Der Bremskolben löste sich nicht mehr und die Beläge schliffen auf den Scheiben bis diese glühten - daher der Rauch und das Ziehen nach rechts. Irgendwann begann die Bremsflüssigkeit zu kochen, daher das weiche Pedal.

Nur drei Stunden später und 250$ ärmer bekommen wir unseren rollendes Heim zurück. Der Preis für die Reparatur ist schmerzlich, allerdings ist die Geschwindigkeit mit der unser Problem gelöst wurde sensationell. Versucht mal in München mal eben schnell einen Termin in einer Werkstatt zu bekommen – viel Glück dabei!

Wir fahren südlich um den Erie-See, kurz noch mal durch die Bundesstaaten New York und Pennsylvania. Ein Supermarktparkplatz muss es für heute Nacht tun. Wo sonst kann man einen Moby Dick passender parken als bei *Wal*Mart?

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Diese Kette erlaubt es USA-weit Campern auf ihren Parkplätzen zu übernachten. Eine feine Sache, denn Einkaufen mussten wir sowieso noch etwas.

Zweiter Tag:
Ein weiterer Vorteil so einer Nacht auf dem Supermarktparkplatz ist, dass man es am nächsten Morgen nicht weit zum Bäcker hat. Frisch gestärkt mit Brötchen, Wurst und Kuchen geht es auf die sehr lange und heiße Tagesetappe 700km quer durch den Rest von Ohio, ganz Indiana und bis rein nach Illinois.

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Hier leben überall Amish.

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Am Rand der Highways fahren Kutschen und Pferdegespanne aus einer anderen Zeit. Ein sehr seltsamer Anblick.

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An diesem Tag machen wir nur Stopps bei McDonalds – nicht wegen den Burgern sondern wie üblich wegen WiFi schnorren.
Auf unserem Navi fehlen die Karten von ein paar Bundesstaaten durch die wir nun überraschenderweise fahren. Die laden wir uns jetzt aus dem Internet. Die usrprünglich geplante Route verlief etwas nördlicher. Indiana und Illinois waren nicht vorgesehen.

Nach 12 Stunden auf Achse endet die Etappe heute schon wieder auf einem WalMart Parkplatz in Joliet kurz hinter Chicago.

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Mir langt's ich bin fertig für heute.

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So wie es aussieht haben wir unsere erste Stunde gewonnen – endlich kriegen wir mal was gutgeschrieben. Illinois ist eine Stunde hinter Ohio. Bisher sind wir während der ganzen Reise immer nach Osten gefahren und waren ständig durch die Zeitverschiebungen unausgeschlafen. Kaum hatten wir uns an die neue Zeit gewöhnt ging es weiter und wir mussten wieder eine Stunde früher aufstehen. Wir empfehlen jedem Weltreisenden "linksrum" zu fahren - macht einfach mehr Spaß.

Dritter Tag:
Heute habe ich wirklich keine Lust weit zu fahren. Das letzte Stück gestern um Chicago war der Hammer. 5-spurige Autobahnen und ständig kreuzt irgendein anderer Highway. Trotz Navi und Strassenatlas kam ich ins Schwitzen.

Wir müssen heute mal auf einen Campingplatz. Frischwasser- und Campinggastank sind leer und Abwassertanks voll. Außerdem brauchen wir mal ein paar Stunden Internet, um mit unserem Blog wieder up-2-date zu kommen. Wir haben immer noch keinen Reiseführer für die Gegend und versuchen lediglich anhand der Strassenkarte interessante Punkte zu finden. Die Gegend hier sah ganz vielversprechend aus. Ein Fluss, viele Parks - da sollte es doch auch schöne Campingplätze geben. Mitnichten. Der erste den wir ansteuern ist ein Privatplatz und nimmt keine Tagesgäste auf, der zweite hat kein Internet.

Unser Navi weiß einen anderen, etwas weiter westlich. Troll Hollow heißt er. Klingt irgendwie gruslig. Gleich am Eingang begegnen wir dem ersten Troll. Aber nein, wir sind ja im mittleren Westen, das ist ein normaler Einwohner hier. Der mittlere Westen der USA ist nun wirklich nicht bekannt dafür viele Nobelpreisträger hervorgebracht zu haben - quasi das Niederbayern der USA. Viel Landwirtschaft, wenig genetische Vielfalt der Bevölkerung. Das Gespräch mit dem jungen Mann hat etwas Komisches.

"Haben sie ein Platz für unser RV?"
"RV?"
"Ja und vielleicht auch Strom?"
"Ja ich glaub schon"
"Haben sie Wasseranschluss?"
"Häh? Wasser? Oh ja!"
"Abwasseranschluss"
"Errm, weiß ich nicht, meine Frau kommt später"
"Campinggas?"
"Errm, weiß ich nicht. Nicht vor heute abend, da kommt mein Vater"
"Strom?"
"Jaja"
"Was kostet eine Nacht hier?"
"Weiß ich nicht, vielleicht 30$, meine Frau kommt später."

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Zum Glück kommt etwas später wirklich seine Frau dazu. Die kennt sich aus. Wir kriegen unseren Standplatz mit Anschlüssen und legen einen Ruhetag ein.

Eingestellt von Tom Travel 07:06 Archiviert in Vereinigte Staaten von Amerika Kommentare (1)

Country Roads

vom Mississippi zum Missouri

sunny 35 °C
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Es war für uns ziemlich überraschend so weit nördlich auf den Mississippi zu treffen. Dass der so weit oben in Minnesota, schon fast an der kanadischen Grenze, entspringt war uns völlig neu. Ebenso dass es von Chicago aus nur 2-3 Autostunden sind um hin zu kommen. Da habe ich in Erdkunde gefehlt oder geschlafen.

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Wo wir nun also schon mal da sind beschließen wir die Scenic Great River Road nach Norden am Flussufer entlang zu fahren. Entlang des Ufers kilometerlang Seerosenteppiche und natürlich ein Mississippidampfer

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Ein Stück davon noch in Illinois, dann rüber über den Fluss nach Iowa zum tanken. Die Benzinpreise auf dem linken und rechten Ufer unterscheiden sich bis zu 15%. Die Anzeige unseres Gastanks zeigt schon länger rot, leider hatte bisher keine einzige Tankstelle unser LP-Gas anzubieten. Es ist jeden Tag hammerheiß, ich fürchte um den Inhalt unseres Kühlschranks.

Wir fahren weiter nördlich, wieder rüber über den Fluss nach Wisconsin.

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Da sollte eigentlich eine Scenic Road sein, na ja geht so. Wir haben uns vorgestellt, dass wir ständig am Flussufer fahren. Die meiste Zeit sieht man den Mississippi gar nicht. Erst bei McGregor, das putzigste Städtchen bisher, wird es wirklich sehenswert.

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So stellen wir uns das Land von Tom Saywer und Huckleberry Finn vor.

Kurz vor La Cross auf einer Mississippiinsel entdecken wir auf der Suche nach Fotostandpunkten einen wunderschön gelegenen Campingplatz.

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Viel schöner und sogar billiger als der auf dem wir letzte Nacht waren. Wären wir doch nur gestern bis hierher weiter gefahren.

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Das ist das Problem, wenn man so wie wir null Plan davon hat was vor einem liegt. Aber hier bekommen wir unser Gas. Dabei stellt sich heraus, dass die Anzeige spinnt. Der Gastank war noch gut halbvoll. Schon die zweite Anzeige der man nicht trauen kann. Der Füllstandsanzeiger fürs Campingklo spinnt auch und zeigt halbvoll an wenn er leer ist.

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So schön es hier ist, wir wollen nicht zwei mal hintereinander für Übernachtung bezahlen und fahren zum dritten mal über den Fluss nach Minnesota und schlafen auf einem Autobahnrastplatz bei Rochester.

Am nächsten Tag kann ich bald keine Maisfelder mehr sehen. Mais und ein anderes grünes strauchartiges Gemüse ist das Einzige was hier angebaut wird. Dies 2 Pflanzen reichen scheinbar für die Fruchtfolge. Ich vermute es handelt sich bei dem grünen Zeug um Sojabohnen. Bei uns zu hause in Deutschland habe ich dieses Kraut noch nirgends gesehen.

In einem McDonald der ein Hard Rock Cafe sein will laden wir unseren Blog ins Internet.

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Wir fahren auch heute wieder auf den vom Herausgeber unseres Kartenatlas gelb und somit als sehenswert markierten kleinen Landstraßen. Ich weiß nicht was er gesehen hat – wir sehen nur Mais und Soja(?)-Felder. Über 300km der selbe Anblick. Die Scenic Route entpuppt sich als Stinkig Route. Landluft, die man wirklich nicht riechen will. Was fürs Auge ist es auch nicht. Die Landschaft flach bis sehr leicht hügelig. Der Süden von Minnesota ist sterbenslangweilig. Was sind wir froh wenn wir endlich durch den Mittelwesten durch sind.

Unser Navi scheint unserer Meinung und zeigt für Teile der Strecke nichts an – gar nichts. Es erkennt zwar die Zielorte bei Eingabe, aber wie man da hin kommt sagt es nicht. Es meint es gut mit uns und verweigert den Dienst. Wir haben noch die Karten und so kommen wir auf die Autobahn nach South Dakota

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Wir sind angekommen im Land der Sioux Indianer. Rechts geht es nach Fargo - übrigens ein ziemlich genialer Film der Cohen Brüder. Hätte nie gedacht dass ich mal in diese Gegend kommen würde.

Hier ist es gleich noch flacher als in Minnesota. Anfangs noch ein wenig Landwirtschaft, dann aber bald Prärie so weit das Auge reicht. Das gefällt uns schon besser.

Begonnen hat der Tag wie fast alle bisher mit blauem Himmel viel Sonne und später Hitze über 30°. Im Radio erzählen sie was von Gewitterwarnungen für heute. Hm, mal schauen. Da links am Horizont scheint ordentlich was runter zu kommen. Und da rechts vorne auch. So ein Glück, wir fahren mitten zwischen den Fronten durch. Trocken bleibt es, aber der Wind wird heftig. Heftiger. Heftigst. Ich habe Mühe unseren Weißen Wal auf der Straße zu halten. Der Wind kommt von rechts vorne – die ungünstigste Richtung für uns wie sich bald herausstellt.

Plötzlich ändern sich die Fahrgeräusche. Es fängt hinten an zu flattern. Wir sehen uns an, ich sehe in den Rückspiegel. Nichts zu sehen. Alina geht nach hinten und meint ein Vogel habe sich im Dach verfangen. Ich halte am Pannenstreifen an.

Da sehe ich die Bescherung. Unser Vordach hat sich abgewickelt und flattert wie ein loses Segel neben dem Wagen. Der Wind bläst uns auch im Stehen fast um. So etwas Verrücktes habe ich noch nicht erlebt. Sturm ohne einen Tropfen Regen. Später erfahren wir, dass es Böen bis 120km/h waren. Wie soll ich in diesem Sturm das Rollo wieder aufwickeln? Von unten ist nichts zu machen. Ich muss rauf aufs Dach. Alina hält das Gestänge fest. Zeit für ein Bild haben wir immer, das muss sein.

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Oben auf dem Dach weht es ungeschützt noch viel heftiger. Als erstes reißt es mir die Sonnenbrille vom Gesicht – futsch. Ich muss mich direkt festhalten, damit ich nicht auf die Fahrbahn herunter geweht werde. Ich robbe nach vorne, die Persenning klatscht währenddessen wie wild aufs Dach. Vorn angekommen sehe ich, dass der Arretierhebel für das Rollo durch den Wind heruntergedrückt wurde und sich das Vordach so ungehindert entrollen konnte.

Ein kleiner Handgriff am Hebel und die Federspannung zieht die Plane zurück auf die Rolle. Das war ja einfach. Nun nur noch heil runterkommen. Zur Sicherheit befestige ich den Hebel noch mit einem Draht und die Stangen der Halterung mit einem Tapeband. Das sollte reichen.

Nicht ganz. Nur 5 km weiter fängt es schon wieder an zu flattern. Alles von vorhin war umsonst. Die Kraft des Sturms ist zu groß. Scheint sogar noch stärker zu werden. Also wieder rauf aufs Dach. Der Hebel ist nun verklemmt. Es bedarf Werkzeugeinsatz um ihn gangbar zu machen. Ich binde ihn nun mit einem schmalen Gurt fest. Wenn das nicht hält dann weiß ich auch nicht mehr. Dann müssen wir stehen bleiben und warten bis der Sturm unser Vordach total abräumt oder nachläßt.

Es ist zum verrückt werden, ständig ist etwas mit diesem Auto. Außer den Bremsen gehen zwar nur Kleinigkeiten kaputt, aber trotzdem. Heute hat es im Sturm außer dem Rollo noch eine Lüftungsabdeckung weggerissen. Das müssen wir bald reparieren sonst regnet es uns rein. Dann sind ständig irgendwelche Tanks leer oder zu voll. Es ist unglaublich wie viele Tanks für diverse Flüssigkeiten dieses Auto hat.

Bis zum nächsten Rastplatz waren es nur ein paar Minuten, das Vordach hat gehalten.

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Der Platz liegt oberhalb der Stadt Chamberlain direkt am Missouri. Im Radio hören wir, dass der Sturm von uns weg in die andere Richtung gezogen ist.

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Alina meint Betsy habe eine bessere spirituelle Ausstattung gehabt. Glücksbringer von drei verschiedenen Religionen auf dem Armaturenbrett. Plus eine blöd grinsende Katze als Gallionsfigur. Wir brauchen auch so etwas für Moby. Moby hat bisher nur einen Angry Bird - nicht Thomas, sondern ein Stofftier und ein Deutschlandlei von der EM am Rückspiegel. Heute gab es 1 Liter Motoröl für Moby als Opfergabe, aber anscheinend war das nicht genug. Wir müssen uns etwas einfallen lassen.

Was Betsy treibt haben wir uns schon oft gefragt. Obwohl wir die neuen Besitzer 2-3 Mal angeschrieben haben - keine Antwort. Wir hoffen es geht ihr und ihnen gut.

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Mountain Time - wild ist der Westen und weit ist die Prärie

schlafen bei den Bisons

sunny 28 °C
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Wir stehen für unsere Verhältnisse früh auf. Am Rastplatz sind wir trotzdem die Letzten. Alle anderen Camper sind schon weg. Unserer war der Kleinste auf dem Parkplatz. Unfassbar mit was für Gespannen die hier zum Campen fahren, da sieht Moby richtig klein und mickrig aus. Der andere passte gar nicht ganz auf das Bild.

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Huch, ich musste gerade mal kurz Blog unterbrechen weil ein Büffel in der Dunkelheit an mir vorbei galoppiert kam.

Gut, der Bulle ist weg, ich kann weiter schreiben. Also der Tag begann so wie fast immer bei McDonalds. Wir gehen schon gar nicht mehr rein. Wenn das WiFi stark genug ist erledigen wir alles vom Auto aus. Ich bin zuerst fertig und gehe ein wenig spazieren. Wir sind im Wilden Westen, das merkt man. Hier heißt es Sheriff und Jail statt Police und Prison.

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Dann geht es wieder stramm westwärts mit einem kleinen Abstecher über Pierre, die Hauptstadt des Landes. Endlich mal ein Umweg der sich lohnt. Prärie bis zum Horizont, kaum menschliche Behausungen oder Ortschaften. Landschaft pur. Schon wieder gewinnen wir eine Stunde, ab hier ist es Mountain Time.

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Kurz vor Rapid City runter in den Badlands Nationalpark. Zum ersten Mal seit 1000km sehen wir wieder Berge am Horizont.

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Nicht hoch, aber sehr zackig. Ich hatte vorher Fotos vom Park gesehen, die waren nicht sehr eindrucksvoll. Die Wirklichkeit ist viel schöner. Wir versuchen unser Bestes um diesen Anblick zu fotografieren, gelingt nicht wirklich. Man muss es gesehen haben. Die Weite dieser Ebene ist nicht abzubilden. Es erinnert mich am ehesten ans Death Valley in Kalifornien, nur dass hier mehr Gras wächst.

large_DSC_0661.jpglarge_10DSC_0641.jpglarge_DSC_0681.jpglarge_DSC_0666.jpglarge_2DSC_0650.jpg

Hier soll es auch Klapperschlangen geben, Alina bleibt diesmal unbeeindruckt. Die Alptraumnächte vom ersten Mal Australien sind anscheinend vorbei.

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Endlich begegnen wir der einheimischen Tierwelt. Präriehund City. Die possierlichen Kleinen erzeugen bei Alina Ausbrüche des Entzückens. Hunderte laufen hier herum. Natürlich will sie wieder welche mitnehmen, eine Prärienhund Zucht eröffnen gleich neben der Quokka Zucht.

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Dann eine Gemsenart

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In der Ferne am Horizont ein paar dunkle Punkte. Alina ist schon wieder aus dem Häuschen. “Da sind Bisons!“ “Quatsch“ sage ich. Sie vergrößert ein Foto das sie gemacht hat und bleibt dabei. Wir fahren runter ins Tal Richtung der Punkte. Die werden größer und es sind - Kühe. Ihre Enttäuschung ist groß. Mein Ärger auch, denn nur wegen den blöden Rindviechern musste ich diesen Umweg über eine Schotterpiste fahren. Grrr.

Jetzt reicht es mir für heute. Schon wieder über 400km auf dem Tageszähler und die Sonne geht bald unter.

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Ich will zum Schlafplatz, ein Campingareal am anderen Ende des Parks. Wieder 15km Schotter. Nicht das beste Terrain für unseren Wal. Wir sehen ein Schild hier soll es ca. 800 Bisons geben. Das Gebiet ist leider so groß, ich zweifle welche zu sehen. Anders Alina, die guckt hinter jedem Grasbüschel. Ich sage ihr die Bisons verstecken sich tagsüber in den Löchern der Präriehunde, das glaubt sie nicht wirklich. Auf dem Weg zum Campingplatz schreit Alina schon wieder “Bisons!“ Ich rolle mit den Augen und erwarte wieder Kühe. Die Sensation. Eine ganze Herde Bisons grast direkt am Straßenrand. Wir bleiben stehen, Alina fotografiert wie wild.

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Die großen Wiederkäuer sind kein bisschen scheu und kommen immer näher.

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Kurz darauf sehen wir noch 2 Herden auf den Hügeln aber viel weiter weg. Was hatten wir für ein Glück die Büffel so nahe zu sehen. Am kurzen Weg zum Campingplatz steht noch eine Herde, durch die wir fast durchfahren müssen um an unseren Standplatz zu kommen.

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Wie cool ist das denn? Schlafen zwischen Büffeln. Etwas später bemerke ich dass unser Moby direkt auf einem Trampelpfad der Tiere parkt. (siehe oben, der Schreckmoment)

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Wie es von hier aus weiter geht ist nicht ganz klar. Wir wollen Stefan und Regina treffen. Die beiden haben wir zuletzt in Tasmanien gesehen. Sie touren auch mit einem Camper von der Westküste nach Colorado. Eigentlich müssten wir uns in Wyoming oder hier in South Dakota begegnen. Die Kommunikation ist nicht ganz einfach, daher steuern wir am nächsten Tag als erstes nach Rapid City zu unserer Stamm-Burgerbude um Emails zu checken.

Eingestellt von Tom Travel 12:09 Archiviert in Vereinigte Staaten von Amerika Kommentare (1)

Harleyinvasion im Wilden Westen

unter den Bikern

sunny 30 °C
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Als wir am nächsten Morgen den Badlands Nationalpark verlassen sehen wir noch weitere Bisons am Straßenrand.

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und andere Motive

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Schon seit Tagen fallen uns die vielen Motorradfahrer auf. Fast ausschließlich auf schweren Harleys, die Haare im Wind.

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Es verwundert uns schon sehr, dass es in diesem so sicherheits- und gesundheitsbewussten Land, mit heftigen Strafen fürs Nicht-Angurten, keine Helmpflicht gibt. Es werden immer mehr je weiter westlich wir kommen. Alle fahren zum alljährlichen Treffen nach Sturgis. Das Mekka aller Harley-Davidson Besitzer in den USA und vielleicht weltweit. Tausende dieser Maschinen kommen Ende Juli Anfang August in dem kleinen Ort in den Black Hills zusammen. Sie kommen nicht nur mit den Motorrad, sondern auch mit Campingbussen und die Motorräder auf dem Anhängern.

Wir machen einen Abstecher nach Deadwood die Wildweststadt schlecht hin.

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Wild Bill Hikock

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wurde hier im Saloon No.10 erschossen.

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Legendär seine letztes Pokerblatt – bei Pokerspielern auch heute noch bekannt als “dead man's hand“

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Da Sturgis und Umgebung total überfüllt sind, ist auch das nahegelegene Deadwood voller Bikerfans. An den Straßen parkt ein Motorrad am anderen.

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Es sieht aus wie mehrere Jahresproduktionen der Harley Davidson Werke.

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Wir bekommen auf einem der wenigen PKW Parkplätze locker einen Platz. Mit dem Auto kommt kaum einer hierher. Andere Fabrikate als Harley findet man nur wenn man lange sucht. Ein paar Honda Goldwings und schwere Yamahas parken verschämt zwischen den Kultmotorrädern.

Uns fällt auf. dass alle Fahrer europäische Wurzeln haben, farbige - pardon afro-amerikanische, Besitzer sieht man nicht. Entweder fahren die kein Motorrad oder trauen sich erst gar nicht her. Beim Alter scheint es keine Begrenzung zu geben. Die meisten sind schon gut in den 40ern – mit 70 wäre man sicher nicht der älteste Biker.

Hinter Deadwood liegen die Bighorn Mountains. Wir erreichen unseren 14. Bundesstaat auf dieser USA-Reise- Wyoming

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Wir quälen Moby unzählige Serpentinen über einen knapp 2800m hohen Pass.

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Bei dieser Steigung bewegt sich die Tanknadel gut sichtbar Richtung leer. Richtig übel wird es als es dann auf der anderen Seite runter geht.

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Überall Warnschilder betreffs gefährlichem Gefälle, Zonen zum Auslaufen bei Bremsversagen und Rastplätze zum Bremsen abkühlen.

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Neben der Fahrbahn geht es so steil runter, man braucht sich um Sicherheitsgurte und Airbags keine Sorgen zu machen – helfen würde da nichts von beiden. Ich kriege leider von der Landschaft nicht viel mit.

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Moby schiebt mit seinen 5 Tonnen heftig nach unten, ich habe genug zu tun ihn auf der Straße zu halten.

Es hat am Ende nicht mehr geklappt mit dem Treffen mit unseren Regensburger Freunden. Wir haben uns um einen Tag verpasst. Sie fliegen bald heim und sind schon unterwegs Richtung Colorado während wir noch Richtung Yellowstone unterwegs sind. Das hat auch seine guten Seiten, denn nun brauchen wir uns nicht mehr zu beeilen.

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Das Leben ist ein Rodeo

wer hat's erfunden?

sunny 30 °C
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Wir fahren durch die sehenswerte Landschaft von Ost-Wyoming.

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verbringen eine ereignislose Nacht in Gillette, WY und erreichen am frühen Nachmittag des nächsten Tages Cody. Der Name kommt mir irgendwie bekannt vor. Richtig – Buffalo Bill hieß mit Nachnamen Cody und das ist seine Stadt. Alles hier dreht sich um ihn und ums Rodeo, das er quasi erfunden hat. Im Sommer gibt es hier jeden Abend Rodeo. Das müssen wir natürlich sehen wo wir schon mal da sind. Den Plan heute noch Richtung Yellowstone weiter zu fahren lassen wir fallen.

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Ausnahmsweise sind wir mal zu früh dran. Niemand außer uns steht 2 Stunden vor Rodeobeginn auf dem Parkplatz. Als die Vorstellung beginnt ist es doch gut voll geworden, obwohl es heute Montag ist. Rodeo vor dieser Kulisse - was will man mehr?

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Für ein bisschen Geld kann man sich auf diesen festgebundenen Bullen setzen. Eher was für Japaner, oder?

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An und für sich halte ich nichts von Veranstaltungen die nur für Touristen gedacht sind. Das hier wird zur Ausnahme. Wir amüsieren uns köstlich, die Show ist echt klasse. Der Anfang sehr amerikanisch, mit Nationalflagge und Hymne.

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Ein wenig zu viel Patriotismus für unseren Geschmack. So sind sie halt die Amis. Alle stehen auf zur Hymne und es wird gebetet.
Was der kleine Junge (9 Jahre alt) hier will? Das erfahrt ihr später.

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Wir setzen uns Nahe dem Gatter und können so die ganzen Vorbereitungen beobachten. Die Cowboys wärmen sich mit Dehnübungen auf. Was sie sonst noch tun um sich vorzubereiten? Ziemlich cool aussehen, klaro.

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Es geht los. Zuerst sind die Mustangs dran.

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Wer bleibt am längsten drauf?

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Manchmal sehen die Cowboys aus wie festgebundene Puppen, so wie sie durch die Luft gewirbelt werden.

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Danach werden mit dem Lasso Kälber gefangen,

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Erwischt man das Kalb mit dem Lasso (was nicht alle schaffen)

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wird es auf den Boden geworfen und an den Beinen gefesselt. Das Pferd hilft mit, es hält das Seil gespannt, damit der Cowboy sich leichter tut.

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Ein wenig leid tun uns die Kälber, die den ganzen Sommer 94 Tage jeden Tag in die Arena gehetzt, mit dem Lasso gefangen und gefesselt werden. Auf Zeit natürlich – der Schnellste gewinnt. Seht euch mal das Gesicht dieses Kalbes an. Sieht doch aus wie: “Nicht schon wieder! Jeden Abend die gleiche Scheiße!“

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Das mit den Kälbern ist auch was für Cowgirls und 2er-Teams.

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Zwischendurch ein Pausenclown

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Die meisten Cowboys sind jünger als man erwartet. Wir stellen uns immer den etwas älteren Marlboromann vor. Ältere Semester sind allerdings in der Unterzahl.

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Die Kleinen sind jetzt dran. Es gibt ein Pferde Hindernisrennen. Ein kleines Mädchen ist da durch gehetzt, da haben alle blöd geguckt. Erinnert ihr euch an den kleinen Jungen vom Anfang? Der ist erst 9 Jahre alt, darf auf einigen Achterbahnen in den USA nicht fahren, aber Bullenreiten darf er hier. Alle Achtung! Er war auch nicht der Einzige, es gab noch zwei 11-jährige.

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Der Abschluss und Höhepunkt - Bullenreiten für die Großen. Viele Bilder sind verwackelt, aber wir hoffen ihr mögt sie trotzdem.

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Der Abgang hier ist doch echt AUA!

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Kein Wunder dass viele Cowboys nicht mehr alle Zähne im Zahnfleisch haben und der eine oder andere auch mal auf Krücken daher kommt.

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Das war ein perfekter Abend für uns. Wir würden am liebsten nochmal hin, müssen aber wegen den hohen Spritkosten auf die Ausgabenbremse drücken. Moby frisst uns die Haare vom Kopf und wir sind schon wieder blank. Ein Drive-In-Bankautomat gibt uns willig Geld. Sehr praktisch und wir finden die Idee gar nicht mal so schlecht.

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Eingestellt von Tom Travel 14:15 Archiviert in Vereinigte Staaten von Amerika Kommentare (3)

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