Reise blog von Travellerspoint

Türkei

Lostanbul bzw Lost in Istanbul | Bukarest --> Istanbul

La Revedere Romania

sunny 32 °C
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Wir kommen am Flughafen Istanbul an und ich fragen uns an welchem Gepäckband unsere Koffer ankommen. Wir studieren die Liste der Abflugflughäfen mit der Bandzuteilung und für einen Moment müssen wir beide überlegen wo wir eigentlich gerade her kommen. Wie wird das weitergehen?

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16:30 Bukarest kocht, die Frisur sitzt. 18 Uhr , Istanbul nur 29° sagt der Pilot. Juhuu! Won wegen. Als wir ankommen fühlt sich das Ganze wie 40° an. Wir haben ein Shuttlebus Angebot bis zum Hotel für 35€. <ironie>Aber wir sind schlau und wir wissen wo die Metro ist und haben eine Wegbeschreibung bis zum Hotel auf dem Laptop.</ironie>
Fing ganz gut an, die Metro Tickets für 2€ und eine wirklich schöne Fahrt in klimatisierter Bahn, die meiste Zeit oberirdisch. Man bekommet einen guten Eindruck von der Stadt. Mir gefällt es hier auf Anhieb. Kein Hornbach, kein IKEA dafür jede Menge kleiner Läden und Shopping Areale entlang der Strecke. (Alina bekommt schnell glasige Augen und wollte bei der Schuhstrasse schon rausspringen. Da fiel ihr ein, dass sie nichts kaufen kann) Der Anteil türkischer Mitfahrer in der Bahn ist etwa so hoch wie in München - Etwas Heimatgefühl kommt so dann doch auf.

Die Stadt sieht wirklich toll aus und ist ein guter Kontrast zu Bukarest. Ich muss zugeben, die Türken kriegen die Fassaden besser hin, denn in Rumänien bröckelt auch bei Neubauten bald der Putz.

So, unsere Station ist da nach guten 45 min. Laut Wegbeschreibung von hier aus ca. 300m nach Osten Richtung irgendwas, aber das kennt hier keiner. Wo ist eigentlich Osten? Verdammt, top ausgerüstet aber keinen Kompass dabei. Es wird bereits abend und die Sonne ist zwischen den Häusern nicht zu sehen. Nach etlichem Fragen, fällt uns die Lösung ein. Wir haben doch ein NAVI! Warum ist uns das nicht vorher eingefallen. Ziel eingetippt und voila!

Das Fussgänger Navi zeigt lächerliche 700m an, das ist doch kein Problem. Etwas weiter als die Wegbeschreibung, aber was solls - Herbergsleute schwindeln ganz gern wenn es um Entfernungen geht. Leider merken wir etwas später dass die 700 m ganz schön den Berg hoch gehen. Noch später merken wir dass wir uns verlaufen haben. Das Navi zeigt nur noch 200m an, auf einmal 365, dann 280, dann wieder 300m. Wir treffen uns mit Spaniern, die sich mitsamt ihrer Istanbulkarte auch total verlaufen haben. Die Rettung scheint ein Paar mit angeblich sehr guten Stadtkenntnissen, die uns guten Gewissens in die völlig falsche Richtung schicken. Ein Taxi fährt vorbei, aber für die 200m Restweg - und mit dem richtigen Starassentipp paah! Wir winken das Taxi weg. Nach ein paar Minuten den Hügel hoch, sind es wieder 350m. Mit dem vielen Gepäck kommen wir uns vor wie 2 Packesel, die weder das Navi benutzen noch Strassenschilder lesen können. Nach ca. 1,5km Marsch Hügelrauf und Runter mit 65kg Gepäck kommen wir an - dachten wir. Kein Hotel, obwohl die Adresse richtig ist.

DSCF2543.jpg (Bild ist ein paar hundert Meter früher mit bessere Laune entstanden)

Gibt es einen anderen Zugang? Klar, denn viele freundliche Einheimische schicken uns mal nach rechts, mal nach links, mal nach oben mal nach unten. Jetzt sind alle kleinen Sträßchen rundherum erkundet. Wir fühlen uns wie in einem Adventure-Computergame, nur der Schweiß ist echt. Es ist nicht hier. Irgendwas außer uns läuft hier falsch.
OHA! Diese Strasse gibt es 2 mal in dieser Stadt einmal zusammengeschrieben und einmal getrennt. Arghs! Das neue Ziel liegt 800m entfernt in der Richtung aus der wir ursprünglich kamen.
Wir geben auf, ein Taxi muss her. Wir sind mitten in einem Basarviertel und hier ist nichts mehr los, die Lichter gehen auch schon aus..es wird dunkel. Ich will zurück nach Turda. Da hatten wir wenigstens ein Auto. Nochmal 500m zu Fuß dann ist ein Taxi gefunden. Die Adresse sagt dem Fahrer nichts, auch der Hotelname läutet keine Glocke bei ihm. Laptop auf dem Schoß, Navi in der Hand zeige ich ihm das Ziel auf dem Display. OK, los gehts. Ich verfolge auf dem Navi wie er fährt. Der Traum eines jeden Taxifahrers! Ein Fahrgast kontrolliert mit Navi und Laptop die Fahrtroute. Er nimmt's gelassen und fährt erstmal in die falsche Richtung. Er weiß es also auch nicht, seine Rückfragen bei der lokalen Bevölkerung erbringen auch nichts.
So beginne ich ihm nun zu sagen wo es lang geht. Das wird im weiteren Verlauf ganz lustig. Wir fahren auf Trambahngleisen und entgegen Einbahnstrassen. Das Handy ist immer noch auf Fußgängernavigation eingestellt - hätte ich ihm vielleicht sagen sollen.

Als wir ankommen stelle ich fest, das Beste an unserem Zimmer ist die Tatsache dass wir es gefunden haben. Übringens der Name des Hotels hätte uns nie etwas gebracht, denn es heißt anders als wir es aufgeschrieben haben. Der Taxifahrer sieht uns an, und denkt sich vermutlich "von wegen die durchorganisierten Deutschen mit ihrer Technik".
Der Wirt schaut uns verdutzt an, wahrscheinlich wundert er sich über Gäste die ihn trotz seiner Wegbeschreibung gefunden haben - ist aber gleich sehr freundlich und begrüßt uns mit Chai und Wasser aufs Zimmer. Auspacken und noch mal kurz um die Ecke was trinken - das reicht dann auch mal für heute.

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Eingestellt von Tom Travel 01:40 Archiviert in Türkei Kommentare (5)

Istanbul

leider nur 3 statt 1001 Nacht

sunny 33 °C
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Am nächsten morgen ist die Odyssee vom Vorabend vergessen. Unsere Pension liegt wirklich super zentral in der Altstadt und wie wir herausfinden auch tatsächlich nur gut 250m entfernt von der Metrostation. (Vorausgesetzt man geht in die richtige Richtung) Heul!!!

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Istanbul hat tolle Ecken, vor allem hier in der Altstadt.

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Hat was von San Francisco, es geht Hügel hoch oder runter, gut wenn man ohne Gepäck unterwegs ist (wieder Heul!). Eine ständige Seebrise macht die Hitze gut erträglich. Die türkische Musik ist eine nette Abwechslung, rumänisches House-Techno-Dance-Floor vergessen wir langsam. Der gute Service und die extrem freundliche Bevölkerung runden das Ganze ab.

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Überall kleine Läden mit nützlichen Dingen. Die beiden Widder hier kann doch eigentlich jeder brauchen.

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Alina muß wieder arbeiten und ich genieße die Aussicht von der Terasse unseres Frühstückscafes.

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Danach wartet das Touristenpflichtprogramm. Zu Fuß geht es in den Park und dann außenrum entlang an der Wand des Topkapi-Palasts rund um die Altstadt.

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Auf den Weg eine schöne Kunst-Gallerie. Wer hätte das hinter diesen Graffittieingang erwartet?

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Dann zurück Richtung Hagia Sophia und Blaue Moschee. Bei der Sophie ist uns die Schlange zu lang also erstmal in die Blaue Moschee rein zum Abkühlen. Dort kein Eintritt, aber alle müssen die Schuhe ausziehen. Ein dezenter Sporthallen-Umkleidekabinen-Geruch im Inneren der Moschee ist das Ergebnis.

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Rüber zur Sophie, mit mittlerweile etwas kürzerer Besucherwarteschlange.

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Das Ding ist echt riesig und eindrucksvoll.

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Gut über 1000 Jahre steht sie schon, dagegen ist der Kölner Dom ein glatter Neubau.

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Sehr bemerkenswert fand ich die Graffities von Wikingern aus dem 11. Jh., die sich auf der Balkonbrüstung der Galerie mit ihrem Runen-Gekritzel verewigt haben. Wikinger in Istanbul? Das war mir völlig neu. Die haben sich anscheinand auch verlaufen so wie wir gestern abend. Aber wo sie schon mal da sind... (die Grafittis sind denkmalgeschützt sind, Nachmacher nicht erwünscht) Wir haben die Grafitties entschlüsselt: "Hägar liebt Helga", "Erik war hier", und "Wo geht es zum Hotel, unser Gepäck ist so schwer?" ;-)
Reiseweisheit Nr 1. Auch eine große Seefahrernation kann sich mal verfahren.

Jetzt bin ich mal wieder dran! Aufruf! Österreicher günstig abzugeben! Pfusch am Bau meckert er ständig. Dort wo der Putz in der Sophie abfällt waren die Rumänen als Gastarbeiter hier meint er. Ich sollte mal die schiefe Säule festhalten, um wenigstens etwas wieder gut zu machen. Hat man sowas schon gehört? Grmpf!

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Was soll ich machen, am Ende des Tages will ich meinen Ösi doch gerne behalten :D. Auch wenn bei ihm auch schön langsam der Putz abfällt.

Auf der anderen Seite des Kanals hat die AIDA-Diva gerade angelegt.
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Wir spazieren rüber über die Galat-Brücke und beenden den Abend dort in einer Bar am Bosporus. Auf dem Weg unzählige Stände und der Gelegenheit für Fluffy Nargila zu rauchen.

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Tags drauf steht nur die Basilika Zisterne auf dem Programm. Topkapi Palast haben wir gestrichen. Zu groß, zu teurer Eintritt, zu viele schlechte Bewertungen von anderen Besuchern im Internet. Die Zisterne ist eigentlich nur ein großer unterirdischer Wasserdank, aber dennoch eines der Must-Sees hier in Istanbul.

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Ich dachte immer warum leuchtet der Boden in der Zisterne? Ach da ist ja Wasser drin, (muss zugeben hatte bisher keine Ahnung was eine Zisterne ist) Und da leben auch Fische und was für Brocken.

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Wir schlendern zum Hafen um rauszufinden wann morgen unsere Fähre zum Flughafen geht.

Abflug nach Dubai ist nämlich von der asiatischen Seite und dazu müssen wir rüber übers Marmara Meer. Alina hat irgendwas von einem Ägyptischen Basar gelesen und da müssen wir nun natürlich hin. Auch nicht weit weg. Das gefällt mir übrigens besonders gut an dieser Riesenstadt. Die Sachen die mich/uns interessieren kann man alle gut zu Fuß erreichen.

bazaar2.jpgbazaar3.jpgDSC_1133.jpgspices.jpgturkish_carpets.jpgturkish_lamps.jpg

Alina ist nach kurzer Zeit völlig überfordert mit Shoppen. Sie will wieder raus, ich kann es nicht glauben. Sie gibt auf. Ohne 1 einziges gekauftes Stück. Leider weiss ich, das hält nicht lange. Einge Händler sind auch erschöpft.

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Noch schnell ein kleines Eis. (Siehe Bild)

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Überall gibt es schöne Ecken und entspannte Leute. Was schön ist hier gehen auch die Einheimischen weg, nicht nur Touris.

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Unseren letzten Abend essen wir, wie es sich für anständige Touristen gehört, in einem Restaurant unterhalb der Galat-Brücke direkt am Bosporus.

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Das war's dann leider auch schon aus dieser tollen Stadt. Noch ein Tee zum Abschied.

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Morgen melden wir uns aus Dubai

Eingestellt von Tom Travel 02:24 Archiviert in Türkei Kommentare (7)

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