Reise blog von Travellerspoint

Dezember 2012

Der Hund

Mückenfutter

sunny 23 °C
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Thomas hat wieder mal den ganzen Tag durchgeplant. Pünktlich fahren wir zu unserem Tagesziel los. Auf dem Weg sehe ich zum ersten Mal ein lebendes Gürteltier, bisher haben wir nur Verkehrsopfer am Straßenrand gesehen. Leider können wir mal wieder nicht anhalten und fotografieren. Moby ist einfach zu groß, man kann nicht eben mal am Straßenrand parken.

Mitten im Nirgendwo zwischen Sumpf und Nord-Florida, kilometerweit entfernt von jedem Haus, läuft ein Hund entlang des Highway. Thomas meint: "Der sah aber ziemlich mager aus." Kurz darauf halten wir an - Pinkelpause. Ich springe raus und versuche den Hund aus großer Entfernung anzulocken. Das Tier kommt langsam näher, ich sehe es fällt ihm schwer. Beim Näherkommen sehe ich, der Hund ist völlig ausgehungert. Mann sieht alle Rippen. Ich hole eine riesen Dose Thunfisch und gebe der Hündin die restliche Putenbrust die wir noch haben. Dann finde ich noch eine Dose Hühnernudelsuppe. Alles ist in 2 Minuten weggeputzt.

Der Hund hat ein Halsband mit Namen und Telefon drauf. Super! Nur leider haben wir kein Netz. Thomas geht ein paar Meter nach vorne, nach rechts und links, bis wir einen Strich auf unserem Handy haben. Das Gespräch verläuft so:

"Hallo sprechen wir mit Jamey Thrift?"
"Ja"
"Ich habe deinen Hund gefunden."
"Das ist ja klasse. Wo seid ihr? Der wird seit Tagen vermisst!"
"Wir sind an der Kreuzung soundso."
"Ich hole ihn gleich ab, danke!"

Das wäre unser Wunschgespräch gewesen. Es verlief anders.

"Hallo sprechen wir mit Jamey Thrift?"
"Ja" (übler Nordflorida-Dialekt. Es wird klar was Alina in Bayern durchgemacht hat)
"Ich habe deinen Hund gefunden."
"Hund?"
"Hier ist ein Hund mit Halsband. Da steht dein Name und Telefonnummer drauf."
"Ach DER Hund. Ja, der ist seit ein paar Tagen weg." (Dieser Hund ist länger weg, abgemagert wie er ist. Zu dem furchtbaren Dialekt kommt noch hinzu, dass wir nur einen Strich Netz haben)
"Frzgrmpftz"
"Der Hund ist hier an Kreuzung soundso."
"Ach, ist ja nicht so weit weg"
"Ok, kommst jetzt deinen Hund abholen?"
"Woher seit ihr? Ist ja ein seltsamer Dialekt den du da hast" (fragt ausgerechnet er)
"Aus Deutschland"
"Oiii, das ist ja weit weg?"
"Nee, ist direkt hinter Kansas!" (will der jetzt mit mir Smalltalk machen?)
"Kommst du jetzt dein Hund abholen!?"
"Trfrzzz trfrzzz" das Netz ist weg und kommt nicht wieder. Es hätte auch wenig Sinn Jamey Doofkopp nochmal anzurufen und mit ihm Erdkunde durchzugehen. Thomas ist sauer. Er kennt solche Bauern, die sich einen Dreck um ihre Tiere scheren. Er vermutet dem hier ist es egal was mit dem Tier passiert. Das kommt davon wenn man in der fünften Generation nur seine Cousins und Cousinen heiratet.

Was Nun? Der Hund ist vollgefressen, liegt im Gras neben der Kreuzung. Unser Tagesziel können wir vergessen. Ich würde den Hund am liebsten mitnehmen.

Es folgt eine längere Diskussion, da Thomas den Hund auf keinen Fall mitnehmen will. Er befürchtet, dass wir entweder wegen Diebstahl belangt werden oder im günstigeren Fall den Hund nirgendwo wieder los werden. Zusammenfassung:

"Der Hund kommt mit!"
"Nein, der bleibt hier!"
"Ich lass den Hund auf keinen Fall hier!"
"Dann bleibst du auch hier!"
"Hey das Auto gehört nicht nur dir!"
"Mir egal, ich hab die Schlüssel, ich fahr jetzt!" (Mann muß ihn einfach lieben oder? Augenroll)

Der Hund ist mittlerweile fast eingeschlafen. Der hält sich da total raus. Thomas ist auf Jamey Doofkopp sauer und ich bekomme es ab. Thomas schlägt vor: "Wir fahren zu den nächsten Häusern mit besserem Empfang und rufen den Typ nochmal an." Ein paar Kilometer weiter sehen wir eine LKW-Wiegestation und einen Polizisten. Wir sagen ihm der Hund ist eine Gefahr für den Straßenverkehr, so dass er gezwungen ist etwas zu unternehmen. Wir geben ihm die Rufnummer und Namen von Jamey Doofkopp. Der Polizist verspricht uns, anzurufen. Leider gibt es solche Fälle öfter, sagt uns der Polizist. Herrenlose Tiere um die sich keiner kümmert.

Es ist traurig, aber wenn der Besitzer den Hund nicht bald holt wird er womöglich überfahren. Wir können nur hoffen, dass der Hund, der sehr freundlich ist, von eine Familie aufgenommen wird, die ihn pflegt und behält.

Wir suchen uns ein neues Tagesziel, ändern unsere Route. Wir fahren heute nur noch nach Jacksonville und übernachten dort.

Am nächsten Tag fahren wir die 13 runter bis Palatka. Das ist wieder eine "Scenic Route". Die hat ihren Namen wirklich verdient. Wir durchfahren Alleen mit riesigen Gespensterbäumen (die Bäume die mit spanischem Moos behangen sind). Noch weiter südlich...und...tataa, es wird endlich wärmer - auch nach Sonnenuntergang. Was so ein paar Grad ausmachen. Heute will Thomas wieder im Wald übernachten. Wir finden einen schönen, sehr einsamen Platz am Lake Delancy, nördlich von Orlando.

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Nicht weit unserer Feuerstelle finden wir einen großer Haufen Sch***. Ich rufe Pocahontas bzw. Thomas zur Identifizierung. Ich weiß es ist kein Reh, sieht auch nicht aus wie Pferd, aber es muß von etwas Großem stammen. Thomas tippt auf Bär oder sehr großes Wildschwein. Das Einzige was wir heute noch sehen ist spät in der Nacht ein Fuchs, der sofort verschwindet.

Haben wir eben das Wetter gelobt? Wer uns kennt, der weiß, das hält nicht lange an. Da war noch etwas das wir nicht mögen, wenn es wärmer wird. Was war das nochmal? Thomas macht ein Lagerfeuer und ich denke:
"Warum fliegen so viele Libellen so spät abends rum?"
Von wegen! Mosquitos so groß wie Libellen! Wir reisen wirklich lange, aber solche Mosquitos sind uns neu. Wir sind nicht mehr im Sumpf, nicht irgendwo am Amazonas und auch nicht auf der Reise zum Mittelpunkt der Erde. Diese Viecher sind echt groß. Die haben so lange Nadeln, das erinnert mich an Blut Abnehmen in Rumänien. Diese Mossies stechen durch Strickpullover, das Shirt darunter. Kleidung schützt hier nicht. Wir flüchten ins Auto. So macht der Wald keinen Spaß, wenn man eh nicht draußen sitzen kann kann können wir auch gleich bei WalMart bleiben. Die Stiche sind die schlimmsten seit langen und jucken noch 4 Tage später.

Unnötig zu sagen warum wir am nächsten Morgen die Zelte im Wald abbrechen und weiter fahren. In Orlando verbringen wir eine mückenfreie Nacht bei Walmart bevor es am nächsten Tag weiter nach Süden geht.

Wir finden einen wunderschönen kostenlosen Campingplatz in der Nähe des Lake Okeechobee. Hier gibt es sogar den Luxus von warmen Duschen und Strom für Alina zum Arbeiten.

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Auf unserer ersten Weltreise haben wir Olli und Cathi kennengelernt, die etwas später in die USA ausgewandert sind. Mittlerweile sind die zwei zu dritt. William ist nun auch dabei.

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Wir haben immer noch Kontakt und hatten ein Wiedersehen hier in Florida fest eingeplant. Da wir jetzt nur 150 Kilometer entfernt von ihrem jetzigen Wohnort sind, rufen wir sie an und fragen ob sie nicht zu uns kommen wollen. Gegen nachmittag kommen sie an und wir verbringen den Abend am Lagerfeuer.

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Thomas sitzt mit kurzen Hosen draußen und glaubt dass die Mossies ihm so nah am Feuer nichts anhaben können. Ich weise ihn auf sein Irrtum mehrfach hin. Mit jedem Bier findet er die Idee mit den kurzen Hosen immer besser. Olli hatte viel Bier mitgebracht. Noch besser gefällt die Idee mit den kurzen Hosen den Blutsaugern, am nächsten Tag hat er über 100 Stiche an den Waden. Sieht aus als hätte er über Nacht die Masern bekommen.

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Es gibt Ecken in dieser Welt, da sind die Mossies nur in der Dämmerung unterwegs und ihre Stiche jucken gerade mal 20 Minuten. Leider nicht hier. Unser Lagerfeuer war schön, dank der Mücken wissen wir auch die nächsten Tage mit jedem Stich wie schön es war.

Eingestellt von Tom Travel 14:03 Archiviert in Vereinigte Staaten von Amerika Kommentare (2)

Snowbirds

Süd-Florida

semi-overcast 26 °C
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Gestern kam Larry unser Campground Host zu uns und fragte ob jemand Lust hat zum Football mitzukommen. Für mich ist Ostern und Weihnachten zusammen. Was ich unbedingt noch sehen wollte bevor wir die USA verlasse war ein Footballspiel. Mir hätte College Football gereicht, aber er hat Karten für das NFL Spiel – Miami Dolphins vs. New England Patriots. Leider hat er nur eine Karte zu viel und Alina verzichtet.

Nach dem Frühstück fahren wir die 2 Stunden bis Miami. Wegen dem Verkehr kommen wir leicht verspätet an. Das Spiel hat schon begonnen, das Heimteam liegt bereits zurück.

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Die Cheerleader helfen zumindest den männlichen Zuschauern über den traurigen Spielverlauf hinweg.

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Sie verlieren am Ende auch, aber das scheint den Zuschauern nicht so viel auszumachen. Die Fans sind nicht am Boden zerstört wie bei uns beim Fußball. Sie nehmen es locker. Das Drumherum spielt eine ebenso große Rolle wie das Spiel selbst. Auf dem Parkplatz wird gegrillt, es sieht so aus als ob die Leute hier schon seit Tagen kampieren.

In der Zwischenzeit hat Alina ein Putztag eingelegt und Moby von innen fotografiert, denn unser Moby soll bald verkauft werden. Wir können uns das noch gar nicht vorstellen ohne Moby zu reisen, aber übers Wasser hat er eindeutig Nachteile.

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Am nächsten Morgen verlassen wir den schönen Platz und fahren nach Bonita Springs. Dort werden wir von den Gottfried und Kathie bereits erwartet. Freunde meines Vaters die wir zuletzt vor 4 Jahren besucht hatten. Für uns und unseren Dicken Moby haben sie einen Platz vor einem ihrer Bungalows, der zur Zeit nicht bewohnt ist. Strom und Wasseranschluss haben wir so, mehr brauchen wir nicht.

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Gottffried und Kathie begrüßen uns mit österreichisch-amerikanischer Gastfreundschaft. Wir fühlen uns wie bei Mama. Die nächsten Tage werden wir exquisit verwöhnt. Sie fahren uns herum, kochen oder laden uns ständig zum Essen ein. Wir essen Kathie's Mangohühnchen (das beste der Welt) und haben eine tolle Zeit.

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Fort Myers Beach.

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Florida hat durch die viele Pastelltöne einen hohen Wiedererkennungswert. Mir gefällt es. Schon wieder ein Ort an dem ich am liebsten sofort bleiben möchte.

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Wir tun das was wir am besten können – nichts.

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Wir sehen den Pelikanen und Möwen bei der Formationsjagd zu.

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Es ist noch nicht viel los, die Saison beginnt gerade erst. Diese Ecke von Florida ist jetzt völlig relaxed. Neue luxuriöse Wohnanlagen überall. Viele stehen leer, noch sind die meisten Snowbirds nicht angekommen. In ein paar Wochen ist es hier gerammelt voll, wie an der Adria im August. Die Temperatur ist geradezu perfekt. Tagsüber und auch in der Nacht - nicht zu warm und nicht zu kalt. Kein Wunder dass jeder der es sich leisten kann die fiesen kalten Monate von Dezember bis März hier verbringt.

Der Weihnachtsmann schaut vorbei. Anscheinend ist er auch einer der Snowbirds. Von wegen der wohnt am Nordpol, das war wohl mal.

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Dieser Falke auf dem Briefkasten ist tatsächlich echt. Wir mussten 2 mal hinsehen um es zu glauben.

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Der Tierreichtum hier in Südflorida erreicht fast australische Dimensionen. Vor Panthern wird gewarnt.

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Florida Panther ist wieder einmal ein anderer Name für Puma. Erst heißt es “Panther next 4 miles“, dann “Panther crossing“ dann ist es der “Panther traffic“. Das finden wir wiederum witzig. Von denen gibt es hier nur ein paar Hundert, einem zu begegnen wäre wirklich ein Riesenglück.

Nach 4 Tagen in Bonita Springs verabschieden wir uns von unseren Gastgebern und machen uns auf den Weg Richtung Everglades - dort haben wir die nächste Verabredung mit Kati und Ollie.

Eingestellt von Tom Travel 13:36 Archiviert in Vereinigte Staaten von Amerika Kommentare (4)

Die Invasion

Big Cypress Nature Preserve

semi-overcast 28 °C
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Der Weg in die Everglades führt über Marco Island (nobel aber langweilig) nach Everglades City (weniger nobel und auch langweilig) in den Big Cypress Sumpf. Hier erleben wir wieder eine positive Überraschung auf dieser USA Reise. Entlang der Strecke verläuft ein Kanal und wir trauen unseren Augen nicht. So viele Großvögel und alle paar Hundert Meter ein Alligator. Hier muss es unendlich viele Fische geben - wovon sollten die Vögel und Reptilien sonst leben. Aber wovon leben die Fische? Die Antwort auf diese Frage bekommen wir zwei Tage später.

Wir suchen in der Gegend etwas zum Übernachten und finden dem Monument Lake Campground. Diese Woche ist noch ist Off-Season und der Platz ist kostenlos. Bietet zwar nicht viel, aber egal - wir haben ja alles dabei. Der fantastische Sonnenuntergang war gratis und jeder noch so kleine Tümpel hier bietet einen eigenen Hausalligator.

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Unweit des Campingplatzes ist das Oasis Besucherzentrum. Hier sitzen besonders viele Reiher, Kraniche, Störche und Ibisse im Ufergebüsch. Ob die da sitzen weil da ein Besucherzentrum ist oder ob das Zentrum wegen der vielen Vögel da hingebaut wurde - wir wissen es nicht. Vor dem Gebäude ein kurzer Boardwalk und wieder trauen wir unseren Augen nicht.

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Alligatoren - haufenweise. Neben- und übereinander.

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Die werden hier nicht gefüttert, das braucht es auch nicht. Der Kanal wimmelt von Fischen. Ganze Schwärme so dicht dass man in dem glasklaren Wasser den Boden nicht mehr sieht. Die Echsen/Vögel brauchen eigentlich nur den Kopf ins Wasser stecken und das Maul/Schnabel schließen und sie haben einen Happen. Wieder bewegt uns die Frage wovon diese unglaubliche Menge an Fischen lebt.

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Wir konnten Cathi Olli und William wieder überreden mit uns zu campen. Olli ist eigentlich immer dabei wenn er mit dem Lagerfeuer spielen darf. Für die Drei ist der Sumpf auch neu, denn William ist noch keine 2 Jahre alt und so lange wohnen sie alle noch nicht in Florida. Wir verbringen das Wochenende zusammen und sehen uns die Attraktionen an.

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Meist auf Boardwalks, denn Olli sind die Alligatoren nicht so geheuer.

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Hier sieht man schön wie der Baum gewürgt wird.

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Alligatoren darf man übrigens nicht füttern :-O.

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Am nächsten Tag fahren wir in den angrenzenden Everglades-Nationalpark. Wir zeigen Olli stolz unseren NPS-Jahrespass, wir können unsere Freunde kostenlos mitnehmen. Es gibt eine kleine Bimmelbahn durch den Sumpf zu einem Aussichtsturm. Super, da steigen wir doch alle ein und noch schneller wieder aus als die uns den Preis von 20$ pro Person nennen. Hier ist überall Sumpf, warum gerade hier bezahlen? Mann kann den Weg auch kostenlos zu Fuß gehen oder mit dem Rad fahren.

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Wir gehen ein Stück und sehen einen wunderschönen Boardwalk. Vielleicht sieht es für euch daheim alles gleich aus, aber es ist wie in Asien: "Same, same, but different."

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Der Radweg führt entlang am einem Kanal, alle paar Meter ist ein Alligator im Wasser oder liegt faul herum.

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Vor uns springt ein (deutscher) Radfahrer von seinem Rad ab und läuft panisch weg. Während sich eine andere Gruppe (auch Deutsche - ohne Rad) total kaputtlacht, sagt er der Alligator hätte ihn angesprungen. Herrlich! Die Biester sind doch nicht so süß und träge wie sie aussehen. Sie fressen auch mal ein Reh - wenn sie es erwischen. Nachdem ich das weiß würde ich mich nicht nochmal neben einen drankuscheln so wie im Okefenokee. Thomas geht natürlich ins Wasser, es war kein Alligator in der Nähe.

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Wir fahren den Loop-Drive abseits der Hauptstraße. Noch mehr Vögel und wir finden noch den Alligatoren-Kindergarten.

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Truthähne und Geier

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Katie, Ollie und William fahren am Nachmittag nach Hause. Wir bleiben für die Nacht am Midway Campground. Gestern hatte sich Alina bis zum Hals zugedeckt. Deswegen wurde sie nur im Gesicht und an den Händen gestochen. Unterm Auge hatte sie eine Schwellung, sah aus hätte sie sich geprügelt. Sie ist einfach ein Moskitomagnet.

Je weiter wir in den Süden kommen desto mehr gehen die Temperaturen stramm Richtung 30°. Nicht dass wir uns beschweren würden. Was man so hört habt ihr es in Deutschland zur Zeit gerade nicht wirklich kuschlig warm vor der Tür. Was sich letzte Nacht vor unserer Tür abgespielt hat war aber auch nicht angenehm. Wir erhalten die Antwort auf die Frage wovon die Fische leben.

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Eine Invasion von winzigen Fliegen. So klein, dass sie zum Teil durch das Moskitonetz durchkamen. Als wir merken was los ist verrammeln wir die Fenster - zu spät. Tausende der kleinen Plagegeister sind bereits im Auto. Sie sind überall, vor allem an der Decke und um die Lampen. Es erscheint völlig aussichtslos mit Fliegenklatsche oder Lappen dagegen vorzugehen. Da habe ich die Idee! Wir haben Strom und einen Staubsauger - das ist die Rettung. Es macht direkt Spaß die Massen wegzusaugen. Langsam werden es weniger.

Vor dem Fenster warten immer noch Millionen der Fliegen auf Einlaß. Es wird in dieser Nacht warm, sehr warm. Wir würden gerne die Aircon einschalten. Dummerweise versagt sie ausgerechnet jetzt den Dienst. Heute Mittag ging sie noch. Das ist schlecht. Nicht nur weil das bedeutet, dass wir heute Nacht schwitzen werden, sondern auch weil das beim Verkauf des RVs in ein paar Tagen nicht hilfreich ist. Ohne funktionierende Aircon ist ein Auto hier praktisch unverkäuflich. Hoffentlich wird die Reparatur nicht zu teuer.

Nach einigen Tagen in der Einsamkeit der Wildnis brauchen wir wieder die Zivilisation. Gas, Benzin und Bier ist alle. Internet wäre auch nicht schlecht. Hier draußen hatten wir nicht mal mit unserem 4G-USB-Stick von T-Mobile Empfang. Kanadische Camping-Nachbarn (mit besserem Provider) mussten aushelfen damit Alina dringende Updates für ihre Kunden erledigen konnte. Außerdem habe ich meine vorletzte Lesebrille geschrottet. Ein Besuch im Dollar Store wird fällig. Dort gibt es die Sehhilfen für 1$ - bei meinem Verschleiß an Brillen lohnt es sich nicht mehr dafür auszugeben.

Wir verlassen den Big Cypress Sumpf und fahren in die nächste größere Stadt - Homestead.

Eingestellt von Tom Travel 11:00 Archiviert in Vereinigte Staaten von Amerika Kommentare (1)

Invasion Teil 2

gestörte Nachtruhe

semi-overcast 30 °C
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Die letzte Nacht in Homestead war mückenfrei aber ein wenig unruhig. Zuerst stehen wir einfach auf einem großen Parkplatz vor einem Starbucks. Wegen Free WiFi – ihr wisst schon. Unser Auto fällt zwischen all den anderen gar nicht auf. Gegen Mitternacht schließen alle Geschäfte und wir stehen auf einmal ganz allein quasi auf dem Präsentierteller da. Es ist schwül-heiß heute Nacht. Fenster aufmachen können wir nicht, denn ich habe keine Lust mitten in der Nacht von der Polizei oder Security aus dem Bett geklopft zu werden. Eine andere Lösung muss her. Der Walmart hier ist leider einer der wenigen in den USA der Übernacht-Parken nicht erlaubt – scheidet also aus. Ein anderer Großmarkt war im Internet als camper-freundlich markiert und da fahre ich jetzt hin. Alina stört das alles nicht, sie schläft hinten einfach weiter.

Auch hier ist bereits alles duster und wir sind schon wieder das einzige Fahrzeug auf dem Hof. Gefällt mir nicht, ist aber jetzt nicht mehr zu ändern. Wenigstens liegt dieser Platz weit außerhalb, mit viel Polizei ist hier nicht zu rechnen. So können wir wenigstens das Fenster offen lassen.

Der nächste Tag beginnt zunächst wieder mit Erledigungen. Es ist erstaunlich wie viele Dinge man auch als Reisender tagtäglich zu tun hat. Meist sind es Einkäufe und Recherchen. Propangas ist alle, Lebensmittel für die nächsten paar Tage auffüllen und wir müssen sehen wo wir die nächsten Nächte auf den Florida Keys bleiben können.

Moby ist seit gestern im Internet zum Verkauf angeboten und wir haben auch schon die ersten beiden Interessenten. Der eine bietet zu wenig, der andere ist ein Betrüger – mal sehen was in dieser Angelegenheit noch auf uns zu kommt.

Einkäufe und Internet abgehakt machen wir uns auf zur letzten Etappe. Immer nach Süd-West, so weit es eben geht. Bis das Land aus ist. Die Florida Keys und die Fahrt dorthin sehen auf der Karte viel interessanter aus als in Wirklichkeit. Florida ist bekanntlich sehr flach (der höchste Punkt liegt gerade mal 150 über NN), die Keys sind noch viel flacher. 6 Meter ist die höchste natürliche Erhebung. Es gibt ein paar nette Buchten, das Ufer besteht aber meist aus Mangrovendickicht. Wenn man es zum ersten Mal sieht ist es spannend, wenn es sich dauernd wiederholt wird es langweilig. Die einzelnen Inseln werden durch Brücken und Fahrbahndämme verbunden. Etwas das aus der Luft auch viel spannender ausieht als wenn man stundenlang darüber fährt.

200km sind es laut Navi bis Key West. Das ist angeblich der südlichste Punkt der USA. Das ist er nicht! DAS hier ist der südlichste Punkt: Hawaii. Ein windiger, menschenleerer Felsstrand auf Big Island Hawaii - hier gibt es keine Partys und Postkartensonnenuntergänge, nicht mal eine Holztafel. Key West Das läßt sich viel besser vermarkten. Wo kann man denn sonst mit dem Auto auf eine Karibikinsel fahren? Durch die Brücken wird die Insel zum Festland und so bleibt Key West der südlichste Punkt in Festland USA.

Aber heute kommen wir nicht mal bis dahin. 20km vorher wird es dunkel und wir finden mit Hilfe von Google Earth eine alte Landstraße die blind in den Mangroven endet. Für Aussicht gibt es hier null Punkte. Das Meer ist nur 50 Meter weg, aber durch das dichte Unterholz nicht zu sehen. Einen kurzen Erkundungsspaziergang müssen wir fluchtartig abbrechen – Moskitos! Kein Lüftchen regt sich, es ist heute noch schwüler als gestern. Nichts wie rein ins Auto und Türen zu. Wir haben ja Fliegennetze.

Vor ein paar Tagen hatten wir die Invasion der Eintagsfliegen, die waren lästig aber nicht blutsaugend. Heute lernen wir einen weiteren Vertreter der Süd-Florida-Saug-und-Stech-Fraktion kennen: Die No-see-'ems. Wörtlich übersetzt heißen die: "die-siehst-nicht". Noch kleiner als die vom letzten Mal, etwas kleiner als Sand-Flys oder unsere heimischen Fruchtfliegen. Natürlich hilft unser Fliegennetz dagegen nicht, Fenster bleiben zu. Natürlich geht unsere Aircon immer noch nicht.

Alina kocht, das erhöht die Temperatur im Innenraum nochmal um geschätzte 15°. Türen und Fenster müssen weiterhin zu bleiben. Über 120 Tage waren wir in den USA unterwegs, nie haben wir die Klimaanlage wirklich gebraucht – außer heute. Die No-see-'ems machen uns fertig. Sie pieksen und stechen diesmal auch mich und nicht nur Alina. Auf dieser Reise gibt es nicht nur nette Bekanntschaften sondern auch solche wie Midges und No-see-'ems. Die schottischen Midges waren allerdings noch um einiges übler. Ihre Stiche jucken mehrere Tage. Warum lernen wir nicht die "no-Stechmücke" kennen? Oder den "no-verstecken-Puma"?

Kälte oder schwüle Hitze – was ist ist schlimmer? Zur Zeit wäre ich für Kälte. Die letzten Nächte mit Eintagsfliegen und No-see-'ems waren mir echt zu viel. Am schönsten war es in den Wüsten von Utah und New Mexiko. Optimale Temperaturen in der Nacht und definitiv keine Blutsauger.

Am nächsten Morgen stehen wir ganz ungewohnt früh schon um 7 auf und fahren das letzte Stück nach Key West. Wir wollen hier weg - schnell weg. Geschlafen haben wir in dieser Nacht wenig. Der Himmel ist völlig zugezogen. Karibikfeeling kommt so nicht auf, aber wenigstens wird es im Auto nicht gleich wieder so heiß. Publix heißt der hiesige Supermarktersatz für den fehlenden Walmart. Laut Recherche kann man hier nachts mit dem RV parken. Als wir ankommen sagen die Schilder um den Platz etwas anderes. Key West ist ziemlich klein und sehr beliebt. Das üblicherweise kaum durchgesetzte Nachtparkverbot für Camper wird hier ernst genommen. State Parks sind alle ausgebucht und die Preise für private Campingplätze bewegen sich zwischen 80$-110$ - pro Tag, nicht pro Woche! Wer hier für einen Monat sein Zelt aufschlagen will zahlt 1500-2500$. Dafür kann man in vielen schönen Ecken der Welt ein Haus mit Garten mieten.

Die Suche nach einem Standplatz geht weiter.

Eingestellt von Tom Travel 08:17 Archiviert in Vereinigte Staaten von Amerika Kommentare (0)

Sonnenuntergangs-Special

in Key West - wo sonst?

semi-overcast 26 °C
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Key West die einzige Karibikinsel der USA. Wie bereits erwähnt, sind es von hier nur 90 Meilen nach Kuba und es ist der südlichste Teil von Festland-USA. Dass man so südlich liegt, wird überall hervorgehoben. Überall Plakate und Schilder: das südlichste Hotel, das südlichste Kaffeehaus, die südlichste irische Kneipe, der südlichster Shop, das südlichstes WC, der südlichste Ameisenhaufen. Alles wird gebührend vermerkt. Alles ist bunt, fröhlich und südlich.

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Auch der Durchschnittsamerikaner wirkt dort karibischer. Überall wabert Musik aus Radios durch die Straßen oder wird live gespielt. Jeden Abend wird der Sonnenuntergang von Schaulustigen zelebriert oder besser gesagt begossen und gefeiert.

Die Altstadt rund um die Duval Street ist wunderschön. Hemingway wohnte hier und so gibt es eine Attraktion mehr. Überall laufen Hühner herum. Nicht irgendwelche Schicksen, sondern richtige Hähne und Hühner leben zwischen den Möwen, Ibissen, Pelikanen.

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Die Hühner und ich sind uns einig, es ist einer der schönsten Plätze der Welt.

Leider ist es nicht ganz günstig, Thomas Begeisterung hält sich daher in Grenzen. Wir finden einen Gratis-Schlafplatz und verbringen die erste Nacht in einem Gewerbegebiet.

Der nächste Tag ist leider bewölkt. Der Supermarkt neben unserem Schlaf-Standplatz hat Gratis-Internet. Ich muss arbeiten also verbringen wir den Tag hier. Erst abends kommt die Sonne ein wenig raus. Wir hoffen auf besseres Wetter morgen.

Leider war die Hoffnung umsonst - es regnet im Paradies. Also lege ich noch einen Arbeitstag ein. Spät nachts fahren wir zu unseren Schlafplatz. Das war zumindest der Plan. Mit Plänen ist das so eine Sache. Das Auto springt nicht an, die Batterie ist platt. Klar, wir laden seit Tagen die Laptops und der Radio läuft. Normalerweise pfeift das Ladegeät wenn die Spannung zu weit abfällt – diesmal leider nicht.

Was tun? Hier dürfen wir über Nacht nicht stehen. Thomas spricht mit den Verantwortlichen des Supermarktes, die sagen der Parkplatz gehört ihnen nicht und die Abschlepper drehen hier nach Mitternacht ihre Runde. Toll!

Ich bemerke einen Pickup in unsere Nähe und sage zu Thomas "Vielleicht sind die beim Einkaufen und helfen uns." Bald kommt ein Paar das zum Pickup gehört und der gute Mann hat alles was wir brauchen. Wir sind wieder flott, müssen aber ein Stück fahren um die Batterie aufzuladen. Der Schlafplatz um die Ecke scheidet somit aus. Thomas hat noch einen Geheimtipp. Auf einer großen Rasenfläche am anderen Ende der Insel. Wir stellen unseren Moby dort ab, keiner da außer uns. So richtig wohl fühlen wir uns nicht, es wäre schöner wenn noch andere Camper hier wären.

Am nächsten Tag wieder bewölkt. Wir gehen trotzdem zum Sonnenuntergangs-Pier wo sich alle treffen. Unterwegs bleiben wir bei einer Galerie von Peter Lik stehen. Seine Fotos sind der Wahnsinn. Wer seine Fotos sehen will bitte hier klicken. Er hält den Preis-Weltrekord für Fotos. 1 Million hat er für 1 Foto bekommen. Die Bilder sind auf Spezialpapier gedruckt und leuchten einem entgegen. Man denkt zuerst sie werden von der Rückseite angeleuchtet. Werden sie aber nicht. Wir erkennen viele Motive wieder. Das ist in Utah, das ist Da-und-da. Der Galerist sieht schon seinen nächsten Verkauf und Dollarzeichen erscheinen in seinen Pupillen. Auch die billigsten Fotos kosten mehrere tausend Dollar. Er bringt uns in einem dunklen Vorführraum und demonstriert wie sich die Bilder verändern wenn weniger oder mehr Licht darauf fällt. Wirklich Beeindruckend

“Klasse, aber wir haben keine Wand an der wir so etwas hängen könnten.“ sagen wir ihm.
“Wie keine Wand? Was ist das für ein Haus ohne Wand?“
“Haus oder Wohnung haben wir nicht.“
“Wie kein Haus/Wohnung?“

Wir erzählen unsere Wir-haben-alles-verkauft-und-reisen-Story. Die Vorführung ist beendet. Die Dollarzeichen in seinen Augen sind geplatzt wie Seifenblasen. Leute ohne Wand und Wohnung, wo gibt’s denn so was! Armes Deutschland!

Dann gehen wir halt mal nett essen, nur ich und Thomas. Das haben wir in der ganzen Reise noch nicht gemacht. Thomas versucht ein optimales Preis-Leistungsverhältnis zu bekommen. So laufen wir fast alle Restaurants ab. Alles ist teuer. Am Ende gibt er auf und ich darf aussuchen.

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Leider war das Essen nur so la-la. Am besten haben wir bisher in Bonita Springs gegessen. Da waren wir mit Einheimischen unterwegs – die kannten sich aus.

Wir schlendern mit den Hühnern durch die Straßen

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und landen bei Sloppy Joes, der Bar die von Hemingway so benannt wurde und ihm zum Teil wohl auch gehörte. Richtig genießen können wir den Abend nicht, Wir machen uns die ganze Zeit Gedanken um unser Auto. Nach einem Drink brechen wir auf. Der wartet brav und auch diese Nacht campen wir ohne Probleme.

Der nächste Tag - endlich Sonne. Bestimmt 10 Grad wärmer. Wir sind heute früh wach und wollen zum südlichsten Punkt der Insel, dort steht der bekannte Marker. Ein verfallenes Motel bietet uns einen tollen Schattenparkplatz für unseren Moby. Wir parken dicht unter einem Baum auf dessen Äste sich die Gockel der Insel ausruhen wenn sie mit den Verscheuchen der Hühner fertig sind. Diese Äste werden übrigens später beim Ausparken unserer Dachleiter zum Vergängnis. Es ist nicht viel los

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und wir bekommen auch unser südlichstes Foto.

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Nebenan ist ein Hotel mit Strand, da gehen wir später auf einen Kaffee hin. Ich genehmige mir einen Key Lime Colada. Aufruf zum Nachmachen, das Zeug ist echt lecker!

Später mache ich einen Spaziergang und treffe Michelangelo. Er lebt seit 5 Jahren auf Key West in diesem Camper. Laut ihm gibt es hier außer Miete alles umsonst (für Rentner zumindest). Er ist 88 und hört fast nichts mehr. Ich erzähle ihm von unseren Camping-Abenteuern und erfahre, dass er seit 39 Jahren mit dem Camper in Nordamerika unterwegs ist. Da kann ich wohl nicht punkten. Er hat viele Tipps. Falls einer mit dem Camper durch die USA will, stattet ihm einen Besuch ab, sein Auto erkennt ihr sofort.

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Natürlich auch falls eure Zimmerdecke einen neuen Anstrich braucht, denn er behauptet er ist eine Reinkarnation von Michelangelo.

Ich hänge eine Weile mit Michelangelo ab und finde selbst noch eine kostenlose Attraktion - ein ehemaliges Fort. Heute mit einem netten kleinen Garten.

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Abends gehen wir wieder weg, zuerst natürlich den Sonnenuntergang gucken. Leider sind wir spät dran, der Pier ist schon total überfüllt.

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Wir suchen uns ein Platz weit weg von den Massen und bekommen noch unser Bild. Nicht das schönste, aber immerhin.

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Die Sonne taucht perfekt im Meer unter. So oft haben wir das noch gar nicht gesehen auf unserer USA-Reise. Ich glaube es ist erst das zweite Mal. Am Ende wird geklatscht, toll gemacht Sonne!

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Direkt nach Sonnenuntergang werden Straßenkünstler aktiv. Katzen springen über Kinder und durch brennende Reifen, dressiert von einer durchgenallten Franzosen-Version von Helge Schneider. Wie sich wohl Katzenklo auf französisch anhört?

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Die Dämmerung ist eigentlich spannender.

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am besten ab in den Green Parrot Drinks schlürfen.

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Der nächste Tag – Abreisetag, wird ganz übel für mich. Ich würde alles tun um hier zu bleiben. 99 Jahre abspülen oder was auch immer, aber wir müssen weg. Wir haben kein Wasser, keinen Strom - Moby ist ausgesaugt. Wir müssen die Klimaanlage reparieren lassen und und um Mobys Verkauf kümmern.

Also verlassen wir wieder Key West aber nicht ohne euch diesen lustigen Vogel zu zeigen.

Eingestellt von Tom Travel 22:08 Archiviert in Vereinigte Staaten von Amerika Kommentare (2)

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