Reise blog von Travellerspoint

August 2012

Moby Dick gibt Rauchzeichen

Kraxelei im Dunkeln

sunny 30 °C
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Wir fahren zurück zu den Niagara Falls und heute haben wir perfektes Wetter. Sonne, das bedeutet wir sollten einen wunderschönen Regenbogen über den Fällen zu sehen bekommen. Ein weiteres Plus: heute ist Sonntag und da gibt es um 22 Uhr ein kleines Feuerwerk. Wir hatten bereits auf der Hinfahrt einen kostenlosen Parkplatz in der Nähe oberhalb der Fälle gefunden und wollen heute da übernachten.

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Wir halten kurz vor den Fällen um für das Abendessen einzukaufen. Als wir weiter fahren wollen Thomas sagt plötzlich: “Irgendetwas stimmt mit dem Bremsen nicht.“ Sie bremsen zwar aber das Pedal ist butterweich und das Auto zieht stramm nach rechts.

Wir erreichen kurz darauf unseren "Geheimparkplatz" und als wir anhalten merken wir, dass von der Beifahrerseite Rauch aufsteigt. Thomas und ich beugen uns runter um uns den Reifen und die Quelle des Rauches anzusehen. Als ich aufstehe vergesse den riesigen Außenspiegel über meinem Kopf. Peng! Aua! So doll habe ich mir den Kopf noch nie angehauen. Thomas macht sich nun um Bremsen, Reifen und um meinen Kopf Sorgen. Werkstatt ist heute nicht, weil Sonntag.

Weiterfahren können wir so auch nicht, also tun wir das was wir ohnehin vorhatten. Wir gehen nach Kühlung meines Kopfes zu den Wasserfällen. Wir müssen uns beeilen, die Sonne geht bald unter und dann ist es wieder nichts mit Regenbogen.

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Könnt ihr euch an die soo bequemen Schuhe erinnern, die ich mir vor wenigen Stunden gekauft habe? Ich habe jetzt 2 riesige Blasen an den Fußsohlen, aber es gibt keinen kurzen Weg zurück. Aua, Aua, ich humple was das Zeug hält. Egal wir haben unsere Niagarabilder mit Regenbogen.

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Auf den Weg zurück schummeln wir uns in unser altes Hotel von vor 4 Jahren und fotografieren das ganze noch mal von oben.

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Nach dem Abendessen, ab zum Feuerwerk.

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Wieder der lange Weg außenrum, aber ich habe dieses Mal meine bequemen alten Schlappen an. Die Füße tun mir trotzdem höllisch weh.
Das Feuerwerk und das abendliche Farbenspiel der Fälle lässt mich das erstmal vergessen.

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Die US-amerikanische Seite (2 Bilder oben) sieht nachts auch ganz hübsch aus.

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Zusatzinfo zu unserem Geheimparkplatz (rosa Kringel). Von dort aus gibt es auch eine ganz tolle Abkürzung (rosa Pfeil) eine Böschung hinunter durch ein kleines Stück Wald.

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Spart etwa 2 km Fußmarsch. Wir sind schon vor einigen Tagen da runtergekraxelt. Allerdings tagsüber und mit Turnschuhen. Alina schafft heute den langen Rückweg nicht. Sie möchte ihre schmerzenden Füße nicht weiter bewegen als nötig.

“Das schaffe ich schon durch den Wald.“ sagt sie. Wir finden im Dunkeln den Anfang des Trampelpfades nach oben nicht mehr. Mit unserer Schlüsselanhänger-Taschenlampe kann man nachts am Auto das Schlüsselloch finden, mehr auch nicht. Ich suche im Dickicht nach dem nach dem Weg, aber finde ihn nicht. Alina humpelt hinter mir her. Ich würde normalerweise jetzt das Auto holen, aber mit den defekten Bremsen geht es nicht. Also durchleuchte ich weiter den Waldrand mit der Minitaschenlampe und finde einen möglichen Weg.

Eigentlich mag ich nicht mehr laufen. Durch das nasse Grass ist eklig und es liegen hier Äste herum, die im Dunkeln kaum zu sehen sind. Thomas ist voraus und sucht den Weg nach oben. Auf einmal findet er einen geteerten Weg. Hallelujah, der könnte nach oben führen. Er findet aber noch einen Weg durchs Gebüsch und meint “Versuchen wir es hier, ein wenig steil aber sollte gehen.“ Das “ein wenig steil“ war die Untertreibung des Jahres. Der Anfang ging ja noch, aber das Gekraxel wurde immer schlimmer. Ich habe keinen Halt, meine Fußsohlen tun weh, ich rutsche jedes mal nach hinten aus den Schlappen raus. Ausziehen will ich die aber auch nicht, denn hier liegen auch Scherben herum. Ich umarme ein Baum nach dem anderen und ziehe mich Stück für Stück nach oben. Thomas versucht mir den Weg zu leuchten, mich zu ziehen oder anzuspornen. Wir stellen uns vor wie das was wir da gerade machen für jemand anderen aussehen muss und was passiert wenn uns einer hier findet, was sich der denken mag. Es ist so skuril wie wir beide hier planlos durchs Unterholz stolpern. Wir müssen anhalten und lachen uns kaputt. Da passiert es - ich rutsche aus, falle auf mein Hintern und rutsche wieder nach unten.

Ich kann ja ein bisschen rumänisch, aber die Flüche die Alina jetzt von sich gibt verstehe ich nicht. Eines sagt sie auf deutsch: “Das verzeihe ich dir niemals!“ Dabei wollte sie doch die Abkürzung nehmen. Kurz darauf lacht sie schon wieder. Leider nur bis zum nächsten sehr steilen Stück. Flüche und wieder die das-verzeihe-ich-dir-nie-Nummer (sehr oft). Irgendwie schaffen wir es doch beide bis nach oben. Es gibt keine berühmten rumänischen Bergsteiger. Warum ist mir heute klargeworden. Noch etwas habe ich gelernt:

Reiseweisheit #12: Frauen haben immer die falschen Schuhe an, egal wie bequem sie vorher waren.

Hundemüde, leicht zerschrammt und mit schmutzigen Händen und Füßen, als hätten wir etwas im Wald verbuddelt, gehen wir in unsere Kojen. Mal sehen wie das morgen mit der Reparatur der Bremsen weiter geht.

Eingestellt von Tom Travel 17:52 Archiviert in Kanada Tagged niagara_falls waterfall fireworks Kommentare (3)

Go West!

1000km westwärts

sunny 31 °C
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Erster Tag: Es geht zurück in die Vereinigten Staaten. Weit sind wir heute nicht gekommen. Lediglich knapp 300km sind es am Tagesende kurz vor Cleveland, Ohio.

Bedenkt man, dass wir heute morgen ein nicht fahrbereites Auto hatten ist es aber doch sehr gut gegangen. In Niagara Falls haben wir nach sehr kurzer Suche eine Ford Werkstatt gefunden, die eine Hebebühne hatte auf die sogar unser Monster passte. Es war wie vermutet der rechte Bremssattel defekt. Der Bremskolben löste sich nicht mehr und die Beläge schliffen auf den Scheiben bis diese glühten - daher der Rauch und das Ziehen nach rechts. Irgendwann begann die Bremsflüssigkeit zu kochen, daher das weiche Pedal.

Nur drei Stunden später und 250$ ärmer bekommen wir unseren rollendes Heim zurück. Der Preis für die Reparatur ist schmerzlich, allerdings ist die Geschwindigkeit mit der unser Problem gelöst wurde sensationell. Versucht mal in München mal eben schnell einen Termin in einer Werkstatt zu bekommen – viel Glück dabei!

Wir fahren südlich um den Erie-See, kurz noch mal durch die Bundesstaaten New York und Pennsylvania. Ein Supermarktparkplatz muss es für heute Nacht tun. Wo sonst kann man einen Moby Dick passender parken als bei *Wal*Mart?

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Diese Kette erlaubt es USA-weit Campern auf ihren Parkplätzen zu übernachten. Eine feine Sache, denn Einkaufen mussten wir sowieso noch etwas.

Zweiter Tag:
Ein weiterer Vorteil so einer Nacht auf dem Supermarktparkplatz ist, dass man es am nächsten Morgen nicht weit zum Bäcker hat. Frisch gestärkt mit Brötchen, Wurst und Kuchen geht es auf die sehr lange und heiße Tagesetappe 700km quer durch den Rest von Ohio, ganz Indiana und bis rein nach Illinois.

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Hier leben überall Amish.

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Am Rand der Highways fahren Kutschen und Pferdegespanne aus einer anderen Zeit. Ein sehr seltsamer Anblick.

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An diesem Tag machen wir nur Stopps bei McDonalds – nicht wegen den Burgern sondern wie üblich wegen WiFi schnorren.
Auf unserem Navi fehlen die Karten von ein paar Bundesstaaten durch die wir nun überraschenderweise fahren. Die laden wir uns jetzt aus dem Internet. Die usrprünglich geplante Route verlief etwas nördlicher. Indiana und Illinois waren nicht vorgesehen.

Nach 12 Stunden auf Achse endet die Etappe heute schon wieder auf einem WalMart Parkplatz in Joliet kurz hinter Chicago.

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Mir langt's ich bin fertig für heute.

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So wie es aussieht haben wir unsere erste Stunde gewonnen – endlich kriegen wir mal was gutgeschrieben. Illinois ist eine Stunde hinter Ohio. Bisher sind wir während der ganzen Reise immer nach Osten gefahren und waren ständig durch die Zeitverschiebungen unausgeschlafen. Kaum hatten wir uns an die neue Zeit gewöhnt ging es weiter und wir mussten wieder eine Stunde früher aufstehen. Wir empfehlen jedem Weltreisenden "linksrum" zu fahren - macht einfach mehr Spaß.

Dritter Tag:
Heute habe ich wirklich keine Lust weit zu fahren. Das letzte Stück gestern um Chicago war der Hammer. 5-spurige Autobahnen und ständig kreuzt irgendein anderer Highway. Trotz Navi und Strassenatlas kam ich ins Schwitzen.

Wir müssen heute mal auf einen Campingplatz. Frischwasser- und Campinggastank sind leer und Abwassertanks voll. Außerdem brauchen wir mal ein paar Stunden Internet, um mit unserem Blog wieder up-2-date zu kommen. Wir haben immer noch keinen Reiseführer für die Gegend und versuchen lediglich anhand der Strassenkarte interessante Punkte zu finden. Die Gegend hier sah ganz vielversprechend aus. Ein Fluss, viele Parks - da sollte es doch auch schöne Campingplätze geben. Mitnichten. Der erste den wir ansteuern ist ein Privatplatz und nimmt keine Tagesgäste auf, der zweite hat kein Internet.

Unser Navi weiß einen anderen, etwas weiter westlich. Troll Hollow heißt er. Klingt irgendwie gruslig. Gleich am Eingang begegnen wir dem ersten Troll. Aber nein, wir sind ja im mittleren Westen, das ist ein normaler Einwohner hier. Der mittlere Westen der USA ist nun wirklich nicht bekannt dafür viele Nobelpreisträger hervorgebracht zu haben - quasi das Niederbayern der USA. Viel Landwirtschaft, wenig genetische Vielfalt der Bevölkerung. Das Gespräch mit dem jungen Mann hat etwas Komisches.

"Haben sie ein Platz für unser RV?"
"RV?"
"Ja und vielleicht auch Strom?"
"Ja ich glaub schon"
"Haben sie Wasseranschluss?"
"Häh? Wasser? Oh ja!"
"Abwasseranschluss"
"Errm, weiß ich nicht, meine Frau kommt später"
"Campinggas?"
"Errm, weiß ich nicht. Nicht vor heute abend, da kommt mein Vater"
"Strom?"
"Jaja"
"Was kostet eine Nacht hier?"
"Weiß ich nicht, vielleicht 30$, meine Frau kommt später."

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Zum Glück kommt etwas später wirklich seine Frau dazu. Die kennt sich aus. Wir kriegen unseren Standplatz mit Anschlüssen und legen einen Ruhetag ein.

Eingestellt von Tom Travel 07:06 Archiviert in Vereinigte Staaten von Amerika Kommentare (1)

Country Roads

vom Mississippi zum Missouri

sunny 35 °C
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Es war für uns ziemlich überraschend so weit nördlich auf den Mississippi zu treffen. Dass der so weit oben in Minnesota, schon fast an der kanadischen Grenze, entspringt war uns völlig neu. Ebenso dass es von Chicago aus nur 2-3 Autostunden sind um hin zu kommen. Da habe ich in Erdkunde gefehlt oder geschlafen.

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Wo wir nun also schon mal da sind beschließen wir die Scenic Great River Road nach Norden am Flussufer entlang zu fahren. Entlang des Ufers kilometerlang Seerosenteppiche und natürlich ein Mississippidampfer

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Ein Stück davon noch in Illinois, dann rüber über den Fluss nach Iowa zum tanken. Die Benzinpreise auf dem linken und rechten Ufer unterscheiden sich bis zu 15%. Die Anzeige unseres Gastanks zeigt schon länger rot, leider hatte bisher keine einzige Tankstelle unser LP-Gas anzubieten. Es ist jeden Tag hammerheiß, ich fürchte um den Inhalt unseres Kühlschranks.

Wir fahren weiter nördlich, wieder rüber über den Fluss nach Wisconsin.

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Da sollte eigentlich eine Scenic Road sein, na ja geht so. Wir haben uns vorgestellt, dass wir ständig am Flussufer fahren. Die meiste Zeit sieht man den Mississippi gar nicht. Erst bei McGregor, das putzigste Städtchen bisher, wird es wirklich sehenswert.

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So stellen wir uns das Land von Tom Saywer und Huckleberry Finn vor.

Kurz vor La Cross auf einer Mississippiinsel entdecken wir auf der Suche nach Fotostandpunkten einen wunderschön gelegenen Campingplatz.

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Viel schöner und sogar billiger als der auf dem wir letzte Nacht waren. Wären wir doch nur gestern bis hierher weiter gefahren.

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Das ist das Problem, wenn man so wie wir null Plan davon hat was vor einem liegt. Aber hier bekommen wir unser Gas. Dabei stellt sich heraus, dass die Anzeige spinnt. Der Gastank war noch gut halbvoll. Schon die zweite Anzeige der man nicht trauen kann. Der Füllstandsanzeiger fürs Campingklo spinnt auch und zeigt halbvoll an wenn er leer ist.

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So schön es hier ist, wir wollen nicht zwei mal hintereinander für Übernachtung bezahlen und fahren zum dritten mal über den Fluss nach Minnesota und schlafen auf einem Autobahnrastplatz bei Rochester.

Am nächsten Tag kann ich bald keine Maisfelder mehr sehen. Mais und ein anderes grünes strauchartiges Gemüse ist das Einzige was hier angebaut wird. Dies 2 Pflanzen reichen scheinbar für die Fruchtfolge. Ich vermute es handelt sich bei dem grünen Zeug um Sojabohnen. Bei uns zu hause in Deutschland habe ich dieses Kraut noch nirgends gesehen.

In einem McDonald der ein Hard Rock Cafe sein will laden wir unseren Blog ins Internet.

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Wir fahren auch heute wieder auf den vom Herausgeber unseres Kartenatlas gelb und somit als sehenswert markierten kleinen Landstraßen. Ich weiß nicht was er gesehen hat – wir sehen nur Mais und Soja(?)-Felder. Über 300km der selbe Anblick. Die Scenic Route entpuppt sich als Stinkig Route. Landluft, die man wirklich nicht riechen will. Was fürs Auge ist es auch nicht. Die Landschaft flach bis sehr leicht hügelig. Der Süden von Minnesota ist sterbenslangweilig. Was sind wir froh wenn wir endlich durch den Mittelwesten durch sind.

Unser Navi scheint unserer Meinung und zeigt für Teile der Strecke nichts an – gar nichts. Es erkennt zwar die Zielorte bei Eingabe, aber wie man da hin kommt sagt es nicht. Es meint es gut mit uns und verweigert den Dienst. Wir haben noch die Karten und so kommen wir auf die Autobahn nach South Dakota

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Wir sind angekommen im Land der Sioux Indianer. Rechts geht es nach Fargo - übrigens ein ziemlich genialer Film der Cohen Brüder. Hätte nie gedacht dass ich mal in diese Gegend kommen würde.

Hier ist es gleich noch flacher als in Minnesota. Anfangs noch ein wenig Landwirtschaft, dann aber bald Prärie so weit das Auge reicht. Das gefällt uns schon besser.

Begonnen hat der Tag wie fast alle bisher mit blauem Himmel viel Sonne und später Hitze über 30°. Im Radio erzählen sie was von Gewitterwarnungen für heute. Hm, mal schauen. Da links am Horizont scheint ordentlich was runter zu kommen. Und da rechts vorne auch. So ein Glück, wir fahren mitten zwischen den Fronten durch. Trocken bleibt es, aber der Wind wird heftig. Heftiger. Heftigst. Ich habe Mühe unseren Weißen Wal auf der Straße zu halten. Der Wind kommt von rechts vorne – die ungünstigste Richtung für uns wie sich bald herausstellt.

Plötzlich ändern sich die Fahrgeräusche. Es fängt hinten an zu flattern. Wir sehen uns an, ich sehe in den Rückspiegel. Nichts zu sehen. Alina geht nach hinten und meint ein Vogel habe sich im Dach verfangen. Ich halte am Pannenstreifen an.

Da sehe ich die Bescherung. Unser Vordach hat sich abgewickelt und flattert wie ein loses Segel neben dem Wagen. Der Wind bläst uns auch im Stehen fast um. So etwas Verrücktes habe ich noch nicht erlebt. Sturm ohne einen Tropfen Regen. Später erfahren wir, dass es Böen bis 120km/h waren. Wie soll ich in diesem Sturm das Rollo wieder aufwickeln? Von unten ist nichts zu machen. Ich muss rauf aufs Dach. Alina hält das Gestänge fest. Zeit für ein Bild haben wir immer, das muss sein.

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Oben auf dem Dach weht es ungeschützt noch viel heftiger. Als erstes reißt es mir die Sonnenbrille vom Gesicht – futsch. Ich muss mich direkt festhalten, damit ich nicht auf die Fahrbahn herunter geweht werde. Ich robbe nach vorne, die Persenning klatscht währenddessen wie wild aufs Dach. Vorn angekommen sehe ich, dass der Arretierhebel für das Rollo durch den Wind heruntergedrückt wurde und sich das Vordach so ungehindert entrollen konnte.

Ein kleiner Handgriff am Hebel und die Federspannung zieht die Plane zurück auf die Rolle. Das war ja einfach. Nun nur noch heil runterkommen. Zur Sicherheit befestige ich den Hebel noch mit einem Draht und die Stangen der Halterung mit einem Tapeband. Das sollte reichen.

Nicht ganz. Nur 5 km weiter fängt es schon wieder an zu flattern. Alles von vorhin war umsonst. Die Kraft des Sturms ist zu groß. Scheint sogar noch stärker zu werden. Also wieder rauf aufs Dach. Der Hebel ist nun verklemmt. Es bedarf Werkzeugeinsatz um ihn gangbar zu machen. Ich binde ihn nun mit einem schmalen Gurt fest. Wenn das nicht hält dann weiß ich auch nicht mehr. Dann müssen wir stehen bleiben und warten bis der Sturm unser Vordach total abräumt oder nachläßt.

Es ist zum verrückt werden, ständig ist etwas mit diesem Auto. Außer den Bremsen gehen zwar nur Kleinigkeiten kaputt, aber trotzdem. Heute hat es im Sturm außer dem Rollo noch eine Lüftungsabdeckung weggerissen. Das müssen wir bald reparieren sonst regnet es uns rein. Dann sind ständig irgendwelche Tanks leer oder zu voll. Es ist unglaublich wie viele Tanks für diverse Flüssigkeiten dieses Auto hat.

Bis zum nächsten Rastplatz waren es nur ein paar Minuten, das Vordach hat gehalten.

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Der Platz liegt oberhalb der Stadt Chamberlain direkt am Missouri. Im Radio hören wir, dass der Sturm von uns weg in die andere Richtung gezogen ist.

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Alina meint Betsy habe eine bessere spirituelle Ausstattung gehabt. Glücksbringer von drei verschiedenen Religionen auf dem Armaturenbrett. Plus eine blöd grinsende Katze als Gallionsfigur. Wir brauchen auch so etwas für Moby. Moby hat bisher nur einen Angry Bird - nicht Thomas, sondern ein Stofftier und ein Deutschlandlei von der EM am Rückspiegel. Heute gab es 1 Liter Motoröl für Moby als Opfergabe, aber anscheinend war das nicht genug. Wir müssen uns etwas einfallen lassen.

Was Betsy treibt haben wir uns schon oft gefragt. Obwohl wir die neuen Besitzer 2-3 Mal angeschrieben haben - keine Antwort. Wir hoffen es geht ihr und ihnen gut.

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Eingestellt von Tom Travel 08:37 Archiviert in Vereinigte Staaten von Amerika Kommentare (1)

Mountain Time - wild ist der Westen und weit ist die Prärie

schlafen bei den Bisons

sunny 28 °C
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Wir stehen für unsere Verhältnisse früh auf. Am Rastplatz sind wir trotzdem die Letzten. Alle anderen Camper sind schon weg. Unserer war der Kleinste auf dem Parkplatz. Unfassbar mit was für Gespannen die hier zum Campen fahren, da sieht Moby richtig klein und mickrig aus. Der andere passte gar nicht ganz auf das Bild.

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Huch, ich musste gerade mal kurz Blog unterbrechen weil ein Büffel in der Dunkelheit an mir vorbei galoppiert kam.

Gut, der Bulle ist weg, ich kann weiter schreiben. Also der Tag begann so wie fast immer bei McDonalds. Wir gehen schon gar nicht mehr rein. Wenn das WiFi stark genug ist erledigen wir alles vom Auto aus. Ich bin zuerst fertig und gehe ein wenig spazieren. Wir sind im Wilden Westen, das merkt man. Hier heißt es Sheriff und Jail statt Police und Prison.

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Dann geht es wieder stramm westwärts mit einem kleinen Abstecher über Pierre, die Hauptstadt des Landes. Endlich mal ein Umweg der sich lohnt. Prärie bis zum Horizont, kaum menschliche Behausungen oder Ortschaften. Landschaft pur. Schon wieder gewinnen wir eine Stunde, ab hier ist es Mountain Time.

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Kurz vor Rapid City runter in den Badlands Nationalpark. Zum ersten Mal seit 1000km sehen wir wieder Berge am Horizont.

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Nicht hoch, aber sehr zackig. Ich hatte vorher Fotos vom Park gesehen, die waren nicht sehr eindrucksvoll. Die Wirklichkeit ist viel schöner. Wir versuchen unser Bestes um diesen Anblick zu fotografieren, gelingt nicht wirklich. Man muss es gesehen haben. Die Weite dieser Ebene ist nicht abzubilden. Es erinnert mich am ehesten ans Death Valley in Kalifornien, nur dass hier mehr Gras wächst.

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Hier soll es auch Klapperschlangen geben, Alina bleibt diesmal unbeeindruckt. Die Alptraumnächte vom ersten Mal Australien sind anscheinend vorbei.

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Endlich begegnen wir der einheimischen Tierwelt. Präriehund City. Die possierlichen Kleinen erzeugen bei Alina Ausbrüche des Entzückens. Hunderte laufen hier herum. Natürlich will sie wieder welche mitnehmen, eine Prärienhund Zucht eröffnen gleich neben der Quokka Zucht.

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Dann eine Gemsenart

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In der Ferne am Horizont ein paar dunkle Punkte. Alina ist schon wieder aus dem Häuschen. “Da sind Bisons!“ “Quatsch“ sage ich. Sie vergrößert ein Foto das sie gemacht hat und bleibt dabei. Wir fahren runter ins Tal Richtung der Punkte. Die werden größer und es sind - Kühe. Ihre Enttäuschung ist groß. Mein Ärger auch, denn nur wegen den blöden Rindviechern musste ich diesen Umweg über eine Schotterpiste fahren. Grrr.

Jetzt reicht es mir für heute. Schon wieder über 400km auf dem Tageszähler und die Sonne geht bald unter.

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Ich will zum Schlafplatz, ein Campingareal am anderen Ende des Parks. Wieder 15km Schotter. Nicht das beste Terrain für unseren Wal. Wir sehen ein Schild hier soll es ca. 800 Bisons geben. Das Gebiet ist leider so groß, ich zweifle welche zu sehen. Anders Alina, die guckt hinter jedem Grasbüschel. Ich sage ihr die Bisons verstecken sich tagsüber in den Löchern der Präriehunde, das glaubt sie nicht wirklich. Auf dem Weg zum Campingplatz schreit Alina schon wieder “Bisons!“ Ich rolle mit den Augen und erwarte wieder Kühe. Die Sensation. Eine ganze Herde Bisons grast direkt am Straßenrand. Wir bleiben stehen, Alina fotografiert wie wild.

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Die großen Wiederkäuer sind kein bisschen scheu und kommen immer näher.

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Kurz darauf sehen wir noch 2 Herden auf den Hügeln aber viel weiter weg. Was hatten wir für ein Glück die Büffel so nahe zu sehen. Am kurzen Weg zum Campingplatz steht noch eine Herde, durch die wir fast durchfahren müssen um an unseren Standplatz zu kommen.

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Wie cool ist das denn? Schlafen zwischen Büffeln. Etwas später bemerke ich dass unser Moby direkt auf einem Trampelpfad der Tiere parkt. (siehe oben, der Schreckmoment)

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Wie es von hier aus weiter geht ist nicht ganz klar. Wir wollen Stefan und Regina treffen. Die beiden haben wir zuletzt in Tasmanien gesehen. Sie touren auch mit einem Camper von der Westküste nach Colorado. Eigentlich müssten wir uns in Wyoming oder hier in South Dakota begegnen. Die Kommunikation ist nicht ganz einfach, daher steuern wir am nächsten Tag als erstes nach Rapid City zu unserer Stamm-Burgerbude um Emails zu checken.

Eingestellt von Tom Travel 12:09 Archiviert in Vereinigte Staaten von Amerika Kommentare (1)

Harleyinvasion im Wilden Westen

unter den Bikern

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Als wir am nächsten Morgen den Badlands Nationalpark verlassen sehen wir noch weitere Bisons am Straßenrand.

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und andere Motive

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Schon seit Tagen fallen uns die vielen Motorradfahrer auf. Fast ausschließlich auf schweren Harleys, die Haare im Wind.

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Es verwundert uns schon sehr, dass es in diesem so sicherheits- und gesundheitsbewussten Land, mit heftigen Strafen fürs Nicht-Angurten, keine Helmpflicht gibt. Es werden immer mehr je weiter westlich wir kommen. Alle fahren zum alljährlichen Treffen nach Sturgis. Das Mekka aller Harley-Davidson Besitzer in den USA und vielleicht weltweit. Tausende dieser Maschinen kommen Ende Juli Anfang August in dem kleinen Ort in den Black Hills zusammen. Sie kommen nicht nur mit den Motorrad, sondern auch mit Campingbussen und die Motorräder auf dem Anhängern.

Wir machen einen Abstecher nach Deadwood die Wildweststadt schlecht hin.

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Wild Bill Hikock

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wurde hier im Saloon No.10 erschossen.

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Legendär seine letztes Pokerblatt – bei Pokerspielern auch heute noch bekannt als “dead man's hand“

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Da Sturgis und Umgebung total überfüllt sind, ist auch das nahegelegene Deadwood voller Bikerfans. An den Straßen parkt ein Motorrad am anderen.

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Es sieht aus wie mehrere Jahresproduktionen der Harley Davidson Werke.

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Wir bekommen auf einem der wenigen PKW Parkplätze locker einen Platz. Mit dem Auto kommt kaum einer hierher. Andere Fabrikate als Harley findet man nur wenn man lange sucht. Ein paar Honda Goldwings und schwere Yamahas parken verschämt zwischen den Kultmotorrädern.

Uns fällt auf. dass alle Fahrer europäische Wurzeln haben, farbige - pardon afro-amerikanische, Besitzer sieht man nicht. Entweder fahren die kein Motorrad oder trauen sich erst gar nicht her. Beim Alter scheint es keine Begrenzung zu geben. Die meisten sind schon gut in den 40ern – mit 70 wäre man sicher nicht der älteste Biker.

Hinter Deadwood liegen die Bighorn Mountains. Wir erreichen unseren 14. Bundesstaat auf dieser USA-Reise- Wyoming

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Wir quälen Moby unzählige Serpentinen über einen knapp 2800m hohen Pass.

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Bei dieser Steigung bewegt sich die Tanknadel gut sichtbar Richtung leer. Richtig übel wird es als es dann auf der anderen Seite runter geht.

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Überall Warnschilder betreffs gefährlichem Gefälle, Zonen zum Auslaufen bei Bremsversagen und Rastplätze zum Bremsen abkühlen.

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Neben der Fahrbahn geht es so steil runter, man braucht sich um Sicherheitsgurte und Airbags keine Sorgen zu machen – helfen würde da nichts von beiden. Ich kriege leider von der Landschaft nicht viel mit.

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Moby schiebt mit seinen 5 Tonnen heftig nach unten, ich habe genug zu tun ihn auf der Straße zu halten.

Es hat am Ende nicht mehr geklappt mit dem Treffen mit unseren Regensburger Freunden. Wir haben uns um einen Tag verpasst. Sie fliegen bald heim und sind schon unterwegs Richtung Colorado während wir noch Richtung Yellowstone unterwegs sind. Das hat auch seine guten Seiten, denn nun brauchen wir uns nicht mehr zu beeilen.

Eingestellt von Tom Travel 10:47 Archiviert in Vereinigte Staaten von Amerika Kommentare (0)

Das Leben ist ein Rodeo

wer hat's erfunden?

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Wir fahren durch die sehenswerte Landschaft von Ost-Wyoming.

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verbringen eine ereignislose Nacht in Gillette, WY und erreichen am frühen Nachmittag des nächsten Tages Cody. Der Name kommt mir irgendwie bekannt vor. Richtig – Buffalo Bill hieß mit Nachnamen Cody und das ist seine Stadt. Alles hier dreht sich um ihn und ums Rodeo, das er quasi erfunden hat. Im Sommer gibt es hier jeden Abend Rodeo. Das müssen wir natürlich sehen wo wir schon mal da sind. Den Plan heute noch Richtung Yellowstone weiter zu fahren lassen wir fallen.

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Ausnahmsweise sind wir mal zu früh dran. Niemand außer uns steht 2 Stunden vor Rodeobeginn auf dem Parkplatz. Als die Vorstellung beginnt ist es doch gut voll geworden, obwohl es heute Montag ist. Rodeo vor dieser Kulisse - was will man mehr?

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Für ein bisschen Geld kann man sich auf diesen festgebundenen Bullen setzen. Eher was für Japaner, oder?

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An und für sich halte ich nichts von Veranstaltungen die nur für Touristen gedacht sind. Das hier wird zur Ausnahme. Wir amüsieren uns köstlich, die Show ist echt klasse. Der Anfang sehr amerikanisch, mit Nationalflagge und Hymne.

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Ein wenig zu viel Patriotismus für unseren Geschmack. So sind sie halt die Amis. Alle stehen auf zur Hymne und es wird gebetet.
Was der kleine Junge (9 Jahre alt) hier will? Das erfahrt ihr später.

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Wir setzen uns Nahe dem Gatter und können so die ganzen Vorbereitungen beobachten. Die Cowboys wärmen sich mit Dehnübungen auf. Was sie sonst noch tun um sich vorzubereiten? Ziemlich cool aussehen, klaro.

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Es geht los. Zuerst sind die Mustangs dran.

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Wer bleibt am längsten drauf?

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Manchmal sehen die Cowboys aus wie festgebundene Puppen, so wie sie durch die Luft gewirbelt werden.

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Danach werden mit dem Lasso Kälber gefangen,

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Erwischt man das Kalb mit dem Lasso (was nicht alle schaffen)

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wird es auf den Boden geworfen und an den Beinen gefesselt. Das Pferd hilft mit, es hält das Seil gespannt, damit der Cowboy sich leichter tut.

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Ein wenig leid tun uns die Kälber, die den ganzen Sommer 94 Tage jeden Tag in die Arena gehetzt, mit dem Lasso gefangen und gefesselt werden. Auf Zeit natürlich – der Schnellste gewinnt. Seht euch mal das Gesicht dieses Kalbes an. Sieht doch aus wie: “Nicht schon wieder! Jeden Abend die gleiche Scheiße!“

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Das mit den Kälbern ist auch was für Cowgirls und 2er-Teams.

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Zwischendurch ein Pausenclown

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Die meisten Cowboys sind jünger als man erwartet. Wir stellen uns immer den etwas älteren Marlboromann vor. Ältere Semester sind allerdings in der Unterzahl.

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Die Kleinen sind jetzt dran. Es gibt ein Pferde Hindernisrennen. Ein kleines Mädchen ist da durch gehetzt, da haben alle blöd geguckt. Erinnert ihr euch an den kleinen Jungen vom Anfang? Der ist erst 9 Jahre alt, darf auf einigen Achterbahnen in den USA nicht fahren, aber Bullenreiten darf er hier. Alle Achtung! Er war auch nicht der Einzige, es gab noch zwei 11-jährige.

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Der Abschluss und Höhepunkt - Bullenreiten für die Großen. Viele Bilder sind verwackelt, aber wir hoffen ihr mögt sie trotzdem.

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Der Abgang hier ist doch echt AUA!

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Kein Wunder dass viele Cowboys nicht mehr alle Zähne im Zahnfleisch haben und der eine oder andere auch mal auf Krücken daher kommt.

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Das war ein perfekter Abend für uns. Wir würden am liebsten nochmal hin, müssen aber wegen den hohen Spritkosten auf die Ausgabenbremse drücken. Moby frisst uns die Haare vom Kopf und wir sind schon wieder blank. Ein Drive-In-Bankautomat gibt uns willig Geld. Sehr praktisch und wir finden die Idee gar nicht mal so schlecht.

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Eingestellt von Tom Travel 14:15 Archiviert in Vereinigte Staaten von Amerika Kommentare (3)

Kein Platz für Moby

sogar Elche müssen draussen bleiben

sunny 30 °C
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Immer wieder hören wir die Fahrt von Cody zum Osteingang des Yellowstone Nationalparks seien die sehenswertesten 80km Strasse in ganz USA.

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Mit Superlativen ist man allgemein hier nicht sparsam. Wer könnte schon was dagegen sagen. Andere Strecken sind dann halt die besten 110km oder 55km – je nach Länge.

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Sehenswert ist es allemal.

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Auf dem Weg sehen wir unsere ersten Elche auch außerhalb des Parks direkt an der Straße. Wahrscheinlich durften die auch nicht mehr rein.

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Eine Kuh mit Kalb,

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ein männliches Exemplar mit dem schönen Geweih fehlt uns nun also noch. So eines wie auf dem Stapel rechts im Bild.

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So gegen 11 Uhr sind wir am Gate zum Nationalpark, wo uns der Ranger mitteilt dass alle Campingplätze voll sind. Jetzt schon, an einem Montag! Das ist aussergewöhnlich, es sind keine Ferien mehr. Der Ranger weiss auch nicht warum es diese Woche so voll ist. Yellowstone ist der älteste Nationalpark der Welt und der zweitgrößte der USA. Wir können es kaum fassen dass so etwas überfüllt sein kann. Vielleicht liegt es am perfekten Wetter. Dies wirft jetzt unsere Pläne – ab und zu haben wir tatsächlich einen Plan – völlig über den Haufen.

Der Ranger empfiehlt uns 5km zurück zu fahren und die erste Nacht außerhalb des Parks auf dem dortigen Campingplatz zu verbringen und es morgen sehr früh noch mal zu versuchen. Etwas anderes bleibt uns auch nicht, gut dass wir viel Zeit haben.

Die Campsite zu der er uns schickt liegt mitten im Wald schön an einem Fluss.

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Leider vom Standplatz aus völlig ohne Aussicht auf irgendwas. Ausser auf Backen-, Streifen- und Eichhörnchen, die sind wirklich überall.

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Es ist ein ziemlich einfacher Platz, kein Strom oder sonstige Annehmlichkeiten. Aber es gibt frisches Bergquellwasser. Das muss man sich allerdings selbst pumpen.

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Das geht in die Arme bis unser 150l-Tank auf diese Weise mal voll wird. Mit vollem Frischwassertank stellen wir den Wal ab und gehen wandern. Dazu sind wir hier. Alina ist ein wenig verklemmt. Überall stehen Warnschilder wegen der Bärengefahr und was man tun soll wenn man einem begegnet. Jetzt hat sie ständig Angst vor Bären.

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Schön ist es hier. Weit und breit kein Bär zu sehen.

Ja, Bären! Schwarzbären und Grizzlies gibt es hier. Schwarzbären sind überwiegend Vegetarier und ihren Kot erkennt man an unverdauten Pflanzensamen. Wenn man einem begegnet sollte man mit der Bärenglocke laute Geräusche machen und zur Not Pfefferspray benutzen. Grizzlies sind Fleischfresser. Ihr Kot riecht nach Pfefferspray und enthält Bärenglocken. Mit anderen Worten: Wenn ein Grizzly angreift dann gute Nacht. Thomas will trotzdem einen Grizzly sehen, der Kleine vor 4 Jahren in Yosemite Nationalpark hat ihm nicht gereicht.

Nächster Morgen. Noch vor dem Frühstück probieren wir es erneut am Parkeingang. Dort heißt es alles sei schon wieder voll. Ganz unten im Süden beim Lewis Lake könnte noch etwas frei sein. Trifft sich gut, denn da wollten wir sowieso hin. Die Fahrt dauert fast 2 Stunden. Immer durch Kiefernwald rund um den Yellowstone und Lewis Lake – wirklich sehr hübsch. Als wir dort ankommen sind etliche Stellplätze frei. Wir können uns sogar einen aussuchen.

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Wieder liegt der Platz mitten im Wald. Diesmal nahe eines Sees. In der Nähe ein kleiner Wasserfall. Da gehen wir hin, gerüstet mit guten Schuhen und einer Flasche Wasser ist es nur ein kleiner Spaziergang. Wenn wir gute Schuhe und genug Wasser dabeihaben ist es eine einfache Strecke ohne jegliche Anstrengung.

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Wir brauchen wieder mal Internet, der Blog ist weit hinterher. 20km weiter ist eine kleine Hüttenansammlung namens Grant Village. Leider gibt es dort keinen Internetzugang für Gäste. Unweit liegt das West Thumb Geyser Basin, da können wir es dann schon mal rauchen sehen. Dann sind wir nicht umsonst hierher gefahren.

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Das Wasserloch grün-blau mit weißer Salzkruste sieht aus wie eine Winterlandschaft - ist aber kochend heiß

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Damit kein Tourist in so ein heißes Loch fällt darf man sich nur entlang der Holzstege bewegen.

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Diese heißen Quellen gehören zu den eher weniger gepriesenen hier im Park. Nicht sehr viele Besucher, wir genießen die Stimmung in der Abendsonne. Morgen stehen die Top-Attraktionen des Parks auf unserem Programm, da wird sicher mehr los sein.

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Gute Nacht für heute. Mal sehen wie Alinas erste Nacht im Grizzly-Revier wird.

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Eingestellt von Tom Travel 11:08 Archiviert in Vereinigte Staaten von Amerika Kommentare (1)

Manche mögen's heiss

kein Rauchverbot für Geysire

semi-overcast 30 °C
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Tag 3 im Yellowstone bringt die ersten muss-man-gesehen-haben Highlights des Parks. Drei Mal überqueren wir die kontinentale Wasserscheide. Das Thema fand ich damals in Erdkunde stinkend langweilig. Wo ich nun selbst an so einem Punkt stehe ist es gleich viel interessanter.

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Dann Old Faithful, ein deutscher Geysir.

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Warum deutsch? Er bricht pünktlich alle 90 Minuten aus, das macht ihn für Tourismus sehr interessant, weil planbar. Um 13:19 ist der nächste Ausbruch sehen wir auf einem Schild im Besucherzentrum, das passt. In 20 Minuten ist es also so weit.

Platz suchen und warten. Tatsächlich pünktlich auf die Minute fängt er an zu speien.

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Das Schauspiel dauert länger als wir dachten. Wir schauen uns das Ganze fasziniert an. Das Beste ist, wir sind praktisch alleine.

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Außer uns sind höchstens 1000 andere Touristen an einem Wochentag hier um das Spektakel zu sehen.
Weiter geht es zum Biscuit Basin. Eine weitere Ansammlung von Geysiren, heißen Quellen und blubbernden Schlammlöchern.

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Dahinter führt ein Wanderweg zu den Mystic Falls. Klingt interessant. Mystisch scheint der Weg dorthin. Wir entscheiden uns für den "kleinen" Umweg über einen Aussichtspunkt hoch oben am Berg. Von dort sehen wir nochmal aus der Ferne einen Ausbruch des Old Faithful.

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Und unseren Moby Dick auf dem Parkplatz. Viel zu klein und viel zu weit weg. Verdammt wird das ein langer Rückweg!

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Ein fettes Streifenhörnchen scheint uns auszulachen und wärmt sich genüßlich auf den warmen Steinen.

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Der faule Sack muss ja nicht mehr runter heute.

Unsere Planlosigkeit wird nur von unserer schlechten Orientierung übertroffen. Es ist 2 Uhr nachmittags, beste Mittagshitze wir haben 300 Höhenmeter hinter uns. Natürlich haben wir keinen Schluck Wasser dabei. Es sollte ja auch nur eine kurzer Spaziergang und keine Wanderung werden. Nach oben zum Aussichtspunkt schaffen wir es noch, von dort zum Wasserfall verlaufen wir uns mehrfach. Uns kommt eine Gruppe Wanderer entgegen. Vorschiftsmäßig mit feste Schuhen, jeder eine Wasserflasche, Bärenglocken und warscheinlich irgendwo ein GPS-Handy. Alina macht sich darüber lustig: "Hast du die Nerd Gruppe gesehen? Die hatten sogar Bärenglocken dabei!"

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Die Sonne brennt, kaum Schatten – die Zunge klebt uns am Gaumen. Wir geben auf, wählen das kleinere Übel und gehen den langen Weg zurück den wir gekommen sind.

Erschöpft und durstig kommen wir wieder an der Weggabelung an die direkt zum Wasserfall führt. Auf den hatten wir schon keine Lust mehr, aber entgegenkommende Touristen meinen wir müssen unbedingt dorthin. Absolut sehenswert. Na schön. Wir schleppen uns weiter, immer noch durstig. Da höre ich hinter mir einen Schmerzschrei. Alina hat sich den Zeh an einem Stein blutig geschlagen. Für Wanderungen in hochalpinem Gelände bzw. natürlich auch in den Rocky Mountains sind Flip-Flops das perfekte Schuhwerk – für eine Frau. Wir sind hier auf über 2800m es geht über Stock und Stein und was hat sie an? Flip-Flops! Sie möchte dass diese Art von Wandern olympisch wird.

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Der Schmerz, das Blut, der Durst, die Müdigkeit – ihr wird schwarz vor Augen und sie sinkt auf dem Weg zusammen. Nach ein paar Minuten geht es schon wieder besser. Nicht so gut dass sie den Weg zum Wasserfall noch schafft – den mache ich alleine – aber gut genug um alleine langsam zurück zum Auto zu gehen.

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Sie liegt auf der Couch im Moby und ruht sich aus, ich fahre zum Midway Geyser Basin mit der 2. Hauptattraktion heute: Grand Prismatic Spring. Sie rappelt sich noch mal auf und lacht bald wieder.

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Sonne steht falsch, es ist zu dunstig – unsere Fotos werden nicht wie die aus dem Prospekt. Die bunten Farben kommen von Bakterien die in den jeweiligen Temperaturzonen leben. Für das perfekte Bild müsste man die Anhöhe hinter den Quellen erklimmen. Wie man da hin kommt ist uns auch jetzt noch nicht klar. Einige sitzen aber da oben und machen Fotos.
Die ultimativen Bilder kann man vom Hubschrauber aus machen, unser Budget gibt dies leider nicht her.

Wer so ein Bild sehen will, hier klicken

Für heute ist es genug mit Wandern, nur noch ein paar sehenswerte Vorbeifahrten stehen auf dem Programm.

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Kurz vor Madison biegen wir in den Firehole Canyon Drive. Ja was ist das? Da baden welche und haben scheinbar Spaß dabei! In dem saukalten Bergbach? Mitnichten! Der Bach bekommt weiter oben aus dem Midway Geysir 15.000 Liter kochendes Wasser pro Minute zugeführt. Das ergibt eine angenehme Mitteltemperatur zum Baden einige Kilometer flussabwärts.

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Trotz aller Müdigkeit können wir uns das nicht entgehen lassen.

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So sparen wir auch das Duschen, das nach dem heutigen Marsch dringend notwendig gewesen wäre. Das Wasser ist herrlich, die Kulisse atemberaubend. Wir bleiben heute Nacht hier. Egal ob das nun erlaubt ist oder nicht. Morgen früh vielleicht gleich noch mal rein.

Eingestellt von Tom Travel 07:22 Archiviert in Vereinigte Staaten von Amerika Kommentare (2)

raus und rein

ein wunderschöner Waschsalon

overcast 25 °C
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Aus dem Bad im Fluss am nächsten morgen wurde nichts. Erstens wird es über Nacht auch jetzt im Hochsommer empfindlich kalt. So um die 10 °C - das ist zu frisch beim Rauskommen für uns Warmduscher, selbst wenn das Wasser warm ist. Zweitens hatten wir spät in der Nacht noch Besuch von einem Ranger der uns eine Nachricht am Scheibenwischer hinterlassen hat. Relativ freundlich wird uns mitgeteilt, dass man nicht einfach so irgendwo stehen bleiben kann und dass wir uns dabei nicht nochmal erwischen lassen sollen.

Wir hatten nicht damit gerechnet an diesem abgelegenen Ort von der Ranger-Nachtschicht entdeckt zu werden, und auch nicht dass der nach Mitternacht noch arbeitet. Na dann verziehen wir uns lieber schnell bevor die Frühschicht kommt und uns auch noch belehrt. Frühstück gibt es dann weiter nördlich. Das Wetter sieht nicht gut aus, es zieht sich immer mehr zu, der Wetterbericht kündigt Regen an. Ohne Sonne taugt die beste Landschaft nichts. Wir gehen über zu Plan B, der darin besteht den Park heute durchs Nordtor zu verlassen.

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Auf dem Weg zum Nordausgang halten wir bei Geysiren, Wasserfällen und heißen Quellen.

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So richtig begeistern kann uns in diesem Zwielicht aber nichts. Das Licht taugt höchstens für Makroaufnahmen - braucht jemand vielleicht einen neuen Desktop Hintergrund?

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Wir haben uns an diesen Dingen etwas satt gesehen. Das eine oder andere sieht mit Sonne bestimmt toll aus. Unsere Bilder ziegen das halt nicht.

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Überall dampft, sprudelt und raucht es.

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Die Hälfte aller Geysire weltweit liegt hier im Yellowstone, bei dieser Inflation lässt der Sensationswert schnell nach.

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Ab Sonntag soll das Wetter wieder besser werden, dann kommen wir zurück. Wir hoffen dass viele heim fahren und wir leichter etwas Legales zum Übernachten finden. Nach ein paar Tagen Geysir- und Wasserfallpause können wir diese Naturwunder bestimmt wieder besser schätzen.

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Also fahren wir nach Livingston, Montana. Es liegt ca. 80km nördlich des Parks hat einen McDonalds mit starkem WiFi und wir können im Auto bleiben und unseren Blog updaten. Das ist aber auch schon das einzig Positive hier. Wir sehen zu wie das Wetter immer schlechter wird. Gegen Abend fängt es an zu regnen. Es regnet die ganze Nacht heftig. Gut dass ich das Fenster vorsorglich schon mal abgedichtet hatte. Wie viel Wasser wir über die defekte Lüftungsklappe auf dem Dach abbekommen haben können wir nur ahnen. Wir haben einen Park/Schlafplatz zwischen Tankstelle und McDonald, direkt vor den Mülltonnen – mit Abstand der Tiefpunkt der USA-Reise. (keine Bilder von diesem Elend) Dagegen sind sogar WalMart Parkplätze "scenic". Was tut man nicht alles für Free WiFi. Ob man hier übernachten darf wissen wir nicht, aber es ist so ein Trubel, da fallen wir selbst mit unserem Monster kaum auf.

Auf den Wetterbericht hier ist Verlass.Am nächsten Morgen ist der Himmel wie angekündigt wieder blau mit ein paar Wölkchen. Eigentlich könnten wir nun wieder zurück in den Park fahren, wäre da nicht unser Wäscheberg. Im Ort gibt es einen Waschsalon im Western-Style neben einem Motel. Ich komme mit dem Besitzer ins Gespräch und er hat nichts dagegen dass wir die nächste Nacht hier stehen.

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Er bietet uns sogar noch Strom an. WiFi gibt es, Aussicht auf die Berge statt Mülltonnen, relativ ruhig ist es. Eine enorme Verbesserung gegenüber gestern. Das Wetter und der miese Platz hatten etwas auf unsere Stimmung gedrückt.

Der nette Besitzer des Motels hatte vor Jahren eine tolle Marketingidee und hat sich einen zahmen Grizzly-Bären für ein Fotoshooting ins Hotel geholt. Dazu hatte er einiges an Auflagen der Behörden zu bewältigen. Ein Sicherheitsmann, ein Elektrozaun (der nie gebraucht wurde. Eine Betäubungspistole lag bereit, die hätte er am liebsten eher für seine total aufgeregte Frau benutzt.

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Nach dieser Aktion haben er und seine Frau eine interessante Fotogalerie in ihrem Motel gestaltet. Wer mal in der Nähe ist unbedingt hinfahren und den Waschsalon nicht vergessen.

Einkäufe erledigt, frisch betankt machen wir uns auf den Weg zurück in den Park.

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Zuerst schauen wir noch einmal bei den Mammoth Hot Springs vorbei. Ein Plateau, mittlerweile überwiegend trocken.

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Haut uns auch nicht um.

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Dann probieren wir es mit Wasserfällen. Undine Falls, Tower Falls. Ja, ganz hübsch.

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Bei den Tower Falls kann man zum Fluss runter gehen und die Zehen eintauchen – eiskalt das Wasser.

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Das war der Fitnessteil für heute. Alina will dass Schwebebalken mit Schlappen olympisch wird.

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Und wieder begegnet uns ein Touristentyp für den wir den Ausdruck Wandernerds geprägt haben. Perfekt ausgerüstet, mit Schlapphüten, Nordic Walking Stöcken, ultralighten Wanderrucksack (stromlinienförmig) mit integrierter Wasserflasche und Trinkschlauch, Gorotex Bärenglocke und feste Schuhe mit eingebauten Pfeffersprayer. Gegen diese Ausrüstung stinkt James Bond total ab. Derart ausgerüstet wagten sie sich vom Parkplatz auf einen 500 Meter Boardwalk. Was die wohl mitnehmen wenn sie in die Wildnis gehen? Lawinen Airbags und Satellitenpeilsender? Unnötig zu erwähnen dass es sich dabei immer um Deutsche handelt. Wenn sich ein Volk vorschriftsmäßig und wie aus einem Outdoor Katalog anzieht, dann wohl die Deutschen. So gehört sich das.

Ein versteinerter Baum gilt auch als Attraktion. Wir fanden das gar nicht, daher kein Foto davon. Es wird Zeit einen Platz auf dem Campingplatz zu ergattern. Diesmal haben wir echt Glück und kriegen den letzten freien Platz. Ohne Schatten aber mit Aussicht.

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Hier ist alles voll mit Erdhörnchen, einer beansprucht glatt einen ganzen Standplatz und hat seinen Bau direkt unter dem Besetzt-Schild.

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Wir quatschen mit dem Campground-Aufseher und erfahren, dass es zur Zeit die besten Tierbeobachtungen im Nordosten des Parks gibt. Da waren wir noch nicht und deswegen fahren wir da morgen in aller früh hin. Nicht um 5-5:30 Uhr so wie er vorgeschlagen hat aber vielleicht so um 7-7:30 Uhr. Wölfe, Grizzlies und Schwarzbären soll es dort geben. Vielleicht haben wir Glück und sehen dort wenigstens eines dieser Tiere.

Eingestellt von Tom Travel 13:30 Archiviert in Vereinigte Staaten von Amerika Kommentare (0)

Bären- und Wolfsjagd

ja wo laufen sie denn?

sunny 25 °C
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Alina räkelt sich weiter im Bett als ich kurz nach Sonnenaufgang los fahre. Es sind etwa 50km bis zum Lamar Valley, Dort grasen Hunderte von Bisons, Antilopen und anderem vierbeinigen Futter für die von Touristen so gerne gesehenen Raubtiere des Parks.

Bei unserer ersten morgendlichen Durchfahrt – Fehlanzeige. Nur Pflanzenfresser. Die Bisons werden langsam zur Plage. Sie grasen rechts und links von der Straße und wechseln die Seite wann immer sie Lust haben. Diese hier war wenigstens so rücksichtsvoll dass er sich auf der richtigen Straßenseite befand.

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Der Verkehr kommt dabei jedes Mal zum Erliegen, das ist denen so was von egal.

In Pebble Creek ganz im Nordosten des Parks bekommen wir einen sehr schönen Standplatz. Topfeben und klasse Aussicht auf die Berge, mit Bächlein vor der Tür und Bisons um die Ecke. Letzte Nacht gab es auf der Straße vor dem Campingplatz einen Unfall als ein Auto in einen Bison gefahren ist. Auto Totalschaden, Fahrerin leicht verletzt, Bison verschwunden.

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Hier bestätigt man uns dass es gute Chancen gibt im nahegelegenen Tal etwas Großes zu sehen. Leider heißt es auch hier 5:30 wäre die beste Zeit. Immer das Selbe mit den Viechern. Egal ob Peitschenhaie oder Wölfe, alle haben sich gegen uns Langschläfer verschworen und bevorzugen diese unchristlichen Uhrzeiten. Warum können die nicht um 12 Uhr nachts aktiv sein? Damit hätten wir überhaupt kein Problem, außer vielleicht dass es dann zu dunkel für gute Fotos wäre.

In Ermangelung spektakulärer Greifsäuger knipsen wir das Kleinzeug auf dem Campingplatz. Erdhörnchen, Schmetterlinge und ein etwas zerrupft aussehendes Reh.

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Gegen Abend probieren wir es dann erneut im Lamar Valley. Dutzende Touristen parken am Strassenrand, ausgestattet mit bester Teleoptik. Wieder nichts außer rücksichtslose Bisons.

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Ach doch, es gab noch diese Antilopen.

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Seit heute morgen leuchtet eine Warnleuchte am Armaturenbrett. Keine Ahnung was das zu bedeuten hat, kann alles Mögliche sein. Wir müssen bald eine Werkstatt ansteuern um heraus zu finden was dahinter steckt und was es diesmal kostet. Hier in der Wildnis mit Motorschaden liegen zu bleiben ist das Letzte was wir brauchen können.

Viel in der Gegend herum fahren will ich so nicht mehr und wir beschränken uns auf einen letzten Versuch am nächsten Morgen. Es ist diesmal noch später – schon fast 9 Uhr bis wir zum Beobachtungspunkt kommen. Heute noch mehr Touristenautos und noch mehr Bisons auf dem Weg dorthin.

Es ist wieder nichts zu sehen. Ich habe schon aufgegeben aber Alina nicht. Sie darf durch eines der Super-Teleskope schauen und da erkennt man dann etwa 500 Meter entfernt einen faulen Wolf im Schatten einiger Bäume liegen.

Mit unserem lächerlichen 200er-Tele wird daraus ein Wolfsuchbild, deswegen habe ich ihn auf dem Foto markiert.

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Vor einer Stunde war auch ein Grizzly da und mehr Wölfe. Grummel! Heute hätte es also gereicht um 8 Uhr hier zu sein.

Dann gehen wir halt Wasserfall gucken im Canyon. Der läuft wenigstens nicht weg und ist auch am späten Vormittag noch da.

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Es ist DER Wasserfall hier im Park. Der Größte und imposanteste darf-auf-keiner-Yellowstonepostkarte-fehlen-Wasserfall.

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Wir sind beeindruckt. Der ist echt sehenswert. Die Schlucht in die sich der Yellowstone River gefressen hat aber auch.

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Um die Schlucht führen schöne Wanderwege von denen aus man den Fall aus verschiedenen Winkeln bewundern kann.

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Es geht ganz schön bergauf-bergab und das in knapp 3000m Höhe. Die Luft bleibt uns weg, der guten Laune tut das aber nichts.

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Oben an der Kante gibt es auch noch einen Aussichtspukt - da müssen wir morgen noch hin.

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Wir würden gerne länger in der Gegend bleiben, aber der hiesige Campingplatz ist natürlich schon wieder voll. Alina sieht dass die Tankstelle am Ort auch eine Werkstatt hat. Eigentlich wollten wir wegen dem Auto weiter nach Fishing Bridge in die RV-Werkstatt, aber wenn die hier unser Kontrollämpchenproblem lösen, dann können wir auch hier bleiben.

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Der Mechaniker stöpselt sein Diagnosegerät an und ein paar Minuten später wissen wir es kostet uns 200,- US$. Ein Abgassensor ist defekt und sollte getauscht werden. Nicht wirklich dringend, aber sinnvoll. Und wenn es nur dafür gut ist dass das blöde Lamperl ausgeht. Das macht mich nervös. Das Ersatzteil kommt aber nicht vor morgen. Wo bleiben wir bis dahin? Campingplatz geht nicht weil alle voll und Straßenrand geht nicht weil bereits einmal von Rangern verwarnt. Kurze Rückfrage beim Werkstattboss und wir können heute nacht auf dem Hof der Werkstatt parken.

Gut, das wäre geklärt also schauen wir uns in der Gegend weiter um. In der Canyon Lodge finden wir wieder ein WiFi und die Gelegenheit unseren Blog zu aktualisieren.

Eingestellt von Tom Travel 11:41 Archiviert in Vereinigte Staaten von Amerika Kommentare (3)

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