Reise blog von Travellerspoint

Juli 2013

Cartagena

adios América del Sur

semi-overcast 33 °C
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Wenn ich nur eine Stadt Südamerikas besuchen dürfte, ich würde mich für Cartagena entscheiden. Auch wenn man schon viel koloniale Altstadt gesehen hat, findet man hier an jeder Ecke ein Fotomotiv.

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Die Schwierigkeit für mich besteht hier nicht darin etwas zu finden das es wert ist fotografiert zu werden, sondern vielmehr darin, dass praktisch jedes Haus, jeder Platz, jede Gasse sehenswert und fotogen ist.

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Auch hier, wie schon in Salento, experimentiert man mit allen Farbkombinationen für die Fassade.

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Cartagena hat zwar über 1 Mio Einwohner, aber davon merkt man als Tourist wenig. Die Altstadt innerhalb der massiven Festungsmauern hat man in wenigen Stunden komplett abgelaufen.

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Es ist tagsüber unglaublich heiß und unglaublich schwül. Mir fällt gerade kein Ort auf der Welt ein an dem es schlimmer war. Jedes Bisschen Schatten ist willkommen.

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Auf den Mauern noch die Kanonen und im Hintergrund die Skyline des modernen Stadtzentrums.

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Abends nur für Pferdekutschen freigegeben, aber auch tagsüber kaum Verkehr.

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Zu meinem letzten Sonnenuntergang gehe ich zu einer Edelbar oben auf den Festungsmauern. 4€ für ein kleines Bier - da fühlt man sich doch gleich wie zu hause.

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Hier treffe ich auch zufällig Yair und Erin wieder - Bekannte aus Palomino.

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Dies war der letzte Beitrag von diesem Kontinent - morgen geht es weiter nach Florida.

Eingestellt von Tom Travel 18:49 Archiviert in Kolumbien Kommentare (1)

Fazit Südamerika

6 Monate durch den Kontinent

all seasons in one day 15 °C
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In 6 Monaten komplett von Süd nach Nord durch diesen Kontinent, Zeit für ein persönliches Fazit.

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Zwei Dinge haben mich überrascht: hoch und kalt ist es hier. Atemnot und Frieren sind die Folge. Zuerst denkt man bei Südamerika doch an Samba und heiße Nächte. Dass sich das für mich nicht so bestätigt hat, liegt wohl daran dass ich Brasilien nur ganz im Südwesten angeritzt habe. Geschwitzt habe ich nur die letzten 2 Wochen an der kolumbianischen Karibikküste.

Ich habe es vor dieser Reise schon geahnt, nun weiß ich es mit Gewissheit: Berge sind an mich verschwendet. Schwer zugänglich, zumeist steil, anstrengend und immer kalt. Ich gebe es zu, ich habe es gerne warm und bequem. Wenn schon Berge – dann die in den USA oder Europa mit Komfort!

Wandern ist nicht mein Ding. Das ist was für Kegelclubs und Pfadfinder. Hier trifft man so häufig wie nirgends in der Welt junge Leute die leuchtende Augen bekommen, wenn sie von ihren Touren erzählen. Den Inka Trail in Peru, das große "W" in Torres del Paine – das muss man einfach "machen". Ich nicht. Ich habe auch nicht die coole (sagt man das heute noch?) Fjellraven-Northface-Jack Wolfskin-Gore-Tex Ausrüstung mit atmungsaktiven Links-Rechts-Socken mit Druckpolstern und Daypackrucksack mit integrierter Wasserflasche und Trinkschlauch. Nicht dass diese Touren billig wären. Für die mehrtägigen, geführten Touren sind durchaus auch mal ein paar Hundert Euro fällig.

Ich habe überlegt warum ausgerechnet hier, wo es so teuer ist, so viele Wanderfreaks unterwegs sind und nicht in anderen, möglicherweise ebenso interessanten, billigeren, bergigen Wandergebieten. Die Alpen sind wohl nicht weit genug weg für die überwiegend europäische Kundschaft. Da ist der Imagegewinn zu gering. Hiken in den Anden in der Fitzroy Range klingt doch viel besser als Wandern in den Dolomiten. Die Rocky Mountains liegen weit weg in den USA, sind auch schön, aber schwer zu erreichen. Hier in Südamerika fahren überall Busse - außer in Argentinien - auch sehr günstig. Mietwagen sind in den USA unter 25 sehr teuer, dieses Mindestalter haben viele der jungen Wanderfreunde nicht. Öffentlicher Transport in den USA ist außer zwischen den Metropolen quasi nicht-existent. Das erschwert den Zugang zu den Nationalparks für junge Reisende.

Um seine Sicherheit sollte man in Südamerika jederzeit und fast überall besorgt sein. Raub und Diebstahl sind an der Tagesordnung. Von Überfällen mit Waffengewalt habe ich in Buenos Aires, Kolumbien, und Peru von direkt Betroffenen gehört bzw. selbst erlebt. Argentinien scheint mir auf dem Weg in die falsche Richtung, in anderen Ländern nimmt die Gewaltkriminalität eher ab. Peru und Kolumbien sind sehr weit davon entfernt sichere Reiseziele zu sein.

Musik: Die südamerikanischen Rhythmen höre ich zwar gerne, leider bin ich ein völlig unbedarfter und unbegabter Tänzer und es bleibt beim Zuhören. Ich kann gut verstehen, dass die Musik und das Tanzen in den Nachtclubs der großen Städte für manche Grund genug ist herzukommen.

Archiktektur und Kultur: Ja, ich habe es begriffen – die Spanier waren hier. Gebaut haben sie auch und trotz vieler Erdbeben ist noch eine Menge davon übrig. Weiße Stadtzentren und Kirchen im Kolonialstil – wie viele will man sehen?

In Argentinien war ich am längsten und es war die größte Enttäuschung. Zu teuer für das Gebotene. Riesige Entfernungen, teure Busse und Flüge – die Sehenswürdigkeiten im globalen Vergleich nicht wirklich überragend. Andere Regionen haben da mehr zu bieten. Das Essen, auch für mich als Fleischfreund, fad und langweilig. Gutes Fleisch wird ohne Soßen oder interessante Gewürze zubereitet. In Restaurants wurde ich angesehen wie ein Außerirdischer wenn ich nach Pfeffer gefragt habe. Ganz oben im Norwesten wurde es diesbezüglich besser. Seltsamerweise ist das die Gegend, die die wenigsten Touristen abbekommt. Alle wollen nach Patagonien und Tierra del Fuego – die langweiligste Gegend, die ich in meinem ganzen Leben gesehen habe.

Bolivien hat mich positiv überascht. Viele Reisende die ich unterwegs getroffen habe, haben geschwärmt davon. Meiner Meinung nach zu Recht. Das Essen hier lecker, vielfältig und endlich auch mal scharf gewürzt. Viel zu unternehmen, die Entfernungen nicht zu groß. Busse und Flüge günstig. Es ist das einzige Land hier in S-Amerika in das ich sofort noch einmal fahren würde.

In Uruguay und Paraguay war ich nur kurz, aber ich denke auch bei einem längeren Aufenthalt hätte ich dort nichts für mich gefunden.

In Chile und Brasilien gäbe es vermutlich etwas zu entdecken. Von den Reisekosten liegen diese beiden Länder so hoch, dass ich mir einen längeren Aufenthalt verkneifen musste.

Peru, die zweite große Enttäuschung. Vielleicht hätte ich mir Cusco doch ansehen sollen. Oder die Nazca Linien. Berge, Wüste, langweilige Strände. Da war echt nichts dabei für mich. Der Colca-Canyon – angebliche tiefster Canyon der Welt – was für eine Lachnummer gegen den Grand Canyon! 30$ Eintritt dafür? Frechheit! Die Straße von Pasto nach Popayan in Kolumbien bot bessere Aussicht – kostenlos!

Am meisten überrascht hat mich Ecuador. Es ist kaum zu fassen wie weit es dieses Land in den gut 20 Jahren gebracht hat seit ich zuletzt hier war. Da kann man sehen was man mit Geld erreichen kann. Seit die Regierung den Profit aus dem Öl im Land behält geht es steil bergauf. Galapagos, eines von 2 persönlichen Mega-Highlights in Südamerika (die Iguazu Fälle waren das andere). Für Tierfreunde und Taucher ein Paradies. Auch ohne super-teure Kreuzfahrt sehenswert und durchaus bezahlbar.

Kolumbien, ein wirklich schönes abwechslungsreiches Land mit den freundlichsten Einheimischen auf dem Kontinent. Karibik-Strandurlaub sollte man allerdings nicht erwarten. Wenn die dort die Probleme mit den Entführungen im Grenzgebiet, den Busüberfällen und nächtlichem Straßenraub in den Griff kriegen, jederzeit eine Reise wert. Ich möchte in diesem Land noch einiges sehen, aber bis das Sicherheitsproblem einigermaßen geregelt ist bleibe ich weg.

Meine ohnehin schon niedrige Meinung über Reiseführer ist noch weiter gesunken. Dort zu findende Informationen sind zum Teil veraltet und nutzlos – das war mir bekannt. Sehr ärgerlich finde ich allerdings, dass praktisch alles was es in einem Land zu sehen gibt als gleichermaßen sehenswert dargestellt wird. Nie heißt es: "Völlig überschätzt, überlaufen, überteuert – bleib weg!" Da kann man versuchen zwischen den Zeilen zu lesen wie man will, erst nachdem man selbst hingefahren ist stellt man fest ob es einen interessiert hat oder nicht. Die besten Tipps bekommt man immern noch von anderen Reisenden.

Als Faustregel hier gilt: Alles was sehenswert ist kostet richtig Geld oder viel Zeit und Geld (weil schwierig zu erreichen). Alle Länder haben begriffen wie einfach sich Ausländer melken lassen. Sobald man etwas unternehmen will das nur Touristen tun, zahlt man Preise wie in Europa - oder sogar mehr. Touren und Eintrittspreise sind oft gestaffelt. Nicht-Lateinamerikaner zahlen am meisten, Einheimische nur einen Bruchteil. Ich stelle mir den Aufschrei vor wenn die Betreiber von Neuschwanstein von Japanern und Amerikanern 20€, von Italienern 10€ und von Deuschen 2€ verlangen würden.

Sorry Amigos, bei der starken Konkurrenz durch Angebote die ich auf anderen Kontinenten gesehen habe, landet für mich Südamerika auf dem letzten Platz.

Eingestellt von Tom Travel 13:54 Archiviert in Kolumbien Kommentare (5)

Independence Day

Party im Dixie-Klo

storm 28 °C
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Ich bin für die paar Tage bevor es zurück nach Deutschland geht wieder bei Cate und Oli in Süd-Florida untergekommen. Die beiden sind mittlerweile in einen standesgemäßen Bungalow mit eigenem Pool umgezogen. Bei der Hitze jetzt im Juli eine wunderbare Gelegenheit zur Abkühlung.

4.Juli - Independence Day - ich will die Gelegenheit nutzen und sehen wie die Eingeborenen ihren wichtigsten nationalen Feiertag angehen. Nachmittags gibt es einen kleinen Umzug mit bunt geschmückten Wagen.

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Alles in Rot-Weiß-Blau, ist klar - dazu Marschmusik, Nationalhymne aus Lautsprechern. Sehr patriotisch.

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Für den Abend sind wir vorbereitet. Biervorräte sind aufgestockt. Pabst Blue Ribbon - mein US-Lieblingsbier.

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Dann radeln Oli und ich zum Strand um uns das Feuerweg anzusehen. Knapp 10km auf dem Fahrrad - eine Wahnsinns-Strecke. Kein US-Amerikaner käme auf die Idee so etwas zu tun. Das machen nur verrückte Europäer. Die Amis stehen lieber stundenlang im Stau entlang des Beach-Boulevards und suchen dann ebenso lange nach einem Parkplatz. Wir setzen uns an den Strand und warten mit ein paar Dosen Heineken auf den Beginn.

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Das Feuerwerk über dem Wasser erinnert ein wenig an das Neujahrsfeuerwerk in Sydney.

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Das Video ist nur 1 Minuten lang - das Finale ist echt sehenswert.
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Am Strand entlang sieht man, dass überall nach Einbruch der Dunkelheit Feuerwerke gezündet werden.

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Und dann kam der Sturm. Innerhalb von Sekunden ist der Strand menschenleer. Alle rennen in Deckung. Oli und ich schaffen nur den halben Weg bis zu den Gebäuden an der Uferpromenade. Die Veranstalter haben an uns gedacht und eine Reihe von Dixie-Klos aufgestellt. Zuerst verschanzen wir uns nur davor im Windschatten. Dann wird der Regen so stark, dass wir jeder in eines flüchten. Es regnet so stark als ob jemand die Dusche über uns aufgedreht hätte. Keine Chance auf die andere Straßenseite zu kommen.

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In den Klos riecht es nicht gut, aber es ist trocken - und wenn man Mal muss - auch kein Problem. Olis tolles Handy-App zeigt, dass es nur ein kurzer, heftiger Schauer wird. Das warten wir hier mal ab. Bier haben wir genug dabei. Ist das Trinken von Bier in einer öffentlichen Toilette in den USA ein Vergehen? Egal, heute scheint das Verbot mit dem Alkohol in er Öffentlichkeit von der Ordnungsmacht ohnehin nicht ernst genommen zu werden.

Zwei Bier später hört es auf zu regnen und wir können rüber ins Elbo Room.

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Eine der ältesten Bars in Fort Lauderdale. Super-Stimmung mit Live Musik.

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Der zweite Teil meiner Reise endet hier, dieser Blog ebenso. Nach über 2 Jahren und über 250 Blogbeiträgen ist nun Schluss.

Vielen Dank an alle regelmäßigen und gelegentlichen Leser (und Bildchengucker) für über 700 Kommentare und knapp 200.000 Page Views. Allerdings habe ich den Verdacht, dass der allergrößte Anteil der Views durch Suchmaschinen verursacht wurde.

Am Sonntag fliege ich für einen Kurzaufenthalt zurück nach hause. Danach werde ich die Reise alleine fortsetzen. Wohin es geht und ob es davon einen Blog gibt steht noch nicht fest. Falls doch, werde ich hier einen Update-Link zum neuen Blog einstellen.
Viele Grüße an alle Alina und Thomas

Eingestellt von Tom Travel 23:04 Archiviert in Vereinigte Staaten von Amerika Kommentare (8)

Neuer Blog

wer will kann weiter lesen

sunny 26 °C
View Round-The-World 2013-2014 auf Tom Travel's Reise-Karte.

Es gab scheinbar doch mehr Leser als ich dachte, denn einige haben sich bei mir gemeldet und es bedauert dass es nicht mehr weiter geht. Deswegen habe ich beschlossen unter neuer Adresse wieder einen Blog zu veröffentlichen. Es beginnt mit meiner Balkan-Rundfahrt. Für Europäer sicher nicht so interessant oder exotisch wie z.B. Bolivien oder Vietnam, aber es gab auch Leser aus Übersee, die dank Google-Translator auch eine ungefähre Idee hatten was ich da so schreibe - oder die nur Bildchen geguggt haben. :-)

Hier also der Link zum neuen Blog - wer will kann auch wieder abonnieren und bekommt eine Mail wenn es etwas Neues gibt.

http://harley.travellerspoint.com

Eingestellt von Tom Travel 10:56 Archiviert in Deutschland Kommentare (4)

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