Reise blog von Travellerspoint

Juni 2013

Galapagos - Floreana

Die Galapagos Affäre

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Ich hatte mir in Isabela Irgendetwas eingefangen. Fieber, Rücken- und Kopfschmerzen. Das hält auch noch 3 weitere Tage an als ich wieder zurück in Puerto Ayora, Santa Cruz bin. Mit viel Ibuprofen und Amoxicillin ist es erträglich. Allerdings kann ich so nicht zum Tauchen gehen, zu riskant.

Am Samstag geht es mir dann endlich wieder so gut, dass ich einen Tauchausflug buchen kann. Es geht zum besten Dive-Spot in Galapagos: Gordon Rock. Die Anforderungen an die Taucher hier sind höher als ich es bisher irgendwo in der Welt erlebt habe. Wer hier tauchen will muss mindestens 50 Tauchgänge nachweisen und zuvor auf Galapagos schon getaucht haben. Kaltes Wasser, teilweise schlechte Sicht und Strömungen wie in der Waschmaschine - wahrlich nichts für Anfänger. Wer es dennoch wagt hier zu tauchen bekommt nahezu garantiert mehrere Haiarten und große Rochen zu sehen.

Zum Aufwärmen tauchen wir erst am Plaza Rock.

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Wieder sehe ich mehrere Karettschildkröten, Stachelrochen, Adlerrochen und Weisspitzenhaie.

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Das Wasser kommt mir viel angenehmer vor als zuletzt die Eiseskälte in Santa Fe. Danach eine Stunde Oberflächenpause bevor es zum Höhepunkt des Tages geht. Kaum im Wasser, Blick nach unten, zieht schon ein Hammerhai vorbei. Mein erster! Ein riesiger Alderrochen, denn ich zuerst für einen kleinen Manta gehalten habe über uns. Ein paar kleinere Riffhaie und Schildkröten registriere ich nur noch am Rande. Der Wahnsinn was hier los ist.

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Die Strömung treibt uns im Kreis herum, wir klemmen uns zwischen ein paar Felsen fest und beobachten was so alles vorbei kommt. Thunfische bei der Jagd, ein Seelöwe verursacht eine Fisch-Panik und rauscht auch an uns vorbei. Dann noch ein Hammerhai und ganz am Ende ein großer Galapagos-Hai. So schnell wie hier verging die Zeit beim Tauchen noch nie. Dieser Tauchgang ist kaum zu toppen. Leider konnte ich nur einige grottenschlechte Fotos mit einer geliehenen Go-Pro machen, bei der am Ende als die Haie kamen auch noch die Batterien leer waren.

Am Sonntag mache ich einen Tagesausflug zur Nachbarinsel Floreana. Hier hat sich in den 30er Jahren eine dramatische Geschichte abgespielt. Es gibt dazu mehrere Bücher und zufällig traf ich noch in Isabela eine Dame, die der letzten Überlebenden der Tragödie die Filmrechte abgekauft hat. Für mich ein Rätsel warum sich Hollywood diesen Stoff nicht schon längst geschnappt hat.

Ich versuche hier mal eine Kurzfassung der Ereignisse:

1929 verließ der Berliner Zahnarzt Dr. Ritter seine Frau und siedelte sich mit einer seiner Patientinnen auf der Insel an. Ein Neuanfang auf einer abgelegenen Insel. Ein Robinson-Traum. Er überließ nichts dem Zufall und zog sich dafür vorsorglich schon mal alle Zähne. Als überzeugte Nudisten trugen sie nur Kleidung wenn Besuch kam. Und es kamen viele. Die beiden wurden in Seglerkreisen bald zur Berühmtheit.

Einige Besucher blieben, darunter die Familie Wittmer. Nachfahren leben heute noch dort und betreiben ein Hotelrestaurant. Viel Kontakt gab es nicht, jeder wollte für sich alleine seinen Inseltraum leben.

Auftritt der Baronin – jetzt wird es spannend. Eine selbsternannte österreichische Baronin mit ihrem Hofstaat bestehend aus 2 Lovern und einem Ecuadorianer zum arbeiten trifft ein. Sie hat hochfliegende Pläne, will ein Grand-Hotel bauen und bekommt dafür Land von der Regierung. Die exzentrische Dame wurde zu einer noch größeren Berühmtheit als die vor ihr anwesenden Einsiedler.

Ich spare mir jetzt die weiteren Einzelheiten ihrer Eskapaden. Die Stimmung wurde immer schlechter, die Spannungen in den Gruppen traten immer offener zu Tage. Ein Lover der Baronin fiel in Ungnade und wurde von ihr behandelt wie ein Knecht.

Eines Tages verkündet sie (angeblich), dass sie mit dem anderen Liebhaber ein Boot nach Tahiti gefunden hat. So ein Boot gab es nicht und alle ihre Habseligkeiten hat sie auch zurück gelassen. Fakt ist: Beide wurden danach nie mehr gesehen.

Der verbliebene Liebhaber der Baronin will schnell weg, findet einen Kapitän der ihn mitnimmt. Die mumifizierten Leichen der Beiden werden Monate später auf einer abgelegenen Insel gefunden.

Bleiben noch der Berliner Zahnarzt und seine Patientin. Er, der Vegetarier, starb an einer Fleischvergiftung. Sie hat die Insel lebend verlassen.

Wer mehr Details wissen will - Galapagos Affäre

Auf der 2-stündigen Überfahrt zur Insel begegnen wir einer großen Gruppe von Delfinen.

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Mindestens 50 Stück schwimmen und springen um unser Boot. Sie warten auch bis alle die mit ihnen schwimmen wollen ihre Schnorchel aufhaben und im Wasser sind.

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Dann kommen sie neugierig an uns heran und umkreisen uns spielerisch. Dieses Erlebnis alleine wäre den Preis für den Tagesausflug wert gewesen.

Am Pier in Floreana müssen wir uns einen Weg zwischen faul dösenden Seelöwen,

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Pelikanen und Meeresechsen bahnen.

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Das ist ihre Insel, nur 175 Menschen leben hier.

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Wir fahren zunächst ins Inselinnere zu den Resten von Dr. Ritters Gemüsegarten.

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Dahinter befinden sich zerklüftete Lavafelsen mit Rinnen und teils natürlichen, teils von den frühen Bewohnern erweiterten Höhlen.

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Schon vor den deutschen Siedlern wurde diese Insel von Piraten als Zuflucht genutzt. Ganzjährig Frischwasser und reichlich Schildkröten, gute Aussicht auf die Ankerbucht. So lässt es sich als Seeräuber gut versteckt leben.

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Apropos Schildkröten. Die endemische Floreana Schildkröte ist längst ausgerottet.

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Heute leben hier Exemplare anderer Unterarten von anderen Inseln mit dem Ziel sie zu Vermehren.

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Das Vorspiel besteht aus lange-in-die-Augen-schauen.

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Meiunungsverschiedenheiten werden fauchend ausgetragen.

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Interessant und fremdartig ist sie schon die Tierwelt der Galapagos, allerdings fehlt den Tieren hier der Niedlichkeitsfaktor und hübsch sind sie auch nicht gerade.

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Eingestellt von Tom Travel 18:24 Archiviert in Ecuador Kommentare (1)

Galapagos - San Cristobal Teil 1

Invasion der Seelöwen

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Puerto Baquerizo Moreno, Hauptstadt des Archipels und Heimat der Seelöwen.

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Entlang der Uferpromenade sind sie einfach überall.

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Man hört und riecht sie schon von Weitem.

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Es klingt wie eine Schafherde. Am häufigsten hört mein das Blöken der Jungtiere auf der Suche nach Milch.

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Die Alpha-Bullen markieren mit einem beständigen “Ögh-ögh-ugh“ ihr Revier.

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Dazwischen gelegentlich ein Schneuzen und Husten. Mein Zimmer liegt keine 50m von der Wasserlinie und den Seelöwenruhebänken. Zu Meeresrauschen und Seelöwengeblöke schläft es sich hervorragend.

Die Tiere lassen sich durch nichts stören. Besetzen Bänke und Stege.

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Liegen auch gerne mal unter einem Pick-Up oder in der Kinderrutsche wenn es ihnen zu heiß wird. Das ist der Beweis - Seelöwen können weder Englisch noch Spanisch lesen - auf dem Schild steht deutlich "Nur für Kinder!"

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Man sollte allerdings nicht zu nahe kommen, denn dann erfolgt ein Scheinangriff. Wie ernst das gemeint ist habe ich nicht ausprobiert und jeweils die Flucht ergriffen.

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Das ist ihre Insel, Menschen werden nur geduldet.

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Die ist meine vierte und letzte Station auf den Inseln hier. Wenn ich zusammenzähle was ich bisher an Tieren über und unter Wasser gesehen habe, stelle ich fest, dass es die teuren Kreuzfahrten hier wirklich nicht braucht. Einzig die großen Brutkolonien der Tölpel und Albatrosse sind mir entgangen. Gewusst wie, ist Galapagos kein exklusiv teures Reiseziel.

In der Nähe des Ortes gibt es einen feinen Strand – Punta Carola. Der Weg dorthin führt durch Lavafelder mit den typischen Kakteen und Lava-Eidechsen.

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Auch hier teilt sich der Mensch die Liegefläche mit den Seelöwen.

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Im Wasser sind die Tiere weit weniger aggressiv und springen und tauchen spielerisch elegant um die behäbigen menschlichen Schwimmer.

Man sieht wieder was mit den Eintrittsgelder passiert.

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Gepflasterte Wege führen zu den Bade- und Schnorchelbuchten. Dort schwimmt man mit Seelöwen, Schildkröten und Rochen.

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Zurück am Hafen komme ich gerade recht um zu sehen wie Fregattvögel eine Gruppe Pelikane bedrängen und versuchen ihnen die Fischbeute abzujagen.

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Was macht man wenn man ein Fisch fressender Wasservogel ist und nicht schwimmen kann? Man klaut. Und das machen sie hervorragend.

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Es sind exzellente Flieger mit eindrucksvollen Schnäbeln.

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Damit greifen sie Tölpel und andere Tauchjäger in der Luft an und zwingen sie ihre Beute fallen zu lassen.

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Eingestellt von Tom Travel 16:35 Archiviert in Ecuador Kommentare (3)

Galapagos - San Cristobal Teil 2

meine Tips für Galapagos

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"Schlafender Löwe" – Leon Dormido heißt eine Felsklippe vor der Küste.

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Der beste Tauch- und Schnorchelspot in San Cristobal. Mit mir tauchen heute 3 junge Volontäre aus Holland.

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Sie arbeiten hier ehrenamtlich als Jugendtrainer für die örtliche Fußballmannschaft. Das haben sie auch schon in Costa Rica gemacht. Bei freier Unterkunft Verpflegung kann man sich so die besten Ecken der Welt für wenig Geld ansehen.

Eigentlich war es ein überdurchschnittlich erfolgreicher Tauchgang was die Sichtung von großen Tieren betrifft. Schildkröten, ein Schwarm von 10 Adlerrrochen, 5-6 kleine bis mittlere Galapagos-Haie. Verwöhnt vom letzten Tauchgang am Gordon Rock haut mich das hier aber nicht um.

Mittagspause am Strand.

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Beim zweiten Tauchgang war nichts Interessantes zu sehen. Unterhalb der Brandung an der steilen Klippe war auch in 15-20m Tiefe die Wirkung der Wellen so stark, dass es einen ständig 5-10m vor und zurück saugt. An kontrollierte Fortbewegung war nicht zu denken, man musste höllisch aufpassen nicht von der Strömung am scharfkantigen Geröll aufgerieben zu werden. Das hat mit Spaß nichts zu tun und wird mir als der schwierigste Tauchgang den ich je gemacht habe in Erinnerung bleiben.

Auf der Rückfahrt ist die Spritzfontäne und Rückenflosse eines Buckelwals in gut 100m Entfernung zu sehen. Alle an Bord rennen mit den Kameras nach vorne. Ich komme zu spät, habe aber eigentlich schon reichlich Walfotos aus der Antarktis.

Tags darauf mache ich die andere Tour auf San Cristobal, die überall angeboten wird. Mit dem Taxi einen halben Tag in die Highlands. Erster Stop der größte Süsswasser-See auf den Inseln. Ein Kratersee völlig im Nebel, deswegen keine Fotos. An der Stelle an der der See bei Hochwasser überläuft ein Bachbett mit dichter Vegetation.

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Dann geht es zu Galapagera – einer Schildkröten-Aufzuchtstation. Auch hier nicht viel Action von den Bewohnern.

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Bei Annäherung lassen sich die Tiere flach auf den Boden fallen und fauchen. Diese völlig unzureichende Verteidigungsstrategie gegenüber Menschen hat auf einigen Inseln zur völligen Ausrottung geführt. Hier in San Cristobal sind genügend übrig geblieben um den Bestand wieder aufzupäppeln.

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Vor 12 Jahren begann man hier gezielt mit der Nachzucht. Die Nr.1 ist mit ihren 10 Jahren schon ganz schön groß, der neueste Bewohner hat die Nummer 78 und ist erst 1 Jahr alt.

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Letzter Stop für heute ist Puerto Chino.

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Ein Strand der Extraklasse. Sand in feinster Li-Peh oder Lucky Bay Qualität.

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Ein paar Seelöwen liegen wieder mal faul herum, Schildkröten treiben in der Brandung, doch mich interessieren heute die Vögel. Ein junger Fregattvogel lässt mich ganz nahe heran.

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Dann bekomme ich endlich die Blaufußtölpel in Großaufnahme.

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Auch sie lassen mich bis auf einen Meter heran.

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Der mangelnden Scheu vor Menschen verdanken sie ihren wenig schmeichelhaften Namen. Auf Englisch heissen diese Vögel Boobies - sehr zweideutig. Vielleicht kaufe ich mir doch noch das T-Shirt mit dem "I love Boobies"-Aufdruck.

Zu Tausenden wurden sie von hungrigen Seefahrern einfach mit Knüppeln erschlagen. Hört man all die Geschichten der Tiergemetzel, kriegt man den Eindruck dass diese Inseln in früheren Jahrhunderten den Ruf eines Drive-Through-Restaurants gehabt haben müssen.

Gleich hinter dem Flughafen, etwa eine halbe Stunde Marsch vom Dorfzentrum liegt ein weiterer Strand. Apropos Flughafen – es gibt zwei Flughäfen auf Galapagos. Einen auf Baltra, an dem ich angekommen bin und einen auf San Cristobal. Man sollte auf keinen Fall in Baltra ankommen oder abfliegen. Man verliert dadurch jedes Mal fast einen kompletten Tag, weil der Transfer in den Ort dort so umständlich und langwierig ist. San Cristobal ist ohnehin die bessere Insel um preiswert zu den Attraktionen zu kommen. Meerechsen, Seelöwen, Schildkröten (Wasser und Land), Tölpel, Pelikane, Fregattvögel – all das kann man auf dieser einen Insel nahezu kostenlos sehen.

Der eben angesprochene Strand nennt sich La Loberia und hier gibt es – man ahnt es bereits – Seelöwen.

Auf dem Weg erwischt mich der für die Garua-Season typische Nieselregen. Richtig naß werde ich nicht, denn nach 1 Stunde hört es schon wieder auf. Ich muss weit zurück denken um mich zu erinnern wann es zuletzt mal geregnet hat. Das war vor 4 Monaten in Ushuaia und davor im September in Page, Arizona. Zwei Regentage in 9 Monaten - wenn ich die Nachrichten aus Deutschland so verfolge war es dort genau umgekehrt.

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Dieses Mal nehme ich mir einige Stunden Zeit und schaue den Seelöwen beim Spielen im Wasser und beim Streiten an Land zu. Die haben ein Leben! Die Kleinen nutzen jede Gelegenheit um an eine der 4 Zitzen der Milchbar zu kommen.

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Dann entdecke ich aber noch eine andere Tierart, für mich quasi ein alter Bekannter aus der Antarktis.

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Eine einsame Pelzrobbe sitzt in der Nähe der Seelöwenkolonie. Man findet diese Art eher selten auf San Cristobal.

Die Wellen sind heute ziemlich rau und in der kleinen Bucht hinter der Brandungszone kann man etliche Karettschildkröten sehen die es im Wasser ordentlich umherwirft.

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Ich weiss jetzt wie sich das anfühlt, kann mich an den letzten Tauchgang noch gut erinnern. Eine Kleine ist so erschöpft, dass sie sich kurz an Land schwemmen lässt, um sich auszuruhen.

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Es fehlt ihr aber nichts, nach wenigen Minuten geht sie wieder ins Wasser zurück.

Ein paar große Meeresechsen wärmen sich hier auch gerade auf. Gelegenheit für ein letztes Foto mit Fluffy auf den Inseln.

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Drei Wochen war ich nun auf diesen Inseln. Ich habe es gemütlich angehen lassen, immer mal zwischendurch einen Tag ohne Tour oder Programm. Hier meine Tips für Leute die mit wenig Geld und/oder Zeit Galapagos besuchen wollen:

  • Flug von Quito/Guayaquil nach/ab San Cristobal (SCY) - spart viel Zeit
  • San Cristobal - 2 Nächte im Hostal Albatros

Tag 1 Highland Tour
Tag 2 Schnorcheln am Kicker Rock (Leon Dormido)
Tag 3 Schnorcheln in Punta Carola oder La Loberia - nachmittags Speedboot nach Santa Cruz

  • Santa Cruz - 3 Nächte im Hostal Los Amigos

Tag 4 Darwin Station, La Tortuga Beach
Tag 5 Tagestour nach Floreana
Tag 6 Frühboot zurück nach San Cristobal - Rückflug nach Quito/Guayaquil

Mit diesem Plan sieht man in knapp einer Woche praktisch alle Tiere die es hier gibt und es kostet alles inklusiv (Flüge, Eintritt, Boot- und Tour-Tickets, Unterkunft, Verpflegung) 700€. Mit 3 Tagen und 150€ mehr kann man eine Tour nach Isabella von Santa Cruz aus machen. Tauchen kostet 100€/Tag (mein Tipp Nauti-Diving für 100$ für 2-Tank-Dive), Tagesausflüge zu unbewohnten Inseln ebenfalls 100€ - beides macht man am besten von Santa Cruz aus. Auf keinen Fall irgend etwas von zu hause oder vom Festland aus buchen. Es gibt immer freie Plätze für Tagestouren, die man vor Ort viel günstiger bekommt.

Eingestellt von Tom Travel 12:05 Archiviert in Ecuador Kommentare (0)

auf nach Kolumbien

Paranoia von Pasto bis Popayan

sunny 22 °C
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[Vorsicht viel Text!]

Ich bin von Galapagos nach Quito geflogen. Eigentlich wollte ich noch am gleichen Tag weiter nach Kolumbien, denn Quito habe ich in schlechter Erinnerung und will davon nicht mehr sehen als ich bereits kenne. Daraus wurde wieder mal nichts. Bis ich endlich mein Gepäck habe und draußen bin ist es schon zu spät zum Weiterreisen. Ich will die Strecke nach Norden nicht in der Nacht fahren, nach Sonnenuntergang habe ich von zu vielen unangenehmen Dingen gehört die auf den Strecken im Grenzgebiet zu Kolumbien passieren.

Was soll's, ich habe ja Zeit und mir aus dem Reiseführer ein nettes Hostel in der Altstadt ausgesucht. Der neue Flughafen liegt jetzt weit nördlich der Stadt und es dauert über eine Stunde bis ich endlich dort bin. Ich habe keine Reservierung (weil ich ja ursprünglich gar nicht hier über Nacht bleiben wollte) und es ist alles voll. Im zweiten Hostel dass ich versuche erlebe ich eine Überraschung. An der Rezeption steht Nele, eines der drei belgischen Mädels mit denen ich vor Wochen in Bolivien in der Salzwüste war. Wie wahrscheinlich ist dass denn unter all den Hostels in Quito ausgerechnet hier jemand Bekannten zu treffen? Das Wiedersehen dauert nur kurz, denn auch hier ist alles voll. Im dritten Hostel dann endlich ein freies Bett für mich.

Mittlerweile ist es schon lange dunkel und ich habe noch nichts gegessen. Im Viertel sieht es chaotisch aus. Die Gehwege sind überall aufgerissen, weil gepflastert wird. Viel Laternenbeleuchtung gibt es nicht. Seit dem Überfall Buenos Aires bin ich nicht mehr der Selbe. Da steht wieder ein Dutzend Jugendlicher an der Ecke wo ich vorbei muss, mir ist nicht wohl in der Haut. Eine einfache Sache wie abends etwas Essen gehen wird zur pulssteigernenden Aktivität. An diesem Abend ist nichts passiert und ich komme mir dumm und paranoid vor, als ich wieder heil im Hostel bin.

Trotzdem habe ich keine weitere Lust auf diese Stadt und suche mir ein Ziel auf halbem Weg zur Grenze - Otavalo. Bekannt für seine gut erhaltenen Kolonialbauten. Jikes! - schon wieder weiße Häuser aus dem 17.Jh. Ich habe spätestens seit Salta ein Überdosis davon. Heute ist Montag, der blödeste Tag um nach Otavalo zu kommen, denn normal kommt man hier am Wochenende her wenn Markt ist. Der Hauptplatz hier heißt ausnahmsweise mal nicht Plaza Bolivar sondern Plaza de Poncho.

Poncho habe ich mir dann keinen gekauft, aber etwas anderes dass es nur in Ecuador gibt - einen Panama-Hut. Kurz darauf bereue ich den Kauf auch schon wieder. Schön ist er schon der Hut, aber unpraktisch und empfindlich. Den kann man nirgends einpacken. Ob ich den heil heim bringe ist sehr fraglich.

Am nächsten Tag nach dem Frühstück geht es um 8 Uhr weiter. 450km nach Popayan in Kolumbien. Gedacht als angenehme Tagesetappe. Googlemaps sagt 6 Stunden, der Reiseführer sagt 8 Stunden. Es wird der längste Bus-Tag meiner Reise. Zur Grenze dauert es für 130km schon mal 3 Stunden statt 2. Da es keine Busse gibt die über die Grenze fahren muss ich 2 mal ein Taxi nehmen und ein Stück zu Fuß bis ich auf der anderen Seite am Busbahnhof bin.

Wegen einem Radrennen ist die Strecke bis frühen Nachmittag gesperrt und mein Bus nach Popayan kann erst um 2 Uhr los fahren. Ich rechne im Kopf die 6 Stunden dazu und denke mir: "Na gut dann kommst halt kurz nach Dunkelheit an". Ist schade, denn die Strecke zwischen Pasto und Popayan ist traumhaft. Meienr Meinung nach die spektakulärste Bergstrecke, die man mit einem normalen Linienbus fahren kann. Ich sitze auf der falschen Seite (links) und habe keinen Fensterplatz. So sehe dieses Mal ich leider nur wenig von der fantastischen Landschaft.

Kurz nach Einbruch der Dunkelheit hält der Bus an einem Rasthaus an. Eine Stunde Essenspause. Ich würde lieber weiter fahren, so komme ich erst um 9 an. Nach dieser Unterbrechung kaum losgefahren, schon wieder ein Halt ohne ersichtlichen Grund. Der Fahrer stellt den Motor ab. Was ist den nun schon wieder los? Einige Passagiere und ich steigen aus. Wir stehen vor einer Polizeisperre. Stimmt wieder was mit den Papieren des Fahrzeugs nicht? Das hatte ich ja auch schon.

Ich frage den Fahrer warum wir halten. Er erzählt etwas von Konvoi. Häh? Wozu dass denn? Dann dämmert es mir und mir fallen die Geschichten wieder ein, die ich in Ecuador bezüglich der Panamericana zwischen der Grenze und Popayan gehört habe. Mit MPs bewaffnete Banden stoppen nachts des öfteren Busse und rauben die Insassen bis auf die Unterhosen aus. Das war der zweite Grund (außer der schönen Landschaft) warum ich hier nicht im Dunkeln unterweg sein wollte.

Die Polizei hat dafür eine Lösung. Nicht Patrouillen oder Eskorten, das wäre zu gefährlich, denn da müssten sie sich ja selbst mit den Ganoven herumschlagen. Viel sicherer (für die Polizisten) ist es, wenn man die Busse in 4-er-Konvois alleine durch das gefährliche Gebiet fahren lässt. In unserem Fall dauert es fast 2 Stunden bis endlich genug Busse beinander sind und es weiter gehen kann. Mein Sicherheitsgefühl hat sich durch diese polizeiliche Maßnahme nicht verbessert. Die restlichen Stunden bis Popayan spähe ich durchs Fenster um möglichst rechtzeitig zu sehen wenn eine Straßensperre der Banditen auftaucht. Was ich dann tun oder ändern könnte wüsste ich auch nicht, aber ich will es halt so früh wie möglich wissen wenn wir überfallen werden.

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[Nein, ich bin nicht paranoid, aber das heisst nicht dass sie nicht hinter mir her sind!]

Langsam habe ich echt die Schnauze voll von Südamerika und wünsche mich zurück nach Asien. Dort kennt man das nicht. So etwas kann einem echt den Reisespaß verderben.

Um 11 Uhr nachts kommen wir endlich in Popayan an. 15 Stunden war ich nun unterwegs bis hierher. Wenigstens habe ich dieses Mal eine Reservierung fürs Hostel. Wenn man so spät ankommt ist das auch absolut ratsam und hilfreich. Ich sage dem Taxifahrer am Busbahnhof den Namen und die Adresse - hat er noch nie gehört. Ich frage den Zweiten - der weiß auch nichts. Egal, ich habe einen Stadtplan, die Adresse und werde ihm sagen wie er fahren soll.

Nicht so einfach, die Hausnummer gibt es irgendwie nicht und die Markierung auf der Karte scheint auch nicht zu stimmen. Nachdem wir vier Mal um den Block gefahren sind, wird es mir zu dumm und ich steige aus. Zu Fuß kann es ja nicht mehr weit sein. Mittlerweile ist es nach Mitternacht und die Straßen menschenleer. Keine gute Idee mit allem Reisegepäck um diese Zeit zu Fuß unterwegs zu sein.

Auch dieses Mal geht alles gut. In einer Art Fußgängerzone 200m weiter finde ich die Adresse. Kurz einchecken und sofort ins Bett. Für heute reicht es mir.

Das Hostel liegt direkt am historischen(!) Marktplatz im spanischen Kolonialstil(!). Ich bin wenig interessiert an der Aussicht und Umgebung, aber es gefällt mir hier im Hostel so gut, dass ich gleich mal 2 Nächte bleibe. Ich stehe im Flur und schaue mir gerade die Busverbindungen für den nächsten Tag an, da klopft mir jemand von hinten auf die Schulter. Wieder eine Überraschung - die anderen beiden belgischen Mädels sind zufällig auch hier im selben Hostel untergekommen. Diesmal bleibt mehr Zeit für Austausch der Erlebnisse.

Eine von beiden wurde mit ihrem Begleiter nachts in Lima im Taxi ausgeraubt. Der Taxifahrer fuhr durch ein finsteres Viertel, hielt an und ließ zwei seiner Kumpel zusteigen. Den Rest kann man sich denken. In Quito wurde sie dann Opfer der Schmutzmasche. Das höre ich nicht zum ersten Mal und auch in allen Reiseführern wird davor gewarnt. Der Trick wird zumeist an Busterminals angewendet und funktioniert so:

Ein "netter" Local tippt einen an und zeigt auf Schmutz den man auf der Jacke/Pullover/Rucksack hat. Der Dreck wurde natürlich von einem anderen Komplizen soeben dort hingeschmiert. Ein oder zwei weitere Einheimische scharen sich dazu und helfen den Dreck wegzuwischen. Derart abgelenkt stellt der Reisende schon mal seinen Daypack-Rucksack (der üblicherweise die Wertsachen enthält) ab und schaut sich die Sauerei an. Wenn dann alle wieder weg sind, ist meist auch der kleine Rucksack weg oder es fehlen Dinge aus den Taschen.

Im Fall von Annelies war das beonders Perfide, dass man ihr nicht irgendwelchen Schmutz sondern Kot an die Schulter und in die Haare geschmiert hatte. Als sie in den Toiletten des Busbahnhofs versuchte die Sauerei abzuwaschen hat ihr Daypack Beine bekommen. Zwei Mal in so kurzer Zeit - das ist wirklich Pech.

Ständig höre ich Geschichten dieser Art. Handy weg, Ipad geklaut, ausgeraubt - praktisch niemand kommt hier ungeschoren davon. Die Frage ist nicht ob man beraubt/beklaut wird sondern nur wann und wie oft.

[übrigens..meine Kamera habe ich trotz fehlender Fotos in diesem Beitrag noch ;-)]

Eingestellt von Tom Travel 20:04 Archiviert in Kolumbien Kommentare (0)

Salento

Die Schweiz mit Palmen

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Weiter geht es am nächsten Morgen nach Norden. Zumindest sind die Straßen ab hier sicher...heisst es - ich werde trotzdem nur noch tagsüber mit Zeitpuffer per Bus unterwegs sein. Cali liegt auf meinem Weg. Diese Stadt hatte mal den zweifelhaften Titel als Millionenstadt mit den meisten Morden pro Einwohner. Ob das heute auch noch so ist ist mir wurscht, ich werde hier nicht bleiben, ich wechsle hier nur den Bus und es geht sofort weiter nach Armenia. Die Busse hier sind übrigens die schlechtesten in ganz Südamerika bisher. Keine Luxus-Doppeldecker mit Liegesitzen, sondern Kleinbusse ohne Aircon oder Toiletten und wenig Fußraum. Heute habe ich Glück mit meinen Bussen und erwische jeweils einen Einzelsitz direkt hinter der Schiebetür, so dass ich meine Beine schön ausstrecken kann.

Plötzlich knallt es unter dem Bus. Der Fahrer hält an und es stellt sich heraus, dass sich die Lauffläche des inneren Zwillingsreifen komplett abgelöst hat. Wenigestens muss ich bei dieser Reifenpanne nicht selbst ran.

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Das Ganze passierte praktisch direkt vor einer Werkstatt und der Mechaniker macht sich sofort ans Werk. Im Gegensatz zu Texas, wo weder das Wal-Mart-Reifencenter noch eine auf Reifen spezielisierte Werkstatt einen passenden Wagenheber für unseren Moby hatten, hat hier scheinbar jede Dorfwerkstatt das richtige Werkzeug für solche Fälle parat.

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Nur 15 Minuten später ist der Reservereifen montiert, das defekte Rad verstaut und es kann weiter gehen. In Armenia nehme ich dann den dritten Bus für heute für die letzte Stunde Fahrt nach Salento

Salento - ein Postkarten-Kitsch-Ort.

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Ich kann zuerst nicht glauben was ich da sehe. Das sieht mehr aus wie eine Disney-Village-Version von Kolumbien.

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Bemüht sich hier ein Ort alle Klischees zu erfüllen? Es sieht aus wie an einem Film-Set und man sucht unwillkürlich die Kameras.

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Ist das authentisch? Ja, ist es. Das sind echte Menschen und keine Statisten. Mir gefällt das hier außerordentlich.
Um den Marktplatz zweistöckige Häuser in allen nur vorstellbaren Kombinationen von Bonbonfarben.

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Gemütliche kleine Bars mit Stühlen auf dem Gehsteig. Ich kann mich nicht erinnern dass ich hier in Südamerika schon mal außerhalb der großen Städte so viele Einheimische in Bars gesehen habe. Von überall klingt Joropo und Bambuca Musik aus den Fenstern. Gestern noch bin ich stundenlang durch Popayan gelaufen um eine gemütliche Bar zun finden um ein Bierchen zu trinken - nichts gefunden. Hier gibt es mehr als genug davon zur freien Auswahl.

Männer und Frauen sitzen gemütlich auf den Bänken um den Park.

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Keiner sieht so aus als ob er bald mal irgendwo hin müsste.

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Keiner tippt auf seinem Handy herum - zumindest keiner über 25. Die Leute kommunizieren hier tatsächlich ohne elektronische Hilfsmittel.

Das Dorf liegt auf 1900m umgeben von grünen Hügeln. Wie die Schweiz mit Palmen hat es mal einer beschrieben. Für micht steht sofort fest: Hier bleibe ich länger.

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Die beiden belgischen Mädels sind inzwischen auch hier angekommen und wir machen eine Wanderung ins nahegelegene Cocora-Tal. Zum Startpunkt der Wanderung geht es per Jeep.

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Das Ganze hier erinnert an abgelegene Alpentäler. Die Milch wird per Pferd abtransportiert.

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5 Stunden geht es durch Hoch-Regenwald. Viel Grün, kühl, teilweise neblig.

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Die Vegetation ist nicht alpenländisch. Riesenfarne und Bromelien.

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1000 Höhenmeter geht es nach oben. Dort eine Finca mit Hunderten von Kolibris.

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Am Ende dann das Tal mit den Wachspalmen - mit Kühen, wie in der Schweiz.

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8 Stunden später, ganz schön geschlaucht wieder im Hostel.

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Am letzten Tag in Salento mache ich die obligate Tour zu einer Kaffee-Plantage. Hier das Gruppenbild mit dem Plantagenbesitzer Don Elias in der Mitte.

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Wir bekommen eine Führung durch die Plantage und eine Demonstration wie die Bohnen geschält und getrocknet werden.

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Am Ende der Tour dann ein Tasting mit frisch gemahlenem, hier gerösteten kolumbianischen Kaffee.

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Eingestellt von Tom Travel 16:20 Archiviert in Kolumbien Kommentare (1)

Medellin - Palomino

2 Jahre unterwegs

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Von Salento geht es lockere 7 Stunden per Bus nach Medellin. Noch so eine Großstadt in Kolumbien mit zweifelhaftem Ruf. Wir sind mittlerweile eine kleine Reisegruppe von 6 Personen und nehmen vom Busbahnhof 2 Taxis zum Hostel. Die Taxifahrer kennen die Adresse nicht, von dem Hostel haben sie auch noch nie gehört. Das ist ein kolumbianisches Phänomen, dem ich hier fast in jeder Stadt begegnet bin. Die Fahrer kennen sich in ihrer eigenen Stadt nicht aus.
Über eine Stunde kreisen wir durch die Stadt, suchen die Adresse. Dabei kommen wir durch Gegenden in denen man echt nicht aussteigen will. Am Ende landen wir in einem ganz anderen Hostel. Das liegt glücklicherweise in einer guten Gegend der Stadt.

Beim Einchecken und Ausfüllen der Registrierung kommt mir das heutige Datum, der 18.6. irgendwie bekannt vor. Ich schaue später in meinen Blog und stelle fest, dass es heute genau 2 Jahre sind, seit ich von München zu dieser Reise aufgebrochen bin.

An dieser Stelle ein Gruß an Eva, die mal zu mir sagte: "Eine Weltreise muss mindestens 2 Jahre dauern." - nun das wäre somit geschafft.

Ich wollte eigentlich sofort am nächsten Morgen weiter nach Santa Marta an der Küste fliegen. Das scheitert am Buchungssystem der kolumbianischen Billig-Airline. Die akzeptieren nämlich keine europäischen Kreditkarten. Eine Alternative wäre der Landweg. Auf 18 Stunden Busfahrt habe ich allerdings keine Lust.
Also muss ich umdisponieren und buche einen Flug mit der staatlichen Airline nach Cartagena, 4 Busstunden westlich von meinem eigentlichen Ziel.
Das Gute ist, dass dieser Flug erst abends geht und ich dadurch morgen einen halben Tag Zeit habe mir etwas von der Stadt anzusehen. Zuerst kommt aber noch der heutige Abend. Medellin hat ja ein Nachtleben, auch unter der Woche. Wir gehen zu sechst los Richtung "Zona Rosa" - da wo was los ist.

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Am nächsten Tag muss ich mich entscheiden was ich ansehen will. Viel Zeit ist ja nicht. Die Wahl fällt auf Ariv, ein Park-Naherholungsgebiet in den Bergen über Medellin. Per S-Bahn und Seilbahn geht es den hinauf in die Wälder.

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In der Gondel fühlt es sich an wie Skiurlaub ohne Schnee. Man hat einen schönen Überblick auf die 3-Millionen-Stadt.

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Oben angekommen gibt es dann nicht wirklich viel zu sehen. Etwas Wald, ein kleiner See, ein Schmetterlingsgehege.

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Meine Zeit ist auch schnell um. Ich muss zum Flughafen und trenne mich von meiner temporären Reisegruppe. Einige werde ich in ein paar Tagen an der Küste wieder treffen.

Ankunft in Cartagena verspätet wegen einem Unwetter und Gegenwind auf der Strecke. Bis ich aussteige hat es aufgehört zu regnen. Es ist schwül-heiß und fühlt sich beim Aussteigen an als ob man einen nassen Waschlappen ins Gesicht bekommt. "Endlich warm!", denke ich mir.
Es folgt wieder das übliche Spiel mit dem Taxifahrer, der weder das Hotel noch die Straße kennt die ich ihm nenne. Er fragt sich durch und wir kommen auf diese Weise dieses Mal tatsächlich beim gewünschten Hotel an. Mittlerweile ist es 9 Uhr abends, die Straßen dampfen vom Regen. Selbst ein leichtes T-Shirt ist noch zu warm.

Cartagena hatte mir bei meinem letzten Besuch sehr gut gefallen. Dieses Mal ist es nicht anders. Die gigantischen Festungsmauern, die engen Gassen der Altstadt, viele kleine Bars und Restaurants. Ich bin zwar nur für diese Nacht hier, nehme mir aber vor auf dem Rückweg wieder her zu kommen und ein paar Tage länger zu bleiben.

Weiter geht es am nächsten Morgen 4 Busstunde nach Santa Marta. Die 3 Belgier aus meiner Medellin-Reisegruppe haben dort in einem Hostel reserviert. Ich komme nur wenige Minuten vor den Mädels dort an, die haben die 18 Stunden mit dem Bus gewählt. Das Hostel ist ganz nett mit Pool und so, aber mir gefällt es hier nicht. Die Gegend um das Hostel ist sterbenslangweilig, der Strand und das City Center weit weg - was soll ich hier?
70km weiter westlich liegt ein Ort direkt am Strand - Palomino. Das wurde mir schon mehrfach von anderen Reisenden als Geheimtipp empfohlen. In meinem Reiseführer findet sich darüber keine Zeile, an dem "geheim" könnte was dran sein. Das bedeutet nochmal 2 Stunden Bus.

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Verschlafener Ort wäre geschmeichelt, es ist ein schmutziges Straßenkaff. Der Strand ist gottseidank einen Kilometer vom Ort entfernt.

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Ganz nett, aber auch nicht der versprochene superfeine weisse Karibiksand.

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So wirklich umwerfende Strände gibt es scheinbar in ganz Festland-Südamerika nicht. Dennoch ist abzusehen, dass Palomino in wenigen Jahren vom Tourismus überrannt werden wird. Überall wird gebaut. Das Hostel in dem ich 10 Tage bleibe hat erst vor 4 Monaten eröffnet. Eine Oase mit Pool und strohgedeckten Hütten für 8€/Nacht - hier lässt es sich aushalten.

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Diesen Bus musste ich fotografieren, denn es ist definitiv der letzte mit dem ich dieses Mal in Südamerika gefahren bin.

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Von Tierra del Fuego bis fast zum nördlichsten Punkt des Kontinents in der Nähe von Palomino, saß ich überwiegend in diesen Dingern. Mal mehr mal weniger bequem. Mir reicht es auf lange Zeit vom Bus fahren! Jetzt bin ich wieder in Cartagena und das letzte verbleibende Stück zum Flughafen fahre ich Taxi.

Eingestellt von Tom Travel 16:58 Archiviert in Kolumbien Kommentare (1)

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