Reise blog von Travellerspoint

Juni 2012

Whisky Destillerien satt

es wird wieder wärmer

semi-overcast 19 °C
View RTW Reloaded 2011-2013 auf Tom Travel's Reise-Karte.

Donnerstag beginnt wie Mittwoch aufgehört hat - mit Nieselregen und Nebel. Kein Grund für die Midges, die kleinen Stechbiester eine Pause einzulegen, Die arbeiten auch bei Regen und Kälte. Einzig Wind und pralle Sonne scheinen sie nicht zu mögen.

Kilchoman ist heute dran mit dem Open Day. Eine Dudelsackband spielt, wir halten uns dort trotzdem nicht lange auf. im Nordwesten der Insel sehen wir einen kleinen blauen Streifen am Himmel und da fahren wir hin.

large_DSC_9225.jpg

Zuerst zu einem uralten Friedhof mit grusliger Ruine im Nebel.

large_DSC_9148.jpg

Dann der Friedhof und Kirche bei Kilnave und Resten eines keltischen Kreuzes davor. Da waren wir auch letztes Jahr schon, wiedergefunden haben wir es allerdings mehr zufällig.

large_DSC_9187.jpglarge_DSC_9169.jpg

Ardnave ist die Nordwestspitze der Insel und hier scheint heute das beste Wetter zu sein. Gut genug für eine Wanderung über die Dünen zum Strand. Das Meer ist spiegelglatt,

large_IMG_5831.jpg

leider sind trotzdem in der Bucht vom Loch Gruinart weder Robben noch Delfine zu sehen. Nadja taucht die Füße ins Wasser, sie hat das Meer sehr vermisst und ist trotz kaltem Wasser total happy.

IMG_5851.jpgDSC_9223.jpg

Nur ein paar Schafe, auch nett.

large_DSC_9228.jpglarge_DSC_9229.jpg

Freitag - Alina wandert durch den Sumpf für dieses Bild.

large_DSC_9237.jpg

Bunnahabhain Open-Day; langsam wird es ein wenig langweilig mit den vielen Distillen. Hier spielt keine Dudelsack- oder Folkloreband, man gibt sich progressiv - es spielt eine Rockband. Ein alter 3-Master ankert vor der Küste, die Berge der Nachbarinsle Jura - alles bei schönstem Fotowetter sehr hübsch anzusehen.

Auf der Wiese nebenan gibt es Mini-Highlandgames mit Gummistiefel- und Baumstammwerfen, Bogenschießen und Zielangeln. Wir versuchen uns alle mal am Baumstamm. (das sieht eher aus als ob der Baumstamm auf Thomas zurast)

large_DSC_0263.jpg

So geschichtsträchtig der Ort auch sein mag, den Loch Finlaggan schenken wir uns. Wir sind hingefahren aber für einen winzigen See mit bissl Ruine auf einer Halbinsel 3 Pfund Eintritt zu bezahlen sehen wir nicht ein.

Abends gehen wir Mädels los um zu fotografieren. Wir retten auf der Fahrt einem Pfau in Schottland das Leben. Auch die gibt es hier, da haben wir blöd geschaut.

large_DSC_9305.jpg

Die letzen Sonnenuntergänge auf Islay,

DSC_9293.jpgDSC_9328.jpg

Nadja traut sich sogar selbst an Steuer, und siehe da keine Toten wie in Nadjas Blog befürchtet. Diesem netten Igel hat sie das Leben gerettet und ihm über die Straße geholfen, hat sie ganz toll gemacht!

DSC_9338.jpgDSC_9339.jpg

Eingestellt von Tom Travel 03:27 Archiviert in Schottland Kommentare (0)

Camperleben

kalt und dunkel

semi-overcast 15 °C
View RTW Reloaded 2011-2013 auf Tom Travel's Reise-Karte.

Unsere 8 Tage auf Islay sind herum. Es ist Samstag und Ardbeg Open Day.

large_1DSC_0007.jpg

Immer ein Highlight in der Festival Woche. Dieses Mal werden Fahnen aller Länder ans Publikum verteilt.

large_8DSC_0006.jpg

Wir treffen wieder die sehr nette norwegische Familie, die wir zum ersten Mal in Lagavulin vor einer Woche gesehen hatten. Nun laden sie uns glatt zu sich nach Norwegen ein. Mal sehen wie wir das auf unserer Reise einbauen können - bisher hatten wir nicht vor da hin zu fahren. Sicher, schön ist es dort aber auch zumeist furchtbar kalt.

large_3DSC_0008.jpg

Wir treffen auch Brian uns seinen Vater zum letzten Mal hier auf Islay, aber wir haben vor ihn in ein paar Tagen bei sich zu hause in Aberlour zu besuchen.

large_7DSC_0002.jpg

Als Rahmenprogramm gibt es etliche Spaßwettbewerbe. Bis zur Siegerehrung können wir nicht bleiben. Um 6 geht unsere Fähre zum Festland. Vorher wollen wir noch zum frühkeltischen Kildalton Kreuz. Quasi ein Pflichtbesuch für jeden Islay-Touristen. Viele von diesen Kreuzen stehen nicht mehr in ganz UK und dieses hier ist über 1000 Jahre alt.

large_1DSC_0022.jpg

Ab morgen früh haben wir unser Motorhome gebucht. Blöderweise können wir keinen Kontakt zum Vermieter bekommen. Er reagiert bisher nicht auf Emails oder SMS die wir geschickt haben. Langsam werde ich unruhig. Wir rufen die beiden Telefonnummern an, die wir auf der Reservierung haben – keiner geht ran. Die Sorgen werden größer. Der Miet-PKW muss morgen zurückgegeben werden und wenn wir dann am Flughafen keinen Campervan bekommen haben wir nichts Fahrbares und kein Quartier für die nächsten Tage – ein Alptraum!

Auf halbem Weg nach Edinburgh Rauchpause. Ich rufe noch ein mal an und endlich hebt jemand ab und ich bekomme die Handynummer des Vermieters. Der Kontakt ist endlich hergestellt und wir verabreden die Übergabe für morgen. Ein Stein fällt vom Herzen, nun wir alles gut.

Wir müssen nur noch irgendwo auf dem Weg nach Edinburgh übernachten.Ein B&B in Falkirk haben wir über's Internet reserviert. Bis wir dort ankommen ist es schon weit nach 23 Uhr. Unser Navi weist den Weg, aber etwas kann hier nicht stimmen. Hier sind nur Wohnhäuser kein Schild oder sonstige Anzeichen für eine Herberge. Wir kurven die Straße rauf und runter auf der Suche nach der richtigen Hausnummer. Es wird immer später, hoffentlich gehen unsere Wirtsleute nicht ins Bett. Am Ende finden wir das Haus mit der richtigen Nummer doch noch. Ein älteres schottisches Ehepaar betreibt eine Mini-Herberge. Leider sind sie Gegner von Wegweiser oder Schilder, haben aber wunderbare Zimmer mit einer Privatterasse mit Blick in den Garten. Aber ihr wisst ja, wie immer wir haben keine Zeit, wir müssen schnell weiter. Heute schlafen wir alle zum letzten mal in einem richtigen Bett.

Nächster Tag, Sonntag - am Flughafen erfolgt die Übergabe unseres fahrenden Taj Mahal. Viel luxuriöser als unsere Betsy, aber auch null Charakter. Ein italienischer Fiat Ducato mit französischem Camperumbau – na das kann ja was werden. Kurze Einweisung durch den Besitzer. Als erfahrene Camperhasen kennen wir ja das meiste schon. 3-Wege Kühlschrank, Standheizung mit Gasbetrieb - alles vollautomatisch - super!

Es geht nach Norden ins schottische Hochland. Wetter ist so...naja, schottisch eben. Hie und da etwas blau, ansonsten kalt, windig und gelegentlicher Regen. Einen genauen Plan wohin wir fahren haben wir nicht. In Perth (das zweite Perth auf unserer Reise) füllen wir unsere Vorräte auf. Danach Richtung Aberdeen durch die Berge. Hier gibt es sogar Skigebiete mit Sesselliften und allem drum und dran. Kurz danach Balmoral, der gelegentliche Sommersitz der Royals.

6DSC_0034.jpgDSC_0033.jpg

Wir sind zu spät (wie eigentlich immer). Diesmal allerdings zu spät,es ist bereits geschlossen. Die Queen war eh nicht zu hause, die feiert gerade diamantenes Kronjubiläum in London.

large_10DSC_0029.jpg

So hätte es ausgesehen, wir können nur ein Foto im Besucherzentrum fotografieren. Danach biegen wir ab Richtung Speyside.
Es ist spät und Hunger stellt sich ein. Zeit ein Nachtquartier zu suchen. Dank unserer Vollaustattung ist das kein Problem. Wir brauchen weder Hotel noch Campingplatz. Eine kleine Waldlichtung neben der Straße reicht uns.

large_P1010032.jpg

Es wird gekocht und gegessen. Alles wunderbar. Plötzlich während ich zu einer Rauchpause draußen bin ein 3-facher Aufschrei aus dem Camper – das Licht ist aus. Nicht nur das wie sich herausstellt. Der ganze Strom im Camper ist weg. Dadurch ist es nicht nur dunkel sondern es wird auch eiskalt. Keine Heizung da die Steuerung für die Standheizung auch ausgefallen ist. Ich vermute eine Sicherung ist geflogen, denn auch das Starten des Motors bringt kein Licht ins Dunkel des Innenraums. In der Dunkelheit hat es keinen Zweck nach der durchgebrannten Sicherung zu suchen. Es wird eine eisige Nacht, draußen sind es keine 5° - drinnen nicht viel mehr. Wir haben nur dünne Laken zum Zudecken. Das fängt nicht gut an.

Eingestellt von Tom Travel 05:30 Archiviert in Schottland Kommentare (0)

Camperleben - Fortsetzung

wieder hell und wärmer

all seasons in one day 14 °C
View RTW Reloaded 2011-2013 auf Tom Travel's Reise-Karte.

Nach der Nacht im Wald sind alle unausgeschlafen und steif gefroren. Es stellt sich heraus, die Sicherung war es dann doch nicht. Die 2. Batterie war einfach leer. Wie das so schnell passieren konnte bleibt unklar. Jedenfalls kommt der Strom wieder sobald der Motor läuft und man die Steuereinheit wieder aktiviert. Das tut sie nämlich nicht von selbst. Der Vermieter hatte gesagt ich solle die Finger davon lassen, dachte wohl das wäre zu kompliziert zum Erklären. Also mussten wir selbst rausfinden wir das Ding funktioniert um nicht weiter im Dunkeln zu frieren.

Dieser Zwischefall hat Zeit gekostet und so kommen wir wieder mal viel später los als geplant. Wir haben vorher noch einige dringend notwendige Dinge für unseren Camper gekauft. Decken, Wegwerfgeschirr etc. 3 Mädels an Bord und keine hat Bock zum Spülen - unerhört!

In der Speyside schauen wir nur ganz kurz in der Macallan Destillerie vorbei und fahren dann über Inverness zur Glenmorangie Destille an der Ostküste in den Highlands.

large_9DSC_0042.jpg8DSC_0043.jpg

Nebenan in Tain ist Volksfest wegen dem 60. Thronjubiläum der Queen. Großbritanien ist wegen dem Jubiläum ganz aus dem Häuschen. Alles wird geschmückt, überall sieht man den Union Jack.

1DSC_0046.jpgIMG_6234.jpg
large_1DSC_0049.jpg

Alles ist fein rausgeputzt. Die Engländer, die nichts mehr als ihre Vorgärten lieben, haben sich einiges für dieses Ereignis einfallen lassen. Ob die Queen beim Anblick dieser Strohpuppen amused wäre?

DSC_0041.jpgDSC_0037.jpg

Wir wollten in ein Internetcafe – kann man heute vergessen. Das einzige Hotel am Platz erklärt uns sie haben zwar Internet aber nur für Übernachtungsgäste. Sie verkaufen Kaffee und Kuchen im Restaurant, aber das hat man gefälligst ohne Internet zu geniessen. Die spinnen die Briten! So schauen wir dem Treiben draußen ein wenig zu.

4DSC_0045.jpgVollbildau..325_bmp.jpg

Kopfschüttelnd registrieren wir, dick in unsere Windjacken gepackt, die Schotten die unter völliger Verneinung der realen Temperaturen herumlaufen als wäre es Sommer. s.o. Bild von Alina mit Jacke und Rucksack, die Schotten in Sandalen und Röcken. T-Shirt für die Herren, schulterfrei für die Damen. Barfuß in Sandalen oder Flip-Flops, ganz normal bei 10° und Wind aus dem Eiskeller.

Fluffy feiert mit

DSC_0783.jpg

und sieht sich im Rheinland mit meinem Eltern das ganze im Fernsehen an. Das Konzert haben wir leider nicht sehen können, wir fahren bald wieder durch die Highlands.

1DSC_0065.jpg

Das Tagesziel ist unerreichbar und wir kürzen die Route. Die Küste ganz im Norden Schottlands werden wir nicht schaffen. Weiter nördlich kommen wir nicht mehr. Der 58 Breitengrad wird zum Wendepunkt. Wir biegen ab und fahren Richtung Westküste.

large_9DSC_0060.jpg

Eigentlich wollten wir wieder wild kostenlos campen, aber kurz vor Ullapool kommen wir an eine wunderschöne Bucht mit Campingplatz in Ardmair.

large_1DSC_0089.jpglarge_DSC_0080.jpg

Der Konverter tut nicht mehr, alle Laptops, Handys sind leer. Wir brauchen wieder mal Strom und den gibt es hier. Man glaubt gar nicht wie wichtig mittlerweile Strom für Camper geworden ist.

Zumindest sieht es so aus als ob wir in dieser Nacht Heizung hätten. Die gasbetriebene Standheizung bläst schön warm aus den Öffnungen. Leider ist die Gasflasche fast leer und irgendwann in der Nacht war es vorbei mit wohlig warm. Dennoch war es viel besser als gestern im Wald.

large_2DSC_0095.jpg

Die Mädels wollen unbedingt nach Loch Ness und das Monster sehen wenn's geht. So geht es dann über Inverness runter nach Süden zum Loch Ness Monster Center.

1DSC_0136.jpg

Das muss man den Schotten lassen. Hier wird das Nichts zur Attraktion gemacht. Man verdient ordentlich Geld damit den Touristen zu erklären, dass es das Monster von Loch Ness nicht geben kann.

Knapp 10 Euro Eintritt kostet die Ausstellung mit Audio/Video-Vorführungen in denen einem Schritt-für Schritt erklärt wird, das alles um Nessie Unfug ist. Das ändert aber nichts daran, dass etliche Reisebusse vor der Tür stehen. Das müsste man doch kopieren können.

IMG_6381.jpg1DSC_0123.jpg

Wir behaupten jetzt einfach mal im Starnberger See lebt ein Mammut. Viele Augenzeugen haben es gesehen. Wir nennen es liebevoll “Mammie“ . Dann schicken wir Schiffe mit Radar und Sonar los, die natürlich nichts finden. Am Ende lassen wir einige Wissenschaftler zu Wort kommen, die erklären warum und wieso es unmöglich ist, dass Mammuts hier überlebt haben können. Durch Presse und Medienberichten aufgepeppt bauen wir ein Besucherzentrum und verlangen Eintritt – nicht mal lügen müsste man dabei...genial!

large_7DSC_0128.jpg

Wenn das gut läuft dann behaupten wir wir hätten Aliens gesehen. Dann ist Bayern das Ziel der ganzen Ufobekloppten. Wir hätten noch ein Einhorn, Jesus, Elvis, und Michael Jackson anzubieten. Das den noch keiner irgendwo gesehen hat wundert uns.

Urquhart Castle war bereits geschlossen. 10 Euro Eintritt für den Steinhaufen wären sowieso zu viel gewesen.

large_DSC_0143.jpgDSC_0145.jpg

Ein letztes Mal fahren wir nach Westen – dieses mal Richtung Isle of Skye.

large_1DSC_0189.jpg

Eine wunderschöne Strecke durchs Hochland und ein genialer Schlafplatz am Loch Cluanie.

large_9DSC_0173.jpg
large_DSC_0172.jpglarge_5DSC_0177.jpg

So etwas bekommt man nur im Camper zu sehen. Hier gibt es kein Hotel und nicht einmal einen Campingplatz.

Gas haben wir mittlerweile genug. Allerdings stellen wir in der Nacht fest, dass man fürs Heizen auch Strom braucht. Es wird nämlich schon wieder lausig kalt bis morgens weil das Steuergerät ausfällt nachdem die Sekundärbatterie halt wieder mal leer ist.

Eingestellt von Tom Travel 15:09 Archiviert in Schottland Kommentare (1)

Das Flughafendebakel

Die spinnen doch die Briten!

overcast 15 °C
View RTW Reloaded 2011-2013 auf Tom Travel's Reise-Karte.

Wegen den vielen Nachfragen erzähle ich heute von unserem Fluggepäck-Malheur. Camperleben Teil 3 folgt danach.

Ich liebe England, ich mag die Briten, Schottland ist ähnlich. Die Teestunde, den Kitsch den die anbieten, man kann so richtig girlish sein. Blumen im Haar, nette Hüte tragen und so vieles mehr. Hier kann man altehrwürdige Wörter verwenden wie "lovely, splendid, marvellous, excellent" Ausdrücke wir "oh dear, oh lord, holy cow"und natürlich wenn es mal nicht so toll läuft ist alles "bloody".

Die Mädels fliegen früher, wir bringen sie zum Flughafen und fahren wieder zu unseren Supermarktparkplatz nahe beim Flughafen. Wir packen. 13 Flaschen Whiskey für uns und Freunde als Mitbringsel müssen gut verpackt werden. Im Camper befindet sich eine große orangefarbene Reisetasche, die jemand hier liegengelassen hat. Ich will diese Tasche unbedingt mitnehmen. Thomas schüttelt mit dem Kopf. Er kauft mir bald eine andere damit ich Ruhe gebe. Grmpf!

Wir kommen am Flughafen an. Erstes Problem - unser aufgegebenes Gepäck ist 3,7 kg zu schwer. Oh dear! Da sind eigentlich nur Flaschen drin und Verpackungsmaterial. Wir schaffen es das eine oder andere rauszunehmen und kommen auf 3,1 kg. Ryanair sagt wenn wir die 200 Gramm noch loswerden, sparen wir 20 £ knapp 25€. Das machen wir glatt indem wir Verpackungsmaterial rausnehmen und müssen nur für 2 Kg zahlen - 50€. Thomas rechnet aus, hätten wir die letzte Flasche für ein Freund von mir nicht mitgenommen hätte es gepasst. Egal, da müssen wir jetzt durch. Wir zahlen zähneknirschend. Dabei diskutiert Thomas mit der Ryanairdame, warum er nicht 25kg Gepäck online kaufen konnte. Er hätte es gerne getan aber auf der Internetseite war das Maximum 20 Kg. Dazu kann die Dame auch nichts sagen, Thomas informiert sie, dass er das letzte Mal mit Ryanair fliegt.

Ab da alles normal. Wir waren viel zu früh dran, haben die Zeit am Flughafen vertrieben. Ich schaue mich in den Shops um. Unser Flug wird aufgerufen ich Richtung Gate, finde aber Thomas nicht am vereinbarten Treffpunkt. Seltsam. Ganz ruhig bleiben. Ich gehe zum Gate. Thomas steht schon beim Gatedurchgang, alle stehen an, warum hat er sich da angestellt? Ich komme näher, da sehe ich sein rotes Gesicht und dass er den Ärger so sehr unterdrückt dass er am liebsten wie Grisu der kleine Drache Feuer speien würde.

DSCF3855.jpg

Was ist jetzt los, wir wollen doch nur einsteigen? Thomas erkärt mir kurz sie wollen die Hälfte unserer Whiskyflaschen vernichten. Ich fange an zu lachen und merke bald dass es leider kein Witz ist. Die Dame mit der er redet ist gleichzeitig am Telefon mit irgendeinem Security Officer. Thomas Augen haben rote Ränder vor Ärger, ich glaube der explodiert gleich.

Wie, was, wo? Der (bloody) Securityofficer hat beim Durchleuchten unserer Koffer die Flaschen gesehen. War nicht sonderlich schwer, da nur Flaschen drin waren. Er sagt in einem Koffer dürfen maximal 5 Liter Spirituosen sein. Häh? Die zollfreigrenze sind 10 Liter pro Passagier, das haben wir vorher recherchiert. Außerdem sind wir letztes Jahr auch mit einem Koffer voller Flaschen unbehelligt geflogen.

Er bietet an 6 Flaschen aus dem Koffer zu nehmen und zu vernichten - Prost!- die restlichen 7 dürfen dann im halbleeren Koffer mitfliegen. Umpacken der überzähligen Flaschen in einen 2. Koffer wäre OK, dafür ist es allerdings zu spät, der Flieger geht in 10 Minuten. Also nochmal zur Klarheit: Jeder Passagier darf 10 Liter Spirituosen mitnehmen, aber er muss dafür 2 Koffer packen.

Thomas darf die Flaschen aussuchen die vernichtet werden sollen - wie gnädig. Es steigt immer mehr Rauch aus sein Kopf! Ich schaue mich vorsichtig nach einem Feuerlöscher um.

1frehky.jpg

Der Wert der Flaschen, die zur Vernichtung anstehen beträgt ca. 500€. Nee, das geht jetzt zu weit. Ich schlage vor, dass einer hier bleibt und dies regelt.

Thomas findet die Idee gut und will zurück bleiben. Wir haben nur noch ca. 5 Minuten Zeit alles zu besprechen. Ich versuche mich zu konzentrieren was wir am besten machen können, während er mit der Ran Air Dame unsere Entscheidung bespricht. Er kommt zurück und teilt mir mit, dass er nicht bleiben darf, weil das Gepäck auf seinen Namen eingecheckt ist und das Gepäck nicht ohne ihn fliegen darf.
Dann bleibe halt ich hier. Ich schreibe Thomas noch die Rufnummer meiner Eltern auf, nehme das Handy, kurzer Kuss und schon muss Thomas in den Flieger. Ich bleibe zurück mit Handgepäck, 6 britischen Pfund, blöderweise hatten wir alle Pfund grade in US$ umgetauscht und einer Kreditkarte.

Ich lerne den Securitytyp kennen dem wir all das zu verdanken haben. Kann es noch gar nicht fassen, dass ich hier alleine abhänge. Der Mann ist ganz nett, es tut ihm auch alles schrecklich leid, aber so sind die Vorschriften. Wo ich die hätte nachlesen können? Das weiss er auch nicht. (spendid!)

Er hat sagt er hat uns ausrufen lassen und angerufen auf Thomas Handy, was er nicht mit hatte (oh lord). Wir hätten die Koffer umpacken bzw. noch ein zweiten aufgeben können. Hätte 110 £ gekostet aber wir wären beide geflogen. Das Problem wir hatten erstmal einen zweiten Koffer kaufen müssen. Ich denke gerade an die große orangene Reisetasche aus dem Camper und mir fällt auf, dass wir die 40£ Übergepäck auch vergeblich gezahlt haben. Grrr! (bloody Übergepäck!)

Was nun? Mein Handgepäckkoffer ist vollgepackt, also brauche ich einen neuen Koffer. (excellent!) Ein Koffer ist hier unter 120€ nicht zu bekommen, ich denke schon wieder an die orangene Tasche. Ich überlege im Supermarkt gab es kleine Koffer für 25£, aber Taxis sind hier ziemlich teuer. Eine nette Flughafenmitarbeiterin, hilft mir beim Tragen bis ich zumindest ein Koffer bekomme. Kurze Einweisung wo es alles gibt. Tickets, Internet, kostenlose Hoteltransfer, jetzt bin ich mir selbst überlassen.

Ich versuche natürlich noch heute wegzufliegen natürlich gibt es bei Ryanair das Geld für den Flug nicht zurück und ein neuer Flug heute würde 400£ kosten. Aiii! Das ist genausoviel wie uns die Whiskyvernichtung gekostet hätte. Wir versuchen viele Varianten. Ich kann ja auch nach Köln, Frankfurt Hahn, Düsseldorf - kostet alles 400 £. Wir versuchen es über Amsterdam, da geht was für 380£.

Germanwings ist bereits nach Köln geflogen. Ich komme heute anscheinend nicht weg. Und morgen? Die nette Ticketdame sagt mir dass es für morgen Abend für 110£ Tickets gibt (marvellous!). Mit Ryanair, natürlich nur mit Handgepäck und ohne aufgegebenes Gepäck. Da kommen dann wieder 35£ obendrauf. Das würde auch bedeuten, dass ich hier noch über 30 Stunden festsitze. Die Ticketdame gibt mir den Tipp zu den Internetterminals zu gehen, der gleiche Flug übers Internet gebucht soll günstiger sein.

Für 1£ bekomme ich 10 min. Internet. Das geht ja und reicht völlig aus. Ich habe mich im Ryanairformular vertan, 1 falsche Angabe, versuche durch den Zurückbutton es zu ändern, da hängt sich das Formular auf, ich soll es später versuchen. Ich mache ein neuen Versuch. Da ist ein Cookie gespeichert, ich komm nicht mehr raus aus der Eingabemaske. (excellent!)! Mittlerweile habe ich da schon das zweite £ reingesteckt. Wenigstens kann ich mein Prepaid-Handy online aufladen. Ich gehe ans nächste Internetterminal. Wieder 1£. Ich stelle fest, dass der Flug auch online nicht günstiger ist.
Über Expedia finde ich einen Flug mit British Airways. Heute noch nach London und morgen früh weiter nach Frankfurt - für 155£. Expedia lässt mich zunächst alle Daten eingeben und sagt mir ganz am Ende, dass ich diesen Flug nicht buchen kann, denn der geht in weniger als 4 Stunden Wieder 1£.
Hä? Ist das erst jetzt aufgefallen? Bloody Expedia! In der zwischenzeit habe ich das Internet mit 6 Pfund gefüttert und nach 1 Stunde bin ich nicht viel weiter. Der ganze Aufwand für die Katz. Ich gehe wieder zum Ticketschalter und buche dort den Flug. Der erste ist ein Business-Class-Flug, also darf ich in der British Airways Businessclass Lounge abhängen. Da gibt es alles was das Herz begehrt, Internet, ich kann die lieben daheim verständigen, Diet Coke, Saft, Weine, Whisky (da ist mir aber nicht danach), Sandwiches, Obst, etc. Das kommt wie gerufen, ich packe mir die Tasche mit Proviant für die Nacht in London voll.

Um 22 Uhr komme ich in London an, um 4 Uhr wird der Check-In für den Frankfurt Flug geöffnet. Hier ist voll was los. Wegen schlechtem Wetter hängen viele fest. Ich hoffe dass sich das Wetter bessert und meine Flug morgen nicht betroffen sein wird. Die Nacht verbringe ich mit anderen Deutschen und Spaniern in Heathrow. Schlafen kann man hier nicht wirklich, es ist einfach viel los. Die Bänke hart und zwischen den Sitzen Armlehnen - ausstrecken geht hier nicht. Es gibt gratis Flaschen mit Wasser gratis - kaufen kann man sich hier nichts mehr. Jetzt würde ich sogar eine weitere Nacht im Camper vorziehen.

IMG_6262.jpg

Das Wetter bessert sich. Um 4 Uhr kaufe ich mit meinen letzten £ einen starken Kaffee und checke ein. Ein paar Stunden später nimmt mich Thomas in den Armen (lovely). Alfred und meine Mutter haben wohl ganz schön blöd geguckt, als er ohne mich angekommen ist. Meine Mutter hat direkt in ihrer rumänischer Bibel geblättert und gebetet. Sie sagten das war ja ganz lustig als ihr abgeflogen seid, mit dem Koffer der fast zu groß war, aber die Ankunft als Thomas allein rauskam war dann gar nicht lustig.
:-o

Eingestellt von Tom Travel 08:05 Archiviert in Grossbritannien Kommentare (7)

Camperleben Teil III

Ende der Schottlandepisode

semi-overcast 15 °C
View RTW Reloaded 2011-2013 auf Tom Travel's Reise-Karte.

Eilean Donan ist das heutige Ziel. Wir fahren bei Regen los, kaum angekommen dieses tolle Fotowetter. Was für Glück!

large_2DSC_0209.jpglarge_1DSC_0219.jpg

Falls jemand die Bilder bekannt vorkommen – Highlander wurde hier gedreht und ein James Bond.

large_10DSC_0208.jpglarge_2DSC_0200.jpg

Wir machen gefühlte 3000 Bilder vom Castle. Ihr müsst euch noch ein paar ansehen.

large_DSC_0226.jpg

Wie von der Kitschpostkarte steht die kleine Burg vor der Bergkulisse, ein Schotte dudelt seinen Sack davor.

large_DSC_0239.jpg

Innen alles schön restauriert. Man kann sich gut vorstellen wie es damals hier gewesen sein könnte. Thomas mischt beim Kochen mit, beim Camper hat er sich erfolgreich gedrückt.

large_1DSC_0269.jpg

Ein kurzer Abstecher über die Brücke zur nahegelegenen Isle of Skye

large_DSC_0271.jpglarge_DSC_0270.jpg

Als wir ankommen hat sich alles zugezogen,

large_DSC_0273.jpg

Wir sind froh dass wir so tolles Wetter im Highlander Schloss hatten.

Dann lieber umdrehen und ab Richtung Speyside. Morgen wollen wir die Glenfarclas Destillerie besuchen. Brian, unser Bekannter von Islay arbeitet dort und kann uns vielleicht eine besondere Führung organisieren. Jetzt regnet es aus Kübeln (oder wie die Briten sagen es regnet Hunde und Katzen) fast die ganze Strecke. Sogar eine der schönsten Gegenden Schottlands wie die Speyside, durch die wir jetzt fahren, ist trist und unansehnlich wenn es so heftig runterkommt. Wir entscheiden uns wieder für einen Campingplatz.

1P1010033.jpg

Am nächsten Morgen regnet es zumindest nicht mehr, wir bekommen eine Führung in Glenfarclas.

large_DSC_0289.jpglarge_1DSC_0298.jpg

Brian's Familie arbeitet bereits in der dritten Generation in Glenfarclas. Sein Vater ist mittlerweile Rentner und jetzt arbeitet auch sein Sohn in der Destille. Für uns werden die heiligen Hallen aufgeschlossen. Wir Blicken in die Schatzkammer. Dieser unscheinbare Fass des ältesten Jahrgangs von 1953 kostet...

large_DSC_0299.jpg

so um die 350.000€. Alina versucht das Fass anzuheben, in den Camper hätte es Platz, aber es ist doch zu schwer.
Dann dürfen wir ein bisschen in die Sherry-Whisky-Fässer schnuppern. Jeder such sich sein Jahrgangsfass für ein Foto aus. Nicht so teuer wie das erste, aber auch diese dürfen wir leider nicht mitnehmen.

DSC_0302.jpgDSC_0309.jpg

Letztes Ziel auf unserer Rundreise ist Blair Castle. Das Wetter - schottisch irgendwie. Daher lassen wir die Gärten aus, die bestimmt wunderschön sind. Wir frieren sogar im Schloss.

large_DSC_0310.jpglarge_2DSC_0317.jpg

Innen ist es ein wirklich schönes Schloss. Fotografieren darf man nur den Ballsaal, der tatsächlich noch genutzt wird. Den finden wir aber nicht so imposant. Die Kleinen können sich lustige Hüte aufsetzen, das lässt sich Alina nicht entgehen.

DSC_0312.jpg9DSC_0314.jpg

Fazit. Schottland, ist groß und wir sind stolze 2000km gefahren davon 1500 mit dem Camper.

1Schottland_Route.jpg

Es gibt viel zu zu viel zu sehen. Man sollte sich alleine für die Highlands 2 Wochen Zeit nehmen und einen toughen Fahrer haben.

10DSC_0324.jpg

Eines werden wir bestimmt nicht vermissen die Midges, diese Stechmücken, die waren wirklich eklig. Kaum ist das Wetter mal besser sind sie da und verderben einem jeden Spass im Freien.

Heute letzter Tag, wir sind früh aufgestanden um zu packen. Die Nacht haben wir auf einem Supermarktparkplatz in Flughafennähe verbracht. Die Mädels haben genug vom Campen und freuen sich schon auf ihre Betten. So gut haben wir im Camper alle nicht geschlafen.

Mittlerweile wissen wir wieder etwas besser worauf wir als beim nächsten Camperkauf in den USA achten sollten. Ärgerlich auch, dass der Campervermieter die Kaution nicht haben wollte und wir mit frisch abgehobenen 1000£ Kaution da standen. Wäre ihm das nur mal früher eingefallen. Aber das war ja nicht das einizige das schiefgelaufen ist, wie ihr bereits wisst.

Eingestellt von Tom Travel 02:09 Archiviert in Schottland Kommentare (0)

(Einträge 1 - 6 von 6) Seite [1]