Reise blog von Travellerspoint

März 2013

Willkommen an Bord

es geht los

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Mittags bringe ich mein Gepäck aufs Schiff. An Bord bleiben darf ich noch nicht, denn die Crew ist noch voll mit Vorbereitungen zu Gange. Da wäre ich im Weg. Ich mache noch ein paar letzte Einkäufe in Ushuaia. Handschuhe, Postkarten für die die mir ihre Adresse geschickt haben und eine Flasche Whisky.

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Gegen 4 Uhr dürfen die anderen 37 Passagiere und ich endlich an Bord. Einer ist schon an Bord und schaut ziemlich missmutig durch die Gegend. Ich frage ihn ob er Passagier oder Crew ist. "Ex-Passagier" ist die Antwort. Häh, was ist dass denn? Es stellt sich heraus er ist Spanier und gestern aus Barcelona angekommen. Er wollte heute mit uns an Bord gehen, aber sein ganzes Gepäck ist verschollen. Die ganze warme Kleidung, die Fotoausrüstung - alles von der Airline verschlampt. Ihm bleibt nichts als mit dem nächsten Flieger wieder heim zu fliegen.

Reiseweisheit #17: Packe dein Handgepäck immer so, dass du auch weiter reisen kannst wenn das Hauptgepäck nicht ankommt.

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Es folgt eine kurze Begrüßung durch die Crew und man zeigt uns unsere Kabinen. Viel Platz habe ich nicht erwartet, aber das ist wirklich eng hier.

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In unserer 6-er Kabine ist ein Bett frei und das ist auch gut so, denn sonst wüssten wir nicht wo wir mit den Koffern und Taschen hin sollten. In der Koje fühlt man sich wie in einem Sarg. Immerhin hat jede Kabine eine eigene Dusche und WC. In meiner Kabine sind außer mir Wim und sein Sohn Juriaan aus Holland, die kenne ich schon aus dem Hostel in Ushuaia.

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Michael - ein Bar und Restaurantbesitzer aus Toronto

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und Peter, Architekturfotograf aus New York.

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Danach haben wir die erste Gelegenheit zu einem Schiffsrundgang.

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Hier die neue Galleonsfigur - die letze hat ein Sturm in der Drake Passage abgerissen.

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Was ein Chaos aus Leinen und Stricken, wie kann da bloß einer durchblicken?

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Wir bekommen gleich mal einige Bordregeln erklärt.

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Der Frühstücksraum,

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die Pokerecke,

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die Bibliothek,

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die Küche

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Erste Kontaktaufnahme mit der Besatzung. Das hier ist Seth, ein Biologe aus Alaska.

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Er trägt nicht nur auf diesem Bild keine Schuhe, er trägt an Bord nie welche. Auch nicht bei minus 10°. Er reist dem Sommer hinterher. Dezember bis März im antarktischen Sommer, Juni bis September Sommer in Alaska. Sein Rezept für allzeit warme Füße.

Der Rest der Crew aus Holland, Schottland, Schweiz, Südafrika, Italien, Portugal. Die Passagiere überwiegend aus Holland, 8 Südafrikaner, 4 Deutsche, 2 Schweizer, 2 US-Amerikaner und der Rest kunterbunt von Bahamas bis Tschechien.

Wir bleiben die erste Nacht an Bord in Ushuaia im Hafen. Das Meer im Beagle Channel spiegelglatt, harmlos - das wird sich bald ändern.

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Eingestellt von Tom Travel 10:19 Archiviert in Argentinien Kommentare (2)

vom Beagle Channel in die Drake Passage

mir wird schlecht

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Morgens um 6 Uhr setzt sich das Schiff endlich in Bewegung. Jeder muss hier mithelfen.

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Kartoffelschäldienst gehört auch dazu.

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Mit Motor und Lotse an Bord - Vorschrift in der Beagle Strait. Erst mal tanken. 10.000 Liter, das muss reichen für 3 Wochen.

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Ushuaia verschwindet am Horizont. Was bin ich froh endlich hier weg zu kommen.

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Die ersten Stunden durch die Beagle Strait ist die Fahrt ruhig wie eine Ausflugsfahrt über den Bodensee. Die Sonne scheint, Zeit für ein Nickerchen.

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Eine Gruppe Peale's Delfine hat scheinbar großen Spaß daran neben uns ihre Kunststücke aufzuführen. Bald wird es vorbei sein mit der Ruhe.

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Wir bekommen in dieser Zeit mehrere Unterweisungen zum Thema Sicherheit und Notfälle.

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Mann über Bord: Wir erfahren dass die Überlebenszeit in Minuten in etwa der Wassertemperatur entspricht. Hier sind es 4° - das Boot braucht zum Wenden 10 Minuten. Man muss kein Rechenkünstler sein um herauszufinden was es bedeutet wenn man hier hinein fällt.

Kletterstunde: Wer will kann rauf in die Masten und beim Segel Bergen/Setzen helfen.

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33 Meter bis zur Mastspitze. Schöne Aussicht.

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Bevor man klettern darf gibt es ebenfalls eine Unterweisung im Gebrauch der Klettergurte.

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Auch hier gilt: Besser nicht runterfallen, denn egal wo man landet ist es entweder hart oder eiskalt.

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Die Passagiere werden in 4 Gruppen aufgeteilt. Für die Fahrt durch die Drake Passage hat jedes Team 4 Stunden Wache (watch) danach 12 Stunden frei. Während der Wache nehmen zwei das Steuer und zwei gehen an den Ausguck. Unsere Gruppe hat heute die späte Schicht von 20:00-00:00. Drei von uns fallen gleich mal wegen Seekrankeit aus. Die ersten Opfer der berüchtigten Drake-Passage. Die verbleibenden 6 teilen sich die Aufgaben und haben nun etwas mehr zu tun. Einige aus anderen Gruppen füttern auch schon die Fische oder suchen Jörg! im Eimer. Jung, alt, männlich oder weiblich - keine Gruppe wird wirklich verschont.

"Segelboote sind viel besser als Motorboote bezüglich Seekrankheit", hat man uns gesagt. Die gehen nur auf und ab und rollen kaum. Gerade das Rollen sei so unangenehm - aha!

Ich vermute die fettigen holländischen Würste, die es zum Abendessen gab sind schuld daran. Die sahen auch ohne Wellengang so aus als ob sie zweimal durch den Kopf wollten.

Ich lerne einiges über Seekrankheit. Erstens: praktisch jeder wird seekrank und zweitens: egal wie oft man auf dem Meer unterwegs ist - es wir nicht besser. Auch einige von der Besatzung und sogar der Kapitän füttern die Fische. Die meisten nehmen Tabletten.

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Der Lotse geht von Bord, wir verlassen den ruhigen Beagle Channel und sind nun unterwegs Richtung der berüchtigten Drake Passage auf dem Weg nach Kap Horn. Meterhohe Wellen schlagen über die Reeling. Die Schräglage des Schiffes ist bedenklich. Alles ist ständig in Bewegung. Über Deck zu gehen ist ein Balanceakt erster Güte. Unter Deck ist es aber auch nicht besser.

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Die Drake Passage, das sind 600km Wasser zwischen Kap Horn und den South Shetland Islands. Vier Tage kein Land, meterhohe Wellen und später im Süden - Eiseskälte.

Ich stehe am Ausguck - ein ziemlich eintöniger Job. Heute nacht sind keine Eisberge zu erwarten. Treibende Container, andere Schiffe - kaum anzumehmen, aber es muss halt immer wer vorne schauen.

Am Ruder zu stehen ist viel interessanter. Anfangs fahren wir noch mit Motor, aber im Lauf der Schicht setzt die Crew nach und nach alles an Segeln was da ist. Danach sieht die Europa endlich wie ein richtiges Segelschiff aus und die Maschinen werden abgeschaltet. Kurs 155° SSO, 7-8 Knoten, Wind aus NO mit 25 Knoten.

Das Steuern ist sehr gewöhnungsbedürftig. Kaum schaut man mal einen Moment weg, weicht die Nadel am Kompass nach oben oder unten ab. Das große Schiff reagiert auf Gegensteuern extrem verzögert. Anfangs fallen die Korrekturen viel zu stark aus und wir fahren einen Zick-zack Kurs. Nicht gut für die Passagiere - vielen geht es weiterhin ziemlich schlecht. Schlecht auch fürs Vorwärtskommen. Hat man den Wind direkt von hinten fangen die Segel am vorderen Mast an zu flattern und das Schiff fäng an zu rollen - wieder schlecht für die Freunde des Eimers unter Deck.

Die Europa versucht sich immer in den Wind zu drehen. Es ist ein ständiger Kampf nicht zu weit vom Kurs abzukommen.
Der Kapitän oder der Maat können im Ruderhaus am Computer sehen, wie weit wir von der geplanten Linie abweichen. Es sagt aber keiner was. Die lassen uns das selbst herausfinden und ausprobieren. Irre - völlige Anfänger steuern ein 50 Meter-Schiff unter vollen Segeln durch eines der unangenehmsten Segelreviere der Welt.

Zwischen meinen Ruder und Ausguckschichten helfe ich der Crew beim Segel setzen. Einer von der Crew zeigt auf ein Seil und sagt entweder "halten!" oder "zieh!". Mittlerweile ist es dunkel und ich habe keine Ahnung an welchem Seil ich da gerade ziehe und was es macht. Die Jungs werden schon wissen was sie tun.

Um Mitternacht ist die Schicht zu Ende und ich gehe zur Schiffsbar für ein Gute-Nacht-Bier. Kaum was los heute. Gestern war es bis 2 Uhr richtig voll hier. Zwei segelerfahrene Südafrikaner stehen noch am Tresen und erzählen Geschichten von Stürmen und Vollmondnächten auf den Seychellen - ich glaub ich bin im Film.

Eingestellt von Tom Travel 12:40 Archiviert in Argentinien Kommentare (2)

durch die Drake

kein Land in Sicht

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2. Tag auf See

Kap Horn liegt bereits weit hinter uns. Die Wellen werden noch höher, der Wind stärker. Die Drake Passage zeigt uns was sie drauf hat. Die Bark macht rekordverdächtige 9 Knoten. Beim Frühstück und Mittagessen ist heute viel Platz. Etliche Passagiere ziehen es vor nichts zu essen. Zwecklos wenn es ohnehin nach 5 Minuten im Eimer oder bei den Fischen landet.

Es gibt keine Fotos vom heutigen Tag. Oben schlagen ständig Wellen übers Deck, man bräuchte eine wasserdichte Kamera. Außerdem muss man sich ständig irgendwo mit mindestens einer Hand festhalten. Schräglage wird zur Normalität.

Gerade als unsere Mittagsschicht endet fängt es an zu regnen - Glück gehabt. Für uns geht es erst wieder nach Mitternacht weiter in der sogenannten "Dog Watch" von 00:00-04:00.

Hoffentlich gibt es heute etwas Leckeres zum Abendessen. Allein beim Geruch von Essen wird mir übel. Jedes Mal wenn ich an der Küche vorbei gehe halte ich die Luft an.

3. Tag auf See

Es gab nichts Leckeres zum Abendessen. Vielleicht war es lecker aber mir war einfach nicht danach. Die ersten Opfer der Seekrankheit tauchen wieder an Deck auf. Es stimmt also was man sagt, nämlich dass dieses Problem in 2-3 Tagen vorüber geht.

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Unser Team ist immer noch auf 6 Aufrechte reduziert, deswegen müssen wir längere Schichten schieben. Statt 30 Minuten Wache und 30 Minuten Pause haben wir nun 60 Minuten Dienst und 30 Minuten frei.

Anfangs ist es am 3. Tag auf See recht mild und es geht kaum Wind.

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Zeit zum Ausruhen für die Mannschaft. Der Seegang bleibt sehr hoch, das Deck regelmäßig überflutet.

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Die Segel werden eingeholt und wir fahren ein Stück mit Motor, bis wir aus dieser Zone heraus sind. Dann kommt wieder ordentlich Wind auf und es wird sehr sehr kalt. Die Crew muss wieder ran und rauf in die Masten. Alle Segel werden gesetzt - im Dunkeln. Die Europa nimmt Fahrt auf und macht nun über 8 Knoten.

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Als ich das Ruder übernehme zeigt der Kurs 90°Ost an, sollte aber 150° sein. Kleine Abweichung meint mein Vorgänger. Zurück auf den vorgegebenen Kurs zu kommen ist gar nicht einfach. Das Schiff schwänzelt wie ein junger Hund und als es endlich wieder in die richtige Richtung fährt ist mir zumindest schön warm dabei geworden.

Am Ausguck ist es heute Nacht extrem unerfreulich. Trotz etlicher Schichten Kleidung pfeifft der Wind durch. Irgendwo vergisst man immer einen Spalt abzudecken und an der Stelle wird es dann nach kurzer Zeit sehr unangenehm. Bewegen kann man sich auf dem Posten kaum, das Schiff rollt stark von Seite zu Seite und das Stehen ist nicht einfach. Herumlaufen um sich aufzuwärmen noch schwieriger.

Dann fängt es auch noch an zu regnen. Um 4 Uhr morgens ist meine erste "Dog Watch" zu Ende. Völlig durchgefroren gehe ich an die Bar und hole mir mein Gute-Nacht-Bier.

4. Tag auf See

Die heutige Frühschicht war extrem übel. Aufstehen um halb 4 Morgens und raus in den eisigen Wind. Das bewegungslose Rumstehen am Ausguck ist am schlimmsten. Am Ruder ist es heute aber auch nicht viel besser, denn seltsamerweise fährt die Europa von ganz alleine den gewünschten Kurs. Keine Action am Steuerrad, keine Möglichkeit sich dabei aufzuwärmen, immer den Blick auf den Kompass.

Es läuft an Bord eine Lotterie wer den ersten Eisberg sichtet. Alle haben Tipps bezüglich Datum und Uhrzeit dieser Sichtung abgegeben.

Jeff, einer der Südafrikaner in meiner Schicht sieht dann um 7:30 den ersten, mein Tipp war 6:20 - knapp daneben, gewonnen habe ich nichts.

Gestern habe ich komplett aufs Abendessen verzichtet. Allein der Geruch vorweg hat mir gereicht. Ich halte mich an den Nachtisch, Früchte und alles was nicht gekocht bzw. verkocht wird. Wenn das so weiter geht werde ich noch zum Veganer. Für morgen ist Land angekündigt.

Eingestellt von Tom Travel 05:26 Archiviert in Antarktis Kommentare (0)

Desolation Island

endlich Land in Sicht

semi-overcast 2 °C
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Wir nähern uns endlich wieder Land - die South Shetland Islands. Gehören zum antarktischen Kontinent, sind aber wie der Name schon sagt nur vorgelagerte Inseln.

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Es gibt einen Vortrag über alles was man als Besucher tun bzw. nicht tun muss. Wir erfahren, dass die Besucherzahlen von 30-40.000 pro Jahr auf 10.000 zurück gegangen sind. Grund ist, dass die großen Kreuzfahrtschiffe nicht mehr hinfahren dürfen. 2000 Passagiere an Land - das hält dieses fragile Biotop nicht aus. 250 Passsagiere pro Boot ist das Maximum und es dürfen nie mehr als 100 gleichzeitig an Land sein. Schluss mit Super-Luxus-Abenteuer. Nur noch umgebaute Eisbrecher und Forschungsschiffe fahren jetzt da hin. Die bieten allerdings auch ganz ordentlichen Komfort.

Auf diese Weise glaubt man die Auswirkungen des Antarktistourismus kontrollieren zu können. Nebeneffekt ist, dass die Preise steigen wenn sich alle um die wenigen Plätze balgen müssen. Es wird ein exklusives Ziel bleiben.

Die letzte Nacht war unsere Gruppe wach-frei. Es muss richtig schlimm gewesen sein. Die armen Schweine die Dienst hatten berichten von Schneetreiben bei 70km/h Wind - nein danke!

Als ich morgens aufwache liegen wir schon vor Anker. Zum ersten Mal seit 4 Tagen ist wieder Land zu sehen. Wir sind endlich durch die fiese Drake Passage durch.

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Nach dem Frühstück machen sich alle bereit für den ersten Landgang. Desolation Island (zu deutsch: trostlose Insel) - wenn man den Aufzeichnungen trauen darf, sind wir seit 200 Jahren die ersten Menschen auf dieser Insel. Pelzrobbenjäger waren die Letzten vor uns hier.

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Bevor wir in die Schlauchboote gehen müssen alle mit den Schuhen durch ein Desinfektionsbad. Gestern haben alle ihre Jacken und Taschen abgesaugt um keine Samen mitzubringen. Es gibt nur 2 endemische Pflanzenarten auf dem ganzen Kontinent. Botaniker in der Antarktis ist ein Halbtagsjob. Weitere Arten sollen möglichst nicht eingeschleppt werden.

Unglücklicherweise habe ich einen der vorderen Sitze im Schlauchboot und werde patschnass. Obenrum geht es dank der wasserdichten Jacke, aber die geliehene Skihose ist für derlei Unternehmungen völlig ungeeignet. Ich sitze im eiskalten Wasser und es läuft mir die Beine herunter.

Die Überfahrt dauert zwar nur 15 Minuten aber mir reicht es eigentlich schon bevor ich meinen persönlich historisch bedeutenden ersten Schritt auf den neuen Kontinent mache. Pelzrobben interessieren sich nur wenig für unsere unbeholfenen Anstrengungen einigermaßen trocken an Land zu kommen.

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Wenn man ihnen zu nahe kommt benehmen sie sich wie bissige Hunde und starten Scheinangriffe. In solchen Fällen nicht weg laufen sondern stehen bleiben und zurück bellen war der Tipp unseres Tourguides.

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Beneidenswert wie die sich da am Strand räkeln und die Kälte offensichtlich nicht spüren.

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Zwei Sorten Pinguine finden sich auf dieser Insel.

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Zumeist sind es Chinstrap-Pinguine aber auch ein paar Gentoos sind dabei. Die Chinstraps sehen mit ihren Helmchen ganz niedlich aus, aber der Gestank ist kaum auszuhalten. Die Vögel stehen in ihrem selbst produzierten Guano-Misthaufen.

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Mir fällt auf die Schnelle kein Tier ein, das dermaßen im eigenen Dreck lebt. In den Dokumentationen und auf Fotos sieht man immer nur saubere Pinguine, die gerade aus dem Wasser kommen. Zur Zeit mausern sich viele von ihnen und bis die neuen Federn sprießen können sie nicht ins Wasser. Dann stehen sie wochenlang von unten bis oben besudelt in ihrer eigenen Sch...

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Für mich ist nach ein paar Fotos Schluss und ich nehme das erste Shuttle zurück zum Schiff. Eine heiße Dusche ist jetzt genau das Richtige.

Auf der Fahrt zum nächsten Landepunkt noch eine sehenswerte Basaltformation - Edinburgh Rock.

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Ein gutes Fotomotiv auch für unseren Freund Seth aus Alaska. Immer noch ohne Schuhe und Socken unterwegs.

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Eingestellt von Tom Travel 09:55 Archiviert in Antarktis Kommentare (3)

Badespaß und Golf in der Antarktis

die Stimmung steigt

all seasons in one day 1 °C
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Wir machen in den nächsten Tagen noch weitere Landungen an verschiedenen Buchten der South Shetlands.

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Zunächst bei gutem Wetter.

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Wir sehen mehr Pelzrobben, noch mehr Eselspinguine.

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Beide Arten wieder im Wettbewerb wer mehr stinkt.

Ab jetzt treiben regelmäßig große Eisberge an uns vorbei.

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Das Wetter wird ab Nachmittag unterirdisch schlecht. Schneetreiben und schneidend kalter Wind. Man kann gar nicht so viel anziehen wie man möchte.

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So unangenehm die Landgänge sind, so lustig wird es abends in der Schiffsbar. Die Drake Passage ist vergessen, alle sind nun wieder fit. Die Südafrikaner bekommen den Spitznamen "noisy bunch" und sorgen für Stimmung bis spät in die Nacht. "Soooo much Fun!!!" wird zum geflügelten Wort.

Der Skipper gibt bei der Abendbesprechung am folgenden Tag eine kleine Verwarnung aus. Er weist darauf hin, dass es zwar eine Bar an Bord gibt, man aber nicht so viel konsumieren soll, dass es im Notfall dazu führt das stockbesoffene Passagiere aus den Kojen getragen werden müssen. Immerhin sind wir nicht in der Karibik, sondern in einer der menschenfeindlichsten Gegenden dieses Planeten unterwegs. Wo er recht hat hat er recht.

Am nächsten Tag geht es nach Deception Island - wir ankern die Nacht über im gefluteten Krater eines erloschenen Vulkans. Nur eine schmale Durchfahrt führt hinein in den natürlichen Hafen dieser Insel die wie ein Hefekringel aussieht.

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Neben uns liegt eine kleines Segelboot.

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14 Meter lang, 9 Personen an Bord - das ist noch eine ganze Stufe weniger an Komfort und Platz als wir haben.

Heute stehen gleich mehrere Landgänge auf dem Programm. Der Himmel ist grau und die erste Wanderung auf eine Anhöhe ist nicht wirklich das was ich mir so unter Antarktis vorgestellt habe. Es sieht mehr nach einer Kiesgrube im Winter aus.

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Der zweite Ausflug ist schon viel besser. Der Vulkan unter der Insel ist noch ein wenig aktiv und es gibt heiße Quellen direkt am Strand. Am Ufer ziehen Dampfschwaden.

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Die Wolken verziehen sich immer mehr, bestes Badewetter für die Antarktis. Die Unentwegten unter uns gehen tatsächlich hier zum Baden.

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Von unten gekocht von oben eiskalt, das ist nichts für mich.

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Mein in Ushuaia gekauftes Pitching Wedge kommt zum Einsatz.

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Hier auf dem schwarzen Lava-Schotter ist es kein Problem den Ball zu finden. Ich muss nur aufpassen dass mir keine der räuberischen Skuas meinen Ball klaut.

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Mein Ziel auf allen 7 Kontinenten ge-golft zu haben ist somit erreicht. Es ist zwar noch nicht antarktisches Festland, gehört aber dazu. Weiter südlich werde ich sicher noch ein paar Bälle schlagen. Dann aber nicht mehr so weit, denn im Schnee und Eis dürfte es schwierig sein den Ball wiederzufinden.

Zum Sonnenuntergang sehen wir uns die Ruinen einer Walfangstation an.

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Diese wurde bei einem früheren Vulkanausbruch zerstört und nicht mehr aufgebaut.

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Gilt nun als historische Stätte. Heutzutage kann keiner mehr hier bauen - nur Forschung ist erlaubt. Gebäude zur militärischen oder kommerzielle Nutzung sind verboten.

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Eingestellt von Tom Travel 04:39 Archiviert in Antarktis Kommentare (1)

Der Angriff des Leoparden

das ging gerade noch mal gut

sunny 1 °C
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Wir segeln in der Nacht über die Bransfield Strait. Von den South Shetlands zur Antarktischen Halbinsel. Das ist wieder ziemlich offener Ozean. Ich habe in der Nacht kaum geschlafen. Meine Koje liegt quer zur Fahrtrichtung und das Schiff rollte so stark, dass ich ständig vom Kopf zum Fußende gerutscht bin.

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Windstärke 8 auch noch am Morgen, der Plan wird geändert statt zu den Christiania Inseln wir fahren zu einer windgeschützen Bucht. Cierva Cove - hier war die Europa noch nie.

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Ich klettere rauf in den Mast um mir das von oben anzusehen - fantastisch!

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Unterwegs sehe ich meinen ersten Minkewal.

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Die Bucht ist eine gute Wahl wie sich herausstellt. Das Meer ist ein Spiegel für die Eisberge und Gletscher.

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Die Schlauchboote werden zu Wasser gelassen.

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Wir wollen ein wenig zwischen den Eisbergen cruisen.

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Dabei stören wir einen Seeleoparden beim Mittagsschlaf.

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Ich habe zuvor von diesen Tieren noch nie etwas gehört. Hier wurde uns erzählt, dass der einzige tödliche Angriff eines Tieres auf einen Menschen in der Antarktis auf das Konto eines dieser Tiere geht. 400kg schwer, 3,50m lang - Grund genug Respekt zu haben.

Der Leopard beäugt uns zunächst von seiner Scholle aus.

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Dann gleitet er ins Wasser und kommt auf uns zu. Oh-oh!

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Kurz vor dem Boot taucht er ab und geht zum Angriff über.

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Dazu dreht er sich unter Wasser auf den Rücken und sperrt das Maul mit vielen Zähnen unglaublich weit auf.

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Wir sitzen in einem Schlauchboot und der Gummi ist für diese Zähne kein Problem. Ich wünsche mir ein größeres Boot. Vor allem eines das nicht aus Gummi ist wäre jetzt recht.

Es bleibt nicht bei der einen Attacke. Immer wieder greift er von verschiedenen Seiten an und versucht in den Gummi zu beißen. Jordi gibt Gas und versucht zu entkommen. Für den Leoparden ist es kein Problem mitzuhalten uns zu überholen und weiter anzugreifen.

Klingt doch gut die Geschichte, oder? Natürlich ist es nicht so gewesen.

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Der Seeleopard war neugierig und wollte nur spielen. Selbst wenn er einen Schlauch zerbissen hätte wären wir nicht wirklich in Schwierigkeiten gewesen. Zurück an Bord gibt es ein Open Air Buffet - so mit Sonnenschein und ohne Wind ist es durchaus angenehm.

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Als Souvenir holen wir uns einen schönen viele tausend Jahre alten Gletschereisbrocken.

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Ein Stück davon kommt heute abend in meinen Whisky, den ich mir zum Sonnenuntergang schmecken lasse.

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Eingestellt von Tom Travel 13:45 Archiviert in Antarktis Kommentare (0)

Fotomania

Traumlandschaft in Weiß und Blau

sunny 2 °C
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Gleich mal vorneweg - das war der beste Tag der ganzen Reise bisher. Diese fantastische Landschaft war die Strapazen der Drake und die Kälte danach wert.

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In der Nacht zuvor konnte man um das Schiff das Schnauben vieler Buckelwale hören. Am nächsten Morgen kommen einige sehr nahe ans Schiff.

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Eine Buckelwal-Kuh mit ihrem Kalb schwimmt direkt unter uns durch.

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Danach gibt es noch ein wenig "Tail-Action"

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Etwas später kommt ein Schwarm, Herde (wie sagt man bei Pinguinen?) vorbei. So unbeholfen wie sie an Land aussehen, so elegant bewegen sie sich im Wasser.

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Das Wrack eines Walfängers schauen wir uns aus der Nähe. Der hatte auf See Feuer gefangen und die Crew hat ihn absichtlich hier auf Grund gesetzt. Bei dem vielen Walöl an Bord hatten sie es danach wenigstens für ein paar Stunden warm.

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Das Wetter wurde von Tag zu Tag besser. Tagsüber spielt sich das Leben an Bord nun an Deck ab.

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Mittagessen mit unbezahlbarer Aussicht.

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Fast wolkenloser Himmel und spiegelglattes Wasser. Traumhafte Bedingungen zum Fotografieren. Über 500 Fotos habe ich am Ende des Tages zu sortieren. Ein neuer Rekord. Nur 40 kommen in den Blog. Die die ich aussortiert habe wären immer noch ein Highlight für jeden Kalender. Es ist unfassbar wie viele Blautöne es gibt. Sucht euch euer Lieblingsbild aus.

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Dann ist es so weit - mein erster Schritt auf das antarktische Festland. Bisher waren wir immer auf vorgelagerten Inseln. Schwarz-Weiß ist hier die angesagt Modefarbe. Auch die Kormorane machen mit.

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Es geht von der Landestelle steil nach oben und man glaubt es kaum, auf dem Bergrücken findet sich eine Pinguinkolonie.

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Hier oben schmilzt der Schnee früher im Sommer und nur hier können sie ihre Nester aus kleinen Steinen bauen.

Den langen beschwerlichen Weg bergauf und bergab nehmen sie dafür in Kauf.

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Die Europa holt uns auf der anderen Seite der Landzunge ab. Der Weg nach unten ist uns allerdings versperrt. Den Pinguin-Highway können wir nicht benutzen ohne die Tiere zu stören. Wir müssen den steilen Schneehang quer gehen und dann bleibt nichts als den Abhang hinunter zu rutschen. Das sieht auf dem Foto einfacher aus als es war. Es geht gut 150 Meter nach unten. Die winzigen Punkte da unten sind Pinguine - das hilft beim Einschätzen der Höhe und Steilheit dieser Rutsche.

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Einer aus der Gruppe rutscht zu früh ab und schlittert in ein Geröllfeld auf halbem Weg nach unten. Erstaunlicherweise hat er sich dabei kaum verletzt.

Eingestellt von Tom Travel 12:48 Archiviert in Antarktis Kommentare (2)

Der verrückte Doktor

Lagerkoller im Paradies

sunny 1 °C
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Wir landen heute auf Paradise Island. "Almirante Brown" - eine argentinische Forschungsstation, zur Zeit unbemannt, wird wieder aufgebaut.

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Vor einigen Jahren bekam der Stationsarzt hier einen Lagerkoller. Der arme Kerl sollte nur für ein Jahr bleiben, da man aber fürs zweite Jahr keinen Freiwilligen gefunden hatte musste er noch ein Jahr dranhängen. Als dann auch im dritten Jahr keine Ablösung kam ist er durchgeknallt und hat radikal aber effektiv dafür gesorgt, dass die Station komplett evakuiert werden musste: Er hat die Wohngebäude in Brand gesetzt.

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Es wird ein weiterer Tag für Foto-Highlights. Ich weiß schon gar nicht mehr was ich alles fotografieren soll - alles sieht unglaublich schön aus. Die Landschaft ist gewaltig - im Bild unten muss man schon suchen um das nicht gerade kleine Schiff zu entdecken.

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Sechs riesige Gletscher münden in diese Bucht.

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Mit der Europa im Vordergrund sieht es gleich noch besser aus.

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Paradise Bay
- mal indirekt, dann direkt.

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Gegen Abend ändert sich die Lichtstimmung - es kommt ein wenig Gelb und Orange dazu. Nach den letzten beiden unglaublich motivreichen Tagen bei bestem Licht und Wetter kann nun kommen was will - die Reise hat sich jetzt schon gelohnt. Menschenfeindlich und wunderschön zugleich, diese Landschaft übt eine Faszination aus wie ich sie noch nirgends gesehen habe. Trotz aller Schönheit - scheinbar kann man hier nicht lange bleiben ohne verrückt zu werden - siehe Doktor.

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Ist das noch zu toppen?

Eingestellt von Tom Travel 08:26 Archiviert in Antarktis Kommentare (2)

Die südlichste Party

Votka bei -65,25°

sunny 1 °C
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Der Tag beginnt umgeben von Eisbergen. Traumhafte Farben und Formen.

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Auch heute ziehen wieder Buckelwale vorbei.

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Ich hätte nicht gedacht, dass wir so viele sehen würden. Walsichtungen sind so häufig, dass es schon zur Normalität geworden ist. Mehrmals täglich ruft einer "whales!". Anfangs sind noch alle mit ihren Fotoapparaten rausgelaufen. Mittlerweile haben alle ihre Schwanzflossenbild und die Aufregung hält sich in Grenzen. Meist sind es Buckel- oder Minkewale. Aber wir haben auch schon Finn- und Seiwale gesehen. Bisher leider noch keine Orcas oder Pottwale.

Auch heute wieder wunderbares Badewetter, Wassertemperatur 1°, Luft 0°. Sonne und blauer Himmel.

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Ein paar ganz Harte springen über Bord und nehmen ihr südlichstes Bad im Eismeer.

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Die Europa hat den Wendepunkt dieser Tour erreicht. Ab morgen geht es zurück Richtung Norden.

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Nach dem Mittagessen gehen alle von Bord. Eine kleine Wanderung über ein Schneefeld zu einer verlassenen britischen Station aus den 50er Jahren steht auf dem Programm.

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Geräte und Ausrüstung sind weitestgehend erhalten. Interessant zu sehen wie die Forscher damals hier gelebt haben. Ich lade hierzu keine Bilder - ihr könnt euch vergammelte Betten und verrostete Konserven sicher vorstellen.

Als Kontrast sehen wir uns eine moderne ukrainische Forschungsstation an. Die lassen es sich hier richtig gut gehen in der Vernadsky Station.

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11 Mann leben hier jeweils für ein Jahr. Ein eigenes Postamt, eine kleine orthodoxe Kapelle, Billard und Fitnessraum.

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Praktisch jedes Kreuzfahrtschiff macht hier Station, denn hier ist sie nun wirklich - die südlichste Bar mit selbstgebranntem Wodka.

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Pech für Alina, die nie einen Souvenirshop ausläßt - den südlichsten hat sie nun verpasst.

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Zurück an Bord hat die Crew eine Überraschung für uns parat.

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Es gibt BBQ an Deck, dazu brasilianisches Antarctica Freibier.

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Niels der Barkeeper gibt den DJ

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Später kommen 3 von den Ukrainern an Bord, bringen Wodka mit und ab da geht die Party richtig los.

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Umgeben von Eisbergen geht es weiter bis weit nach Sonnenuntergang.

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Getanzt, gesungen, gegröhlt

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Am Ende spielen wir mit einem großen Eisblock an Deck Fußball.

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Nach reichlich Wodka und Bier nicht mehr ganz standfest rutsche ich aus und falle auf Block. Zunächst ist der Schmerz dank starker Alkoholisierung nicht zu schlimm, mir bleibt nur völlig die Luft weg. Eine schmerzhafte Rippenprellung, die mich in den nächsten Wochen den Schlaf kosten wird, ist die Folge.

Eingestellt von Tom Travel 03:19 Archiviert in Antarktis Kommentare (3)

Eisberge im Nebel

trüb aber nicht fad

overcast 0 °C
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Das Tiefdruckgebiet das uns schon seit 3 Tagen verfolgt hat uns jetzt eingeholt. Aus ist es mit dem schönen Postkartenwetter. Die erste Exkursion auf eine kleine Insel spare ich mir. Alles ist in dickem Nebel, man sieht keine 50 Meter weit und auf der Insel gibt es wieder nur die kleinen Stinker zu sehen. Gefühlte 3 Millionen Pinguine reichen mir für lange Zeit, ich brauche ich keine weiteren mehr zu sehen.

Der zweite Ausflug heute geht mit den Schlauchbooten zum Eisbergfriedhof. Eine flache Bucht in der die enorm großen Brocken auflaufen und langsam vor sich hin schmelzen. Turmhoch und trotz des miesen Wetters mit hübschen blauen Durchbrüchen. Wie gut hätte das erst mit etwas mehr Sonnenlicht ausgesehen. Andererseits habe ich schon genug Fotos von Eisbergen vor blauem Himmel. Mit düsterem Hintergrund entstehen interessante Bilder.

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Der Rückweg mit dem Schlauchboot zur Europa wird spannend. Die Nebelsuppe ist so dicht geworden, man sieht kaum noch etwas. Nur die Eisberge geben eine Orientierungshilfe.

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"Da ist der blaue Schlitz - hier die blaue Höhle" so finden wir ungefähr die Richtung. Harko schaltet alle Lampen an Bord der Europa ein - nutzlos wie sich herausstellt. Wir sehen die Umrisse des Schiffes im Nebel lange bevor wir die Lichter sehen.

Den ganzen Tag spielen 3 Minkewale um das Schiff.

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Sie verfolgen auch die Schlauchboote auf der Fahrt zwischen den Eisbergen. Mehrmals tauchen sie direkt unter unserem Boot durch.

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Langsam macht sich bei mir ein Gefühl breit alles gesehen zu haben. Bessere Eisberge, Gletscher, Pinguine - kann ich mir nicht vorstellen. Wale hatten wir auch schon zum Abwinken - nur die Orcas fehlen noch, dann wäre es perfekt. Partys hatten wir auch fast jeden Abend. Morgen steigt allerdings die seit Langem angekündigte Full-Moon-Party. Da wird die grandiose Natur mal für kurze Zeit zur Nebensache.

Eingestellt von Tom Travel 04:54 Archiviert in Antarktis Kommentare (1)

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