Reise blog von Travellerspoint

März 2012

Wasserpanikhasen

ein Taucher der nicht taucht taucht nix

sunny 30 °C
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Alinas Sonnenbrand ist besser, wir können endlich Tauchen gehen. Deswegen sind wir ja schließlich hier. Mittlerweile seit 3 Wochen! Unsere Pässe mit dem neuen Visum für weitere 38 Tage sind mittlerweile eingetroffen - Zeit genug haben wir nun also. Es wurde langsam auch langweilig den ganzen Tag im Guesthouse zu verbringen. Alina erheiterte mich gestern abend als sie in einem Shop wie Superman hineinflog. Es war mal wieder Stromausfallzeit und den kleinen Absatz an der Shoptür konnte sie nicht sehen. Sie hob die Hand während dem Stolpern und flog buchstäblich in den Laden. Sah so aus, nur mit erschrecktem Gesicht.

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Die Landung war wenig elegant, aber sie konnte sich irgendwie wieder fangen kurz bevor sie im Tresen einschlug. Glück hatte sie, dass es an der Tür nicht direkt eine Theke gab, denn dann hätte ich sie zwischen Shampoo und Chipstüten rausfischen müssen. Die Stromausfälle nerven uns langsam. Mehrmals täglich, zur heißesten Mittagszeit, da wurde es sogar uns zeitweise zu warm. Aber wir wollen nicht klagen, definitv ist schwitzen besser als frieren.

Coron hat einen ganz besonderen Leckerbissen für Taucher - etwa ein Dutzend japanische Wracks liegen hier in günstigen Tauchtiefen. Amerikanische Flieger haben sie 1944 aus dem bzw. unters Wasser geschossen. Alina ist noch nie Wracks getaucht und hat wie immer die Hosen voll wenn es etwas Neues unter Wasser gibt. Diese Wracks hier haben riesige Bombenlöcher und Ladeluken - kein Problem da rein- und auch wieder raus zu kommen.

Den Wasserpanikhasen trifft man meist in flachem Wasser bis zu 40m Tiefe. Meist sind es Weibchen, gelegentlich auch männliche Exemplare. Sie haben wenig Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und sind daher vollkommen auf Ausrüstung, Technik und ihre Begleiter angewiesen. Kneifende Maskenbänder, drückende Flossen, zu enge Anzüge - wenn die Ausrüstung nicht 100% perfekt ist - das ist der Moment in dem er auftaucht. Ist am Tauchspot etwas ungewöhnlich, dann wächst er. Hohe Wellen, trübes Wasser, ein schwieriger Einstieg - da blüht er auf. Spätestens wenn dann noch ein Begleiter Probleme bekommt ist er voll da.

Das Wrack der Iraku steht auf dem Tauchplan. Die Amerikaner haben dieses Schiff fieserweise auf 40m versenkt. Es ist somit das tiefste Wrack hier, die Sicht nicht wirklich gut. Diese Informationen erhalten wir beim Briefing. Abstieg zum Wrack frei im Blau entlang einem Seil. Ich erkenne bei Alina erste Anzeichen von Unbehagen. Ihr Anzug ist zu klein, sie fühlt sich eingeengt. Dafür sind ihre Booties 3 Nummern zu groß, der Tauchshop hat da Mist gebaut. Alina wirkt nun nur noch mühsam fröhlich. Es weht ein ordentlicher Wind und es hat einen ziemlichen Wellengang. Keine Orientierungspunkte. Blau wohin man sieht. Ein kleiner Hase hüpft um die Ecke.

Wir springen nacheinander ins Wasser. Ich zuletzt, will mir gerade das Flossenband stramm ziehen, da reißt es. In den Wellen mit einer Hand am Seil und der anderen mühsam die Flosse festhaltend habe ich durchaus zu kämpfen. Alina ist plötzlich weg. Statt ihrer hängt ein Wasserpanikhase am Seil. Sieht aus wie Alina, ist aber nicht mehr sie. Schluckt, prustet, reißt sich die Maske vom Gesicht und den Regulator aus dem Mund, macht große Augen - ein Prachtexemplar! Man kann versuchen mit Panikhasen zu reden, bringt allerdings nichts. Zurück zur Leiter, der Tauchgang ist zu Ende bevor er begonnen hat.

Also das war nicht ganz so lustig wie Thomas beschreibt. Ich hatte große Probleme mich bei dem Wellengang am Seil festzuhalten. Die Wellen waren teilweise so übel dass ich den Regulator aus den Mund verloren und Salzwasser geschluckt habe. Dann hat Thomas Probleme - er versucht minutenlang seine Flosse zu reparieren. Bei dem Wellengang denke ich es sind Stunden. Dann sagt er, er geht halt nur mit einer Flosse ins Wasser. Unser Tauchguide guckt ihn komisch an, immerhin hat sie über 3000 Dives und findet diese Idee auch fragwürdig. Wir beschließen runter zu gehen, da findet einer von der Crew eine Ersatzflosse. Bei den Wellen kann auch unser Wasserwunderkind Thomas die Flosse nicht so schnell anziehen.

Thomas sieht wie ich langsam meine Kräfte verliere. Er sagt "Geh ein paar Meter runter,da wird es ruhiger". Ok, ich sehe durch meine Maske nach unten und sehe...nichts. Nur Blau, kein Boden - nur dieses Seil das in die blaue Tiefe führt, sonst nichts. Schlechte Sicht nur 5 Meter, wo soll ich da hin? Spinnen die? Ich komme wieder nach oben und sag ihm dass mir das gar nicht gefällt. Helen sieht meine Verzweiflung und sagt ok dann raus, wenn du dich nicht gut fühlst. Der Seegang wird ruhiger, ich denke kurz ich kann es ja versuchen. Thomas sagt meine Maske ist beschlagen, ich neme sie ab. Da kommt der Wellengang zurück. Ich kann mich kaum festhalten. Ich lasse kurz dass Seil los, das Boot kommt auf mich zu, ich raste aus. Kaum habe ich das Seil, schaffe ich es einfach bei dem Wellengang nicht mehr die Maske anzuziehen.

Mittlerweile habe ich sogar Angst zu der Treppe zu schwimmen. Ich habe kaum noch Kraft und viel Wasser geschluckt. Als ich auf den Boot bin, muss ich mich erstmal hinsetzten und durchatmen. Helen fragt warum wir mit dem schwersten Wrack angefangen haben. Eigentlich haben wir uns beraten lassen welche Wracks wir nehmen sollen. Dass es das Schwerste ist hat uns keiner gesagt.

Lunchpause, Lagebesprechung für den zweiten Tauchgang. Wrack nicht so tief, alles andere wie gehabt. Meine Flosse ist notdürftig repariert. Der Abstieg wird fast wieder ein Fiasko, der Hase lugte schon wieder um die Ecke, wurde aber im letzten Moment verscheucht. Es folgte ein sehr guter Tauchgang trotz immer noch miserabler Sicht. Alina schlägt sich tapfer. Das Wrack ist stellenweise sehr eng zum Durchschwimmen und auch stockfinster an manchen Ecken. Nur wenig Licht kommt durch die Bombenlöcher, aber so soll Wracktauchen auch sein.

3. Tauchgang am Riff, keine Wellen, Bodensicht beim Abstieg - das mögen Panikhasen gar nicht. Alles zu normal. Keine Vorkommnisse. Festzuhalten sind wunderschöne Weichkorallen, die wir beide noch nie gesehen haben.

Abends gehen wir ins Loch um unsere Taucherstorys auszutauschen.

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Hier ist eine wunderschöne Reggae Kneipe. Mit Treibholz, Muscheln ausgestattet hat sie ein wirklich einzigartiges Ambiente.

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Der Barkeeper, den hört man vom weitem. Kein Wunder der hat 300 Muscheln an den Füssen die rasseln ohne Ende. Das sieht man hier öfters - der Phlilipino trägt das halt.

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Die nächsten Tage haben wir Tauchpause - Alina hat etwas gegessen dass ihr nicht so gut bekommen ist und wir wollen die Fische nicht erschrecken. Eine Motorradtour um die Insel escheint uns wegen der häufiger verfügbaren Toiletten weniger riskant, davon mehr im nächsten Beitrag.

Eingestellt von Tom Travel 08:44 Archiviert in Philippinen Kommentare (4)

Ein Besuch im Zoo

Giraffen und Zebras

sunny 30 °C
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In den 70er Jahren hatte der Philippinische Präsident Marcos eine Spitzenidee. Er dachte sich: "Wäre doch cool hier auch ein paar afrikanische Tiere wild leben zu lassen." Gesagt getan, Giraffen, Zebras, Stachelschweine und andere friedliche Pflanzenfresser wurden importiert und hier im Norden der Insel ausgesetzt. Es entstand der Calauit Safaripark. Raubtiere durften nicht mit in die neue Welt. Nachdem sich die Pflanzenfresser an die neue Kost gewöhnt hatten vermehrten sie sich ordentlich. Mittlerweile tummeln sich an die 40 Zebras und 20 Giraffen auf dem kleinen Eiland. Hin kommt man nur übers Wasser als Tagestour per Boot, oder wie wir per Moped.

Der Tag beginnt mit Melonenpfannkuchen - seltsame Kombination vor allem wegen der gelben Melonen. Schmecken aber genau wie unsere roten. Aber Pfannkuchen und Melonen passt nicht, besser Mango nehmen.

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Auf zum Zoo, kann ja nicht so weit sein. Auf unserer Karte vom Mopedverleih ist es gleich um die Ecke. ca 15 km entfernt? "Nee", sagt der Mortorradverleiher, "die Karte stimmt so nicht." Unser Ort ist riesengroß gezeichnet und diese Ecke da hinten ist 80 km enfernt. Hä? Wozu die noch eine Karte malen ist mir unklar, aber Touristenverwirrung gehört hier zu jeden Motorrad. Dafür brauchen wir hier keinen Helm tragen, ist doch schon mal was. Hätten wir gewußt welche Tortur das wird hätten wir sicher das Boot genommen. Wie zum Hohn gibt es auch hier einen Ort Namens Turda (die Schlaglochzentrale Rumäniens) - als wir das Schild sehen lachen wir noch. Bis kurz nach der Abzweigung war die Strasse noch eine Strasse. Knapp 80km einfach bis zum Park, leider 3/4 davon über Stock und Stein, so dass uns 2 Tage später noch der Hintern weh tut.

Landschaftlich hat die Strecke kaum etwas zu bieten. Dornbüsche und roter Staub. Kaum etwas das es lohnt stehen zu bleiben. Zwangspausen gibt es bei Bambusplatten über großen Löchern, die wohl Brücken darstellen sollen. Nur sehr wenige Touristen verirren sich auf diese Strasse entlang der Südküste. Die Dörfer machen allesamt den Eindruck als ob ihre Einwohner sie gerne verlassen würden. Die Wegweiser sind manchmal nur schwer zu interpretieren. (Strasse nach Busuanga war links)

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Der letzte Ort am Westende der Insel heißt Busuanga, dort weist man uns den Weg weiter zum Safari-Park. Plötzlich endet die Strasse an einem Steg. Endlich absteigen. Ein Einheimischer kommt mit einem Benzinkanister angetrabt und deutet auf eine Banca die am Ufer liegt.

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Ein paar hundert Meter Wasser trennen die tierische Insel vom Festland. Dort angekommengibt es ein ordentliches Touristenzentrum mit langen Preislisten. Viel los ist allerdings nicht. Wir sind die einzigen und nur ein verschlafener Wachmann empfängt uns. An den Preisen kann es eigentlich nicht liegen, die gehen eigentlich.

Der Park liegt ein Stück weiter im Inselinneren, wir machen uns zu Fuß auf dem Weg. Es ist hölleheiß und wir beschließen die Jeeptour zu machen. Auf Wandern haben wir keine Lust. Der Jeep ist heute allerdings nicht verfügbar, sagt man uns. Aber schon auf dem Weg haben wir Zebras und die einheimischen Zwerghirsche gesehen. Fast zahm stehen sie überall im Schatten und betrachten uns gelangweilt.

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Ich komme mit einem der Ranger ins Gespräch und deute auf eine Giraffe die auf einer Koppel steht. "Die ist verletzt" meint er und ein Kalb führt sie auch gerade. "Verletzt? Was denn?" frage ich. "Eine Wunde am Nacken". Weil wir nichts Besseres zu tun haben schaue ich mir die Sache mal an. Er sagt es gibt keinen Tierarzt hier auf der Insel. Trifft sich gut, denn gerade eben ist einer eingetroffen, sage ich ihm.

Athena heißt das Tier und verfressen ist sie.

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Das Jungtier bleibt zurück, während die Mutter am Zaun bettelt. Sie bekommt ihre Lieblingszweige damit ich sie besser untersuchen kann. Alina ist verzückt, Gelegenheit zum Giraffenfüttern und -streicheln kriegt man nicht jeden Tag.

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Der Ranger ermutigt sie die Blätter mit dem Mund zu füttern. Es folgt ein Giraffenkuss mit extra-langer Zunge. Alina beschwert sich "Zunge beim ersten Date!? Frechheit!" Die Giraffe sieht es schnell ein.

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Auch der kleine Hirsch bekommt etwas ab.

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Die Giraffen Dame sieht eigentlich ganz fit aus, allerdings bin ich mit der Wundbehandlung nicht einverstanden und lasse mir vom Ranger die Hausapotheke zeigen. Erstaunlich gut bestückt, viele Injektionspräparate, eine Spritze - alles da. Nur leider kann und darf er nichts spritzen.
Darüber hinaus traue ich es ihm auch nicht zu mehrere Male eine Giraffe mit einer Spritze zu traktieren ohne dass diese größeren Schaden nimmt. Ich grabe weiter in der Hausapotheke und finde etwas, dass auch übers Futter verabreicht werden könnte. Ist zwar für Schweine gedacht, sollte aber auch hier gut helfen.

Leider weiß ich aus dem Stand nicht die Dosierung für Giraffen und auch bezüglich ihres Gewichts gehen seine und meine Schätzungen weit auseinander. Ich verspreche ihm mich schlau zu machen (gelobt sei das Internet) und werde seinen Chef mit der Behandlungsanweisung kontaktieren. Er sieht zufrieden aus und ist auch nicht mehr enttäuscht, dass wir mit ihm keine Wanderung durch den Park machen wollen.

Der Rückweg führt über die Nordküste der Insel und ist (kaum zu glauben) noch schlimmer als der Hinweg. Wir brauchen mehrere Pausen.

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Abends zurück werden wir von unserem Guesthousebesitzer zum Essen eingeladen. Seine Webseite an der Alina arbeitet ist online (aber noch nicht fertig da Texte und Bilder noch fehlen) - bezahlt wird in Naturalien. ;-)

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Eingestellt von Tom Travel 03:08 Archiviert in Philippinen Kommentare (1)

Pack die Badehose ein

Corons versteckte Paradiese

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Der heutige Blogbeitrag ist wieder etwas für unsere Bildchengucker.

Nachdem unsere erste Schnorchelerkundung eher so lala war, sitzen wir wieder in unsere Lochkneipe und ein Tischnachbar zeigt uns fantastische Fotos auf seinem Laptop. "Wo ist das denn? Wie, hier um die Ecke? Hä?"

Unser Gästehausbesitzer sieht uns mit großen Augen und sagt, "Kann es sein, dass ihr die Coron Tour nicht gemacht habt?" Wir sind völlig überrascht. Hier gibt es quasi vor der Haustür ein Paradies, das wir vergeblich mit den Moped gesucht haben. Man kann es nur per Boot erreichen. Wir organisieren ein Boot für den nächsten Tag. Wir haben keine Lust uns an 10 Japaner und 10 Koreaner dranzuhängen und zahlen ausnahmsweise fast das Doppelte. Dafür ist unser Guide in England aufgewachsen und spricht perfektes Englisch. Wir sind die Einzigen auf unserer Privat-Banca für diesen Tag.

Zuerst zum Hafen.

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Überfahrt von Coron Hafen zur Nachbarinsel, die verwirrenderweise auch Coron heißt. Nur ein winziger Teil der Küste dieser Insel ist für Touristen freigegeben. Den Großteil der Insel bewohnt ein Stamm der Tagbanua . Niemand darf diesen Teil der Insel betreten - nicht mal Philippinos. Die Tagbanua wollen nichts mit den modernen Errungenschaften zu tun haben. Dass es so etwas kaum 20km Luftlinie entfernt von einem Touristenzentrum geben kann, hätte ich nie für möglich gehalten. Man vermutet solche Urvölker im Amazonasdschungel oder auf Papua-Neuguinea.

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Den ersten Schorchelspot, die Siete Picados (Sieben Inseln), lassen wir aus. Da sind uns zu viele Schnorchel und Schwimmwesten im Wasser. Was ein wenig nervt ist, dass man an jedem Haltepunkt des Bootes extra Eintritt bezahlen muß. Vorbeifahren ist gratis, aber anhalten reinspringen oder an Land gehen heißt zahlen. Zwar nur 2-4 € pro Person, aber x2 und x5 Stops, das läppert sich.

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Dass Seen hier schön sind haben wir bereits auf den Fotos gesehen, aber schon das Hinfahren ist ein Highlight. Der Kayangan See liegt hinter hohen Klippen versteckt, wie die meisten hier. Ein wenig Klettern und der Blick zurück auf die Bucht in der wir unser Boot geparkt haben. Wow!

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Der See auf der anderen Seite.

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Der Brackwassersee ist glasklar. Als wir ankommen ist gar nicht so viel los. Nur ein Haufen Fische

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Thomas macht direkt einen Freudensprung

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Der See wird der Orange Lake genannt. Warum? Da viele Asiaten nicht schwimmen können haben alle die orangefarbenen Schwimmwesten an. In der Hochsaison ist der See voll davon.

Weiter geht die Fahrt entlang der Küste - diese Klippen, diese Farben der Wahnsinn!

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Dann der nächste Stop - Twin Lagoon.

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Man schwimmt unter einem Felsen hindurch und landet - im Paradies! Wir schaffen es zwischen 2 Gruppen hier zu sein und haben den ganzen See für uns. Das Wasser ist herrlich, Alina will gar nicht mehr raus.

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Lange Sandstrände findet man hier nicht, aber immer wieder winzige Buchten mit kleinen schneeweißen Strandabschnitten.

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Am längsten Strand hier, der auch gerade mal 100 Meter lang ist, machen wir Siesta. Essen oder etwas zu trinken sucht mann hier vergeblich. Warum arbeiten wenn schon fürs Betreten allein Geld rein kommt?

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Die Insel ist riesig. Im Inneren gibt es einen 10mal so großen See , allerdings Off-Limits - Betreten für jeden verboten.

Zurück entlang der Küste

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Das war der bisher beste Tag auf den Philippinen. Nach fast 4 Wochen wissen wir nun warum wir hier sind. In Australien hatte es ja auch lange gedauert bis wir nach Lucky Bay kamen.

Spätabends ist in unserem Gästehaus Tumult. 4 schwedische Surferboys hatten Kekse in ihren Zimmer und dadurch Ratten angelockt. Da am Eingang immer 2 Katzen faul herumliegen, sind die Ratten von hinten durchs Dach zu den Schweden. Sie schrien und kreischen wie kleine Mädchen. Thomas lacht sie aus und verspottet die Jungs mit Hühnergeräuschen, fragt ob sie ein paar Röckchen brauchen. Nach einer Stunde trauen sie sich wieder in ihr Zimmer. Kaum drin kommen sie quietschend wieder heraus, sie haben wieder Ratten gesehen. Diesmal tragen sie ihre Kissen und Decken unterm Arm. Sie wagen sich nicht mehr ins Zimmer und schlafen lieber in der Küche auf den Bänken.

Nach einem Tag Ruhepause gehen wir es nochmal mit dem Tauchen an. Wir suchen uns einen neuen Tauchshop, Alina war mit dem englischen Besitzer des ersten nicht warm geworden. Außerdem war der mit lauter frischen Russen ausgebucht. Wir tauchen mit einem kleinen Philippino als Divemaster, sieht aus wie 15 ist auch erst höchstens 17. Für den ist alles ein Riesenspaß. Die Sicherheits-Tauchregeln hält er jedoch genauestens ein, da gibt es nichts auszusetzen. Allerdings ist so viel Fröhlichkeit durchaus ansteckend und eine nette Abwechslung zum Ernst mit dem westliche Tauchlehrer an die Sache gehen.

Zuerst tauchen wir an 2 weiteren japanischen Wracks. Beides Frachter mit großen Laderäumen durch die man quasi schweben kann. Ein ziemlich surreales Gefühl mit Lichteinfall mal von oben mal von der Seite, je nachdem wie das Wrack halt liegt. Alina findet das Außenrum interessanter. Irrsinnig viele Fische nutzen das Wrack als Lebensraum. Am ersten Wrack sehen wir riesige Rotfeuerfische im Dutzend. Sonst freut man sich wenn man mal einen kleinen in einer Riffnische stehen sieht. Hier kann man ganze Rudel auf der Jagd nach kleinen Fischen beobachten.

Der dritte Tauchgang wid einmalig. Wir tauchen den Barracuda Lake. Ein Brackwassersee mit unterirdischem Meereszugang und heißen Quellen mittendrin.

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Es gibt in 15 Meter Tiefe eine Sprungschicht an der die Wassertemperatur plötzlich von 28° auf 37° steigt. Tauchen in der Badewanne! Weiter unten wird es wieder kälter, stockfinster und die Sicht geht auf Null.

Über dem heißen Wasser lebt ein einsamer Barracuda in dem See. Ich habe das Glück den Namensgeber des Gewässers zu sehen. Etwa so groß wie ein Hecht - sieht auch sehr ähnlich aus. Ansonsten rührt sich hier nicht viel. Zu wenig Nahrung. Millionen winzige Kegelschnecken bedecken den Boden. Als ich paar von ihnen zerklopfe kommen Hunderte kleiner Welse um die Reste zu fressen.

Da es wenig zu sehen gibt, genießen wir die Schwerelosigkeit und machen allerhand Quatsch und Übungen für die sonst der Sauerstoff zu schade wäre. Unser Tauchlehrer steckt den Kopf in den weichen, schlammigen Boden. Sieht lustig aus, wir wollen es nicht nachmachen. Thomas zieht die Flossen aus und klettert unter Wasser auf Felsen herum - walking on the moon. Ich bin entspannt, denn hier kann er ja nicht runterfallen. Ich mache Flugübungen, ich fühle mich wie im Weltall. Unterwasser Yoga-Kopf und -Handstände auf einem Baumstamm den wir über einen Graben gelegt haben. Thomas klatscht Beifall mit seinen Flossen die er quasi als Handschuhe angezogen hat, dabei sieht er aus wie eine Robbe. Noch nie hat uns ein Tauchgang so viel Spaß gemacht.

Als der Tauchgang vorbei ist gehe ich nochmal schwimmen. Wir sind wieder ganz alleine. Das Wasser ist herrlich warm, ich würde am liebsten hier übernachten.

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Aber genau das ist das Problem. Dieser Ort ist immer eine Bootsfahrt entfernt, unsere Hütte am Strand wo wir die Hängematte aufspannen könnten suchen wir hier immer noch. Wir werden weiter ziehen und weiter suchen.

Die Ratten suchen mittlerweile überall nach den Keksen. Die sind zwar weg aber riechen können sie sie immer noch. Die Schweden schlafen nun schon die zweite Nacht draußen. Die Deutschen hier trinken viel Bier um nicht wach zu werden falls eine Ratte reinschaut. Thomas ist nur noch am Kopfschütteln und lacht alle aus. Eine Ratte kommt auch kurz in unser Zimmer schaut übers Dach herein, ist aber schnell weg, als sie merkt dass wir sie gesehen haben.

Der Besitzer ist alarmiert und spannt am nächsten Tag überall Rattennetze über die Öffnungen im Dach. Trotz alldem sind die Schweden mit ihren Keksen eine Insel weitergezogen, die haben genug. Thomas Kommentar dazu: Pussies!

Kaum eingeschlafen, schreit Alina wie am Spiess. Als ich reinkomme schwört sie mir eine riesengroße Spinne gesehen zu haben, was Quatsch ist, denn sie hat gar keine Angst vor Spinnen. Sie gibt bald zu, sie hat es geträumt. Das gibt Minuspunkte auf dem Superwoman Konto.

Eingestellt von Tom Travel 19:39 Archiviert in Philippinen Kommentare (3)

Das Nest

Das wird ja immer besser hier

semi-overcast 30 °C
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Nach über 2 Wochen geht es endlich weiter nach Palawan - dem eigentlichen Ziel der ganzen Philippinen Reise. Die Calamianes Inseln waren nur ein Zwischenstopp, dass wir so lange dort bleiben würden war nie geplant. Wir waren ziemlich träge und faul geworden in der Zeit hier in Coron.

"Ride The Joe" heißt die Banca die uns nach El Nido (Das Nest) bringt. Das bedeutet wieder mal 8 Stunden übers Wasser. Der Kapitän sieht aus wie Käpten Iglo aus der Fischstäbchenwerbung - ein Original. Stammt aus Seattle, WA und hat hier seine Zelte aufgeschlagen. Beim Wetter in Seattle auch nicht wirklich verwunderlich.

Als wir abfuhren war es zum ersten Mal wieder wolkig und unterwegs hat es glatt mal kurz genieselt. Ich hatte schon die Befürchtung dass unsere Regenwolke uns wieder eingeholt hat. Die Fahrt war ausgesprochen angenehm und ruhig, das Boot kaum halbvoll. Alina hat die meiste Zeit auf einer Bank auf Deck geschlafen. Als wir in de Abendämmerung in El Nido ankommen klart es schon wieder auf. Sofort wird klar woher der Ort seinen Namen hat. Steile Sandsteinklippen direkt hinter dem schmalen Strand.

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Die Seeschwalbennester in diesen Felsen geben dem Ort seinen Namen. Es bleibt mir ewig ein Rätsel warum chinesische und japanische Feinschmecker für ein Produkt aus Schwalbenspucke ein Vermögen hinlegen sobald es in einer Suppe schwimmt.

Der Ort El Nido erscheint vom Wasser aus winzig. Eingequetscht zwischen den Felsen und dem Meer bleibt nur ein schmaler Uferstreifen mit Bars, Restaurants, Hotels und den üblichen Touristenbuden. Dahinter geht es aber weiter und es gibt einen richtigen kleinen Ort. Heute ist Dorffest und es wird gezockt was geht.

Philippino Roulette mit Fussball

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Auch die Kleinen haben schon ihre eigenen Zockerbuden

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Es gibt jede Menge leckere(?) Sachen am Spieß

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Wir setzen uns zu den Einheimischen und suchen uns einen frischen Fisch aus der vor unseren Augen gegrillt wird. Schwein und Rind lassen wir lieber den Anderen. Sicher ist sicher.

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Nächster Morgen - Frühstück auf der Terasse. Endlich mal mit schöner Aussicht. So etwas fehlte in Coron.

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Die Kinder spielen mit selbstgebauten Flößen im Wasser.

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Ob das Floß nicht manchmal umkippt? Kaum haben wir die Frage gestellt...

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Im selben Hotel wohnen zwei weitere Deutsche, Sven und Ole. Die haben mogen ihren letzten Tag hier und fragen ob wir morgen mit dem Boot an den 7 Commando Beach hier um die Ecke mitfahren wollen. Es gibt hier zwar einen Strand direkt vor der Tür - so richtig schön ist der allerdings nicht. Das Wasser auch ein wenig trüb. Daher sagen wir zu und mittags geht es los. Vorbei an der Gemüselieferung,

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finden wir den Strand ziemlich klasse . Wasser bieslwarm, glasklar. Wir sind alleine, denn die Tagesausflügler kommen erst gegen Nachmittag hierher.

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Eine kleine Verkaufsbude gibt es hier auch. Der Touristenklassiker Kokosnuss muss es heute mal wieder sein.

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Noch ein paar Bilder vom Strand. Jemand neidisch?

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Nicht? Dann das hier

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Immer noch nichts? Na gut, dann vielleicht der Sonnenuntergang

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In der Dämmerung geht es zurück, auch nicht schlecht

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Den Abend lassen wir bei Reggae Musik und ein paar Bier in einer Strandbar ausklingen. Wie ist denn das Wetter in Deutschland gerade so? Der Winter müßte doch langsam mal vorbei sein. ;-)

Eingestellt von Tom Travel 09:23 Archiviert in Philippinen Kommentare (3)

Inselkoller

oder doch ein wenig Heimweh?

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Nachzutragen wäre, es gab einen wichtigen Grund warum wir aus Coron weg mußten. Es gab im ganzen Ort kein Coke Light mehr zu kaufen. Kommt mir bloss nicht mit dem Aspartamquatsch daher - ich mag das Zeugs! Als wir ankamen waren die Läden alle gut bestückt, als wir fuhren waren alle Dosen aufgekauft und auch die Restaurantvorräte waren erschöpft. Im ganzen Ort war keine Coke Light mehr zu bekommen. Zugegeben, Coron ist ein sehr kleiner Ort. Ich mußte am Ende auf Coke Zero umsteigen. El Nido hat einen Bestand an den Dosen (noch!), aber mit Nachschub sieht es hier immer schlecht aus. Das limitiert unsere Aufenthaltsdauer auch hier.

In Coron gab es für Thomas ein echtes Schmankerl. Ein Schweizer der dort ein kleines Restaurant führt fragt uns ob wir nicht Lust auf Kartoffelsalat haben, den hätte er heute gemacht. Zu Thomas großer Freude mit Kümmel! Ein Stück Bayern in Asien. Kartoffeln gibt es hier nicht oft auf der Speisekarte und wenn dann als Pommes - abgezählte 6 Stück. Da greift man wieder schnell zu Reis und Nudeln. Den lieben Schweizer haben wir dann jeden Abend besucht, und wir haben immer das Gleiche gegessen. Fischfilet mit Bratkartoffeln und Kümmel. Der arme Mann hat seine Privatvorräte für uns geplündert, und jedesmal in Schwizerdütsch betont: "Daass maache irrrch niiie wieederrr!"

Nun folgt ein weiterer Beitrag aus der Serie "Jammern auf hohem Niveau".

Gerade haben wir beschlossen unseren Aufenthalt hier zu verlängern, bekommen wir den Inselkoller. El Nido hat eigentlich alles was wir brauchen. Ein Strand, ein bezahlbares Gästehaus mit Blick davor, Internetzugang, einen Traum-Arbeitsplatz nebenan.

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Thomas hat den Platz entdeckt, toll oder?

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Wir wären aber nicht wir, wenn wir nicht etwas finden würde was besser sein könnte bzw. etwas das uns stört.

Der Arbeitsplatz in diesen Nestern über dem Wasser sieht super aus, der Neidfaktor ist groß, aber bequem ist es auf Dauer nicht.

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Strom für die Laptops gibt es nicht. Überhaupt gibt es im ganzen Ort Strom nur von 2 Uhr nachmittags bis frühmorgens. Morgens werden wir meist von der Hitze wach den ab 6 Uhr steht der Ventilator - kein Strom. Wir sind uns nicht sicher was besser ist, die unregelmäßigen Ausfälle von Coron oder die festgelegten hier.

Unser Gästehaus hundelt. Abends merkt man es besonders stark. Die Hausherrin ist auch die Besitzerin von vier(!) Hunden. Dem Geruch nach sind es 24 und es hundelt hier so schlimm, dass ich eine Hundewaschanlage eröffnen will.

Dann die Lage, direkt am Wasser. Schön oder?

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So nah, dass die Wellen bei Flut gegen das Fundament klatschen. Klingt erstmal gut, aber die Wellen rauschen so laut, dass man sich beim unterhalten anschreien muss. Versucht da mal zu skypen. Internet bzw. eigenes WiFi hat das Hotel nicht, wir müssen beim Nachbarrestaurant trittbrettfahren - unerhört.

Hier weitere Sonnenuntergangsbilder aus dem Nest. Wie schon wieder Sonnenuntergang?
Na klar, wir müssen den ja auch jeden Abend ansehen.

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Risiken und Nebenwirkungen einer solchen Reise:
Krieg mit den Elektroheiligen (Verlust von vielen Kameras und Elektrozeugs)
Man lernt Vieles daheim schätzen, z.B. Bratkartoffeln mit Kümmel, den Müllmann, die Strassen, das E-Werk, den Busfahrplan, ADSL, den Bäcker z.b. Müllerbrot, unseren Bundespräsidenten.

Liebe Leser: Bitte die Ironie in diesem Beitrag beachten und weiterhin viele Kommentare an die Weltenbummler schreiben. Nachahmer und/oder Besucher durchaus erwünscht. Wir hatten schon seit 4 Monaten keinen Besuch mehr aus der Heimat.

Eingestellt von Tom Travel 09:02 Archiviert in Philippinen Kommentare (1)

wieder mal Islandhopping

das Boot hüpft wirklich

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Nachtrag zu unserem Inselkoller.
Wenn man's nicht sieht, man kann's kaum glauben, auch mit dem Hammer kann man schrauben.

Er hämmert und hämmert hier überall von frühmorgens bis spätabends. Und dass seit Coron wo wir immerhin fast 20 Tage verbracht haben. El Nido ist leider nicht viel besser, irgendwo hat immer einer etwas am Holz zu befestigen. Bereits mehrere Male verspürte ich heftige Lust dem Hämmerer das Gerät aus der Hand zu nehmen und ihn als Nagel zu benutzen. Hier regiert der Nagel bzw. der Hammer. Das verbinden zweier Holzteile mittels Schrauben - eine Errungenschaft die wohl erst noch kommen wird. Schrauben sind hier, so scheint es, unbekannt.

Apropos Holz. Die Stühle sind hier einfach zu hart für unsere zarten Europäerhintern. Ob auf dem Boot oder im Restaurant - nirgends findet sich eine Polsterung. Obwohl die Stühle und Bänke aus Holz schön aussehen, sitzen wir oft lieber auf Plastikstühlen.

Die Bucht um El Nido ist bekannt für seine fantastischen Sandsteinklippen und Inseln.

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Hin kommt man nur per Tagestour. Deren Etappenpunkte unterscheiden sich und die Touren sind praktischerweise nach Buchstaben geordnet. Tour A-D ist im Angebot. Wir machen Tour C, das soll die beste sein - so die einhellige Meinung. "Hidden Beach", "Secret Beach", "Secret Bay" oder so ähnlich heißen die Attraktionen. Man sieht den Sand am Ufer vor lauter Touristen nicht mehr. Wir vermuten das "geheim" und "versteckt" im Namen bezieht sich darauf. Es ist noch nicht so schlimm wie in Thailand, aber ein Geheimtipp ist Palawan auch nicht mehr.

Die See meint es heute nicht sehr gut mit uns, die Wellen sind ganz schön heftig, bis wir uns den Inseln nähern. Eine kleine Insel fällt uns auf. Wir nenne sie Vokuhila. Die Frisur ist doch seit Ende 80er total out. Da muss einer dringend zum Friseur, diesmal ist es nicht Thomas

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Zwischen Felsen wird das Boot zum Secret Beach manövriert. Der Bootsführer arbeitet dazu mit einem Stock.

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Später dann hilft auch das nichts mehr, das Boot sitzt im flachen Wasser auf den Klippen auf. Mit Gewichtsverlagerung der Passagiere nach vorne versucht er da durchzukommen. Es beginnt eine lustige Reise-nach-Jerusalem-Nummer, wo je nach Gewicht die Passagiere umgesetzt werden. Als das auch nicht mehr hilft, müssen die Verlierer ins Wasser springen und das Boot anschieben.

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Wie gesagt, so "secret" ist dieser Beach nicht. Ganz im Gegenteil, nach 30 min Aufenthalt muß man weiter, so dass die neuen Boote Platz haben.

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Zwischen den Felsen zu fahren ist auch Teil der Tour und das macht richtig Spaß. Kaum Wellen, da kann Thomas sogar ein Nickerchen machen.

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"Hidden Beach", nur durch ein winziges Loch zu erreichen. (siehe Bild unten) Beim Durchschwimmen muss man auf den Rhythmus der Wellen achten, sonst könnte mann die Felsen schwer mit dem Kopf beschädigen ;-). Unsere Kamera geht da nicht mit, daher keine Bilder vom Inneren. Stellt euch einen Innenhof vor, rundherum umgeben von 30 Meter hohen Felsen. Ein winziger 20 Meter Strand mit ebenso vielen Touristen darauf.

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Auch wenn das Wasser toll aussieht, darunter ist es nicht zum Besten bestellt. Das Schnorcheln kann man getrost sein lassen, leider ist die Korallenwelt zum größten Teil tot. Jeden Tag 20 Anker der Boote, da bleibt nach gewisser Zeit nicht viel übrig.

Mittagessen an einem weiteren schönen Beach.

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Überhaupt ist die Vielzahl dieser Inseln eine völlige Überforderung. Sie sind überall.

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Ständig türkisgrünes Wasser vor steiler Kulisse - wir wissen schon gar nicht mehr was wir fotografieren sollen.
Jedesmal wenn das Boot um eine Ecke fährt - wieder ein "Ooh!" und "Aah!"

Den Abschluss macht Helikopter Island uns wir merken schnell warum es so heißt. Fehlen nur die Rotorblätter.

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Hier verbringen wir die meiste Zeit. Der Strand ist relativ groß und mehrere Boote passen gut nebeneinander, da müssen wir nicht Platz für andere machen.

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Am Ende des Tages müssen wir die vielen Fotos sortieren - das ist richtig Arbeit!

Apropos fotografieren. Unsere Stammleser wissen, dass wir mit dem Elektronikheiligen auf Kriegsfuß sind. 2 Handys, Speicherkarten, Akkus und 2 Kameras wurden geschrottet, 1 Kamera wurde gestohlen. Wir haben nur noch eine übrig, ohne Reserveakku. In Coron haben wir viele andere getroffen, die auch Pech hatten. Ipads, Kameras wurden ungewollt mit Meerwasser getauft. Marc aus dem Rurpott hatte einen Plastikbeutel mit dem er schnorcheln war. Das funktionierte ganz ordentlich. Er sagte die Kamera darin sei eh alt, wenn das mal nicht hält wäre nicht so schlimm. Blöderweise ist ihm die andere, neue Kamera ohne Plastikbeutel ins Wasser gefallen als das Kanu kenterte.

Zwar scheint unsere Pechsträhne vorbei zu sein, aber wir fühlen uns nach diesen Geschichten unwohl die einzige Kamera die wir noch besitzen auf ein schaukelndes, spritzendes Boot mitzunehmen. Aber keine Bilder? Nee, das geht auch nicht. Dann könnten wir euch das gar nicht zeigen

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Der Rückweg nach El Nido geht gegen den Wind und gegen die Dünung. Unser Boot hüpft auf den Wellen und die vordersten Plätze werden pitschnass.

Eingestellt von Tom Travel 05:27 Archiviert in Philippinen Kommentare (1)

wieder unterwegs

auf dem Weg zum Weltwunder

semi-overcast 30 °C
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El Nido hat uns richtig gut gefallen. Beachlife, ein Strand und auch sonst alles da was man als verwöhnter Tourist so braucht, z.B. Coke Light. Kaum zu glauben aber sogar uns läuft die Zeit davon. Es gibt hier noch Einiges zu sehen und wir müssen weiter. Zuerst mal mit dem Tricycle,

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dann mit dem Minibus nach Puerto Princesa. Das ist die Hauptstadt von Palawan, für uns nur ein Durchgangsziel auf dem Weg nach Sabang. Bis wir ankommen ist es schon dunkel. Fast hätten wir es am selben Abend noch geschafft weiter zu kommen, aber der Shuttle Bus des Sheridan Hotels war schon voll. Wir hätten es darauf ankommen lassen da mitzufahren und am Ende ein günstiges Hotel in Sabang zu nehmen.

Unser Wunschhotel ist voll und so landen wir in der City in einem eher mäßigen Hotel. Soll nur für die eine Nacht sein. Morgen geht es weiter nach Sabang. Der Wirt bietet an uns einen Minibus zu organisieren. Zwischen 8 und 9 sollen wir abgeholt werden, klingt gut. Das erspart uns den Weg zurück zum Busterminal auf dem Tricycle und die gefürchtete Fahrt mit dem Local Bus. Unser Gepäck wird immer mehr zur Last, jeder Ortswechsel mit 2 Koffern, Tasche, 2 Rucksäcken und Umhängebeuteln wird zum Akt. Immer noch über 60kg - wir schwören auf den zweiten Teil der Reise viel weniger mit zu nehmen.

Wir stellen den Wecker, auf die unchristliche Zeit von 7 Uhr (viel zu früh für uns) frühstücken nur kurz und warten. Und warten. Kein Bus. Ich frage nach und es heißt es gab eine Reifenpanne, er kommt 1 Stunde später - also um 10. Um 10 immer noch nichts. Wieder Nachfrage, es heißt nun ist er unterwegs, um 11 ist er da. Tatsächlich um 11 kommt ein vollgepackter Minibus und hält vor der Tür.

Der Fahrer steigt aus und wird blaß als er unser Gepäck sieht. Ich denke gleich "keine Chance uns beide und das Gepäck da reinzukriegen". Er versucht es trotzdem, fängt an Passagiere und Gepäck umzuschichten. Mir fällt jetzt wieder die Reise nach Jerusalem ein und wenn ein paar rausfallen könnte es auch gehen. Da platzt einigen der Insassen der Kragen und sie steigen aus. Wollen ihr Geld zurück, denn wie Vieh wollen sie nicht transportiert werden.

Es beginnt eine erhitzte Diskussion der ich erst mal nur folge. Zwischendurch frage ich einen der Passagiere wie denn das mit der Reifenpanne war. Reifenpanne? Gab es nicht, sie sind ganz normal verspätet vom Terminal losgefahren. Jetzt platzt mir der Kragen. Wir warten hier fast 3 Stunden für nichts und werden auch noch angelogen. Jetzt will ich mein Geld zurück. Damit erübrigen sich alle Diskussionen. Der Bus fährt ohne uns ab. So stehen wir also mit unserem Kofferberg an der Straße und es bleibt nichts als ein Tricycle zu nehmen, zurück zum Terminal und von dort die 80km nach Sabang mit dem Jeepney zu fahren. Ihr dachtet im Tricycle sahen wir schon eingequetscht aus? Dann sieht mal hier die Bilder.

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Alina winkt immer noch fröhlich (unten Mitte), später ist es nicht mehr ganz so lustig, denn da wo sie sich zum Fenster rüberbeugt, werden später noch ich und eine Philippina reingequetscht. O'Christ - so der Name des Fahrzeugs. Passender geht es kaum.

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80km kling nicht viel, aber glaubt mir in einem offenen Jeepney sind das 3 Stunden Transport der härtesten Art. Es zieht wie in einem Vogelkäfig, ist so laut dass mir auch Stunden später noch die Ohren singen. Überflüssig zu erwähnen, dass es eng und heiß ist.

Wenigstens kommt nun meine Erkältung so richtig durch. Die Zugluft gab mir den Rest den ich noch brauchte. Seit Wochen auf den Philippinen unterwegs bei über 30° und was kriege ich - eine Erkältung.

Wir kommen also in Sabang an. "Oh, ganz hübsch hier" denken wir. Strand mit Bungalows, Palmen für unsere Hängematte.

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Genau so etwas haben wir gesucht. Alina bleibt mit dem Gepäck zurück und ich laufe den Strand entlang auf der Suche nach einer Bleibe. Ein Guesthouse nach dem anderen wird abgeklappert, alles belegt. Ein Phänomen das uns hier schon mehrfach aufgefallen ist. So viel zum Thema Geheimtipp Palawan. Das boomt hier geradezu. Die kommen gar nicht nach damit neue Unterkünfte zu bauen, so wie hier der Tourismus zunimmt. Da hilft das ganze Hämmern nichts. (siehe letzter Beitrag)

Nach 1 Stunde vergeblicher Suche bleibe ich beim Gepäck und Alina geht los. Ein Kanadier kam vorbei, sah mich, deutet aufs Gepäck und fragte ob wir mit dem gesamten Hausstand unterwegs sind. Wenn der wüsste wie recht er damit hat. Ich konnte nur mit den Schultern zucken und etwas von "travelling with women" sagen.

So eine Frechheit! Da wird wieder mir alles in die Schuhe geschoben. Thomas hat ohne Tauchkoffer auch 30 kg Gepäck dabei. Er vergisst, dass wir viele warme Klamotten für Australien dabei haben.

Alina hat ein Zimmer. Zu teuer und mit bescheidener Aussicht finde ich. Das Zimmer ist allerdings schön hat die beste Dusche bisher in den Philippinen (mit Wasserdruck!), eine super Matratze und einen kleinen Balkon mit Meerblick über den Parkplatz. Morgen ziehen wir aber um an den Strand. Wenn es schon mal Bungalows am Strand gibt, wollen wir da auch drin sein. Heute war da alles belegt.

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Der nächste Morgen, meine Erkältung ist auf dem Höhepunkt. Wir machen einen Tag Pause, und ich kuriere mich aus in der Hängematte, die wir in Bali vor 4 Monaten gekaft hatten. Die kam seitdem nur 3 Mal zum Einsatz. Jaja, wir haben zu viel Gepäck.

Unser Gasthaus und deren Mitarbeiter gehören einer seltsamen christlichen Sekte an. Alkohol zu verkaufen ist ihnen nicht gestattet. Sonntags gehen sie alle in die Kirche anstatt die Gäste zu bewirten. Die bringen das aber so nett rüber, da nehmen wir es nicht übel und gehen halt woanders zum Essen. Eines nimmt ihnen Alina doch übel, anscheinend ist eine Klobrille auch gegen ihre Religion, hier gibt es keine.

Warum sind wir eigentlich hier in Sabang? Der Strand ist zwar ganz ok, aber eigentlich hat uns El Nido viel besser gefallen. Coke Light ist kaum zu bekommen und auch Internet ist nur in den beiden 5 Sterne Hotels hier zu bekommen. Dafür hat uns der Hammerheini noch nicht gefunden. Es klopft nirgends. Hier gibt es etwas Einmaliges, eine riesige Höhle mit unterirdischem Fluss, die vor kurzem zum Naturweltwunder erklärt wurde. Da müssen wir natürlich hin, deswegen sind wir hier.

Eingestellt von Tom Travel 04:11 Archiviert in Philippinen Kommentare (2)

Bombenstimmung im Untergrund

Trouble in Paradise

overcast 25 °C
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Die Tour heute fängt um 8 an, das heißt früh aufstehen. Daraus wird aber nichts. Thomas' Erkältung ist schlimmer geworden, er ist platt und zieht es vor den Tag im Bett in unserem Bungalow zu verbringen.

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Ich gehe morgens die Tour absagen, besorge ihm Frühstück und mache einen Strandspaziergang.

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Dabei denke ich noch wie ruhig und laid-back hier alles ist. Jean Pütz ist auch hier. (unten rechts)

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Es gibt eigentlich nur 2 größere Hotels und ca. 6 Gästehäuser, noch ist Sabang ein Geheimtipp.

Später gehe ich wieder ins Dorf um Wasser und Obst für mich und Thomas zu kaufen. Am Busterminal ist kurz zuvor eine Bombe explodiert. Ja, ihr habt richtig gelesen, hier ist eine Bombe explodiert. Gehört haben wir einen Bums, aber das klang so weit entfernt, da dachten wir nichts dabei.

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Alles ist abgesperrt, das Bombensonderkommando ist da, Militär auch.

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Alle wirken völlig entspannt. Niemand wurde verletzt, lediglich ein Minivan hat ein paar Beulen von umherfliegenden Steinen abbekommen - sonst nichts.

Die Bombe scheint auch nicht besonders groß gewesen zu sein - eher ein Bömbchen. Vielleicht ein Streich von Jugendlichen? Thomas meint die selbstgebastelten Sprengkörper mit denen sie früher als Jugendliche herumgespielt hätten, haben ähnliche Löcher gerissen. (Stubenarrest erübrigt sich, alles verjährt) Das war weit vor 9/11 und kein Spezialkommando hätte sich damals für die Löcher im Bahndamm interessiert.

Hier in Sabang ist so etwas bisher nicht vorgekommen, aber auf den Philippinen ist es nichts Besonderes. Das kommt öfters vor, erzählt mir ein Schwede der hier lebt. So nahe war er allerdings auch noch nie dran.

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben, tags darauf selbe Uhrzeit geht es ans Pier. Ich bin seit gestern abend schon wieder wieder einigermaßen fit, wir haben im Sheridan Hotel mal wieder den Larry gemacht zwecks internet.

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Vorbei am provisorisch wieder aufgefüllten Loch das der Sprengkörper gerissen hat. Alles geht wieder völlig normal seinen Gang. Zu viel Aufregung und Publicity wegen so etwas kann man hier nicht gebrauchen. Wurde man doch soeben in den erlauchten Kreis der 7 Native World Wonder gewählt.

Das Verfahren wie es dazu kam ist ebenso dubios wie die Auswahl der Bewerber. Sogar der deutsche Schwarzwald war auf der Shortlist, hat es dann aber nicht geschafft. Dafür ist Komodo drin und Galapagos rausgefallen. Ich kenne beide Destinations und Galapagos spielt definitiv in einer ganz anderen Liga als Komodo. (Maria Laach und die Gegend um den Laacher See wurde aus für uns völlig unerfindlichen Gründen gar nicht erst in die Bewerberliste aufgenommen.)

Wie auch immer, hier sind wir nun mal in Sabang, dem Tor zum World Heritage 7-Native-World-Wonder Puerto Princesa Underground River National Park. Genau genommen ist es ein Loch mit Wasser und einem Haufen Fledermäusen drin, das sich allerdings jetzt prima touristisch vermarkten läßt.

Der bürokratische Aufwand ist auf jeden Fall weltklasse. Ein Tag vorher muss man sich seine Einrittsgenehmigung reservieren. 3 Parkangestellte sind ab 8 Uhr morgens damit beschäftigt Namen und Daten der Besucher zu erfassen, Papier zu beschrifteln, Geld zu kassieren (noch erstaunlich günstig aber das wird sich sehr bald ändern).

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Mit Permit, Eintrittskarte und dem Gefühl eines Gewinners tritt Alina aus der Schlange der Touristen wieder ans Tageslicht.

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Wir dürfen zum Pier und uns ein Boot zum Höhleneingang chartern, das ist nicht inklusiv. Jubel! Wir finden 2 Holländerinnen und teilen uns die Charter für die 10-minütige Überfahrt.

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Auch hier am Pier wieder 3 von-Irgendjemand-Angestellte wichtig und offiziell aussehende Paper-Pusher.

Wir sind im Boot, 2. Hürde geschafft. Es geht über die Bucht zum Eingang.

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Wer hätte es gedacht, auch dort wiehert der Amtsschimmel. Jemand muss doch die ganzen Papiere, die wir mittlerweile angesammelt haben kontrollieren. 3 weitere Angestelle des Parks übernehmen das pflichtbewußt.

Wir müssen jeder eine Schwimmweste vom Stapel nehmen und es geht zum Kanu. Ich glaube ich sehe nicht recht, die Passagiere im Boot vor uns tragen Helme. Oh bitte, die meinen das ernst. Hier herrscht Helmpflicht. Dabei ist das Ganze etwa so gefährlich wie die Fahrt in den Tunnel-of-Love in einem x-beliebigen US-Freizeitpark.

Ich verlange nach Sicherheitsgurten und Airbags. Mein Sarkasmus kommt überhaupt nicht an.

Völlig idiotisch aussehend mit rotem Helm (es hätte auch weiße gegeben, aber ich dachte mir wenn schon bescheuert aussehen dann richtig) und oranger Schwimmweste (keine Farbwahl an dieser Stelle) geht es per Auslegerkanu in die Höhle.

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Hui! Ist das schaurig. Naja, einzig schaurig sind die vielen Fledermäuse über uns. Was machen die tagsüber? Richtig, schlafen und...verdauen! Es tröpfelt von der Decke.

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Nicht nur Sicker- und Kondenswasser!

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Der Guide gibt sich Mühe uns die bizarren Formen näher zu bringen. Das sollen wohl Kaffeebohnen sein,

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die nackte Frau, bzw ihr Popo

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Da der Saurier, hier ein Pilz, da die Mutter Maria mit Kind, die Kathedrale. Nicht sehr wissenschaftlich, aber das erwartet das Publikum wohl auch nicht. Als er auf einmal "da eine Gurke!" sagt, will ihm Alina aus Langeweile an die Gurgel.

Der Fluß geht einige Kilometer ins Inselinnere, wir drehen allerdings nach wenigen Hundert Metern um. Ab hier ginge es nur mit Sondergenehmigung weiter. Aber wozu? Mir wurde es eh schon langweilig. Als Massenveranstaltung verliert auch die größte Höhle schnell ihren Reiz. Egal ob mit oder ohne Fluß drin.

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Was auch nervt, nach dem wir keine Fotos von uns mit unseren schicken Helmen gekauft haben, sollen wir uns doch schnell verziehen. Die Niederländerin wollte noch rauchen. Nee, das ging nicht, schnell auf's Boot damit wir euch loswerden und die nächsten zahlende Gäste rüberschippern können.

Wir kommen wirklich ins Grübeln was den Besuch solcher Sehenswürdigkeiten angeht. Entweder man findet einen Weg das so gut wie alleine zu sehen oder man läßt es besser ganz sein. Schade ums Geld und die Zeit. Die "Super"-Attraktionen in der Welt sind mittlerweile alle so gut erreichbar, dass man immer in einer Menge schwimmt. Das Dilemma dabei ist nur, dass man dabei genau ein Teil der Menge ist die allen anderen zu viel ist.

Für den folgenden Rückweg nach Puerto Princesa ergattern wir eine Mitfahrgelgenheit in einem Minivan mit erstaunlich wenig Touris drin. Wie komfortabel doch 80km sein können. Wir werden direkt zum Hotel gebracht und freuen uns auf die Großstadt. Hier gibt es Strom, Internet - ach ist das schön! Wir checken ein und gehen gleich mal online. Kurz darauf geht das Internet nicht mehr. Egal, dann raus und etwas essen. Um das Hotel herum ist völlig tote Hose bezüglich Restaurants. Nachdem wir uns bereits etwas verlaufen haben gibt es einen Stromausfall und wir tappen im Dunkeln weiter, das erleichtert die Suche nach einem Restaurant nicht wirklich.
:-(

Eingestellt von Tom Travel 07:32 Archiviert in Philippinen Kommentare (2)

viel zu tun

kreuz und quer durch die Städte

rain 26 °C
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Wir waren für 2 Tage im Banwa Art House in Puerto Princesa. Viel gelobt wegen seiner schönen Atmosphäre. Das können wir absolut bestätigen. 2 Tage brauchten wir um unser Visum zu verlängern. Eine Aufgabe die dieses Mal an Alina fällt.

Eigentlich einfach diese Visageschichte. Als ich in das Office komme sehe ich auch den Workflowchart dazu. Da steht Bearbeitungszeit 15 min.

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Da wird Thomas blöd gucken, wenn ich so schnell wieder da bin. Von wegen. Es scheitert zuerst an Fotokopien, die muss man sich besorgen, denn in Behörden gibt es keine Fotokopierer. Eine Tatsache die uns bereits aus Indonesien bekannt ist. Ein paar Häuser weiter ist ein Copyshop. Die Beamtin war so nett und hat mir gesagt, dass ich Passkopien der Vorderseite, des Einreisestempels und des aktuellen Visums brauche. Die nach mir hatten nicht so viel Glück mussten 2 mal zum Kopieren gehen. Das Visum ist erheblich teurer als im Internet recherchiert. Ich traue der Tante nicht. Will die sich das Geld selbst einstecken? Ich muss aber eh zurück weil Thomas ja unterschreiben muss. Da kann ich im Internet nochmal die Preisliste sehen.

In der Zwischenzeit versuche ich einen Flug zu buchen. Im Reisebüro sitzen fünf Mitarbeiter, eine Kundin ist schon dran und drei sind vor mir. Die Philippinen stehen an obersten Stelle der Ineffizienz im ganzen Universum. Zwei der Mitarbeiter lassen sich kaum blicken, einer telefoniert die ganze Zeit mit ihrer Großtante, eine tippt was in ihren Computer und der letzte unterhält sich tatsächlich mit einem Kunden. Eine Stunde später sind nur noch 2 vor mir dran, liegt aber daran dass einer gegangen ist. Mittlerweile befassen sich immerhin drei Mitarbeiter mit immer noch derselben Kundin. Dann gehen 2 in Mittagspause, na toll. Jetzt reicht's. Ich drängle mich vor und ich frage ob die hier überhaupt Flüge nach Manila verkaufen. Einer bittet mich nun nach vorne sucht mir ein Flug raus, sagt mir den Preis und reserviert mir das. Innerhalb von 10 min.

Zurück in der Banwa Pension klärt sich warum im Internet die Preise günstiger erscheinen. Alle Preise sind in Pesos angegeben, nur der Preis für die ID, die wir dieses Mal zusätzlich brauchen ist anstatt in Peso in USD angegeben. Beim Kurs von 1:45 macht das dann schon einen Unterschied. Wieder im Reisebüro. Es gibt nur 15 kg Gepäck inklusiv. Ich muss 10 kg Zusatzgepäck kaufen. Jetzt reicht mir das Geld nicht mehr fürs Visum. Geldautomaten in der Nähe gibt es nicht. Grmpf! Wieder in die Stadt Geld abheben und zurück. Als ich die Kreditkarte heraushole finde ich noch ein 1000 Peso Schein – das hätte locker gereicht. Schreikrampfkrieg! Kurz danach habe ich endlich die Visa und beschließe zum Friseur zu gehen und danach durch die City zu bummeln. Das habe ich mir verdient!

Ein paar Eindrücke für euch. Die Ampelmännchen laufen bei grün, zuerst langsam und dann immer schneller.

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Etwas für Frauen. Ein Schuh-Exchange-Laden. Haben wir nicht alle irgendwo ein paar gebrauchte Schuhe, die wir gerne tauschen würden? Ein Erfolg dieser Geschäftsidee in Deutschland ist allerdings höchst zweifelhaft.

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“Drink Moderatly“ – trinke in Maßen. Da haben die Werbestrategen das richtige Bild ausgesucht. Was wohl noch zu Auswahl stand?

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Hier wird so eine Art Fußball übers Netz gespielt, mal was anderes. Gelenkig sollte man schon sein dafür.

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Ich sitze während Alinas Abwesenheit gemütlich auf der Gartenterrasse des Banwa und arbeite weiter an meinen Angry Bird Highscores. Gegen Abend kommt sie zurück. Mit dem neuen Visum und 2 Flügen für morgen früh nach Manila. Hat alles super geklappt – leider auch alles etwas teurer geworden als gedacht. Für den einen extra Monat Visum müssen wir pro Person glatt nochmal über 100 Euro hinblättern.

Die Flüge wurden leider auch etwas teurer. Mittlerweile gibt es bei Gepäck keine Gnade mehr. Alles kostet Aufpreis. Wir haben nur 40kg gebucht in der Hoffnung wieder mit geschicktem Verlagern des Gewichts ins Handgepäck durchzukommen. Da haben wir die Rechnung ohne airphilexpress (unseren Billigcarrier für heute) gemacht. Die vermessen und wiegen jedes Stück. Am Ende sind es 70kg. Kulanterweise müssen wir nur einen Teil davon nachbezahlen. Wir grübeln wo das ganze Gewicht auf einmal her kommt. 60Kg wussten wir, schlimm genug – aber 70? Wir haben doch beide schon so viele Sachen zurück gelassen bzw. weggeworfen. Woher also? Wir suchen nach einer Erklärung. Es muss die Feuchtigkeit in den Kleidern sein. Geregnet hat es ja auch auf dem Weg zum Flughafen und da lief Wasser auf die Koffer.

Bei der Ankunft in Manila ebenfalls Regen. Hier spielt das aber keine große Rolle, die Stadt ist bei jedem Wetter hässlich. Gestern musste Alina arbeiten, heute ist mein Auftritt. Ich muss 2 mal quer durch die Stadt, vom Flughafen nach Quezon City und zurück und die abgesoffene Fuji-Kamera umtauschen. Telefonisch wurde alles schon mal abgeklärt, die Fuji-Vertretung ist zum Umtausch bereit. Unser Ziel ist es den Umtausch hinzubekommen und heute noch weiterzufliegen nach Legaspi - unser nächstes Ziel. Alina und unsere Sachen werden am Flughafen geparkt und ich mache mich auf den Weg.

Der Umtausch geht wirklich reibungslos, man ist sehr freundlich und entgegenkommend. Ich schildere mein Leid und die Mühen die es mich gekostet herzukommen. Der Mitarbeiter ist so beeindruckt, dass er mir ein Stativ als Wiedergutmachung obendrauf legt. Schon wieder 300g zusätzlich auf der Waage denke ich, aber ich nehme es natürlich an. Die Fahrerei und der Aufenthalt bei Fuji dauert knapp 3 Stunden. Als ich wieder am Flughafen ankomme ist der letzte Flieger nach Legaspi für heute schon weg. Mist! Das bedeutet mindestens eine Nacht hier bleiben.

Also gut, dann halt wieder rein ins Taxi und ins Hotel. Das haben wir uns beim letzten Aufenthalt schon ausgesucht, so wissen wir diesmal wenigstens was uns erwartet und wo wir hin müssen. Es nieselt als wir losfahren und schüttet als wir ankommen. In der Nacht überfallen uns die Mossies. So zerstochen waren wir schon lange nicht mehr.

Nächster morgen früh wieder zurück zum Flughafen. Unser Gepäck haben wir auf handliche 50kg reduziert. Den Rest (Pullover, Jacken, lange Hosen, defekte Elektronik) haben wir für einige Wochen im Hotel in Manila geparkt. Wir stellen einen Rekord auf. Vom Hotel durch die Stadt, durch alle Check-Ins und Kontrollen sind wir in nur 40 Minuten im Abflugbereich. Gefrühstückt haben wir noch nichts, aber jetzt haben wir ja viel Zeit und bestellen uns zwei Chicken Sandwiches. Die dauern dann 30 Minuten – welcome to the Philippines! Noch den letzten Bissen im Mund wird unser Flieger verfrüht aufgerufen, das hatten wir auch noch nie. Wir hetzen zum Gate gehen an Bord und warten dort fast eine Stunde auf der Rollbahn, bis wir endlich die 50 Minuten nach Legaspi fliegen.

Die 2 Flüge in 2 Tagen haben Thomas Erkältung, die schon fast weg war, wieder aufleben lassen. Trockene Aircon-Luft im Flieger mit vielen Menschen auf engem Raum war dafür bestens geeignet. Apropos Flieger, dies ist von oben die schönste Insel bisher, die kleinen Hügel überall. Wir fotografieren aus dem Flugzeugfenster.

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Von Legaspi teilen wir uns mit 6 anderen Touris einen Minibus für die 90 Minuten Fahrt nach Donsol. Dort finden wir ein nagelneues Hotel mit wirklich hübschen Bungalows am Strand. Wir finden beide es ist die beste Unterkunft, die wir bisher in diesem Land hatten.

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Von Weitem sieht man den Mayon, neben dem Fujijama und Kilimandscharo einer der wenigen "perfekten" Vulkankegel die es gibt.

Der Strand ist nicht schön. Dunkler Sand, Biomüll am Ufer. Wegen dem Strand sind wir aber nicht hier, die Mega-Attraktion von Donsol schwimmt etwas weiter draußen im Wasser. Wir richten uns ein in Victoria's Gueshtouse und machen erst mal 2 Tage Pause und warten bis meine Erkältung besser wird. Das Gästehaus ist ein verstecktes Juwel, es hat die schönsten Badezimmer und die nettesten Gästehausbesitzer wohnen hier. Wer hinwill http://www.victorias-guesthouse-donsol.com hier klicken. Die Sonnenuntergänge sind aber wieder sehenswert.

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Eingestellt von Tom Travel 03:28 Archiviert in Philippinen Kommentare (2)

Große Fische - kleine Käfer

Butanding und Firefly

semi-overcast 26 °C
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Am Sonntag ist es endlich so weit. Frisch rasiert geht es mit unseren deutschen Bungalow-Nachbarn Sonja und Chatch zum Butanding Tourist Center. Die beiden haben die Tour schon 3 Mal gemacht, leider 2 mal vergeblich. Das sollte jetzt in der Hauptsaison eigentlich nicht passieren und ist wirklich ein Riesenpech.

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Etwas Bürokratie muss auch hier ein. Registrieren, Boot mieten – kennen wir ja schon. Dann geht es los ins Zielgebiet. Dort kreuzen an die 20 Boote. Im Wasser ist niemand. Offensichtlich gab es noch keine Sichtungen. Die Spotter stehen oben im Ausguck und suchen auf der Wasseroberfläche nach den großen Schatten.

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Plötzlich wird unser Guide hektisch. “Los, los! Bereit machen!“ Auf das Kommando setzen wir uns an die Reeling und springen mit Schnorchel und Maske ausgestattet ins Wasser. Sicht extrem schlecht, maximal 5 Meter. Alles ist dunkelgrün – nix zu sehen. Da ruft er “Look down! – now!“. Ich schaue nach unten und - da ist er. Mein erster Walhai. Der Kopf so groß wie ein Esstisch, das Schwanzende kann ich zunächst nicht sehen. Mit leicht geöffnetem Maul kommt er direkt auf mich zu.

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Ich finde er ist riesig, der Guide meint später es wäre ein kleines männliches Jungtier mit nur 7 Metern.

Ich versuche abzutauchen um ein Foto von vorne oder von unten zu bekommen. Geht leider nicht. Der Wasserdruck und meine Stirnhöhlen verhindern es tiefer als 2 Meter zu tauchen. Der Fisch schwimmt sehr gemütlich immer so auf 3 Meter Tiefe unter uns her. Hier ein Bild der Rückenflosse die wohl mal Bekanntschaft mit einer Bootsschraube gemacht hat.

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Bald ist es vorbei mit der Gemütlichkeit. Die anderen 20 Boote lassen auch ihre Schnorchler zu Wasser. 6 pro Boot. In kürzester Zeit strampeln an die 100 mehr oder weniger gut schwimmende Touristen mit und ohne Schwimmwesten über dem Tier. Es geht zu wie beim Triathlonstart. Survival of the Fittest – wer nicht gut und schnell schwimmen kann wird weggeschoben, getreten, bekommt Ellbogen oder Flossen an den Kopf und viel Wasser zum schlucken.

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Wir haben vor der Begegnung eine Videoeinführung gesehen mit den Verhaltensregeln im Umgang mit den Riesen. Nicht berühren, nicht den Weg blockieren, etc. Sanfter Ökotourismus ist das Ziel. Das sanft bezieht sich allerdings nur auf den Umgang mit dem Tier. Dieses ist von den bis zu 100 Schwimmern über ihm nicht beeindruckt, zieht weiter ruhig seine Bahnen und haut sich den Bauch mit dem Glibber und Plankton voll, das hier überall reichlich schwimmt. In der Menge der Schwimmer sind auch Kinder. Die haben nichts zu lachen. Brutal werden sie weggedrückt, einige weinen. Ein Erlebnis, das sie sicher nicht so bald vergessen werden.

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Ich schwimme vorneweg, immer über dem Maul des Riesen. Weg von den Massen und habe so den Blick auf das Tier völlig frei. Alina ist irgendwo im Pulk. Sie hält sich dabei nahe bei unserem Guide, der sie zieht und ihr den Weg freiboxt. Sobald ich kurz anhalte um Fotos zu machen, holen mich die Massen ein und ich muss sehen dass ich schleunigst weg komme.

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Nach 10 Minuten habe ich erst mal genug und schwimme zum Boot. Alina bleibt im Wasser. Das Boot kurvt nach vorne, vor den Fisch. Das Spiel beginnt erneut. Die anderen 20 Boote machen es nämlich genauso. Sammeln ihre Schwimmer ein und werfen sie vor dem Hai wieder ins Wasser. Erschöpfung macht sich breit, es werden weniger Schwimmer. Aber es sind immer noch genug für eine weitere ordentliche Wasserkeilerei.

Ich knipse was geht, sehe allerdings nicht was ich da tue, das Display ist zu dunkel. Erfahrung mit der Unterwasserfotografie habe ich auch keine. Ich hoffe das wenigstens einige Bilder brauchbar sein werden.

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Später an Land ist das Ergebnis ernüchternd. Fast alle Fotos sind überbelichtet. Es bleiben nur 4 die einigermaßen brauchbar sind. Wir haben Chatch gebeten uns seine Bilder zur Verfügung zu stellen, außer das erste sind alle UW Bilder von ihm. Und dann vergessen wir doch glatt ihn noch zu erwähnen! (siehe Kommentar)
Wir müssen morgen noch mal raus. Erstens wegen der Fotos und zweitens weil diese Begegnung so einzigartig und eindrucksvoll war. Solange ich weiterhin der schnellste Schwimmer im Wasser bin sind mir die Massen egal. Wir sind höchst zufrieden und fast euphorisch, für viele Andere war es ein schreckliches Erlebnis. Deren Gesichter sprechen Bände.

Alinas Eindrücke:

Es ist der Wahnsinn, ich kann es kaum glauben als ich den Walhai vor mir sehe. Wie er da völlig ruhig und entspannt auf mich zu schwimmt. Er zieht an mir vorbei, ich sehe ihm nach, schon kommt das Rudel Schnorchler und orange Schwimmwesten (asiatische Nichtschwimmer) hinterher. Es ist wie beim weißem Hai, nur dass die Menschen hier um den Hai kreisen, und das ziemlich unelegant. Überall fliegen Hände, Beine, Flossen und Westen. Hat was von Winterschlussverkauf bei H&M. Nur dass hier der Grabbeltisch unter Wasser davon schwimmt.

Ich will die Meute ziehen lassen, da packt mich unser Guide an der Hand und zieht mich um die Menge herum wieder nach vorne. Ich strample mit was das Zeug hält.

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Zeitweise denke ich “Super, wir (Guide und ich) sind die Ersten.“ Wir schwimmen über dem Hai, es ist so wunderschön, ich vergesse alles drumherum. Bis es wieder orangefarbene Westenträger regnet. Sie werden ins Wasser geworfen und machen dabei viele Wellen. Ich schlucke viel Salzwasser und muss mich fast übergeben. Der Guide fragt ob alles klar ist, ich sag ihm ich habe genug. Er aber nicht und zieht mich weiter. Auf einmal kommen meine Kräfte wieder. Ich strample, er schiebt und boxt die Leute vor uns weg und hat dabei immer eine Auge auf den Fisch.

Auf einmal bin ich wieder ganz alleine mit dem Tier. Der Guide sagt ich soll mal runtertauchen. Ich brauche zu lange um Luft zu holen, schon kommt das Rudel Touristen bewaffnet mit Flossen und Schwimmwesten wieder auf uns zu. Ich mache 3 Tauchversuche, bin aber schon völlig k.o.. Der Guide schafft es wieder uns einen Vorsprung zu verschaffen. Wir schwimmen wieder am Kopf des Haies. “Menno! Warum bin ich so ein schlechter Taucher?“

Ich ärgere mich, da kommt der Hai bis auf 1 Meter nach oben geschwommen. Ich könnte ihn anfassen, bin ganz aufgeregt. Ich kann sein Auge sehen und ich glaube der guckt sich mich auch genau an. Er schwimmt nun langsamer, das kommt mir sehr entgegen. Am Ende waren wir waren fast 1 Stunde mit ihm. Gestern hat ein Deutscher etwas von nur 30 Sekunden Begegnung mit dem Walhai erzählt. Ich bin total happy.

Noch etwas gibt es hier, viel kleiner und viel zahlreicher als die Walhaie. Fireflies – Glühwürmchen. In rauen Mengen nachts in den Bäumen am Fluss. Ein Tricyclefahrer verschleppt uns zum Ogod-River. Viel weiter weg als die übliche Tour am Donsol-River, aber klar – er verdient ja an der Fahrt. Die Tour dauert nur 1 Stunde und ist eine leichte Enttäuschung. Einige Bäume blinken gelblich-grün wie an Weihnachten.

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Zigtausende der Käfer pulsieren synchron in den Bäumen. Wir versuchen alles um das irgendwie auf Fotos festzuhalten. Kein einfaches Unterfangen.

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Es ist stockdunkel bis auf das Blinken der Fireflies und die halten nicht still, was bei langer Belichtung zu seltsamen Effekten führt. 30 Sekunden Belichtungszeit in einem wackligen Boot. Besser als das hier haben wir es nicht hinbekommen. Das Pulsieren bekommt man ohnehin nicht abgebildet. Filmen ist bei dieser Dunkelheit mit unserer Ausrüstung unmöglich.

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Das war ein Tag, wir sind fertig und so was von glücklich!
Da müssen wir plötzlich singen, ihr kennt den schönen Song Fireflies von OWL City oder?

You would not believe your eyes
If ten million fireflies
Lit up the world as I fell asleep

'Cause they'd fill the open air
And leave teardrops everywhere
You'd think me rude
But I would just stand and stare

I'd like to make myself believe
That planet Earth turns slowly
It's hard to say that I'd rather stay
Awake when I'm asleep
'Cause everything is never as it seems

'Cause I'd get a thousand hugs
From ten thousand lightning bugs
As they tried to teach me how to dance

A foxtrot above my head
A sock hop beneath my bed
A disco ball is just hanging by a thread

I'd like to make myself believe
That planet Earth turns slowly
It's hard to say that I'd rather stay
Awake when I'm asleep
'Cause everything is never as it seems
When I fall asleep

Leave my door open just a crack
(Please take me away from here)
'Cause I feel like such an insomniac
(Please take me away from here)
Why do I tire of counting sheep
(Please take me away from here)
When I'm far too tired to fall asleep

To ten million fireflies
I'm weird 'cause I hate goodbyes
I got misty eyes as they said farewell

But I'll know where several are
If my dreams get real bizarre
'Cause I saved a few and I keep them in a jar

Das haben wir natürlich nicht gemacht, haben eh so viel Gepäck... ;-)

Eingestellt von Tom Travel 01:58 Archiviert in Philippinen Kommentare (5)

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