Reise blog von Travellerspoint

Der Morgen danach

Sand vom Feinsten und gröbster Unrat

sunny 30 °C
View RTW Reloaded 2011-2013 auf Tom Travel's Reise-Karte.

Stell dir vor du stehst morgens auf, gehst auf deine Terasse und siehst das hier...

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So sah das jedenfalls aus als wir heute morgen zum ersten Mal die Aussicht von unserem Balkon bei Tageslicht genossen. Frühstück in ziemlich genialer Lage. Schmeckt leider viel weniger genial. Toast mir Marmelade und Tee hatten wir schon besser.

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Zweite Enttäuschung: Trotz fantastischem Ausblick muss ein anderes Quartier gefunden werden. Die Bungalows und die direkte Umgebung sind bei Tageslicht gesehen in traurigem Zustand. Schutt und Müll überall. Hier muss es doch noch etwas Bezahlbares geben, dass uns besser zusagt.

Nächste Enttäuschung am Strand: angeschwemmter Müll verschandelt das Bild. Der Sand ist auf unserer Strandwertung der feinste den wir je gesehen haben. So weiss, dass er in der Mittagshitze kaum warm wird. Die Einheimischen kommen hier am Wochende hin und feiern. Dabei hinterlassen sie Müllberge und sogar Glasscherben im Sand.

In Asien ist ein schmutziger Strand etwas Normales, so kennt es jeder. Umweltbewußtsein kommt scheinbar erst mit Wohlstand. Es gibt hier durchaus Wettbewerbe - wer hat den saubersten Strand oder Stadt. Zaghafte Versuche der Regierung an der Müllsituation etwas zu ändern. Dann wird aufgeräumt was das Zeug hält. Leider sieht man bereits kurz nach dem Wettbewerb nichts mehr davon.

Ein interessanter Versuch zur Müllvermeidung ist dieses Damenhygieneprodukt aus pflanzlichem Material - na also, geht doch! Verschiedene Formen und Größen - paßt überall. ^^

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Leider gibt es kaum Palmen oder schattige Plätze am Beach hier. Das gibt in unserer Strandwertung weitere Minuspunkte. Das Dorf wirkt manchmal wie eine Geisterstadt, die noch nicht ganz aufgegeben hat. Ohne Ziegen, wäre es total fad. Die bringen uns mit ihrem dummen Geschau manchmal zum Lachen. Kennt ihr jemanden der schöner blöd gucken kann? (Autoren ausgenommen)

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Kaum Leute auf der Straße, viele Läden haben zu, die Restaurants sind leer. Nur eine handvoll ausländischer Touristen. Nicht einmal fliegende Händler, die einem etwas andrehen wollen. Wäre eigentlich perfekt zum Arbeiten, aber mit der schäbigen Unterkunft und der lausigen Internetsituation...

Es wird im Lauf des Tages nicht besser. Zunächst ist alles was wir uns an Alternativ-Unterkünften ansehen überteuert oder inakzeptabel. Kaum ist das Zimmer ansehnlicher und einigermaßen ordentlich gibt es Fantasiepreise. Mein erlerntes Bahasa wird langsam durchaus nützlich, Verhandlungen in Englisch verlaufen oft nicht zufriedenstellend.

Es gibt ein per Moped erreichbares ein deutsches Tauchresort, das ist aber völlig ausgebucht. Eine andere Dame die lange in München gelebt hat, hat auch ein paar schöne Zimmer in einem netten Garten, hält aber an ihrem utopischen Preis fest. Liebe Exmünchnerin, wenn schon hochpreisig, dann wenigstens mit Meerblick - so nicht. Wir verstehen nun die vielen geschlossenen Guest Houses und Hotels hier - es gibt zu wenige Gäste, die bereit sind diese Preise zu bezahlen.

Am Ende finden wir doch noch etwas, ganz oben auf einem Hügel, tolle Aussicht, freundliche Besitzer, preislich OK. Zwei Probleme die es zu lösen gilt: "Wie kriege ich unsere Koffer da den Berg hinauf?"

und "Woher kriegen wir brauchbaren Internetzugang?" Das überlegen wir uns morgen, heute essen wir bei Salassar und sehen uns den hübschen Sonnenuntergang an. Salassar ist das einzige Restaurant in dem ein wenig was los ist. Eine handvoll Touris hängen hier ab.

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Zwei Nächte bleiben wir im Sea View Hotel, dann ziehen wir um auf den Hügel ins Sunshine Hotel. Etwas weg vom Wasser aber mit Spitzenaussicht.

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Der Umzug mit unserem (trotz Affenreduktion immer noch viel zu viel) Gepäck wird die erwartet schweißtreibende Übung.
Wir geben dem Strand noch eine Chance. Von etwas weiter weg sieht es wirklich klasse aus. Nah rangehen darf man halt nicht.

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Am abend baue ich im Salassar mit seiner vorhandenen Internetverbindung ein WiFi-Netz, so daß wir nun auch mit unserem eigenen Rechner online gehen können. Besser als an einem fremden Rechner zu arbeiten, aber immer noch keine wirklich brauchbare Lösung für uns. Alina muß arbeiten und so wird das nichts. Der Wirt ist allerdings erstaunt was mit seiner alten Windows-XP-Krücke alles möglich ist. Er würde von mir gerne wissen wie ich das gemacht habe, weil er seinen Gästen gerne WiFi anbieten würde. Dieses Wissen behalte ich lieber für mich, sonst habe ich später den Support an der Backe. :-)

Alina ist nicht bester Laune, hier gibt es keine Shops, zu wenig andere Leute zum Quatschen - sie will am liebsten bald hier weg zurück nach Bali. Das nach dem ganzen Ärger mit dem Visum und dem Aufwand hierher zu kommen. Grmpf!

Die Laune hebt sich, als ich am nächsten Tag einem Einheimischen seinen GSM-USB-Stick abschwatzen kann. Nun sind wir unabhängig überall online, und Alina kann arbeiten wo und wann sie will. Dazu sind außer uns noch 5 weitere Gäste im Sunshine eingezogen, wir sitzen nicht mehr alleine beim Frühstück.

Unglaublich, nun sind wir schon 4 Nächte hier und haben noch nicht mal den Zeh hier ins Wasser getaucht. Der erste Eindruck war verheerend und machte nicht so richtig Lust auf einen Tag am Strand. Aber heute ist Samstag und bevor morgen wieder die Horden aus Makassar anrücken, wollen wir es doch doch einmal versuchen. Zweiter Eindruck: So schlecht ist es nun auch wieder nicht. Jemand hat in den letzten Tagen hier aufgeräumt. Das Wasser ist herrlich klar und warm. Schade nur wenn man sich vorstellt, dass schon morgen abend alles wieder wie nach der Love Parade aussehen wird.

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Für morgen machen wir ein Boot zum Schnorcheln klar und fahren zur vorgelagerten Insel.

Eingestellt von Tom Travel 04:19 Archiviert in Indonesien

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