Reise blog von Travellerspoint

Makassar

Rote Mappe, Formular 23 und schwarze Tinte

sunny 30 °C
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Wir fliegen mit Lion Air eine Station weiter, 1000km nach Norden nach Sulawesi. Das sieht beim Anflug von oben ziemlich trocken aus. Gut so, denn Regen können wir in den nächsten Wochen hier überhaupt nicht gebrauchen. Zum Strandurlaub gehört nun mal Sonne.

Mir liegt die Visumsgeschichte schwer im Magen und ich denke mir bereits herzzereissende Geschichten aus um die Immigration-Beamten milde zu stimmen. Zwecklos, wie sich bald herausstellt – hier in Sulawesi kommt man mit Englisch nur selten weit. Auf dem Amt spricht man nur Bahasa.

Gleich am Gepäckband am Makassar Airport werden wir von einem Local abgefangen. Normal reagieren wir auf so eine Anmache nicht, aber in der Not frisst der Teufel Fliegen. Er will uns eine Taxifahrt in die Stadt und eine Rundreise in den Norden andrehen. Ersteres brauchen wir wirklich, Letzteres nur vielleicht. Das sage ich ihm aber nicht, sondern schildere unser Problem mit der Aufenthaltserlaubnis. „No problem, I have friend work in imigrasi office.“

Ob das mit dem Freund so stimmt ist mir völlig wurscht, ich frage wie lange es dauert das Visum zu bekommen. "You pay little more and can have in 2 days" Wow! SO funktioniert das also. Wie naiv waren wir in Bali auch nur daran zu denken selbst den regulären Behördenweg zu gehen. Anfängerfehler!

Er fährt uns hin, füllt mit uns die Formulare aus, handelt mit den Offiziellen. Auch hier sind rote Schnellhefter und schwarzer Kuli obligatorisch. Aber es kommt Bewegung in die Sache.

Einen Moment glauben wir sogar um die Geldstrafe wegen Überziehung herumzukommen – leider wird daraus nichts. In dem Punkt ist der Beamte knallhart und brummt uns 3 Tage auf. Sind 100€ - geht ja noch. Dazu kommt nun allerdings noch die Gebühr für die Expressbearbeitung des Antrags und das Honorar für unseren Helfer.

Für heute ist alles in die Wege geleitet, morgen liegen die Pässe mit frischem Visum zur Abholung bereit. Die Fahrt vom Office zum Hotel in Makassar dauert 1 Stunde. Als wir den Flug hierhin gebucht haben dachten wir das wäre irgendein Kuhkaff. Das Kaff hier hat allerdings 1,8 Mio Einwohner und ist echt riesig.

Unser Helfer bemerkt unsere Abneigung gegen den hiesigen Verkehr und bietet an die Pässe für uns morgen abzuholen. "Wie, das geht? Hier muss man nicht persönlich erscheinen?" "No problem, you pay little extra and everything goes" Ich wußte irgendwie dass das kommt.

Auch schon egal, keiner von uns hat Lust auf 2 mal die Strecke im Stau morgen Vormittag. Das wäre also geritzt.

Unser Hotel liegt ganz nah an der Strandpromenade – nicht wirklich schön hier, aber mords was los heute. Es geht zu wie bei einem Volksfest. Fallschirmspringer haben einen Zielsprungwettbewerb zum Sonnenuntergang. Das gibt ein paar hübsche Bilder.

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Bei uns werden Ostereier gefärbt, hier färbt man ganze Vögel. Ein wirklich armseliger Anblick, die kleinen Vögel panisch zu zweit in winzige Drahtkäfige gesperrt, völlig widernatürlich quietschbunt gefärbt. (ich vermute mit Lebensmittelfarbe) Was ist der Sinn davon? Für knapp einen halben Euro kann man so ein Pärchen samt Käfig kaufen und anschließend frei lassen. Bringt Glück!

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Alina kann es nicht mehr ansehen und kauft ein Paar. Sie sieht sehr unzufrieden aus.

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Die anschließende Befreiung hebt ihre Laune erheblich.

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Da sie den Käfig ganz vorsichtig öffnen will, damit die Vögel beim herausfliegen nicht hängen bleiben, stehen bald einige Locals um sie herum und filmen sie mit dem Handy.

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Sie ist auf einmal der Star, keiner guckt mehr auf die Fallschirme oder den Sonnenuntergang. Da wir so viel Aufsehen erregen, sind wir uns nicht mehr wirklich sicher, ob die sofortige Freilassung der Vögel der Sinn dieser Tierquälerei ist. Ich habe gemischte Gefühle dabei. So schön es ist den beiden die Freiheit zu geben, werden weiter Vögel gefärbt und eingesperrt, solange Leute sie kaufen.

Schon am nächsten Tag kommt mittags unser Helfer mit den Pässen und dem brandneuen Visa. Er arrangiert auch gleich ein Taxi zu unserem nächsten Reiseziel Pantai Bira südlich von hier. Schon wie in Sri Lanka nicht gerade eine billige Sache. Da wir unser Gepäck allerdings trotz Affen bisher nur unwesentlich reduziert haben, ist Transport in öffentlichen Kleinbussen nicht nicht wirklich eine Option.

175km = 6 Stunden, teils wegen Verkehr in Makassar teils wegen grottigen, an Turda erinnernden Straßen. Wir fahren an Salzplantagen

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und Reisfeldern vorbei.

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Unterschied zu Bali, hier stehen die Häuser auf Stelzen, und sind sehr bunt.

Ziemlich zerknautscht und durchgerüttelt kommen wir erst in der Dunkelheit in Bira an.
Erste leichte Enttäuschung: Internet-Access ist hier ein Problem. Ein einziges Restaurant bietet sehr eingeschränkten Zugriff.

Unsere Hütte liegt direkt an einer Klippe über dem Meer – so viel kann man noch hören. Wie es hier aussieht sehen wir dann erst morgen früh.

Eingestellt von Tom Travel 06:28 Archiviert in Indonesien

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Kommentare

Ohne Backschich gehts eben nicht... Zum Glück ging mit dem Visa noch mal alles gut... Makassar mit 1,8 Mio Einwohner... ich bin sehr erstaunt... na ja da geht bestimmt die Post ab... viel Spaß noch... LGe

von Didier

Ist ja noch mal gut gegangen, hat sich damals in Kuta gar nicht gut angehört. Aber wer gut schmiert, der gut fährt sagt man ja und das gilt weltweit.
LG
Robert

von Robert

In unserem Kulturraum werden dafür Kühe, Schweine und Hühner völlig widernatürlich in ein enges Gefängnis gesperrt und werden daraus für einen ganz anderen Zweck befreit ...

von Evi

"Bringt Glück!" ??? Nicht wirklich, bei uns.
... (und es) werden weiter Kühe und Schweine eingesperrt, solange Leute sie kaufen....

von Evi

Liebe Alia u Thomas ! Ich habe alles sehr shön reise von euch geschehen . sooo walhsin shön , ich liebe auch ein mal so in dieses leben aber glaube ich nicht einfach mit uns . . . Wir wünschen euch viel spass und gesund immer bleiben . Wenn möglich möchte ich mit euch über telefonnieren ?!Gibt mir euch telefonnummer ok . Bui u Familie

von umeshu

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