Reise blog von Travellerspoint

Medellin - Palomino

2 Jahre unterwegs

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Von Salento geht es lockere 7 Stunden per Bus nach Medellin. Noch so eine Großstadt in Kolumbien mit zweifelhaftem Ruf. Wir sind mittlerweile eine kleine Reisegruppe von 6 Personen und nehmen vom Busbahnhof 2 Taxis zum Hostel. Die Taxifahrer kennen die Adresse nicht, von dem Hostel haben sie auch noch nie gehört. Das ist ein kolumbianisches Phänomen, dem ich hier fast in jeder Stadt begegnet bin. Die Fahrer kennen sich in ihrer eigenen Stadt nicht aus.
Über eine Stunde kreisen wir durch die Stadt, suchen die Adresse. Dabei kommen wir durch Gegenden in denen man echt nicht aussteigen will. Am Ende landen wir in einem ganz anderen Hostel. Das liegt glücklicherweise in einer guten Gegend der Stadt.

Beim Einchecken und Ausfüllen der Registrierung kommt mir das heutige Datum, der 18.6. irgendwie bekannt vor. Ich schaue später in meinen Blog und stelle fest, dass es heute genau 2 Jahre sind, seit ich von München zu dieser Reise aufgebrochen bin.

An dieser Stelle ein Gruß an Eva, die mal zu mir sagte: "Eine Weltreise muss mindestens 2 Jahre dauern." - nun das wäre somit geschafft.

Ich wollte eigentlich sofort am nächsten Morgen weiter nach Santa Marta an der Küste fliegen. Das scheitert am Buchungssystem der kolumbianischen Billig-Airline. Die akzeptieren nämlich keine europäischen Kreditkarten. Eine Alternative wäre der Landweg. Auf 18 Stunden Busfahrt habe ich allerdings keine Lust.
Also muss ich umdisponieren und buche einen Flug mit der staatlichen Airline nach Cartagena, 4 Busstunden westlich von meinem eigentlichen Ziel.
Das Gute ist, dass dieser Flug erst abends geht und ich dadurch morgen einen halben Tag Zeit habe mir etwas von der Stadt anzusehen. Zuerst kommt aber noch der heutige Abend. Medellin hat ja ein Nachtleben, auch unter der Woche. Wir gehen zu sechst los Richtung "Zona Rosa" - da wo was los ist.

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Am nächsten Tag muss ich mich entscheiden was ich ansehen will. Viel Zeit ist ja nicht. Die Wahl fällt auf Ariv, ein Park-Naherholungsgebiet in den Bergen über Medellin. Per S-Bahn und Seilbahn geht es den hinauf in die Wälder.

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In der Gondel fühlt es sich an wie Skiurlaub ohne Schnee. Man hat einen schönen Überblick auf die 3-Millionen-Stadt.

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Oben angekommen gibt es dann nicht wirklich viel zu sehen. Etwas Wald, ein kleiner See, ein Schmetterlingsgehege.

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Meine Zeit ist auch schnell um. Ich muss zum Flughafen und trenne mich von meiner temporären Reisegruppe. Einige werde ich in ein paar Tagen an der Küste wieder treffen.

Ankunft in Cartagena verspätet wegen einem Unwetter und Gegenwind auf der Strecke. Bis ich aussteige hat es aufgehört zu regnen. Es ist schwül-heiß und fühlt sich beim Aussteigen an als ob man einen nassen Waschlappen ins Gesicht bekommt. "Endlich warm!", denke ich mir.
Es folgt wieder das übliche Spiel mit dem Taxifahrer, der weder das Hotel noch die Straße kennt die ich ihm nenne. Er fragt sich durch und wir kommen auf diese Weise dieses Mal tatsächlich beim gewünschten Hotel an. Mittlerweile ist es 9 Uhr abends, die Straßen dampfen vom Regen. Selbst ein leichtes T-Shirt ist noch zu warm.

Cartagena hatte mir bei meinem letzten Besuch sehr gut gefallen. Dieses Mal ist es nicht anders. Die gigantischen Festungsmauern, die engen Gassen der Altstadt, viele kleine Bars und Restaurants. Ich bin zwar nur für diese Nacht hier, nehme mir aber vor auf dem Rückweg wieder her zu kommen und ein paar Tage länger zu bleiben.

Weiter geht es am nächsten Morgen 4 Busstunde nach Santa Marta. Die 3 Belgier aus meiner Medellin-Reisegruppe haben dort in einem Hostel reserviert. Ich komme nur wenige Minuten vor den Mädels dort an, die haben die 18 Stunden mit dem Bus gewählt. Das Hostel ist ganz nett mit Pool und so, aber mir gefällt es hier nicht. Die Gegend um das Hostel ist sterbenslangweilig, der Strand und das City Center weit weg - was soll ich hier?
70km weiter westlich liegt ein Ort direkt am Strand - Palomino. Das wurde mir schon mehrfach von anderen Reisenden als Geheimtipp empfohlen. In meinem Reiseführer findet sich darüber keine Zeile, an dem "geheim" könnte was dran sein. Das bedeutet nochmal 2 Stunden Bus.

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Verschlafener Ort wäre geschmeichelt, es ist ein schmutziges Straßenkaff. Der Strand ist gottseidank einen Kilometer vom Ort entfernt.

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Ganz nett, aber auch nicht der versprochene superfeine weisse Karibiksand.

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So wirklich umwerfende Strände gibt es scheinbar in ganz Festland-Südamerika nicht. Dennoch ist abzusehen, dass Palomino in wenigen Jahren vom Tourismus überrannt werden wird. Überall wird gebaut. Das Hostel in dem ich 10 Tage bleibe hat erst vor 4 Monaten eröffnet. Eine Oase mit Pool und strohgedeckten Hütten für 8€/Nacht - hier lässt es sich aushalten.

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Diesen Bus musste ich fotografieren, denn es ist definitiv der letzte mit dem ich dieses Mal in Südamerika gefahren bin.

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Von Tierra del Fuego bis fast zum nördlichsten Punkt des Kontinents in der Nähe von Palomino, saß ich überwiegend in diesen Dingern. Mal mehr mal weniger bequem. Mir reicht es auf lange Zeit vom Bus fahren! Jetzt bin ich wieder in Cartagena und das letzte verbleibende Stück zum Flughafen fahre ich Taxi.

Eingestellt von Tom Travel 16:58 Archiviert in Kolumbien

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Kommentare

Schoener Hut und toller Strand... Wer ist denn der
Cola light Trinker? Bild koennte glatt in Bali am Gora Beach Pool sein...

von Alina

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