Reise blog von Travellerspoint

Galapagos - Santa Cruz

Dive Galapagos

semi-overcast 28 °C
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Last Minute habe ich gestern Abend noch eine Tauchtour zur südlich gelegenen Insel Santa Fe gebucht. Auf einem Segelboot - das aber leider aus Zeitgründen mit dem Motor fährt.

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7mm-Taucheranzüge werden vom Veranstalter gestellt. "Gut so", denke ich mir, denn das Wasser hier habe ich als ziemlich kalt in Erinnerung.

An Bord sind 9 Passagiere. Nur einer außer mir ist zertifizierter Taucher, die anderen machen Schnuppertauchen oder gehen zum Schnorcheln. Perfekt – ich bevorzuge Tauchen in kleinen Gruppen.

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Erste Bedenken kommen mir als der Tauchguide in den Trockentauchanzug klettert. "Das wird kalt", denke ich mir. 18° hat das Wasser heute, erfahre ich beim Briefing. Ach du Sch***, das sind wenigstens 7° unter meinem Wohlfühlbereich.

"The Bay" heißt dieser Tauchspot und meine kleine Gruppe (2 Tauchguides und 2 zahlende Taucher) geht als erstes vom Schlauchboot per Rolle rückwärts ins Wasser. "LMAA!", ist mein erster Gedanke als mir das Eiswasser im Nacken in den Tauchanzug läuft.
"Das ist ja in Wirklichkeit noch viel kälter als befürchtet!"

Wie war das mit der Erderwärmung? Die findet ganz offensichtlich immer nur in Gegenden statt in denen ich nicht bin. Von hier sind es nur noch ein paar Kilometer zum Äquator, es ist Sommer, die Sonne scheint und ich friere schon wieder wie ein Schneider.

Möglichst wenig bewegen, Arme an der Brust verschränkt – so geht es nach unten. 25m tief, 45min ist der Plan für diesen Tauchgang.
"Wie soll ich das überstehen?"

Ich schaue mich um und - bin im Aquarium. So einen Haufen Fische in Speisegröße habe ich zuletzt in Una-Una auf Sulawesi gesehen. Die kleinsten hätten sich gut auf jedem Teller gemacht, an den größeren wären ganze Familien satt geworden. Das in Sulawesi war einer der bisher besten Tauchgänge meines Lebens. Wäre dieser hier auch, wenn es nicht so saumäßig kalt und die Sicht so bescheiden wäre. 10-15m maximal. Ich gebe es zu, ich bin verwöhnt, aber in puncto Sicht und Temperatur ist das hier der Starnberger See.

Ein im Sand halb-eingebuddelter Stachelrochen erwärmt mich auch nicht. Ebenso wenig wie ein anderes Exemplar seiner Art, das an uns vorbei gleitet. Die richtig großen Brocken gibt es hier selten zu sehen hieß es. Hammerhaie und Mantas findet man an anderen Tauchplätzen eher mal. Ein mittelgroßer Weißspitzen-Riffhai schwimmt vorbei und ist das Highlight dieses Tauchgangs.

Nach knapp 40 Minuten hat mein kolumbianischer Dive-Buddy keine Luft mehr. Ich bin ihm fast dankbar für seinen verschwenderischen Luftverbrauch, denn so endet dieser eisige Tauchgang früher als geplant.

An Bord 2 Stunden Aufwärmen, kleiner Snack und schon geht es zum zweiten Mal ins und unter Wasser. Diesmal heißt der Tauchspot "La Punta". Der Kälteschock trifft mich dieses Mal nicht mehr so unerwartet wie beim ersten Mal. Wieder schaue ich mich um und stelle fest, dass es hier nicht so viele Fische, dafür aber eine wesentlich interessantere Unterwasserlandschaft gibt.

1,2,3,4...jede Minute eine Karettschildkröte. Bei 10 höre ich auf zu zählen. Schlafend, dösend, schwimmend. Alle Größen von 10-100kg. Zumindest hier sieht das nicht nach einer bedrohten Tierart aus. Auf meinen bisherigen Tauchgängen waren 3-4 Schildkröten schon ein ziemlicher Rekord. So etwas wie hier habe ich bisher noch nirgends gesehen. Die Sicht wird leider immer schlechter und beträgt nur noch 10m. Dennoch sehe ich einen weiteren Weißspitzen-Riffhai und ein paar Stachelrochen vorbeiziehen.

Dann passiert etwas, bei dem ich für 5 Minuten die Kälte vergesse. Der größte Hai den ich je gesehen habe kreuzt keine 5m vor mir mehrmals auf und ab. Der Tauchguide meinte später an Bord er sei 4m lang gewesen – ich habe ihn auf 3m geschätzt. Mich hat weniger die Länge, als mehr die Form beeindruckt. Massiv, bullig ein perfekt proportionierter Hai. Nicht so mager wie die Riffhaie. Ich dachte es wäre ein Bull-Shark, allerdings war die Schnauze zu spitz dafür, oder eher noch ein Grauhai. An Bord stellt sich heraus es war ein ausgewachsener Galapagos-Hai. Am Ende des Tauchgangs kam er (oder ein gleich großer Kollege) noch ein zweites Mal vorbei. Ich bin total happy und grinse unter meinem Regulator von Ohr zu Ohr.

Wieder hat mein kolumbianischer Kollege seine Flasche lange vor mir leer genuckelt und wieder bin ich darüber nicht traurig. Trotz der Hai-Sichtungen ist mir kalt und ich bin froh dass es nach oben geht.

4.Tag

Kurzer Besuch bei der Darwin Forschungsstation. Die Meeresechsen liegen wieder überall kreuz- und quer und übereinander.

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Galapagos-Riesenschildkröten beim Frühstück. Viel mehr Action kriegt man von denen nicht zu sehen.

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Unterarten von verschiedenen Inseln werden hier in Gehegen gehalten.

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Lonesome George
lebte hier auch bis vor ein paar Jahren als Letzter seiner Art. Nun ist die Art mit ihm ausgestorben.

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Ein einsamer Santa Fe Leguan gehört auch zu den Insassen dieses Zoos. Ist er auch der Letzte seiner Art? Was ist das hier - Tieren live beim Aussterben zusehen?

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Irgendwie ist die Station eine Enttäuschung. Kostet nichts, bietet aber auch nicht viel. Auf den wenigen Schautafeln findet sich kaum hilfreiche Information. Kein hilfsbereiter Ranger in Sicht der Fragen beantworten könnte. Das ist in den Parks der USA oder Australien besser gelöst.

Auf dem Rückweg am Fischmarkt Seelöwen und Pelikane beim Betteln.

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Der Seelöwe hat alles gut im Griff und hält die Pelikane und einen kleineren Artgenossen eifersüchtig auf Distanz.

Eingestellt von T-A Travel 23.05.2013 10:28 Archiviert in Ecuador Kommentare (0)

Ecuador - überraschend anders

Galapagos Tag 1 und 2

sunny 28 °C
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Ecuador - mal sehen was es hier gibt. Berge? Nicht schon wieder wandern und frieren. Dschungel? Hatte ich schon in Bolivien. Koloniale Architektur? Mein Bedarf daran ist längst gedeckt. Das Essen habe ich als katastrophal in Erinnerung. Aber da gab es doch noch etwas - Galapagos!

Der Traum für Tierfreunde und -fotografen. Über und unter Wasser. Schon als Kind habe ich zusammen mit meinem Opa gebannt die Reportagen dieser eigenartigen Tierwelt gesehen. Leguane die zum Fressen tauchen gehen, Riesenschildkröten, blutsaugende Finken. Als ich das letzte mal vor 25 Jahren hier war hatte ich noch keinen Tauchschein und konnte nur Schnorcheln. Aber auch das war sensationell. Robben, Schildkröten, Pinguine, Rochen und Haie. Da ich mittlerweile im Besitz der nötigen Tauchscheine bin kann ich mir dieses Mal die Unterwasserwelt ausgiebig ansehen.

Um dorthin zu kommen verbringe ich wieder einmal die Nacht in einem Langstreckenbus von Mancora nach Guayaquil. Spart Geld und man verliert keinen Tag. Der Bus fährt um 23.00 Uhr, aber dieses Mal ist kaum Schlaf zu finden. Zuerst kommt nach 2 Stunden die Grenze nach Ecuador mit den üblichen Formalitäten. Danach im Abstand von jeweils 1 Stunde Polizeikontrollen, dieses Mal wird mein Gepäck nur oberflächlich begutachtet.

Kurz nach 5 Uhr morgens Ankunft in Guayaquil. Ich glaube ich bin in der verkehrten Stadt. Was ist denn hier passiert? Als ich zuletzt hier war, war das eine der übelsten Städte Südamerikas. Und nun ist es eine moderne, saubere Stadt. Breit angelegte Straßen, Parks - sieht eher aus wie Buenos Aires. Kein bisschen wie Lima oder La Paz.

Der Busbahnhof an dem ich ankomme ist in eine riesige, elegante Shopping-Mall integriert und liegt praktischerweise nur eine 3$-Taxi-Fahrt vom top-modernen Flughafen entfernt. Vor dem Flughafen ein riesiger Koi-Teich.Mein Flieger geht erst um 10:30 - ich muss noch fast 5 Stunden tot schlagen. Ein wenig der Zeit vebringe ich mit Fische füttern.

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Fluggäste nach Galapagos müssen ihr Gepäck zusätzlich zu den üblichen Checks auch auf Obst und Gemüse untersuchen lassen. Das darf nämlich nicht mit auf die Inseln. Vorher werden noch 10$ für ein Transitvisum fällig, erst dann darf ich meine Bordkarte in Empfang nehmen.

Das Hin- und Rückflugticket hat 300€ gekostet, Einheimische zahlen die Hälfte. Damit nicht genug müssen ausländische Besucher 100$ Eintritt für den Nationalpark direkt im Flughafengebäude in Baltra bezahlen, noch bevor sie ihr Gepäck bei der Ankunft zurück bekommen. 500 Touristen pro Tag mal 100$ plus die Zusatzeinnahmen aus den Flugtickets plus das was diese Gäste vor Ort ausgeben - diese Inseln sind eine sprudelnde Geldquelle für dieses Land. So etwas hätten die Griechen oder Zyprioten sicher auch gerne vor ihrer Küste. Andererseits, im Vergleich zur Antarktis ist alles günstig und unbestritten sind die Galapagos einmalig auf der Welt und somit diesen Preis wohl wert.

Galapagos 1.Tag

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Eine gute Stunde dauert die Fahrt mit Bussen und Fähre bis in die einzige nennenswerte Stadt auf der Nachbarinsel Santa Cruz. Der Ort hat sich seit meinem letzten Besuch völlig verändert. Zumindest sehe ich sofort was mit einem Teil der Eintrittsgelder passiert. Damals war keine Straße geteert, nun hat es durchgehend gepflasterte Wege.

Im Dorf findet sich ein Hostel mit einem hübschen Zimmer für 10€/Nacht. So teuer wie in vielen Reiseführern angedroht ist es also doch nicht. Für 5,- bis 7,-€ bekommt man ein reichliches Abendessen und ein Bier kostet 2,50€. Das Auswahl beim Essen ist groß und alles schmeckt hervorragend.

2. Tag

Es gibt hier Attraktionen die kosten gar nichts, z.B. Bahia Tortuga auf der anderen Seite der Landzunge. Man erreicht diesen puderfeinen Sandstrand über einen wiederum schön gepflasterten 3km-Weg durch die einmalige Galapagos-Vegetation. Bäume gibt es hier nicht, statt dessen findet sich etwas für Spitzwegs Kakteenfreund.

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Riesige Opuntien wachsen hier viele Meter hoch auf Stämmen und bilden an manchen Stellen kleine Wälder.

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Am Strand kommt es zu ersten tierische Begegnungen. Die Sally-Lightfoot-Krabben sind, untypisch für hier, sehr scheu.

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Kurz darauf sehe ich die ersten Meeresechsen, die sich vom Tauchgang des Morgens ausruhen und aufwärmen.

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Sie lassen sich durch menschliche Nähe kaum stören

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und posieren geradezu für Fotos.

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Eine geschützt gelegene Bucht ist perfekt zum Schwimmen geeignet. Alleine ist man dabei allerdings nicht. Ein ganzer Schwarm junger Stachelrochen zieht seine Bahnen. Die kleinen Dreiecke die über der Wasseroberfläche zu sehen sind hielt ich zuerst für Haie.

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Haie gibt es hier allerdings auch. Etliche Male springt einer von ihnen aus dem Wasser und dreht Pirouetten in der Luft wie ein Delfin. Ein solches Verhalten habe ich von Haien noch nie gesehen. Es handelt sich um Galapagos-Hai Jungtiere - eine der vielen endemischen Tierarten hier.

Damit nicht genug kommt auch noch eine Karett-Schildkröte vorbei.

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Unglaublich was hier schon am ersten Tag los ist. Vögel gab es auch. Neben Pelikanen und Fregattvögeln etliche Vertreter der Darwin Finken. Die haben gelernt dass Touristen leckere Dinge in ihren Rucksäcken haben und sehen sich das Gepäck ganz genau an. Ein paar Kekskrümel sind die Beute.

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Ich bin absolut zufrieden mit meiner heutigen Fotobeute und freue mich aufs "richtige" Tauchen morgen.

Eingestellt von T-A Travel 21.05.2013 20:22 Archiviert in Ecuador Kommentare (1)

Peru - ich habe fertig

nichts dabei für mich

semi-overcast 22 °C
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Vom Chivay am Colca Canyon fahre ich zurück nach Arequipa, wo es übringens nach meiner unmaßgeblichen Meinung die hübschesten Frauen in Südamerika bisher gab. Das dortige Nightlife habe ich mir auch mal kurz angesehen und bin mit zwei Schweizerinnen aus meinem Hostel in eine Einheimischen-Disco gegangen.

Vielleicht lag es daran dass Sonntag war, denn so richtig Stimmung kam dort nicht auf. Intressant war ein einsamer Local, der beständig von seinem Tisch mit vier leeren Bierflaschen zu uns rüber geschaut und dabei mit dem Kopf geschüttelt hat. Was da nicht zu verstehen war erschloß sich mir nicht. Vielleicht wunderte er sich auch nur wo das Bier hingekommen ist.

Da ich keine Lust auf 14 Stunden Bus nach Lima habe gönne ich mir einen Flug dorthin. Schon beim Anflug sieht Lima nicht einladend aus. Eine grau-braune Sandgrube mit vielen Häusern. Am Boden wird es nicht besser. Diese Stadt kommt sofort in meine Top 5 der häßlichsten Städte dieser Welt. In einer Liga mit Colombo, Jakarta oder Phnom Penh. Dreckig, laut, chaotischer Verkehr. Eigentlich ist es ein sonniger, wolkenloser Tag, aber man kann wegen dem Smog nicht erkennen was für ein Wetter gerade ist.

Hier bleibe ich nicht - nichts wie weg. Mit dem Taxi quer durch die Stadt zum Busbahnhof und von dort neun Stunden nach Trujillo. Überwiegend geht es durch trockene Wüstenlandschaft. Und wenn ich sage Wüste, dann meine ich Wüste.

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Sandhügel, Sandberge, Geröllhaufen entlang der gesamten Strecke. Mit viel Plastikmüll verziert. So was Schlimmes habe ich seit Kambodscha nicht mehr gesehen. Auch Trujillo gefällt mir nicht - weiter ins nahe gelegene Huanchaco, endlich wieder ans Meer. Ich freue mich auf Badeurlaub, denn seit Purto Natales in Chile vor drei Monaten habe ich den Pazifik nicht mehr gesehen.

Bis ich ankomme ist es spät in der Nacht. Am nächsten Morgen zeigt sich: Auch nicht gerade ein tropisches Paradies.

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Schmutziger, vermüllter Strand, viel zu kaltes Wasser. Dennoch kommen viele Surfer hier her. Nur wegen der Wellen - etwas Anderes findet man hier nicht. Surfer schreckt auch kein Bürgergkrieg (Arugam Bay, Sri Lanka) oder Malaria (Sumatra) wenn es darum geht die perfekte Welle zu finden. Auch wenn der Ort selbst mir nichts bietet, ich habe nette Gesellschaft hier im Hostel gefunden und mache ich eine Woche Reisepause.

In der Nähe gibt es Ruinen einer prä-Inka-Zivilisation. Chan-Chan heißt dieser Komplex.

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Für mich (Kulturbanause) ist das nur eine große Sandgrube.

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Die Kultur der Inka und ihrer Vorfahren fesselt mich nun gar nicht.

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Das was ihre Vettern die Maya im Norden hinterlassen haben war da wesentlich spanndender. Liegt wohl auch an der Lage. Ruinen im Dschungel sind halt etwas anderes als Ruinen im Sandkasten.

Ich streiche meinen Plan zu den abgelegenen Inka-Ruinen nach Kuelap zu fahren. 20 Stunden Bus dorthin - das tue ich mir nicht an. Einen kleinen Umweg nach Cajamarca mache ich aber doch noch. Ich möchte die Zelle sehen, in der Atahualpa gefangen war und wo er Pizarro versprochen hat für seine Freilassung den Raum mit Gold zu füllen. Hat er auch gemacht, Pizarro hat ihn trotzdem umbringen lassen. Man sollte halt den Spaniern nicht trauen wenn man Herrscher einer Nation von Indios ist. (siehe Montezuma und Cortez)

Was ein Pech - ich komme Sonntag abend in Cajamarca an und als ich mir am Montag die Lösegeld-Zelle ansehen möchte ist Ruhetag. So stehe ich vor verschlossenem Tor und stelle fest, dass heute nicht mein Tag und Peru nicht mein Land ist.

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Das Ticket zur Weiterfahrt am selben Abend hatte ich dummerweise schon gekauft, bevor ich merkte dass es heute nichts zu besichtigen gibt.

Ich nehme den Nachtbus nach Piura - drittgrößte Stadt Perus und zweitgrößte Müllkippe nach Lima. Nochmal 3 Stunden später erreicht mein Minibus Mancora - das andere Surferparadies in Peru. Sehr touristisch, aber wenigstens ist der Strand sauber und feinsandig.

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Das Wasser ist mir allerdings auch hier zu kalt. Gut dass mein Hostel einen Pool hat. Da an der Westküste gelegen gibt es schöne Sonnenuntergänge - immerhin.

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Jetzt bin ich praktisch durch ganz Peru durch und habe hier nichts für mich entdecken können. Ach doch, es gibt hier die hässlichste Hunderasse der Welt - Nackthunde!

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Es sind nur noch wenige Stunden Busfahrt bis zur Grenze nach Ecuador. Da werde ich morgen auch hin fahren. Mein nächster Halt wird Guayaquil.

Eingestellt von T-A Travel 15.05.2013 16:28 Archiviert in Peru Kommentare (4)

unter Geiern

El Condor Pasa

sunny 18 °C
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Die Grenze zwischen Bolivien und Peru verläuft durch den Titicacasee. Gleich hinter Copacabana ist auch die Grenze an Land. Die Peruaner haben sich für den Grenzübergang etwas Nettes einfallen lassen – besser als die ewig gleichen "Welcome to ...-Schilder".

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Was sind die touristischen Highlights Perus? Die Nazka Linien, Machu Pichu - vielleicht noch Cusco. Mit 1000 anderen durch alte Steinhaufen pilgern? Jaja, es ist alles so mystisch. Die Lage der Ruinen in den Bergen und überhaupt - ein einmaliges Erlebnis, ich kann es nicht mehr hören...ich werde mir nichts davon ansehen. Mal ganz abgesehen von dem Massenauflauf der an diesem Ort statt findet, sind die Preise die dort verlangt werden jenseits von Gut und Böse.

Ich bin mir sicher, dass es in diesem großen Land etwas gibt, dass nicht völlig überteuert und überlaufen ist. Deswegen lasse ich Cusco rechts liegen und fahre direkt nach Arequipa. Die zweitgrößte Stadt Perus und Ausgangspunkt für Touren an den Colca Canyon. Laut Statistik die Attraktion #3 hier in Peru - 120.000 Besucher pro Jahr. Angeblich über 4km tief - doppelt so tief wie der Grand Canyon in Arizona. Ich kann es kaum glauben. Wenn das stimmt, dann wäre das das tiefste Loch auf diesem Planeten

Ich sitze also wieder mal in einem Bus. Dieses Mal 10 Stunden bis Arequipa in Peru. Es läuft während der ganzen Fahrt immer die selbe CD mit peruanischer Volksmusik. Ich erkenne nur "El Condor Pasa" in der Panflötenversion.

Die Gegend im Grenzgebiet sieht genau so aus wie der Norden Schottlands.

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Es ist stockfinster bis wir in Arequipa ankommen. Ich habe zwar wieder mal eine Stunde auf der Uhr gewonnen, dadurch wird es aber auch leider eine Stunde früher dunkel. Ich habe ein Hostel im historischen Stadtzentrum. Die alten Gebäude sind fast ausnahmslos aus weißem vulkanischen Tuffgestein. Sieht hübsch aus und spart den Verputz, der hier genau wie in Bolivien ohnehin nicht üblich ist. Über hohe Heizkosten wegen mangelnder Isolierung macht man sich hier keiner Gedanken. Kaum eines der Wohnhäuser hat so etwas wie eine Heizung.

Lange hält es mich hier nicht. Ich kaufe noch ein paar warme Klamotten auf dem Markt und schon am nächsten Morgen sitze ich in einem Tourbus zusammen mit 20 Anderen auf dem Weg zum Colca Canyon.

Raus aus der Stadt kommt der Hausberg Arequipas, der El Misti voll ins Bild – ein perfekter Vulkan mit 5800m.

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Die Straße führt von Arequipa weg immer höher hinauf. Am höchsten Punkt sind es schon wieder mal knapp 5000m.

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Der Bus fährt durch ein Vikunja-Schutzgebiet. Bevor wir die zu sehen bekommen zuerst noch ein paar Lamas und Alpakas – die zahmen Hausvarianten der südamerikanischen Kamele.

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Wir beäugen die Tiere und werden unsererseits von den Kindern kritisch gemustert.

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An den Haltepunkten der Tour-Busse die unvermeidlichen Souvenirstände.

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An die 10.000 Vikunjas leben hier im Schutzgebiet. Einmal jährlich werden sie – Schutzgebiet hin oder her – eingefangen und geschoren. Das rentiert sich, denn bis zu 500$ bekommt man für ein Vlies.

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Zu blöd dass sich die Tiere nicht in Gefangenschaft züchten lassen. Es gab Versuche diese Art zu domestizieren, aber die Wollqualität war zu schlecht.

Ankunft am Nachmittag in Chivay, hier übernachten wir auch. Liegt wieder über 3500m – saukalt.

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Jedes mal wieder sage ich mir: "Das ist nun aber das letzte Mal, dass ich in so einen Eiskeller bleibe." Abends sind wir zu einer Musik-Tanzveranstaltung von erstaunlich niedrigem Niveau geladen. Die Träger der bunten Ponchos kennt man ja aus Fußgängerzonen hierzulande. Da wir parallel zur Darbietung unser Abendessen bekommen kann keiner weglaufen. Das hat diese Band denen in der Einkaufsmeile voraus. Als Zugabe gibt es "El Condor Pasa". Einzig der Auftritt eines Sado-Maso-Duos hat mich ein wenig überrascht. Mit Vollmaske und Peitsche – das hatte ich nicht erwartet.

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Um 5 Uhr am nächsten Morgen klopft es an meiner Tür. "Warum fangen diese Touren immer so früh an?" frage ich mich. Beim Frühstück sitzt der Vollpfosten aus Mexiko neben mir, den ich gestern wegen seinem dummen Kommentar am liebsten verprügelt hätte. Es ging um die Eintrittspreise. Das hier ist nicht mal ein Nationalpark, sondern eine ganz normale Schotterstraße mit Aussicht. Trotzdem werden 25$ Eintritt verlangt. Einheimische zahlen 5$, andere Südamerikaner 12$. Er meinte Gringos sollten gefälligst 100$ bezahlen. Der Depp sitzt also nun um halb 6 Uhr morgens neben mir beim Frühstück – dieser Tag fängt nicht gut an.

Wir fahren zunächst am Colca Valley entlang und machen Stopps bei einigen Dörfchen am Talrand. Bunt kostümierte Kinder tanzen zu "El Condor pasa". Das Ganze ist etwa so authentisch wie Schuhplattler im Hofbräuhaus. Das zu Fotografieren ist mir echt zu blöd. Anden-Adler und andere Raubvögel müssen auch für Fotos mit Touristen her halten. Auch das weigere ich mich zu fotografieren – die Tiere gehören in die Berge und nicht auf Stangen. Dann knipse ich halt die Kirche und Haustiere.

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In meiner Gruppe sind überwiegend einheimische Touristen aus Lima, die finden das alles prima und werden gar nicht mehr fertig mit posieren.

Anfangs geht es entlang des Colca Valley - hier sind die Wände noch nicht so steil und man kann die prä-Inka Terassen gut erkennen.

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Dann der Höhepunkt des Tages – Mirador Cruz del Condor. Was die Höhe des Canyons betrifft wird hier meiner Meinung nach geschummelt. Man rechnet nämlich von der höchsten Spitze der umgebenden Berge bis zum Talboden. Der eigentliche Canyonrand von dem man hinab sehen kann ist "nur" 1200m tief. Egal wie die hier rechnen, der Grand Canyon ist an jeder Stelle an der man sich dort befindet um ein Vielfaches imposanter und eindrucksvoller als das hier.

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Da! Endlich zieht er vorbei der Kondor.

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Zuerst einer, dann zwei - zuletzt dreht ein Dutzend Geier in der morgendlichen Thermik seine Aufwärtsrunden. Nach einer Stunde ist der Spuk vorbei, die Geier kreisen hoch über dem Tal auf der Suche nach Kadavern und ziehen weiter. Von den etwa 300 Touristen hier am Aussichtspunkt sieht keiner schwach genug aus.

Alle gehen zurück zu ihren Bussen, vorbei an öffentlichen Toiletten. Davor sitzt strategisch günstig Einer und spielt "El Condor Pasa" auf der Gitarre. Er kann ja nichts dafür, dass ich das Stück in den letzten Tagen gefühlte 800 Mal gehört habe, aber am liebsten würde ich mit den Saiten seiner Gitarre etwas anderes machen als das wofür sie gedacht sind.

Meine Reisegruppe aus Arequipa fährt zurück, ich habe beschlossen noch einen Tag in Chivay zu bleiben und zu den heißen Quellen 5km außerhalb des Ortes zu gehen. Schön heiß, mehr kann man dazu nicht sagen. 4 kleine Pools, eine Felswand im Hintergrund wegen der Aussicht. Am besten fand ich noch die hübsch bemalten Schließfächer. Das sagt sicher Einiges über den Wert dieses Bades.

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Zurück nehme ich ein 3-Rad-Motorrad-Taxi. Erstaunlicherweise verfügt dieses Gefährt über eine Stereoanlage. Der Fahrer will mir wohl eine Freude machen und spielt ...

Eingestellt von T-A Travel 04.05.2013 15:51 Archiviert in Peru Kommentare (4)

mehr Luft!

es geht wieder aufwärts

sunny 18 °C
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Ich bin nach Ende der Dschungel-Tour noch zwei Tage in Rurrenabaque geblieben. Zurück nach La Paz fliege ich mit einer privaten Gesellschaft. Die unterziehen die Passagiere dieses Mal einer Leibesvisitation, konfiszieren dabei wieder mal 2 Feuerzeuge bei mir. Das Handgepäck sieht sich aber keiner an. Wenn diese Regeln beim Check-In nicht so dermaßen willkürlich wären könnte man sie vielleicht für sinnvoll halten. Aber so ist es einfach nur lästig.

Zumindest bei dieser Airline hält man es auch nicht für notwendig die Piloten von den Passagieren zu trennen. Es ist schon sehr lange her, dass ich beim Fliegen einen so schönen Einblick ins Cockpit hatte.

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Ich wollte ich mir noch 1-2 Tage La Paz anschauen bevor es weiter geht. Leider habe ich mir im Dschungel Che-Guevaras-Rache (oder wie auch immer das hier heisst) eingefangen. Das zusammen mit der nun wieder ungewohnten Höhenluft bremst meinen Elan gewaltig. Auf kurzen Spaziergängen ums Hostel versuche ich ein paar gute Fotos von Frauen in bolivianischer Tracht mit Melone und Faltenrock (Cholitas) zu bekommen.

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Wie steil hier gebaut wird sieht man auf diesem Bild. Baulücken wirklich nur dort wo senkrechter Fels ist.

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Mein nächstes und letztes Ziel hier in Bolivien ist der Titicaca-See. Nur 3-4 Stunden mit dem Bus - wenn nichts dazwischen kommt. Dieses Mal ist es nicht die Technik sondern ein Checkpoint der Polizei der unsere Fahrt nach knapp einer Stunde beendet.

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Ratlosigkeit bei allen Beteiligten. Wir stehen einfach mal so eine halbe Stunde und nichts passiert. Dann kommt der Fahrer zurück und erklärt etwas mit den Papieren stimmt nicht und dieser Bus darf nicht weiter fahren. Das bedeutet, alles aussteigen und auf den Ersatzbus warten.

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Der kommt dann nach einer weiteren halben Stunde und alle Passagiere rein in den neuen Bus. Es geht aber immer noch nicht weiter. Gerüchte machen die Runde, dass auch dieser Bus nicht die richtigen Papiere hat. Der Beamte verweigert immer noch die Weiterfahrt. Wie das Problem gelöst wurde weiß ich nicht, wahrscheinlich wurde eine ensprechende "Gebühr" entrichtet - das wirkt hier schon mal Wunder.

Bald darauf geht es am Ufer des Sees entlang. Hübsch hier, ein wenig wie Toscana - mal abgesehen davon, dass wir schon wieder auf 4000m sind. Dann endet die Straße plötzlich am Wasser. Am anderen Ufer, ca. 1km entfernt geht es weiter. Und nun? Wieder alle raus aus dem Bus. Der Fahrer schickt uns zu einem Ticketschalter für eine kleine Fähre, denn die Passagiere werden separat übergesetzt.

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Der Bus kommt auf eine Art Floß und folgt uns. Habe ich so auch noch nicht erlebt.

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Auf der anderen Seite werden Bus und Passagiere wieder vereint und es kann die letzte halbe Stunde bis Copacabana weiter gehen. Kein Druckfehler - auch hier gibt es ein Copacabana, sogar mit Strand. Bikinimädchen wird man hier nicht finden. Der See ist eiskalt und der Sandstrand nicht wirklich einladend.

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Wieder ein Ort der mir auf Anhieb gefällt. Nach Tupiza und Rurrenabaque schon der dritte in Bolivien. So viele habe ich in 2 Monaten in Argentinien nicht für mich entdeckt. Wenn nur die Höhe nicht wäre. Zwei Etagen die Treppen rauf zu meinem Zimmer und ich bin am keuchen wie nach einem 100m-Lauf. Es gäbe so einen schönen Aussichtshügel gleich neben dem Hafen, aber ich habe keine Ahnung wie ich da ohne Sauerstoff rauf kommen soll.

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Bis zum Sonnenuntergang ist es schön warm und ich setze mich in ein Strandcafe und genieße die Aussicht auf den Hafen und den See.

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Eingestellt von T-A Travel 30.04.2013 17:02 Archiviert in Bolivien Kommentare (2)

Alles so schön grün hier

Welcome to the Jungle

sunny 30 °C
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Von La Paz habe ich mir nicht viel angesehen, Städte sind wirklich nicht mein Ding. Die gestrige Ankunft im tiefer gelegenen Regenwald hat mir (trotz Sandfly-Attacke) richtig Lust gemacht auf mein nächstes Ziel hier in Bolivien – Rurrenabaque. Ich will es endlich mal wieder warm haben - bei Tag UND in der Nacht

Fliegen ist für mich der einzige Weg dorthin zu kommen. Es fährt zwar auch ein Bus aber der braucht wegen der gruselig schlechten Straßenverhältnisse für 350km 20 Stunden – nicht wirklich eine Option.

Die bolivianische Militär-Airline TAM bedient die Strecke mit Turbo-Prop Maschinen. Da wird Fliegen wieder richtige zum Abenteuer. Zum ersten Mal seit Jahren wird das Handgepäck nicht durchleuchtet. Hier schätzt man das Risiko durch versprengte Taliban offensichtlich nicht sehr hoch ein. Ein Flugzeug in Bolivien runter zu holen wäre selbst für diese Spinner kaum sinnvoll. So kriegt man keine 35 Jungfrauen im Paradies.

Wir fliegen nicht sehr hoch, die Aussicht ist atemberaubend. Vom Hochland an schneebedeckten Gipfeln vorbei hinunter in eine endlos grüne Ebene – der bolivianische Teil des Amazonas-Beckens. Landung auf einer Graspiste, sehr heftig und holprig. "Eine Landung soll ja kein Geheimnis sein", sagt sich wohl der Pilot.

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Das Ankunftsgebäude, auch nicht State-Of-The-Art. Ich habe schon Schwimmbad-Kioske gesehen, die mehr her gemacht haben.

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Auf dem Rücksitz eines Mopeds die kurze Fahrt vom Flughafen ins Dorf. Mir gefällt es hier auf Anhieb. Das ist der erste Ort auf meiner gesamten Südamerika-Reise von dem ich denke: "Hier will ich länger bleiben und wieder kommen."

Ok, alles hier ist sehr touristisch – aber eben noch nicht zu sehr. Tausende kommen jährlich hier her um Touren in den Madidi und Yacuma-Nationalpark zu unternehmen. Es gibt jede Menge günstige Hostels, gutes europäisch abgestimmtes Essen in Restaurants und abends Bars und Kneipen für die Gringos.

Ich buche als erstes eine 3-Tage-2-Nächte-Pampas-Tour. Das klingt etwas missverständlich, denn unter Pampas versteht man hier etwas anderes als das argentinische Grasland. Es handelt sich um das Sumpfdelta des Yacuma-Flusses. Hier ist die Vegetation weniger hoch und dicht und es besteht eine höhere Chancen Tiere zu sehen als im Dschungel des Madidi-Parks.

Als ob Rurrenabaque nicht schon abgelegen genug wäre geht es mit dem Jeep 3 Stunden 100km tief ins Delta, wo bereits Motorboote auf uns warten.

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Eine höllische Holperpiste, in der Regenzeit auch mit 4WD kaum passierbar. Geregnet hat es jetzt seit einem Monat nicht mehr und eine riesige Staubwolke umgibt jedes Fahrzeug. Heiß ist es, Aircon gibt es nicht. D.h. offene Fenster ersetzen die Aircon und jedes Mal wenn wir ein anderes Fahrzeug überholen oder eines entgegen kommt, bekommen die Insassen eine weitere Schicht Staub ab.

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Kurze Rast unterwegs für ein Getränk um den Staub wegzuspülen. Hier begegnet uns schon eine erste kleine Anaconda im Gras.

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Ein Baby mit kaum 2 Meter Länge. 8 Meter sind die größten die es hier gibt. So eine zu finden wäre aber schon sehr großes Glück. Nach den 3 Stunden Straße kommen nun noch 2 Stunden Bootsfahrt hinzu.

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Wesentlich bequemer, mit interessanten Vögeln in den Uferbäumen.

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Ankunft in der Lodge, unser Heim für die nächsten 3 Tage.

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Die Schlafhütten

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Die Lounge

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Der "Garten"

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'Pepe', der Hauskaiman.

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Ein Riesenvieh, 3,5m lang über 300 Kilo schwer. Er lebt unter der Küche und wartet das etwas abfällt. Pepe ist bei Weitem nicht der größte seiner Art, bis zu 7 Meter werden die Kaimane hier.

In der Nähe sonnt sich auch ein nur etwa halb so großer Alligator, der hält aber respektvoll Abstand zu Pepe.

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Hinter dem Haus treibt sich eine Herde Totenkopfäffchen herum und plündert täglich den Komposthaufen.

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Nicht wirklich zahm, aber auch keine Wildtiere mehr. Zu sehr haben sie sich an die Anwesenheit von Menschen und deren Leckereien gewöhnt. Zum Ausklang des Tages fahren wir zu einer Flussbar mit eiskaltem Bier zum Sonnenuntergang.

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Sehr dekadent, aber eine schöne Überraschung an diesem abgelegenen Ort - so darf es weiter gehen.
Am nächsten Tag wollen wir Anacondas suchen. Dazu gehen wir in ihr bevorzugtes Jagdgebiet - den Sumpf.

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Keine schattenspendenden Bäume hier, höllisch heiß - Wanderung in Gummistiefeln.

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Schwärme von Moskitos kommen uns entgegen und verfolgen uns sofort. Mehr Follower als Justin Bieber auf Twitter. Alle in unserer Gruppe tragen lange Hosen und Shirts. Insekt-Repellent auf der Haut UND auf der Kleidung. Es hilft, aber nicht zu 100%. Wo die Kleidung anliegt stechen sie durch. Eine solche Attacke habe ich noch nirgends auf der Welt erlebt. Gut dass wir nach 1 Stunde eine kleine Anaconda im Baum entdecken.

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Alle anderen Gruppen kommen auch angelaufen um die dösende Schlange zu sehen.

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Kein Grund zur Eile, die ist vollgefressen und liegt sicher noch ein paar Wochen hier faul herum. Wir haben alle genug von der Hitze und den Moskitos. Unser Guide hat ein Einsehen und bricht die Wanderung ab. Statt dessen geht es zum Schwimmen - was für eine Wohltat.

Etwa 20 Meter entfernt spielen ein paar Flussdelfine.

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Ich schwimme hin, aber da sind sie schon abgetaucht und weg - schade.
"Hier ist's ja gar nicht so tief", denke ich als ich mit dem Fuß den Boden berühre.
Als ich mich drauf stellen will sackt der Untergrund ab.
"Aha, denke ich mir - eine Wurzel" Ich verlagere das Gewicht und komme wieder auf der "Wurzel" zu stehen.
Dann ist sie wieder weg und...beißt mich in den großen Zeh!
"Aua! Was hat mich da gebissen?"
Ich halte meinen Zeh zur Begutachtung aus dem Wasser - zumindest blutet nichts. Zack! Da beißt es mich in den anderen großen Zeh. "Verdammt was ist hier los?"
Dann sehe ich den Beisser - es ist einer der Delfine, der sich unter mir herangeschlichen hat.

Später stellt sich heraus, dass ich nicht der Einzige bin der gebissen wurde. Die Tiere lieben es in menschliche Großzehen zu beißen. Schmerzhaft aber nicht wirklich gefährlich. Sie sind einfach nur verspielt, gelangweilt und neugierig. Später angeln wir mehr oder weniger (ich weniger) erfolgreich Piranhas.

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Winzige Exemplare, da wird man nicht satt von.

Am Ende der 3 Tage geht es mit dem Jeep wieder die 3 Stunden zurück nach Rurrenabaque, dort 1 Tag Pause und weiter in den Madidi-Dschungel.

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Die Anfahrt zu diesem Camp ist viel angenehmer. Ganz entspannt im Motorboot 3 Stunden den Beni-River hoch.

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Am Ende nur ein kurzer Marsch durch den Wald und wir kommen an die Lichtung mit den Gebäuden unserer Dschungel-Lodge.

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Längst nicht so komfortabel wie die Pampas-Lodge. Hier gibt es keine Hängematten und keinen Strom. Kein kühles Bier weit und breit.

Jeder sagt es einem – man wird hier im Dschungel kaum Tiere sehen. Eine Horde verwilderte Schweine ist die einzige tierische Begegnung in 3 Tagen hier. Der Gestank der Viecher ist kaum auszuhalten.

Unser Guide gibt sich alle Mühe, aber im grünen Dickicht ist es so gut wie unmöglich irgendetwas zu sehen. Sollte da mal etwas sein, hauen die Tiere ab lange bevor wir sie sehen können. Wir lernen statt dessen Einiges über Heilpflanzen im Wald und was man mit Lianen alles machen kann. Praktische Flaschenhalter z.B.

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Für die langen Wanderungen durch den Wald habe ich nur meine Badeschlappen dabei. Der Guide geht in Gummistiefeln, alle anderen mit Wanderschuhen. Der Guide fragt wo meine Schuhe sind, ich sage ihm ich hab nur die Schlappen. Er meint so kann ich nicht in den Dschungel, da wären zu viele Dornen. Ich beschließe es trotzdem zu versuchen und besonders auf Dornen zu achten.

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Was er nicht erwähnt hat waren die Ameisen. Ein Mal kurz nicht aufgepasst und in eine Ameisenstraße getreten, krabbeln 20 von denen an mir hoch und verbeißen sich an meinen Füssen. Das ist extrem schmerzhaft und brennt auch noch 20 Minuten später. Ab da achte ich vor allem auf Ameisen.

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Egal ob Tag- oder Nachtwanderung, wir sehen keine weiteren Tiere. Viel Grün und große Bäume.

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Wir sind nur eine kleine Gruppe, mit dabei ist Niko, ein streng gläubiger Jude aus New York. Vegetarier haben es ja schon nicht leicht hier in Südamerika, aber was alles zu beachten ist wenn man koscher essen will geht weit darüber hinaus.

Um keine der vielen Vorschriften bezüglich koscherer Ernährung zu verletzen hat er sein eigenes Ess- und Kochgeschirr dabei, kocht sich alle Mahlzeiten selbst. Bei einer der Wanderungen erklärt unser Guide dass Termiten ein leckerer, sauerer Snack für unterwegs sind, öffnet ein Termitennest und lädt uns ein zu probieren. Niko lehnt ab - vermutlich sind Termiten auch nicht koscher. Mit Kakerlaken hat er ein noch viel größeres Problem. In unserer Schlafhütte hat er ein paar entdeckt und ruht und rastet nicht bis er alle geräuschvoll erledigt hat. Ich verziehe mich während dieser Jagd nach draußen, er ist so eifrig mit einer Holzlatte bei der Sache, dass die ganze Hütte wackelt. Es rumpelt und scheppert noch eine ganze Weile bis er atemlos verkündet dass alle tot sind.
Im Dach des Toilettengebäudes hat sich ein Opossum versteckt – das war noch das außergewöhnlichste Tier das wir zu sehen bekamen.

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Auch hier sind wir am zweiten Tag zum Angeln gegangen. Drei Mal hätte ich fast einen Fisch gefangen, leider sind alle 3 vom Haken gesprungen kurz bevor ich sie an Land ziehen konnte. Andere waren erfolgreicher.

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Da wir an weiteren Märschen durch den Wald keinen Sinn sehen, gehen wir am 3. Tag zum Baden an den Fluss. Der Guide hatte uns gewarnt und sich zum ersten Mal selbst mit Insekten-Repellent eingeschmiert. Sandflies! "Wird so schlimm nicht werden", dachte ich. Oh doch! Es wurde schlimm. Im Wasser hat es die Creme abgespült und als ich heraus kam sind sie über mich her gefallen. Winzig klein, kaum zu sehen – aber mit lange anhaltendem Effekt. An die 100 Stiche in 2 Minuten – das gibt wieder schlaflose Nächte in der nächsten Woche.

Am sandigen Ufer finden wir die Spuren all der Tiere die wir nicht gesehen haben: Jaguar, Ozelot, Capibara und Tapir.

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Zwei mal 3 Tage in der Wildnis. Trotz massivem Einsatz von Repellents zerstochen von oben bis unten – dennoch ist dieser Trip absolut empfehlenswert. Nachts ist es angenehm kühl. Auch wenn die Unterkunft primitiv war, selten habe ich so gut geschlafen wie hier und in der Pampas.

Zurück in Rurrenabaque habe ich noch 2 Tage bis zum Rückflug nach La Paz. Ich teile ein Zimmer mit Niko und Justin einem Deutschen. Als es ans zahlen geht ist Niko gerade nicht da und Justin legt seinen Anteil am Zimmer aus. Morgen ist Samstag – wer hätte gedacht wie kompliziert das werden kann. Samstag ist Sabbath und da darf ein Jude kein Geld anfassen. Aus diesem Grund weigert sich Niko am nächsten Tag seinen Anteil zu begleichen.

Am Sabbath darf keiner arbeiten, auch nicht im E-Werk. Deswegen kann Niko heute nicht mit Strom kochen oder das Licht oder den Ventilator einschalten. Bus, Taxi, Flieger – alles verboten am Samstag. Er kann sich nichts zu essen oder zu trinken kaufen. Ich stelle fest: Reisen als streng gläubiger Jude ist nicht einfach.

Eingestellt von T-A Travel 27.04.2013 09:26 Archiviert in Bolivien Kommentare (1)

Die Todesstrecke

World Most Dangerous Road

sunny 19 °C
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Um 7 Uhr morgens komme ich in La Paz an. Auf den ersten Blick sieht man: Das ist keine Stadt für Radfahrer. Knapp 4000m hoch gelegen, geht es im ganzen Stadtgebiet nur steil rauf und runter. San Francisco ist ein Dreck dagegen.

Dies ist die erste Stadt die sich für mich südamerikanisch exotisch anfühlt. Die Bevölkerung stammt zu 80% von Indiostämmen ab. Europäer sieht man kaum. Ich buche gleich mal meinen Flug in den Dschungel am Donnerstag und für morgen die Tour auf der Todesstraße per Mountainbike. Da sind sie echt stolz drauf hier. Eine Strecke von 60km mit bis zu 300 Toten pro Jahr – Weltrekord. Hier zeigt uns der Guide die Stelle an der ein vollbesetzter Bus abgestürzt ist. 100 Tote waren das Ergebnis.

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Jetzt gibt es allerdings eine neue Straße für den Hauptverkehr. Seitdem sterben hier fast nur noch Radfahrer - 18 in den letzten 15 Jahren. Alles wird gut organisiert. Gute Führung, gutes Material – das alles hat allerdings seinen Preis. Ich buche beim teuersten Veranstalter mit der besten Unfallstatistik. Immerhin will ich nur den Nervenkitzel und nicht wirklich dabei umkommen.

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Startpunkt der Abfahrt ist auf knapp 4700m, im Ziel sind es dann 1200m. Unser Bus mit der Ausrüstung und den Rädern auf dem Dach hat unterwegs einen Kupplungsschaden, alles muss umgepackt werden.

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Defekte Fahrzeuge sind hier in Bolivien völlig normal. Die Fahrräder sind hoffentlich besser.

Am Start am frühen Morgen ist es sehr kühl – klar bei der Höhe.

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Wir opfern alle Pachamama einen Schluck Schnaps und dann kann es los gehen. Ein Schluck auf die Erde zu Ehren der Göttin, einen Schluck trinken. Ist reiner Alkohol - schmeckt grausam.

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Die ersten 20km auf Teer. Der Guide meinte man muss hier nirgends bremsen und kann es laufen lassen.

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Stimmt auch. Gut dass er erwähnt hat was zu tun ist wenn man ein Auto überholt, denn wir sind mit den Rädern schneller als alle anderen Fahrzeuge unterwegs.

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Dank meiner Größe habe ich ein Full-Suspension-Bike bekommen, das schluckt wirklich alles. Hier auf dem Teer spielt das noch keine große Rolle, später auf dem Schotter war es wirklich Spitze.

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Vor unübersichtlichen oder gefährlichen Passagen gibt es jeweils ein Briefing mit Strecken-Info und was zu tun ist.

Mittendrin ein Drogen-Checkpoint. Alle Fahrzeuge werden hier auf Drogen (Coca) untersucht. Wir fahren ins Welt-Hauptanbaugebiet für Coca-Blätter und das hier ist der einzige Weg da raus. An und für sich eine gute Idee den Transport auf diese Weise zu kontrollieren, wäre da nicht die Tatsache, dass der Checkpoint von Mitternacht bis 6 Uhr morgens geschlossen ist und der Verkehr während dieser Zeit unkontrolliert passieren kann.

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Hm...wenn ich so ein Drogenbaron wäre...wann würde ich meine LKWs da durch schicken?

Es geht permanent steil nach unten, immer an einem mehr oder weniger senkrechten Abhang von 450m entlang.

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Unser Guide hat 100m Seil und eine Rettungsbahre dabei falls einer hinunterfällt. Den Rekord hält eine chilenische Radfahrerin mit einem überlebten Sturz von 250m.

Nach gut 20km wird es richtig spannend, denn jetzt geht es auf Schotter. An manchen Stellen sind es nur 3 Meter von Felswand bis Abhang, unübersichtliche Kurven - hier sollte man keinen Fehler machen. Es gibt zwar an manchen Stellen ein Geländer, aber was das aushält möchte man nicht ausprobieren.

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Durch die neue Straße gibt es kaum noch Gegenverkehr, wird die Strecke nunmehr nur noch aufs Nötigste repariert. Die Mountain-Bikes können zeigen was sie vertragen können. Eine weitere Rast mit "Danger-Fotos" am Abgrund.

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Steiler Fels rechts, Abgrund links (das kleine weiße Ding auf dem Foto ist der Minibus eines anderen Tour-Veranstalters).

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Wir fahren unter Wasserfällen durch und überqueren Bäche die über die Strecke laufen.

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Von der Landschaft rundherum bekomme ich fast nichts mit, zu sehr muss ich mich aufs Steuern konzentrieren.

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Aus diesem Grund stammen die meisten Fotos in diesem Beitrag von Marcus unserem australischen Tourguide.

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Gut dass es alle paar Kilometer Rast mit neuen Infos zur Strecke gibt. Wir kommen an Klaus Barbies Bungalow vorbei (nicht der von der Puppe sondern der Schlächter von Lyon).

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Hier im letzten Winkel der bolivianischen Berge hatte er sich versteckt, bis er irgendwann dann doch an Frankreich ausgeliefert wurde. Dort hat er seinen verdienten Prozess bekommen.

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Je tiefer wir kommen desto wärmer wird es. Anfangs eingepackt in viele Schichten warmer Kleidung, geht es in T-Shirt und Shorts ins Ziel. Tropischer Regenwald empfängt uns. Heute ohne Regen aber auch Zillionen von Sandflies, die mich in Minuten dutzendfach zerstechen bevor ich es überhaupt bemerkt habe.

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Im Ziel dann das Finisher-Foto. Jeder bekommt ein T-Shirt.

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Am Ziel ein kleiner Zoo mit Papageien und Affen, Buffet für uns und Gelegenheit zum Duschen. Niemand in unserer Gruppe hat sich verletzt (andere waren heute nicht so glücklich), ein gelungener Tag und wirklich sein Geld wert.

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Eingestellt von T-A Travel 23.04.2013 12:55 Archiviert in Bolivien Kommentare (2)

Salar del Uyuni (Tag 4)

ganz in Weiss

sunny 16 °C
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Heute ist der letzte Tag und der gedachte Höhpunkt des Trips. Es geht endlich auf die Salzebene. Die größte auf diesem Planeten. Auf 11.000km² Fläche und 40m dick liegt hier das pure Salz. Felipe hat am Abend verkündet, dass wir morgen um 5 Uhr losfahren wollen. Er meint alle Reisegruppen fahren so früh um den Sonnenaufgang in der Salzebene zu sehen. Frühstück gibt es dann später unterwegs.

Als ich um halb fünf aufstehe ist es im ganzen Haus stockfinster. Niemand außer mir ist wach. Auch draußen rührt sich nichts. Ich warte eine halbe Stunde in der Kälte und beschließe wieder ins Bett zu gehen. Um 7 Uhr stehe ich wieder auf - inzwischen ist es hell. Felipe ist auch schon wach und hat in der Zwischenzeit unseren Jeep in ein Loch gefahren aus dem er trotz Allrad nicht mehr rauskommt.

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Den Wagenheber auf einer Gasflasche ansetzen - auf die Idee muss man erst mal kommen. Ich verziehe mich schnell, das sieht mir zu gefährlich aus. Die Mädels sind noch nicht auf. Sie haben sich darauf verlassen von Felipe geweckt zu werden, der seinerseits verschlafen hat. Keine hat sich ihren Handywecker gestellt und bis dann alle mal auf sind und gepackt haben ist es 8 Uhr und die Sonne steht schon gut über dem Horizont. War also nichts mit Fotos vom Sonnenaufgang.

Ziemlich in der Mitte der Salzebene ragen kleine Felseninseln aus dem weißen Meer.

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Weil sonst in 50km Umkreis kein Boden ist wachsen hier meine geliebten Säulenkakteen dicht an dicht.

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Ein Trampelpfad führt hinauf zum höchsten Punkt mit perfekter Rundumsicht.

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Das Salz leuchtet jetzt so hell, man kann es kaum fotografieren.

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Horseman-Foto mal andersrum.

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Die riesige konturlose Weite ermöglicht verrückte Fotos. Kein Fotoshop - die sind alle so aufgenommen. Sind leider nicht ganz so geworden wie ich es mir gewünscht hätte. Mein Kamera-Akku zeigte schon wieder leer an und für längere Experimente hatte ich keinen Strom mehr.

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Das Making-Of dieser Fotos sieht dann so aus.

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Gegen Mittag brennt die Sonne ganz schön runter, der Boden bleibt trotzdem eiskalt. Kaum vorstellbar wie lange das unter diesen Umständen gedauert haben muss bis das ganze Wasser in diesem See verdunstet ist.

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Mitten auf der Ebene ein weiteres Salzhotel obwohl hier eigentlich Gebäude aller Art verboten sind. Vor dem Hotel haben etliche Besucher Fahnen hinterlassen.

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Hinter dem Haus ein Fahrzeug in noch schlechterem Zustand als unser Jeep.

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Das war es dann auch schon für heute. Wir wollen heute alle 5 direkt nach der Tour weiter und nicht am Endpunkt in Uyuni übernachten. Am anderen Ende des Salars kommen wir an eine Stelle wo das Salz tatsächlich auch abgebaut wird.

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Am frühen Nachmittag erreichen wir Uyuni und verabschieden uns von Felipe und Agostina. Der Ort ist nicht so übel wie im Reiseführer beschrieben, lädt aber auch nicht zum Bleiben ein. Unsere Busse gehen erst am Abend und wir verbringen die Stunden bis zur Abfahrt in einer Pizzeria. Die Mädels fahren alle nach Potosi im Westen. Mein Bus geht 11 Stunden über Nacht nach La Paz.

Ich habe Semi-Cama gebucht. Das sollten eigentlich so halbe Liegesitze sein. Zumindest war das in Argentinien so. Hier versteht man darunter einen Sitz, bei dem man die Lehne 20cm zurück stellen kann. Der Bus ist voll bis auf dem letzten Platz und die ersten 5 Stunden geht es über eine grausame Holperpiste - schlimmer als die Ruta 40 in Argentinien. Wieder mal wird es nichts mit Schlafen.

Eingestellt von T-A Travel 17.04.2013 17:19 Archiviert in Bolivien Kommentare (0)

Salar del Uyuni (Tag 1 - 3)

Feuer und Eis

sunny 17 °C
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Am nächsten Morgen um 9.30 pünktlich mit eineinhalb Stunden Verspätung geht es los. Ich bin in rein weiblicher Begleitung. Außer mir sind die drei Belgierinnen vom gestrigen Reitausflug dabei und Mia aus Deutschland.

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Die Jeeps werden mit unserem Gepäck beladen. Alles andere ist schon an Bord. Unser Fahrer macht nur noch schnell ein paar Besorgungen. Kokablätter und eine Dose Bremsflüssigkeit - das Nötigeste halt. Sehr vertrauenerweckend ist diese Einkaufsliste nicht.

Kaum raus aus der Stadt sieht man in was für einer menschenunfreundlichen Gegend wir uns eigentlich befinden. Die Höhe, die Kälte - viel lebt hier nicht. Ein paar trockene Sträucher zwischen denen uns Lamas dümmlich hinterher schauen. Ab und zu einige Vikunjas auf der Flucht. Am ersten Tag bekommen wir nicht viel wirklich Aufregendes zu sehen. Eine Schlucht die mich etwas an den Bryce Canyon in Utah erinnert.

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Es dauert nicht lange da beunruhigt Felipe, unseren Fahrer, ein Klopfgeräusch dessen Quelle er nicht ergründen kann. Also anhalten und ein paar Mal ums Auto gehen, hier und da mal rütteln. Ratlosigkeit. Ein zweiter Jeep hält an und dessen Fahrer hängt sich außen an unseren Jeep, um während der Fahrt zu hören wo das Geräusch nun herkommt. Ergebnislos. Man einigt sich darauf, dass es dann wohl so schlimm nicht sein kann.

Mittagspause zwischen den Resten einer Siedlung. Baumaterial hier sind vorwiegend ungebrannte Lehmziegel. Da bleibt vom Gebäude bald kaum was übrig wenn das Dach mal weg ist.

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Agostina, unsere Köchin hat vorgearbeitet und es gibt Milanese mit frischem Gemüse. An der Verpflegung gibt es wirklich nichts auszusetzen. Wir fahren nach dem Mittag noch ein kurzes Stück in ein wirklich jämmerliches Dorf.
"Bleibt der jetzt hier stehen?" Frage ich mich. "Nein! Das wird doch nicht schon das Nachtquartier für heute sein?"
Doch das ist es. Ein Raum, 5 Betten - das ist es für heute Nacht.

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Als Unterkunft habe ich ja keine Sternebleibe erwartet, aber hier ist die Gegend und die Aussicht auch sterbenslangweilig. Es ist erst 3 Uhr Nachmittag und hier gibt es für uns nichts zu sehen. Eher sind wir die Attraktion für ein paar Kinder aus dem Dorf.

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Was soll man machen, ich gehe mal Richtung von ein paar Hügeln los die möglicherweise aus der Nähe besser aussehen. Ein Bach versperrt mir den Weg - weiter geht es nicht. Ein verkorkster Tag.

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Das Abendessen war wieder sehr lecker, das versöhnt mit dem Ambiente. Felipe liegt noch bis spät Abend unter dem Auto und tauscht einen Stoßdämpfer aus. Den hat er als Quelle des lästigen Geräusches identifiziert. Das Klopfen war danach auch tatsächlich weg.

Am nächsten Morgen ein sehr frühes Frühstück noch vor Sonnenaufgang bei Kerzen- und Taschenlampenschein.

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Es geht heute am zweiten Tag zum höchsten Punkt der Tour - ein Aussichtspunkt auf knapp 5000m.

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Sogar das Gehen in ebenem Gelände bringt mich hier schnell außer Atem. Mein Respekt vor Leuten die 8000er gehen wächst.
In der Lagune im Tal hunderte von Flamingos, denen weder Kälte noch die Höhenlage etwas auszumachen scheint.

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Die Lagunen frieren nachts an der Oberfläche zu. Ich schätze die Vögel machen in der Nacht eine Art Stepptanz um nicht mit einzufrieren.

Dann etwas für den Freund vulkanischer Aktivität. Ein Geysirfeld. Dutzende Fumarolen, sprudelnde Schlammlöcher - alles ohne Absperrungen.

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Viel spannender als im Yellowstone sicher auf den Boardwalks zu gehen.
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Man kann hier zwischen den Löchern herumspringen und probieren ob der Boden hält. Felipe erzählt etwas von einem Touristen der hier mal reingefallen sein soll und gekocht wurde - man muss nicht alles glauben.
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Unser heutiges Nachtquartier hat eine sensationelle Aussicht auf die Laguna Colorada.

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Wir schlafen auf 4200m Höhe. Es ist eisig kalt, geschätzte -5°. Wegen der Höhe habe ich wieder mal Kopfschmerzen und kann lange nicht einschlafen. Wir schlafen wieder alle in einem Raum. Eines der belgischen Mädels hat das Essen nicht vertragen und übergibt sich mitten in der Nacht nebenan im Bad. Störender als das ist allerdings, dass die anderen beiden nicht betroffenen Mädels in epischer Breite nun darüber diskutieren was zu tun ist und was das nun für sie möglicherweise bedeutet und was weiß ich noch alles.

Die Menge an Text den die beiden zu diesem Thema austauschen ist unglaublich. Klarer Fall von Logorrhoe. An Schlaf ist so nicht zu denken. Ich muss warten bis die erste im Bad fertig ist und sich anschließend alle drei ausgiebig ausgetauscht haben. Ich denke spätestens jetzt sollte mich niemand mehr dafür beneiden mit 4 Frauen unterwegs zu sein.

Am nächsten Morgen kommen wir nicht mal 5km weit, da steigt weißer Rauch aus der Motorhaube auf. Über Nacht ist das Kühlerwasser eingefroren. Felipe packt wieder sein Werkzeug aus. Er demontiert einige Wasserschläuche, auch darin ist Eis. Wir könnten jetzt den halben Tag hier stehen und in der Sonne warten bis alles auftaut. Unser Fahrer hat eine bessere, allerdings höchst unkonventionelle Idee.

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Es riecht bald nach angebranntem Gummi, aber er läßt nicht locker und brutzelt weiter den Fahrzeugunterboden.
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Zwei der Mädels sind im Auto sitzen geblieben. Vielleicht keine so gute Idee bei 200 Liter Benzin auf dem Dach. Am Ende geht alles gut, das Wasser läuft wieder durch den Kühler. Alle freuen sich und Agostina posiert mit Fluffy.

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Wir kommen ohne weitere besondere Vorkommnisse an eine Stelle mit sandgestrahlten Felsen.

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Die dritte und letzte Nacht verbringen wir in einem Bau am Rande der Salzwüste den man fast als richtiges Hotel bezeichnen könnte. Ich bekomme ein Einzelzimmer. Wir können hier sogar alle warm duschen.

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Sieht aus wie eine Gefängniszelle, ich fand es Luxus. Alles hier ist aus Salz. Die Wände, die Böden, die Tische, Stühle und Betten.

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Eingestellt von T-A Travel 16.04.2013 17:58 Archiviert in Bolivien Kommentare (4)

Willkommen in Bolivien

Die Luft wird dünn

sunny 17 °C
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So gut es mir in Salta gefallen hat, ich muss echt sehen dass ich voran komme. Nördlich von hier sollen tolle Schluchten liegen, die angeblich so aussehen wie die in Utah. Mein nächstes Ziel wird Tilcara, das liegt auf der Karte ziemlich genau mittendrin in diesen Canyons.

Ich war wieder mal sehr optimistisch und habe mir keinen Sitz im Nachmittagsbus reserviert. "Completo", sagt der Mann am Ticketschalter und deutet auf die Abfahrtszeiten. Erst um 22 Uhr ist wieder ein Platz frei. So lange will ich nicht warten. Außerdem würde ich dann um 2 Uhr morgens ankommen. Ich schaue auf meine Karte und sehe, dass auf halbem Weg Jujuy liegt. Da wollte ich zwar nicht Halt machen, aber Hauptsache heute mal weg von hier. Der Bus dorthin fährt in einer halben Stunde und hat auch noch einen Platz für mich. Na also, geht doch. Man darf sich nur nicht abwimmeln lassen. Ein paar andere Touristen in der gleichen Situation wie ich, sind enttäuscht wieder abgezogen und verbringen einen weiteren Tag hier.

In Jujuy findet sich dann problemlos ein weiterer Bus der mich den Rest der Strecke nach Tilcara bringt. Es geht von 1000m auf 2500m hoch. Als ich ankomme ist es stockfinster und eiskalt. Ein seltsamer Ort ist das hier. Staubstraßen, keine Straßenschilder und kaum Straßenbeleuchtung. Wieder mal habe ich nichts reserviert und muss mich auf Zimmersuche begeben. Eine Frau kommt im Dunkeln auf mich zu drückt mir einen Zettel in die Hand und fragt "Cocktail?". Was für eine seltsame Idee, ich brauche erst mal ein Zimmer bevor ich mir einen schönen Abend mache.

Etwas weiter reicht das Licht um den Zettel zu lesen. Aaah! Jetzt dämmert es mir. "Hostel" meinte die Dame. Genau was ich brauche.
Ich habe also jetzt eine Adresse mit kleiner Karte des Dorfes. Aber so ohne Licht und Beschilderung ist es ziemlich schwierig den Weg zu finden. Kein Taxi zu sehen, also zu Fuß. Es geht steil bergauf, da bin ich mit meinem Rollkoffer auf diesem Gelände völlig falsch ausgerüstet. Nach 20 Minuten komme ich schwitzend und schnaufend ans Ziel. Im Nachhinein erscheint mir der ganze Tag wie ein Computer-Adventure-Spiel

Am nächsten Tag sehe ich, dass dieser Ort, von roten Bergen umgeben, wirklich herrlich gelegen ist. Am Ortsrand die restaurierten Reste einer Inka Festung – Pukara. Mir ist das zu über-restauriert. Sieht alles nagelneu aus.

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Hier auch wieder reichlich Säulenkakteen, von denen ich immer noch nicht genug gesehen habe. Gefällt mir besser als die "Ruinen", die keine sind.

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500 Höhenmeter den Berg rauf, 6km Marsch – eine Coca-Infusion wäre jetzt das Richtige.

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Die Einheimischen schwören drauf. Keine Müdigkeit, kein Hungergefühl. Ich gehe ohne Doping bis zu einer weitere Attraktion dieser Gegend: Garganta del Diablo – schon wieder ein Teufelsrachen. Hier ein schmaler Canyon mit Wasserfall.

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Der Weg führt an manchen Stellen ziemlich eng am Abgrund entlang, schwindelfrei sollte man hier schon sein.

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Das reicht mir dann auch schon als Eindruck von hier. An Utahs Canyons kommt das hier niemals ran. Ich nehme am nächsten Morgen den ersten Bus nach Norden - Humahuaca. Ich steige dort kurz aus – schaue mich um. Nö, das ist auch nix für mich. Weiter nach La Quiaca, die nördlichste Stadt Argentiniens und direkt an der Grenze zu Bolivien gelegen. Dort das Selbe – aussteigen, umschauen – nö, auch hier bleibe ich nicht. Zu Fuß überquere ich eine Brücke und auf der anderen Seite ist schon Villazon in Bolivien. Der Grenzer begrüßt mich mit einem “Willkommen in Bolivien“ auf deutsch. Na das ist doch mal ein netter Empfang.

Grenzorte sind selten schön, Villazon ist keine Ausnahme. Es ist noch früh und ich denke ich kann es heute bis Tupiza schaffen. Ein Ort der mir von anderen Reisenden empfohlen wurde. Geht auch problemlos, ein Minibus übernimmt den Transport. Der Fahrer fährt allerdings wie ein Irrer. Ich bin ja sonst nicht der ängstliche Typ, aber ich kann bei seinen gewagten Überholmanövern bald nicht mehr hinsehen. Auch enge unübersichtliche Kurven fährt er grundsätzlich auf der Ideallinie. Fahrbahnmarkierungen sind für ihn nicht wirklich relevant.

Tupiza liegt auf 3000m und am nächsten Morgen habe ich einen Riesen-Brummschädel. Zuerst dachte ich es läge am Wein vom Vorabend. Es stellt sich aber heraus, dass ich zum ersten Mal leicht höhenkrank bin. Von hier aus will ich eine 4-Tage-Tour in die Uyuni-Salzwüste machen. Für morgen war schon alles ausgebucht, also habe ich für den Tag ersatzweise einen Reitausflug gebucht. Das Pferd weiß nach spätestens 1 Minute, dass da wieder einer oben sitzt der keine Ahnung hat.

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Ab da bin ich Passagier. Der Gaul macht was er will. Zumeist bedeutet das den anderen Pferden hinterher zu laufen. So lange er im Schritt geht ist es kein Problem, Trab ist weniger gut. Von der Theorie weiß ich, dass man das irgendwie aussitzen soll. In der Praxis fliege ich schmerzhaft im Sattel herum wie ein Sack Kartoffeln. Gut dass der Gaul faul ist und sich überwiegend im Schritt bewegt. Galopp wollte ich gar nicht erst ausprobieren.

Außer mir sind noch 3 belgische Mädels in der Gruppe. Ebenso völlige Reitanfänger wie ich. Sie sorgen für die akustische Untermalung des Ausflugs. Alles kein Problem, wir werden vom Besitzer der Pferde geführt und die Pferde kennen den Weg. Wir reiten zum Ventana del Diablo (Teufelsfenster).

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Warum ist eigentlich immer alles was irgendwie besonders aussieht des Teufels?
Ich bin froh als es nach 3 Stunden vorbei ist. Wieder etwas das ich von der Liste der Dinge streichen kann, die ich unbedingt nochmal tun muss.

Eingestellt von T-A Travel 15.04.2013 08:43 Archiviert in Bolivien Kommentare (0)

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